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Jüdische Wochenschau · 1967-09-15 · 2235 (15.9.1967) · p. [Seite 8]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
28 (1967)
Issue
2235 (15.9.1967)
Date
1967-09-15
Page
[Seite 8] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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FRANQUEO PAGADO « O® u JE _ Concesión 908 tcï O v +4 O o» c < o TARIFA REOUCIDA Concesión 1629 Ano XXVIII. BUENOS AIRES, VIERNES 15 DE SEPTIEMBRE DE 1967 N* 2235 EL EJEMPLAR en toda la República 20, PUEYRREDON 2190 1» l»|. Buenog Airee T.E. 83 - 2613 Tag der luxemburgischen Maertyrer von KURT KAISER BLUETH Blick in die Welt v«n HAROLD SCHWARCZ AUS MANAGUA (Nikaragua) wurde gemeldet, das» Regierungstruppen die aufgeriebenen Bataillone der Gu». haben "ff617 verfolgen' die sich in den Bergen venschanzt PR RESIDENT GENERAL Nguyen Van Thieu und Ministerpräsident General Nguyen Cao Ky wurden in Süd. Vietnam mitten im Krieg wiedergewählt. — Dr. U THANT, Generalsekretär der UN will in Zukunft des öfteren Geheimsitzungen zusammenrufen, um die Weltprobleme zu lösen. —. AUS BRASILIEN wurde die Aufdeckung eines kenn munistischen Komplotts gemeldet. _ SOWJET-SCHIFFE haben den Hafen von Port SaU verlassen. — THURGOOD MARSHALL, Urenkel eines Negersklaven, wurde als erster Schwarzer in den Obersten Gc richtshof der USA berufen. — IN BOLIVIEN halten die Zusammenstösse mit de* Guerilla Kriegern an. —. DIE WEISSEN Kongo-Rebellen melden Waffenerfolge. — STUDENTEN UND Polizei stiessen in Montevideo erneut aufeinander. — DIE SITUATION im afrikanischen Staat Nigeria ist konfus, da die feindlichen Parteien gegenseitige Erfolge melden. — IN HONG KONG verschärfte sich die Lage durch Zue nähme der terroristischen Massnahmen. — AUCH AUS NIKARAGUA werden neue Vorstösse der Guerilla Krieger gemeldet, die von Regierungstruppenabgewiesen worden sind, — DER INDISCHE Aussenminister M. C. Chagla trat von seinem Posten wegen Meinungsverschiedenheiten mit der Ministerpräsidentin Indira Gandhi zurück. — KOENIG OLAV V. stattete einen Staatsbesuch in Brasilien ab. — ISRAELS MINISTERPRAESIDENT LevI Eshkol bedauerte anlässlich eines Besuches am Suezkanal, nicht mit Nasser verhandeln zu können. —• EIN NORDAMERIKANISCHER Vizeadmiral meinte, China würde den lateinamerikanischen Guerilla-Kriegern keine direkte Wirtschaftshilfe leisten. — GENERAL CHARLES de Gaulle besuchte Polen, wo er u. a. auch das KZ Auschwitz besichtigte. — DIE ENGLISCHEN Syndikate übten herbe Kritik a* der Wirtschaftspolitik des Premiers Wilson. — AUS BELGRAD (!) wird gemeldet, dass in Shanghai heftige Kämpfe mit Rebellen ausgebrochen seien. — IN MOSKAU wurde gegen das darzeitige griechische Regime demonstriert. — IM TERRITORIUM der Südarabischen Föderation kam es zu neuen schweren Kämpfen, bei denen mehr als 60 Araber getötet worden sind. — McNAMARA, der USA-Verteidigungsminister, verkündete die Reduzierung der amerikanischen Waffenhil- Ie für Lateinamerika. — RELIGIOESE GLEICHBERECHTIGUNG! Vor 25 Jahren am 30. August 1942 verkündete der Nazi-Gauleiter Simon in Luxemburg die von Hitler beschlossene Einverleibung des kleinen Staates in das Reich. Die Luxemburger, die das Terror-Regime hassten, lag ihnen der Ueberfall vom 10. Mai 1940 aufgezwungen hatte, waren von nun an verpflichtet, Kriegsdienst in den Nazi-Armeen zu leisten und auf den russischen Schlachtfeldern für die Tyrannei die ihr eigenes Land in Fesseln hielt, zu verbluten .. Die „Einverleibung“ war am späten Abend des 30. August verkündet worden. Sie wurde erst am Morgen des 31. den Luxemburgern bekannt. Eine Welle spontaner Empörung ging durch «las kleine Land, das knapp 245.000 