Mannheim
Compact Memory

Jüdische Wochenschau · 1967-09-29 · 2237 (29.9.1967) · p. [Seite 1]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
28 (1967)
Issue
2237 (29.9.1967)
Date
1967-09-29
Page
[Seite 1] (sequence 1)
Language
German, Spanish
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/9616703-9615794-9616123--5000-9616124
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

7 entity mentions

JÜDISCHE UIOM JûïJktnan&JsSiGüelUG PUEYRREDON 2190 — 1* ¡*q. Afio xxvin. 83 - 26 1 3 BUENOS AIRES. VBERNES «9 DE SEPTIEMBRE DE 1961 N" 2M7 Abba Eban sprach vor den UN Nationaler Selbstmord ist keine internationale Verpflichtung Bericht über Jerusalem von ARIK ASHKKNAS Im Mittelpunkt der internationalen Debatten über die Zukunft des Mittleren Ostens nach dem Sie,» der Israeli sehen Verteidigungsarmee über die arabischer Angreifer steht das Schicksal Jerusalems, über das Isr-el und las jüdische Volk nicht debattieren wollen. Die unna-ürlirhe Zweiteilung dieser Stadt hatte zu ständigen Reihungen, Konflikten und bewaffneten Zwischenfällen geführt, die nun ihr Ende mit der Wiedervereinigung der Stadt zu einer einheitlichen kommunalen Körperschaft gefunden haben, iurael und mit ihm das ganze jüdische Volk sind der Auffassung, dass Jerusalem, das Jahrtausende ^hindurch der geistige und religiöse Mittelpunkt des über alle Landet zerstreuten Volkes gewesen int nach def Wiederaufrichtung des jüdischen Staates auch der tatsächliche, politische und geographische Mittelpunkt Israels sein muss und nunmehr auch ist. Hieran etwas zu ändern, bedeutet das Rad der Geschichte zurückdrehen zu wollen und jene unsicheren Zustände wieder her/.ustel len, die zum Ausbruch des letzten Krieges geführt haben. _ UN Generalsekretär U Thant, dessen schiechte Politik die arabische Sache begünstigen sollte und für de» militärischen Zusammenprall im Orient mitverantwortlich ist. entsandte vor einigen Wochen als seiren Sonderdelegierten Herrn Ernst Thalmann, dessen Informationen im wesentlichen den Standpunkt Israel--» unterst'eichen. Jedenfalls hat Thalmann eindeutig testgeste'lt, das« an den verleumderischen Behauptungen arabischer Krei 6e über israelische Unrechtstaten nichts Wahres ist. Schon in seinen einleitenden Ausführungen wies Thalmann darauf hin, dass ganz offensichtlich die Wiecervereinigung der beiden Teile der Stadt nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Hierüber könne man auch nicht mehr verhandeln, denn die geschaffenen Tatsachen schliessen solche Verhandlungen aus. Das Lehen der Stadt nehme einen normalen Verlauf und im ierusalemer Alltag wirken Juden und Araber harmonisch zusammen Die Anwesenheit des Militärs sei hierfür offensichtlich nicht mehr von Bedeutung. Die Regierung Israels, so hebt der Sonderdelegiert« U Thants hervor, sei darum bemüht, die gleichen Rechte für alle Bürger Jerusalems zu sichern, das Niveau der arabischen Bevölkerung zu heben und dem Leber sstatidard anzugleichen, den die jüdische Bevölkerung einnimmt. Vor allem habe aber die israelische Regierung die erforderlichen gesetzlichen und tatsächlichen Massnahmen ergriffen, um die Integrität der Heiligen Starrer» aller Religionen zu sichern. Die christlichen religiösen Behörden haben übereinstimmend ihrer Genugtuung über die ergriffenen Massnahmen seitens der Israelregierung Ausdruck verliehen. Im übrigen hat Thalmann mit zahlreichen Arabern gesprochen, die anerkannten, das« Israel selbst bei den Kampfhandlungen der Heiligkeit der Stätten Rechnung im Rahmen des Möglichen getragen habe. — Dass grosse wirtschaftliche Perspektiven durch die Vereinigung der bisher getrennten Stadtteile in^be sondere für die arabische Bevölkerung erwachsen sind, wird im Bericht Thalmanns besonders hervorgehoben Thalmann spricht auch davon, dass sich der über» wiegende, gemässigte Teil der arabischen Bevölkerung von den Beschwerden und Machenschaften der früheren Extremisten und der alten Aktivisten der ehemaligen „Befreiungsbewegung für Palästina“ distanzieren wör de. Thalmann unterstreicht schliesslich, dass er seine Tätigkeit und alle von ihm für notwendig angesehenen Erhebungen ohne jede Einschränkung durch die israelischen Behörden entfalten konnte. Nach diesem Bericht dürfte eigentlich jede weitere Diskussion über diese Frage überflüssig geworden sein. Vereinte Nationen. — Is raei hat eine Lösung des Mittelostkonflikts mithilfe der Intervention ier Vereinten Nationen abgelehnt und darauf hingewiesen, das» „der nationale Selbstmord keine internationale Verpflichtung darstellt.