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Jüdische Wochenschau · 1967-09-08 · 2234 (8.9.1967) · p. [Seite 8]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
28 (1967)
Issue
2234 (8.9.1967)
Date
1967-09-08
Page
[Seite 8] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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FRANQUEO PAGADO Concesión 908 EL EJEMPLAR en toda la República PUEYRREDON 2190 1* izq. Buenos Aires T.E. 83 - 2613 TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 BUENOS AIRES, VIERNES 8 DE SEPTIEMBRE DE 1967 N* 3234 Aiio XXVin. Auf unbestimmte Zeit vertagt von B. B. SAMUEL NACH DER ARABERKONFERENZ Jerusalem. — Israels Ministerpräsident Devi Eknkol nannte die kürzliche arabische Konferenz in Khartum „unverantwortlich“ und bedauerte die dort befassten Beschlüsse. Eshkol machte diese Erklärung vor dem Kabinett und kündigte an, dass die Weigerung der Araber, Israel anzuerkennen und mit Israel zu verhan dein, da« Land zwingen, die Entscheidungen über »eine Politik und Sicherheit hiernach auszuriöhten. Di« von den arabischen Politikern bezogene Position stärkt Israel in seinem Entschluss, nicht die Rückkehr zu den Bedingungen zuzulassen, welche »einen Feinden die Unterhöhlung seiner Sicherheit ermöglichten und die Souveränität de» jüdischen Staate« und seine eigentliche Existenz bedrohten, führte Eähko! aus und fügte hinzu, dass Israel die für seine Sicherheit und seinen ungestörten Aufbau wichtigen Stellungen halten wird. Eshkols Erklärung wurde vom ganzen Kabinett gutgeheissen. Aussenminister Abba Eban, der vorher einen Bericht erstattete, hatte darauf hingewiesen, dass die Vorschläge des jugoslawischen Präsidenten Tito nicht dazu dienen, den Frieden zu retten sondern die arabischen Regierungen davor bewahren sollten, über den Frieden zu verhandeln. Israel lehnt weiter kategorisch ab, auf irgendeinen Vorschlag einzugehen, der sich nicht auf ein Abkommen zwischen den gegnfr rischen Parteien gründet, und von diesem Entschluss wird es alle Regierungen, mit denen es Beziehungen unterhält, erneut in Kenntnis setzen, erklärte Eban. (ITA) Blick in die Welt von HAROLD SGHWARCZ DIE NATIONALE Befrerungsfront, eine arabische Tet*• rorbewegung in Aden behauptet, nicht weniger als 50 Beamte verhaftet und als Geiseln festgenommen zu haben. — GIBRALTAR sollte nach Meinung zahlreicher Länder in den UN zu Spanien kommen. — DIE ARABISCHE „Gipfelkonferenz“ in Khartum wur« de abgeschlossen. — DIE CHILENISCHE Regierung verhaftete eine Reihe von Politikern der Rechten. — ILJA EHRENBURG, jüdischer Herkunft, einer der berühmtesten Journalisten unserer Zeit, kommunistischer Schriftsteller, Nonkonformist, starb 74 Jahre alt in Moskau. — NEUE STREIKWELLEN sind in Uruguay ausgebro* then. — SCHWERE KAEMPFE werden wieder aus Kanton gemeldet. — OBSTERREICH protestierte dagegen, das tschechisch« Grenzpolizisten noch auf Flüchtlinge geschossen hätten, die bereits österreichisches Gebiet erreicht hatten. — AUCH IN Rhodesien soll es Guerilla-Krieger geben — ANDREAS PAPANDREOU, der frühere griechisch« Premierminister, wurde gemeinsam mit 10 anderen Politikern hochverräterischer Umtriebe bezichtigt und unte? Anklage gestellt. — DIE USA NAZIS behaupten, die Ermordung Rockwell» sei auf Befehl Kubas geschehen. — DIE DIFFERENZEN zwischen Fidel Castro und seinem engsten Alliierten, der Sowjetunion, werden grösser. — MOHAMED AHMED MAHGOUB, Chef der sudanesischen Regierung, rief die Araber einmal mehr zur Einigkeit auf. — AUS CARACAS (Venezuela) wird die Verhaftung eines hohen kubanischen Militärs gemeldet. — HINDUS UND Mohammedaner stiessen in indischen Städten zusammen, wobei es zahlreiche Tote und hunderte Verletzte gab. — UN-GENERAL ODD Bull machte dem ägyptischen Staatschef Nasser den Vorschlag, das Abkommen mit Israel über den Suezkanal zu erweitern. — IN HONG KONG fanden kommunistisobenfreundliche Demonstrationen statt. — IN LONDON kam es zu schweren Zusanvmenstössen zwischen kommunistischen Diplomaten und der britischen Polizei. — Schon fiir einen versierten Beobachter ist es nicht ein fach, sich durch das I-abyrinth der arabischen Mittelost-Politik hindurchzufinden. Oie