Einwohner zählte. Was bisher in keinem der besetzten Länder geschehen war —: eine wahre Masaenrevolte gegen die Unterdrükker brach aus. Das Signal gab ein Mann, dessen Name inzwischen für ganz Luxemburg ein Symbol der Liebe zur Freiheit und der desinteressierten Tieue geworden ist —: der Arbeiter Henri Adam der in der Fabrik der grossen Stahlverarbeitungsfirma „Arbed ‘ in Schifflange arbe tete.Er setz te die Sirene der Fabrik in Gang und dieses Sturmsignal des Aufstands entfesselte einen Generalstreik von einer ergreifenden Spontaneität. Der Elan war so ausserordentlich, dass die Welt für einen Augenblick Jen Atem anhielt. Wie, so sagte" die Menschen in allen Ländern, in den besetzten und in den noch freien, diese Handvoll Menschen, ohne Waffen, ohne Hilfe von aussen. ganz auf sich selbst gestellt wagt es, Hitler und seiner gigantischen Ma"ht, im Zenith ihres Eroberungsfeldzuges und ihrer brutalen Autorität. Paroli zu bieten?! Tatsächlich, sie wagte es' Die gewaltiger Eisenverarbeitungswerke des Escher Industriegebietes schlossen ihre Tore, die Lederfabriken von Wiltz hielten die Maschinen an, die Gemeindeverwaltungen schlossen ihre Büro«, die Arbe'tsämter lagen still und vereinsamt und in den Schulen kreuzten die Lehrer ihre Arme und weigerten sich, den Unterricht aufzunehmen. Im Norden lagen die Holzverarbeitungsbetriebe still und die Stras^enbahnen hielten an den Städten auf offener Strecke, weil die Strassenbahner sich weigerten. die Wagen weiter zu bedienen. Im Lager der NS-Dirigenten war die erste Reaktion eine Art paralysierende Erschrockenheit. So etwas hatten sie nicht für möglich gehalten. Anschliessend gingen sie zornglühend ans Werk, um „diese Provokation“ blu tig zu rächen. Nachmittags um zwei Uhr trat die Gestapo in Aktion. Es kam zu ..Massen - Verhaftungen. Der Ausnahmezustand wurde verhängt. Standgerichte gebildet. Der erste, der den Schergen zum Opfer fiel, war der Arbeiter Henri Adam. Da« Standgericht verurteilte ihn und zwanzig andere Luxemburger Pat-ioten zum Tode. Unter den zum Tode Verurteilten befanden sich Hüttenarbeiter, Typographen, Eisenbahner, Postbeamte — denn auch die Eisenbahn und die Post hatten sich dem Proteststreik argeschlosssen — und auch mehrere Lehrer und Professoren der städt'schen und staatlichen Lehranstalten. Während man aber die zwanzig anderen , nur“ füsilierte, hatte man sich für Adam eine besonders barbarische Form der Hinrichtung ausgedacht: er wurde enthauptet. .. Wochenlang machten Gestapo und Sicherheitspolizei Jagd auf die „Organisatoren“ den Widerstandes gegen die Einverleibungs-Willkür. Der Terror dehnte sich auf das ganze Land aus, kein Dorf blieb verschont. Mehr als 4.000 Luxemburger wurden in die Todeslager deportiert, viele andere zu schwersten Kerkerstrafen verurteilt. Unzählige wurden zu Zwangsarbeiten verschleppt. Selbst die Zwangsrekruten der Wehrmacht, die mehr a'n 12.000 Luxemburger, die man zum Kriegsdienst für den Feind zwang, haben den Hass der Unterdrücker zu spüren bekommen und für den pathetischen Generalstreik vom 31. August bezahlen müssen. Man hat sie mit Methode an den exponiertesten Stellen der Front eingesetzt und wahre Todesfällen fiir 6ie angelegt. Der Beweis: rund 25 Prozent sind Aus dem diplomatischen Dienst Jerusalem. — Botschafter Guideon Raphael, ständiger Repräsentant Israels vor den UN, wurde zum Generaldirektor des israelischen Aussenministeriums ernannt. Er wird der Nachfolger von Arie Levavi sein, der als Botschafter nach Bern gehen wird. Levavi, welcher sieben Jahre lyig das Amt des Generaldirektors innehatte, ersuchte um die Versetzung auf den weniger anstrengen Jen Posten in der Schweiz. Der bisherige Botschafter in Bern, Schmuei Beritzur, kehrt als Vize-General^irektor der Aussenministeriums naoh Jerusalem zurück. 