“ Der Aussenminister Israels. Abba Eban, unterstrich, dass die Beilegung des Kon flikts mit den arabischen Staaten durch direkte Verhandlungen zwischen den Parteien, ohne die Vermittlung Dritter geschehen müsse. und er bescnuldigte die Sowjetunion, die Spannun- Neue arabische Haltung? New York. — Staatssekretär Dean Rusk teilte mit, es seien Aussichten dafür vorhanden, dass die Araber in der Mitteloßfckrise eine versöhnlichere Haltung einneh men könnten. Informationen besagen, dass die neue arabische Position vom transjordanischen Aussenminister Al Amri dem amerikanischen Staats Sekretär vorgetragen wurde. Al Amr> meinte, sei notwen dig, dass sowohl die ara bischen Länder wie auch Israel das Problem der arabisch-israelischen Beziehungen auf der Basi* gegenseitiger Konzessionen behande-n. Flüchtlinge aus Libyen Rund 500 Juden die im Zusammenhang mit der Nahostkrise im Juni aus Libven flohen, befinden sich in den Flüchtlings-Lagern Latima und Capua in Italien. So berichtete die Jüdische Ge meinde in Rom. Es sei nicht ausgeschlossen, dass diese Refugees nach Libyen zurückkehren — aoer das bleibe letztlich ihrer eigenen Entscheidung überlassen. Sie könnten die Lager tagsüber verlassen. In Anbe tracht der italienischen Ar-, beitsgesetzgebung ist es aber schwer für sie, Arbeit anzunehmen und dann ein neues Leben zu beginnen. Im Juli sind keine weiteren Flüchtlinge aus Libyen nach Italien gekommen. .Die beiden Lager dienen seit langem der Aufnahme von Flüchtlingen. Seit dem Kriege sind dort Refugees aus Albanien, Griechenland, Jugoslawien und Ostblockländern untergeoraebt worden. Bevor Libyen ein selbetän diger Staat wurde, das war 1951, wanderte der grösste Teil der etwa S7.000 Seelen gen geschürt zu haben, welche im vergangenen Monat Juni den Ausbrach des Krieges verursachten. In seiner Rede vor der UN - Generalversammlung stellte Eban feit, dass „keine Erklärung oder Garantie von aussen, keine Berufung auf die Prinzipien der Charter, keine Emp.ehlung oder Deklaration internationaler Körperschaften die souverä ne Verantwort'.'chkeit der interessierten Regierungen zu ersetzen imstande sei.“ Er erinnerte daran, dass „die arabischen Staaten auf ihrer Gipfelkonferenz in Khartum beschlossen haben, keine Verhandle gen mit Israel in die Wege zu leiten“ und fuhr fort: „Von Israel zu verlangen, dass es sich in die geeignetste Position für den nächsten arabischen Die 22. Generalversammlung der Vereinten Nationen ist seit einigen Tagen erneut zusammengetreten. Man kann nicht »agen, dass dieses Ereignis in der Welt diejenige Resonanz gefunden hat, die einer solchen Konferenz aller oder der meisten Länder zukommen müsste. Man ist schon zu stark daran gewöhnt, in diesen Generalversammlungen den Zweikampf zwischen den Russen und Amerikanern auf der höchsten Welttribüne zu erleben, ohne dass greifbare Resultate erzielt werden würden. Mit den grössten Erwartungen haben nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches und der Niederwerfung der Japaner alle Völker ihre Augen und ihre Hoffnungen auf diesen zweiten Völkerbund gerichtet, der ein Instrument zur Sicherung de,s ersehnten Friedens in der Wel; sein sollte. Man glaubte, dass die bitteren Erfahrungen, die mit dem ersten Völkerbund gemacht wurden, der seinen Sitz in Genf gehabt hat, all die Fehler vermieden werden könnten, die damals begangen worden rind, als die kerung nach Israel aus. Ende Mai 1967 dürfte d>e Zahl der Juden in Libyen, sämtlich Sefardim, 3 000 betra gen haben. In ihrer Mehrzahl wohnten sie in den Städten Tripolis and Bengha zi. Angriff begibt, würde bedeuten, die internationale Klugheit ebenso wie die Moral zu verletzen. Der nationale Selbstmord stellt keine internationale Verpflichtung dar.