erste Schwierigkeit besteht darin, dass es. im Grün, de genommen, seine einheitliche arabische Politik gibt. Oie vielfachen Interessen auf allen Gebieten des wirtschaftlichen, staatlichen, gesellschaftlichen und internationalen Lebens sind für die Araber und von ihnen jedenfalls heute und auf längere Sicht nicht auf einen einheitlichen Nenner zu bringen. Die erheblichen Differenzen kamen darin bereits zum Ausdruck, dass wichtige arabische Staaten an der letzten Konferenz in Khartum überhaupt nicht teilnahmen, unter ihnen die beiden Scharfmacher Algier und Syrien. Algier hat mit dem Nah-Ost Konflikt nichts zu tun, wenn man von der Gemeinsamkeit der Sprache und Religion absehen will. Weder gehört es geographisch zum Mittelosten noch unterliegt es den gleichen Lebensbedingungen, denen die Länder dieser Zone Unterworfen sind. Gemeinsam net seinen Nachbarn Marokko und Tunis gehörte es früher zu Frankreich und hat seine Unabhängigkeit nach langen, blutigen und schmutzigen Kämpfen nach dem Zweiten Weltkrieg errungen und erhalten. Rehellenführer und Nationaiheld Ben Bella schlug sich auf Nassers Seite, wo er Ruhm und Glanz erwartete, bis er von seinem tVaffengefä-hrten Boumedientie gestürzt und beseitigt worden ist, der nunmehr nicht mehr als Kampfgefährte Nassers auftritt, sondern dessen Rolle als „Führer“ der arabischen Welt zu übernehmen beabsichtigt. Boumedienne kam nicht nach Khartum, da er die ».weiche“ Linie der anderen nicht mitmachen wollte. Zu den „Weichen“ gehört heute auch schon... Nasser. Die geschlagenen Syrer Sind offensichtlich die einzigen Kriegführenden, die auf ©ine Sofort-Revanche drängen. Als sowjetischer Satellitenstaat hoffen sie möglicherweise auf eine direkte Hilfe, wofür aber keine deutlicher Anzeichen heute vorhanden sind. Die russischen Real Politiker haben in den letzten Wochen eine auffallende, beinahe beunruhigende Zurückhaltung walten lassen, wobei ihre Enttäuschung üoer Nasser und seine vorgegaukelte Macht entscheidend war. Jedenfalls dürften die Syrer allein nicht die Kraft, die Macht und die Möglichkeit besitzen, um in eine neue Kampfphase einzutreten. Man brauch^ auch nicht damit zu rechnen, dass der Irak seinem syrischen Nachbarn zu Hilfe eilen würde, denn hierzu hätte er während (Schluss von Seite 5) vor, den ersten Schuss in diesem Gefecht abgefeuert zu haben, das sieben Stunden dauerte. Ueber die Schlacht, die am Vortag zwischen ägyptischen und israelischen Einheiten am Suezkanal geliefert worden war, hies6 es in einem inzwischen von den UN in New York veröffentlichten Pressecommunique, dass laut Aussagen eines UN-Beobachters die Aegypter als erste das Feuer er öffneten NEUE EREIGNISSE Im Zusammenhang mit dem Konflikt im Mittelosten haben sich auch weitere neue Ereignisse zugetragen. In Moskau erteilte die „Prawda“ den kriegslustigen Arabern den Rat zu bedenken, dass die Anwendung von Gewalt nicht das einzige Mittel darstellt, die Probleme zu lösen. Dieser Kommentar, der für eine fortschreitend gemäS6igt«re Politik des Kreml im Mitteloster zeugt, erschien in dem Augenblick, in dem der Aussenminister der VAR, Mahomed Riad, des Sechs-Tage-Krieges Gelegenheit gehabt. Irak war wie alle anderen arabischen Länder gut vorbereitet, denn wir haben keine Veranlassung daran zu zweifeln, dass es Nasser war, der den Zeitpunkt des Kampfbeginns angegeben hat. Der Verteidigungsschlag, den Israel gegen den arabischen Würge- Bespreohungen mit dem sowjetischen Aussenminister Andrei Gromyko begann. In Ankara traf zu einem sechstägigen Staatsbesuch König Hussein von Transjor. danien ein, um die Türken für die arabische Sache zu gewinnen. Wir verlautete, sind die Türken geneigt, den König anzuhören, aber nicht gewillt, bindende Verpflichtungen einzugehen. In Kairo gab das offizielle Blatt „Al Ahr am“ su verstehen, dass die politische Krise in der VAR in eine neue Phase tritt, nachdem das gegen Nasser gerichtet» Komplott der Offiziere vereitelt wurde. Die sowjetische „Konsamalskaya Prawda“ pflichtete der arabischen Presse bei, dass Marscball Abdel Hakim Amer, der seiner Aemter als Oberkommandierender der ägyptischer Streitkräfte und Vizepräsident