'ITA) in diesem Fronteinsatz lm Zwangsdienst für einen ver hassten Gegner umgekom men. Das heisst, dass der Kriegsauisfall der Luxem bur Zwangsdienstverpflichieten dreimal so hoch lag, wie der der deutschen Formationen der Hitlerschen Wehrmacht. Man kann übrigens sagen, dass das Grösster zogtum, proportionell gesehen, von allen europäischen Ländern die meisten Blutopfer in seinem Kamof gegen den Unterdrücker gebracht hat. Was wurde aus den Henkern, den Männern, die die blutige Repression nach dem denkwürdigen 31. August 1942 dirigiert haben? Gauleiter Simon, der lie Enthauptung des zum Tode Verurteilten Arbeiters Adam aus reinem Sadismus angeordner hatte, wurde am Tage nach der Befreiung an der luxemburgisch-deutschen Grenze gefangen, als er, als Geistlicher verkleidet, ins Reich entwischen wollte. Auf dem Transport ins Gefängnis von Luxemburg-Stadt gelang es ihm. sich zu vergiften. Man brachte nur seinen Leichnam nach Luxemburg. Der Chef der Gestapo in Luxembürg, Hartmann, wurde 1945 zu lebenslänglichem Zucht haus verurteilt und im Jah re 1959 auf Interventionen offizieller deutscher Dienststellen in Bonn hin in die Bundesrepublik ausgewiesen. Der Generalstaatsanwalt Drach, der Dutzende von Todesurteilen gegen die Männer vom 31. August 1942 auf dem Gewissen hat, verzehrt in Frieden seine vierstellige Pension Einer seiner Helfershelfer, der Staatsanwalt Wieneke, hat vor einigen Jahren einen Riesenskandal ausgelöst, als er sich in beispiellos taktloser Weise über seine Luxemburger Opfer lustig machte. Die hePige Pressekampagne, die diese Provokation in Luxemburg ausgelöst hatte und gewisse eindringliche diplomatische Interventionen hatten die deutschen Justizbehörden veranlasst, Wieneke aus dem öffentlichen Verkehr herauszuziehen. Er ist noch immer im Justizdienst, kommt aber nicht mehr mit dem Publikum in Berührung. Aus Ostberlin Bonn. — Der Schriftsteller Arno'd Zweig ist laut hier eingelaufenen Pressemeldungen seines Amtes als Präsident der Akademie für Literatur und Kunst der Humbaldt Universität in Ostberlin enthoben worden. Die Stuttgarter Zeitung „Der Mittag“ schreibt, Zweig sei abgesetzt worden, weil er sich geweigert hatte, die kommunistische Kampagne gegen Israel zu unterstützen. Der heute 80jährige Dichter wurde von den Nazis zur Auswanderung gezwungen und lebte von 1933 bis 1946 in Israel, als er wieder nach Deutschland zurückkehrte und sich ln der DDR niederliess. (ITA) Das neue Gesetz über die religiöse Gleichberechtigung in Spanien bring* zwar viele Fortschritte für Protestanten, Moslems und Juden, aber nicht die Gleichberechtigung. Bisher wurden die nichtkatholischen Gemeinschaften toleriert, jetzt sind sie rechtlich zugelassen, müssen aber ihre Mitgliederlisten hinterlegen und jederzeit ihre Rechnungsbücher vorlegen können. Der Grund hierfür liegt in der Befürchtung, dass sich unter dem Deckmantel der Religion politische Parteien bilden könnten, die weiterhin nioht zugelassen sind. Da dies bei den jüdischen Gemeinden kaum der Fall ist, bestehen auf jüdischer Seite keine Bedenken gegen die neue Ordnung, wenn sie auch keine Begeisterung erweckt. Bisher durfte eine Synagoge als solche nioht äusserlich gekennzeichnet sein, jetzt ist es möglich, eine Tafel anzubringen. Der Gottesdienst muss weiterhin in geschlossener Gesellschaft durohgeführt werden. Immerhin sind nunmehr die jüdischen Gemeinden durch Rechtssätze der Verfassung erlaubt, während sie bisher nur toleriert waren. Darin liegt der Unterschied gegenüber der Lage vor 475 Jahren, da durch Ferdinand und Isabella der Katholizismus als einzige Religion zugelassen war. Die Regierung Spaniens trat für die Araber ein und gab auch entsprechende Weisungen an die Presse. Trotzdem erscheinen Leitartikel und Berichte, die Israel unterstützen. Noch nie zeigte das spanische Volk ein solches Interesse an der Aussenpolitik, erklären Beobachter, und zwar im Gegensatz zur Regierung. 