Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 28 (1967)
- Issue
- 2235 (15.9.1967)
- Date
- 1967-09-15
- Page
- [Seite 5] (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Viernes, 15 de Septiembre de 1967 LA SEMANA I8RAELITA Año XXVIH. — N* 2235 — 5 ÎH 0 Ereignisse der Woche 'tpaa- «a za Vrd Kochlafzim- Werse Ge- >mfor- Spei. zur Jedem stehen, dem manisa« ¡fRirtsetzung der Ereignisse der Woehe von Seite 4) dien und sieh sein Leber, zu gestalten, wie es ihm zweckmässig erscheint Eine Mindestanzahl von 100 Wohnungen ist erforderlich, um ein Möchstmass von Kom'ort wirtschaftlich tragbar zu machen. Die Wohnungen werden als Eigentumswoh nungen (Propiedad Horizontal) verkauft werden.“ — Interessenten f’;r eine sol *he Wohnung oder Personen die zur uneigennützigen Mitarbeit bereit sind, sollen sich wenden an: P. T., CaS’lla Correo 3927, Correo Central, Buenos Aires. — Die guten Erfahrungen die mit solchen Wohnheimen In anderen Ländern gemacht worden sind, lassen ebenso wie das schon jetzt an einem solchen Projekt vorhandene Interesse erwarten, dass den Bemühungen ein Erfolg beschieden sein wird. Im wesentlichen aber wird eg darauf ankommen, welche Form diesem Plan gegeben wird. Es dürfte viele weitere Einzelheiten geben, deren Bekanntgabe von unserer Oeffentlichkeit mit regem Interesse erwartet wird. Dementi Mit Datum vom 7. September empfing die DAIA ein Schreiben des Schriftstellers Leopolde Marechal, dessen Wortlaut folgt: „An den Präsidenten der DAIA Br. Isaac Goldenberg „Sehr geehrter Herr Prä- \ sident und Freund: in einem kürzlich erschienenen Plakat ist meine Unterschrift zusammen mit anderen unter einer öffentlichen Erklärung zu Gunsten der heutigen arabischen Welt erschienen. Ich sage „sie ist erschienen“, denn niemand hat mich gebeten, noch habe ich irgendjemand autorisiert, meinen Namen zu diesem Zweck zu benutzen , „Sie werden sich fragen, - warum ich Ihnen diese Aufklärung zukomn.en lasse. Es j geschieht darum, weil im; letzten Informationsblatt der " DAIA (3. Jahrgang, Nr. 7) mein Schreiben des Anschlusses an die Sache Israels publiziert w;rd, das ich seinerzeit für eine Veranstaltung schrieb, die nicht stattfinden konnte. In diesem Schreiben sage ich. „Israel besitzt ein unveräusserliches Recht sowohl auf seine geheiligte Geschichte wie auf seine heilige Geo- , graphie, und der. welcher , * ihm dieses Recht vorenti Mit, begibt sich in eine metaphysische wie auch gleichzeitig physische Gefahr.“ Wie ist es also möglich, dass ich nun meinen Anschluss an ein Volk geben kann, -’äs wie dae arabische Israel die- .> ses Recht auf seine Geographie verweigerte und weiter verweigert, und das, als es sich der von mir erwähnten „Gefahr“ aussetzte, diese Ungerechtigkeit mit se;ner Niederlage bezahlt hat? „Ich begrüsst- Sie sehr herzlich „gez. Leopoldo Marechal „p. S. — Ich autorisiere Sie, diesen Brier zu den Ihnen geeigneten Zwecken zu benutzen. D. O.“ Technische Mission ans Israel Unter Führung von Botschafter Dr. Eytan Ron, Direktor der Abteilung für In ternationaie Zusammenarbeit des israelischen Aussenministeriums, weilte eine technische MißSion in Buenos Aires, der fünf Spezialisten für die verschiedenen Zweige der landwirtschaUlichen Planung angehörten. Die israelischen Delegierten kamen aus Rio de Janeiro, wo sie ein Abkommen für die Erschliessung eines auegedehnten Bezirks im Nordwesten Brasiliens unterzeichnet hatten. Hier in Buenos Aires wurde die Delegation in Begleitung von Israel-Botschafter Mosche Alon und Botschaftsrat Arie Bustan von hüben Beamten der Regierung und den Leitern verschiedener Organismen empfangen. Bei diesen Zusammenkünften gelangten Pläne für landwirtschaftliche Entwicklung und Bewässerung in den Provinzen Catamarca, Tucumán und Chubut zur Sprache. Diese Pläne sind von argentinischen und israelischen Sachverständigen gemeinsam ausgearbeitet und schon von den zuständigen