“ Eban wandte sich gegen die Stellungnahme der Sowjetunion zur arabisch israelischen Frag'., wie diese in der vergangenen Woche vom sowjetischen Aussenminister Andrei Gromyko in einer Rede vor der General Versammlung umrissen wurde. „Die Spannung zwischen Israel und seinen arabischen Nachbarn, die sich im Juni im Mittelosten entlud“, führte Abba Eban aus, „war zum grossen Teil das Werk der Sowjets. Heir Gromyko hat in seiner Rede in der Tat behauptet, es wäre das beste Mittel, um Frieden Grossmächte dieser internationalen Instanz nicht lie Möglichkeiten einräum'en, um wirkungsvoll in die Entwicklung einzug'-eifen, Konflikte auf friedlichen Wegen der Verhandlungen und des Einvernehmens zu regeln und Angreifer in ihre Schran ken zu weisen. Als das Italien Mussolinis die Anweisungen des Vö - kerbundes nach dem Ueber* fall auf Abessinien nicht befolgte und das Dritte Reich den Völkerbund verhöhnte, war die moralische Kraft gebrochen und der Völkerbund nur noch zu einem Schattendasein verurteilt. Nach dem Zweiten Weltkrieg stellte es sich sehr bald heraus, dass die Welt mächte nicht willens waren, irgendwelche Machtfunktionen, die sie selbst ausübten, den UN zu übertragen. Die natürliche Folge dieser Hai tung und Einstellung der Blockmächte war eine starke Begrenzung der Rechte und der faktischen Möglichkeiten, die den UN eingeräumt und über'assen blieben. Dass trotzdem manche Werke des Friedens eingeleitet und eine konstruktive Arbeit geleistet we-den konnte, soll nicht geleugnet werden. Denn auch heute noch, nach all den Enttäuschungen. die man erleben musste, dürfte die Idee des Völkerbundes richtig geblie ben sein; nur die menschlichen Schwächer» konn*en nicht überwunden werden, um diese Idee ir die Wirklichkeit umzusetzen. Jeder Fortschritt vollzog sich langsam, soweit er nicht die ämsse'en Lebensbedingungen betrifft Wir haben erlebt, dass Völker Jahrhunderte und Jahrtausende des technischen und wirtschaftlichen Rückschritts in wenigen Jahrzehnten überwinden und überspringen können. Aber die Entwicklung innerer Kräfte und «'er moralischen Bereitsc! aft, auf die Macht zu verzichten und unter eigenen Opfern ei nem höheren Ziel, nämlich dem Weltfrieden zu dienen geht sehr langsam vor sich. Man kann sich nicht des schliessen zu können, wenn man die Bedingungen wieder hersteilen würde, d'e den Krieg ausgelöst haben “ Eban beschuldigte von dieser Tribüne aus die Aegypter, die jüdischen FUb-ht linge menscheu-’würdig zu behandeln. Er berichtete, dass diese Flüchtlinge ,,un ter grausamen Bedingungen in Konzentrationslager gesperrt wurden“ Dagegen stellte er fest dass die „wortreiche und heftige Kampagne von internationalen Kommentaren über die arabischen Flüchtlinge, die über den JordanfUws in das westliche Ufergebiet des Jordanflusses nach Israel mithilfe des Internationalen Roten Kreuzes zurückkehren. nur zu dem Zweck entfesselt worden ist, um Israel zu diskriminieren. Eindrucks erwehren, dass dieser Fortschritt bisher kaum feststellbar ist. Die Lage in der Well spiege't eine traurige Situation machtpolitischer und egoistischei Tendenzen und Bestrebun gen wider, durch welche ein Ausgleich bisher verhindert worden ist. Gegensätze zwischen Men sehen und Völkern we-den immer bestehen Nur Diktaturen machen den Versuch der Unifizierung der Meinungen und d‘»r Unterjochung der eigenen Individualitäten, ohne dass es selbst den härte den und blutigsten Diktatoren gelungen wäre, die Ansichten Anders denkender und Andersgläubiger vollende zu eliminieren. Man kann Menschen, nicht aber Ideen in die Ker ker sperren. Man kann Menschen morden, aoer ihre Gedanken leben weder. Andrerseits kann man nicht in Abrede stellen, dass über lange Zeitläufte hinweg die Menschheit