200 IntelektueHe aus Katalonien srliessen sogar kürzlich ein Manifest, in dem gesagt wird: „Wir glauben fest daran, dass das jldische Volk ein Recht auf einen eigenen Staat hat, und wir bewundern die heroischen Anstrengungen zur nationalen Wiederkunft.“ Sie bitten um Gnade von HORST WINCKLER Der Kampf der National-Zeitung und $oldaten-Zeitung gegen Bonn und Jerusalem nimmt immer merkwürdigere Formen an, da das genannte Blatt dazu übe’gegangen ist, seine beleidigende und aufhetzende Propaganda zugunsten der Araber nunmehr durch „jüdische“ Autoren rechtfertigen zu lassen. Die Methode ist nicht neu. denn bereits seit Jahren schreiben dort jüdische Aussenseiter, die versuchen, die verschiedenen, von der Nationalzeitung eingenommenen Standpunkte zu verteidigen. Dass die National-Zeitung solche Auffassungen publiziert, um vor der Oeffentlichkeit erklären zu können, auch Juden würden ihren Standpunkt teilen, ist ein noch nicht einmal sehr geschickter Schachzug; derr letztenendes wurde von jüdischer Seite niemals der Anspruch erhoben, dass alle, die sich Juden nennen oder die wirklich Juden sind, die gleichen Auffassungen haben müssen. Wenn aber ein Jude in den Ton der National-Zeitung füllt oder fallen sollte, dann beweist das nichts für die von dieser Zeitung vertretene Meinung, sondern rur die Verwirrung, die in jenem jüdischen Kopf herrschen muss. In der Ausgabe vom 18. August der N.-Z. schreibt ein ,,in die Neue Welt emigrierter deutscher Jude, der s’’ch allerdings nicht als Deutscher, sondern als Zonist fühlt“, wie une die N.-Z. mitteilt. Der Zionist mit einem jüdischen Sammelnamen, der offensichtlich in Kanada lebt, beklagt in langen Ausführungen die ungerechte Hetze gegen die Deutschen oder gegen das deutsche Volk, eine Ansicht, der sich jeder anschliessen kann, wenn die Hetze wirklich ungerecht ist. Man kann nicht einmal sagen, dass der jüdische Autor etwa den Standpunkt der National-Zeitung teilen würde. Dass er aber in einer schwer verständlichen Weise die Bonner Regierung angreift und sie an der Deutschenhetze für mitschuldig erkiärt, dürfte genügt haben, um seine Ausführungen zu publizieren, die auf der alten Formel Pinskers beruhen: „Ais Jude ge-’ plündert oder als Jude beschützt zu werden, ist gleich beschämend, gleich peinlich für das Gefühl der Juden.“ — Die Veröffentlichung dieser langen Ausführungen des früheren deutschen Juden bieten der National-Zeitung nun die Möglichkeit, mit diesem reichlich simplen Hinweis, „sogar Juden schreiben in unserer Zeitung“, einer drohenden Beschlagnahme-Auseinandersetzung zu begegnen. Denn auch die Meinung des früheren deutschen Juden und jetzigen Zionisten — warum sind das eigentlich Gegensätze? — ändert nichts an der wirklichen Haltung der N.-Z., die in einem Artikel „Wir bitten Israel um Gnade“ (Ausgy.be vom 11. August 1967) erneut deutlich wird. Die Behauptungen über die Greueltaten der israelischen Armee im Sinai werden wieder und mit Bildern aufge tischt. So gehört es in das Konzept dieser Zeitung. Es wäre verfehlt, hierüber in eine Polemik einzutreten, dem lie Tatsachen sind jedem zugänglich. Aber die National-Zeitung will sie nicht zur Kenntnis oehinen. Impreso an It Imprenta POLIGLOTA — , Rívadavl* Bl Registro de i* Propiedad Intelectual N* 9W.491

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