amtlichen Stellen genehmigt worden. Sie gründen sich zu einem grossen Teil auf israelische Erfahrungen in den verschiedenen Gebieten der Landbestellung. In Buenos Aires wurda die Delegation von den folgenden Funktionären empfangen: vom Minister für Soziale Wohlfahrt, Dr. Julio Alvarez; vom Minister für Ackerbau und Viehzucht, Ing. Rafael García Mata: vom Generalsekretär der CONADE, Admiral Frar.cisco N. Castro, vom Minister für Wohnungsbau. Architekt Julio S. Billorou; vom Administrador General de Agua y Energía Ing. Jorge Pegoraro; von dem Subdirektor der „Organismos Internacionales“ des Aussenministeriums, Dr. Ricardo Pillardo Salae und dem residenten der INTA Ing. Gastón Bordelois, sowie zahlreichen weiteren Leitern einschlägiger Institutionen. Dr. Ron hat ein besonderes Stipendium für einen ar gentinißchen Architekten angeboten, dessen Ernennung er den argentinischen Be- HOTEL LAG01ri RIO CEBALLOS — SIERRAS DE CORDOBA CASILLA CORREO 34 Eroeffnung Sukkaus Auskunft in Buenos Aires: 70-2360 CATECA S.A. Directorio 5555 Buenos Aires T. E. 68 -1017/18 y 1264 SUAVANDAR el calzado legítimo de espuma de goma sí in der eigenen Stadt In diesen Tagen lebte man als alter Jerusalemer, der schon seit über dreissig Jahren in der heiligen Stadt ansässig ist. wie ein Tourist Man besucht Sh tten in der Stadt, die man seit zwe1' Jahrzehnten nicht mehr sehen konnte. Welch ein Wiedersehen! Die Mauern fallen — zum Glück nicht die historischen Stadtmauern, die David Ben Gurion einreissen möchte, weil sie kein biblischer König, sondern ein türkischer Sultan erbaut hat. Das ist kein Königsgedanke Will denn David II. als der Vernichter der Stadtmauer in die Geschichte eingehen, nachdem David r. als der eigentliche Gründer Jerusalems in die Geschichte einging, denn der König David erbaute die Davidstadt, dort wo bislang nur d’e Jebusiter- Pestung stand — vormals allerdings schon zur Zeit Abrahams die Stadt Schalem, in welcher Malki Zedek Priesterkönig des El-Eljon, des Höchsten Gottes war. Nein, diese Mauern sollen bestehen bleiben, wie ein prächtiger Güriel legen sie sich um die Altstadt, die vom Oelberg her gesehen, hörden anheimstellte. Dieser Stipendiat soll einen Sonderkurs für ländlichen Wohnungsbau in Israel absolvieren, welcher für das kommende Jahr geplant ist und ausschlieoslieh für sechs Architekten aus dem ganzen amerikanischen Kontinent abgehalten wird Bevor die israelischen Delegierten ihre Rundreise durch Südamerika fortsetzen, nahmen sie Gelegenheit, ihrer Genugtuung über fruchtbare Aussprache mit den argentinischen Behörden Ausdruck zu verleben und das hohe Niveau der ar gentinißchen Techniker zu rühmen, welche an der Ausarbeitung der erwähnten Pläne beteiligt waren. Uebergabe einer Fahne In der Reihe der Kolo nien, die an der israelischen Grenze aufgebaut wurden, nimmt der Moschaw der argentinischen Betarim (Mitglieder des Betar), Mevoot Betar, durch seine Entwicklung eine besondere Stelle ein. Aber er ißt leider auch durch seine Oprerbekannt, die dort bei den häufigen arabischen Ueberfällen fielen. Im letzten Krieg, in dem Israel in nur sechs Tagen seine Feinde besiegte, führten die Mitglieder dieser Siedlung an der Seite der israelischen Verieidigungsarmee eine Blitz aktion gegen benachbarte arabische Dörfer durch, welche Jahre bin durch Terroristen beherbergten und als Ausgangspunkt für die Uoberfälle auf israelische Grenzsiedlungen dienten. Nach den ersten Schüssen ergaben sich die Araber widerstandslos miv einer wreissen Fahne. Diese weißse Fahne, die das Ende einer 20jährigen Unsicherheit symbolisiert, wurde vom Kommandanten der Truppeneinheit dem Moschaw als Geschenk überreicht, der sie seinerseits dem argentinischen Betar als ein Beißpiel für die kommenden Generationen von Betarim schenkte. Am Mittwoch, den 20. September, findet aus diesem Anlass um 21 Uhr im Sitz des Betar, Corrientes i?84, eine