doch eine Entwicklung zur Zivilisierung und Kultivierung ihre;, Lebens durchgemacht hat die einen Aufstieg bedeutet. Von vereinzelten Rückfällen in barbarische 7eiten abgesehen, leben wir nicht mehr in der Epoche des Faustrechtes. Wir haben eine staatliche Ordnung, in welcher der einzelne Bürger ihm zustehende Rechte an den Staat, an die Gemeinschaft, an die Obrigkeit delegiert hat, z. B. die Gerichtsbarkeit. Niemand darf ohne mit den Gesetzen und den Behörden in Konflikt zu geraten, sich selbst sein Recht suchen, Rache üben, Urteile fällen und vollstrekken. Niemand darf rieh ungestraft seinen Verpflichtungen entziehen, die täglich umfangreicher werden. In der Zukunft wird es also darauf anko.nmen, dass diese Gesetze eines Staates und die Souveränität eines Lande.s zu einem erheblichen Teil auf eine über den Staaten stehende Zentralgewalt abgetreten werden die man UN oder Völkerbund oder sonstwie nennen mag. Das Wesentliche ist die Erkenntnis und ihre Durchsetzung, dass ebenso wenig wie ein einzelner Mensch in seiner Gemein»3chart. in seinem Staat einfach mae ien darf, was er will, auch keinem einzelnen Staat oder keiner Staatengruppe das Recht zugestanden wird, ohne Rücksicht auf die Zen* traigewalt zu tun oder zu unterlassen, was ihnen gefällt. Erst dann wenn jich diese Erkenntnis in die Pra xis des interna.ionalen Leben« umsetzt, erst dann werden wir eine internationale Körperschaft in den UN laben, die imstande ist, den Weltfrieden berzustellen und zu garantieren. Wir gelangen zu der 1 mtäuschenden. aber le*der wahren Feststellung dass im internationalen Leben noch immer das Faustrectal regiert. Diejenigen, die die Macht dazu haben, gestat ten nur insoweit einen Einfluss auf ihre eigenen politischen Aktionen, wie sie es für richtig hallen Damit sind die Befugnf.se der Zenzahlenden jüdischen Bevöl- E. G. T.. GEGEN ZIVILEN UNGEHORSAM Tel Aviv. — Strenge Verfügungen zur Unterdrückung des Widerstandes der arabischen Lehrer im Westufer Bezirk wurden von der israelischen Militärverwaltung erlassen. Militärkommandant General Uzi Narkis ordnete an, dass Zuwiderhandelnde mit Gefängnis bis zu 10 Jahren und Geldbussen von 2.000 II. für Ungehorsam bestraft werden sollen. Dergleichen wurde die Aulrechterhaltung von Kontakten mit dem Feind verboten. Diese Massnahmen wurden getroffen, nachdem es sich herausgestellt hatte, dass die arabischen Lehrer in diesem Gebiet ihren kürzlichen Streik durchführen konnten, weil ihnen ihre Gehälter weiter aus Transjordanien gezahlt wurden. (ITA) Strafen für Saboteure Tel Aviv. — Vier Häuser des Dorfes Jartach auf dem Westufer wurden in die Luft gesprengt nachdem die israelischen Behörden in ihnen Fusspuren von Saboteuren fanden, welche einige Tage zuvor auf die Eisenbahnschienen südlich der nahen Stadt Tulkarem Minen gelegt 'hatten, um einen von Lud nach Haifa fahrenden Zug zum Entgleisen zu bringen. Gleichzei tig wurden verschiedene verdächtige Personen verhaftet. Drei Waggons des Zuges sprangen aus den Schic nen. a!« die Mine explodierte, doch waren Opfer nicht zu beklagen und auch der Zugverkehr musste nicht unterbrochen werden. Ein Heeresspreeher teilte mit. dass noch eine zweite Mine entdeckt wurde, die aber sofort entschärft werden konnte. Nach dem Zwischenfall wurde für mehrere Dörfer im Umkreis ein Ausgehverbot angeordnet lind die ^liehe nach den Saboteuren eingeleitet. Man fand die Spuren von drei Männern am Tatort, die bis in vier Häuser in Jartach verfolgt werden konnten. Die Behörden des Dorfes erklärten, sie würden sich beim Internationalen Roten Kreuz über die israelische Aktion beschweren und von Israel Entschädigung für die zerstörten Häuser verlangen. Sie behaupteten, sie seien sicher, das« die Saboteure nicht aus Jartach stammten, und blieben dabei, dass die Hunde, we'che d>e Spuren der Saboteure verfolgten, „sich ge:rrt haben“ müssten. (ITA) WIE ICH ES SEHE Die UN-Versammlung i _von JEHUDA GOTTHEMER HU« -vlti» 2»

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.