Feierstunde statt. Bikur Joiiim Der Vorstand von Bikur Joiiim teilt mit dass es ge lungen ist, eine Reihe neuer medizinischer Apparate für das Konsultorium zu erwerben, was für die kostenlose Behandlung Bedürftiger von grosser Bedeutung i*o. „i SCHALOM BEN CHORIN Vt sich in ihrer ganzen Pracht dartut. Nur um das Goldene Tor, das hebräisch auch das Tor des Erbarmens „Schaar Harachamim“ genannt wird, sieht man einige Einschläge von Mörsergranaten sonst haben die Mauern ihren alten Glans behalten. Die Strasse entlang zum Oelberg, vorbei an Gethsemane mit seiner russischen Mär chenkirche, in der noch die Bilder der Zarenfamilie be wahrt werden (mit dem Genossen Kosygin svmpathisieren die Schwestern von Gethsemane nicht.,.) ist breiter und schöner geworden als W’ir sie in Erinnerung hatten, gemahnt jetzt an die Einfahrt nach Haifa. Für Autos ist es nun ein Vergnügen, diese Autostrasse zu befahren Weniger ermunternd ist der Anblick von zerschossenen Autos am Wegrande... das ist der Krieg. Die „Hand Absaloms“ im Tal der Könige, gegenüber der Franziskanerkirche der Beweinung Jerusalems ist unversehrt geblieben. Sie wird identifiziert mit dem Denkmal, das Absalom schon zu seinen Lebzeiten sich errichtet hatte, da er kinderlos war. (2. sa.rwuel, 18. 18.) — In seiner heutigen Form ist Jad Avshalom allerdings aus hasmonäischer Zeit, Das Erfreuliche ist, dass dieses schöne Denkmal der Antike d.e neueste Schlacht um Jerusalem überstanden hat, was man natürlich nicht von allen Gebäuden sagen kann. Innerhalb der Jerusaleme’- Altstadt sind die Snuren der Kämpfe unverkennbar, aber es grenzt ans Wunderbare, wie die historischen Stätten und Heiligtümer verschont blieben. Ein Gang durch d’e Via Dolorosa stellt das unter Beweis. Das Leben in der Altstadt und rings um sie, an den Toren, die in den mauerumwallten Bezirk führen, nulsiert wie eh und je. V-ele Läden, darunter auch moderne und elegante, in dem Vierte’ zwischen Mandelbaumtor und Damaskustor haben wieder geöffnet, selbst eni Nightclub „Venus“, der al'erdings angesichts des nächtlichen Ausgehverbots — mehr ein Tages-Club geworden ist. Vor al- Dr. Muntner 70 Jahre Herr Dr. Süssmann Muntner, der seit Jahrzehnten in Jerusalem lebt begeht in diesen Tagen seinen 70 Geburtstag. Dr. Muntner hat sich einen grossen Namen als .Mai monides-Forscher gema :ht Seine Arbeiten sind aus dem Hebräischen in viele Spra chen übersetzt worden. Ausserdem lehrt er als Professor der Geschichte der Medizin an der Universität, Ihm und seiner Gattin. Frau Nelly Mjntner, seit vielen Jahren Mitarbeiterin der Jüdischen Wochenschau wünschen wir noch lange glückliche Jahre gemeinsasamen Lebens and gemein samer Arbeit. lern aber sind die fließenden Händler wieder herbeiceilo. gen. Man bekommt die typisch orientalischen Süßigkeiten angeboten (näheres hierüber kann ich nicht berichten, da dem Diabetiker diese Süßigkeiten des Lebens streng verboten sind), Tamarindensaft wird aus herrlichen Traggefässen ausgeschenkt. Tomaten und Gurken, Eier und Geflügel werden feilgeboten., .als wie in alter Zeit“. In einer en gen Bazarstrasse aber fliesst Blut... Ich weiche entsetzt zurück, denke das Schlimmste. Dann stellt sich heraus, dass hier Geflügel geschlachtet wird... Das ist immerhin besser. In den Cafés sitzen die Männer beim Mokka und der Wasserpfeife und nicken dem Vorübergehenden freundlich zu. Alte Bekannten umarmer sich stürmisch. Erst jetzt wird uns bewusst, wie viele unserer Mitbürger in der Jerusalemer Altstadt geboren sind und nun an die Stätten ihrer Kindheit zurückkehren: Touristen in der eigenen Stadt. Im Schatten des Damasäustors treffe ich drei deutsche evangelische Marienschwestern aus Darmstadt, deren „Bet Gaudia Dei“ auf dem Oelberg drei Volltreffer abbekomrr.en hat. Sie erkundigen sich angelegentlich nach ihren Schwestern im „Bet Avraham“ in Talpiot, dessen Dach und Telefon beschädigt wurden. Aber hüben und drüben ist den Schwestern nichts passiert. Aus einer Mädchenschule kommt ein älterer Priester, der früher in der Jerusalemer Neustadt gelebt hat und sich des Wiedersehens freut. Auch seine Institution blieb vom Krieg nicht verschont. Durch einen gemeinsamen Bekannten wird uns auf unserem Spaziergang ein alter Herr vorgestellt: Ibrahim Hussein, aus der bekannten altjerusaiemer Familie, der auch unser Erzfeind der Ex- Mufti Amin el Husseini angehört. Der hier verbliebene Husseini aber gibt seiner ehrlich klingenden Hoffnung auf einen baldigen, dauerhaften Frieden Ausdruck. Wir zweifeln nicht daran, dass der alte Herr in seiner schö nen Villa beschauliche Tage herbeiwünscht, unter welcher Flagge auch immer. — Herrschaften wechseln, aber das Leben geht weiter. Die Stadt Jerusalem hat schon unzählige Male die Herrschaft gewechselt: Kanaanäer, Amoriter, Hyk.sos, Hurriter, Hethiter, dazu die ägyptische Besatzung und die Jebusiter wechselten ab, ehe Jerusalem um das Jahr 1000 von der christlichen Zeitrech, nung in die Weltgeschichte eintrat. Unter David und Salomo war es die Hauptstadt des geeinten Reiches, später nur noch des Staates Juda. Babylonier und Perser traten die Herrschaft an. es folgt die Herrschaft der Seieuciden und die Befreiung durch die Makkabäer. Bald treten die Römer auf, und unter Heredes, dem Grossen erlebt die gtadt noch einmal eine gewaltige Blüte. Dann aoer sinkt Judäa zur römischen Provinz herab, und Jerusalem büsst viel von seinem Glanz ein. Der jüdische Krieg br-ent aus — Jerusalem wird wieder zerstört, nochmals befreit es Bar Kochba —, und dann entsteht Aelia Cnoitolma, wo Jeruschalajim stand. Es folgen die Ja-hrhun. derte des christlichen Jerusalem über Diokletian bis Konstantin und Justinian, schliesslich erobern die Perser wieder Jerusalem, dann wird es die dritte heilige Stadt des Islam; die Araoer ziehen in Jerusalem , El Kuds“ ein. Die Kreuzritter entreißen die heilige Stadt den „ungläubigen“ Mameluken, aber Jerusalem wJrd schliesslich unter den Türken wieder Stadt des Islam, bis christliche Engländer 1917 hier einziehen und mit ihnen heimkehrende Soldaten der Jüdischen Legion. Dreißig Jahre ist Jerusalem Hauptstadt des britischen Mandatsgebietes, dann fast zwanzig Jahre die von Transjordanien annektierte Stadt, bis am 7. Juni 1967 die siegreichen Söhne Israels sich ihre weltalte Stadt wieder zur ückerobern. NACHRICHTEN ' AUS ISRAEL EINWANDERER AUS DEM WESTEN Die aus Vertretern der Regierung und. der Jewish Agency zusammengesetzte Oberste Behörde für Einwanderung und Elinordnung hat eine besondere Arbeitsgruppe eingesetzt, welche einen detaillierten Plan für die Einordnung von 15.000 bis 20 OOO Fami ien von Einwanderern aus den Wohlstandsländern ausarbeiten soll. Zur Förderung der Einwanderung und Aufklärung der verschiedenen mit der Alija zusammenhängenden Fragen sollen besondere Gruppen in die Diaspora entsandt werden. Sie sind aus Vertretern aller Kreise der Bevölkerung, einschliesslich Soldaten und akademischer Jugend zusammengesetzt. DIE FREIWILLIGEN Bis jetzt sind im Lande durch Vermittlung der Jewish Agency etwa 5.000 junge jüdische Freiwillige eingetroffen. Besondex-e Musterungskommißionen haben im Ausland bereits 15.000 Freiwillige bestätigt. Man erwartet die Ankunft weiterer 5.000 Freiwilliger. Für alle bisher mit Hilfe der Jewish Agency Ins Land gekommenen Freiwilligen konnte Arbeit gefunden werden, grösstenteils in 154 Kibbuzim. Ein Teil der Freiwilligen ist in 19 Moshawim (Gerossenschafts ■ Dörfern) untergebracht, während andere mit Aufräumearbeiten auf dem Skopusberg in Jerusalem, Diensten in Institutionen der Jugendalija und Instandsetzung erbeuteter Kraftfahrzeuge beschäftigt sind. Für die 166 Aerzte und Krankenschwestern unter den Freiwilligen konnte einschlägige Arbeit gefunden werden. Fiambres Finos FRIGUINCIA ” MARCA QUE DISTINGUE LA CALIDAD FRIGUINCIA