der VAR entsetzt und verhaftet wurde, als Anführer der geplanten Rebellion anzusehen ist. Es wird auch von Zwi schenfällen in Transjordanien berichtet, die möglicherweise von Rotchina genährt werden. In Jerusalem wurde bekannt, dass aus Amman stammende Flugblätter unter den auf transiordan'- schem Gebiet stationierter irakischen Truppen verteilt wurden, in denen diese aufgefordert werden, den König Hussein zu entthronen und „die gegen das Volk von Palästina gerichtete Verschwörung zwischen Hussein und Nasser niederzuschlagen“. Man glaubt, dass diese politische Agitation mit der Un terstützung Peking« von der Organisation für die Befreiung Palästinas ausgeht, deren Chef, Achmed Shukeiry, di« von den Araberführem in Khartum beschlossenen Resolutionen abgelehnt hat griff führte, kam dem arabischen Angriff nur um einige Stunden zuvor. — Schon die Ermahnung Bourguibas, die an die Adresse aller arabischer Länder gerichtet war, sich auf den Boden der Realität zu stellen und Israel anzuerkennen, deutete darauf hin, dass an die Khartumer-Konferenz kaum Hoffnungen der einen oder Befürchtungen der anderen zu knüpfen seien. Aber selbst die deutlichen Hinweise Bourguibas hatten kaum einen Einfluss auf cke Situation, da sie erst in einem Zeitpunkt gemacht wurden, als alle die Wirklichkeit deutlich erkennen konnten. An der Realität Israels vorbeizusehen, worum sich die Khartunv- Konferenz in ihrer Resolution erneut bemüht, ist ein politischer Fehler, dessen bittere Konsequenzen in erster Linie von den Arabern getragen werden müssen. An der Grenze der Fehler Nassers beginnt die Verantwortlichkeit und die Schuld der Weltmächte und der UN Sie machen in einem bestimmten Sinn und in einem ungewissen Rahmen die Nassersclie Illusionspolitik mit. unterstützen die leeren Kombinationen der Araber, gestatten ihnen, direkte Ver handlungen mit Israel und damit den Frieden zu vermeiden und setzen schon wieder zum Rüstungswettlauf an Dadurch, dass die UN U Thant und Odd Bull eine unklare Haltung einnehmen, leisten sie — gewollt oder ungewollt — der arabischen Verschleppungstaktik Vorschub. Da von dieser Se!te während des kurzen Krieges nur H'lfsdienste für die arabische Sache geleistet wurden, hat Isra el zur Zeit nichts von den UN zu erwarten. Dass die Khartum-Konferenz keine positiven Ergebnisse gebracht hat, die einem Frieden dienlich sein könnten, wurde schnell deutlich Die arabischen Oellieferanten haben sich offiziell durchgesetzt, naohdem sie bisher inoffiziell auch ihr Oel verkauft hatten. Der Iraker Aref reist nicht zu Boumedienne nach Algier, wo diese beiden Anhänger der „harten Linie“ konferieren wollten Die Proklamationen über die neue Freundschaft zwischen Saudi Arabien und Aegypten sind mit grosser Skepsis aufzunehmen, zumal erst vor einigen Wochen der feindliche Bruder Saud, vom jetzigen sauditischen König Faisal entthronisiert, sioh mit Nasser verbrüderte. Das angebliche Abkommen über den Yemen zwischen den beiden Ländern wurde ohne den Wirt gemacht,, denn Hausherr Abdulla Es Salaal vom Yemen wurde garnicht gefragt, was seine heftigen Proteste auslöste. Jetzt werden Nasser und Es Salaal in Kairo Besprechungen abhalten. Selbst die Araber sind schon gegenüber diesem dauernden Hin und Her im Yemen skeptisch geworden. Dort geht es nicht zuletzt auch um den Einfluss in Aden, das von den Engländern Ende des Jahres geräumt werden soll. Damit wird ein neuer Zankapfel in die arabische Fsimi lie geworfen, die sich ohnehin schon über zahllose Probleme streitet. Ob die Versprechungen der reichen an die armen Brüder über eine weitgehende finanzielle Hilfe wirklich eingehalten werden, ist zweifelhaft Es handelt sich hierbei um eine Art Beteiligung an den Oellteferungen, mit denen sich die armen Brüder ein verstanden erklärten, nachdem man ihnen Finanzhilfe in Aussicht gestellt hatte. Ob sie erfüllt wird, ist reichlich zweifelhaft, wobei man nur an frühere, ähnliche Situationen zu denken braucht. Die finanzielle Lage der Aegypter und Transjordanier ist inzwischen noch schlechter geworden und hat vor allem in Aegypten zu neuen, innenpolitischen Komplikationen geführt. Nasser» Mit. arbeiter und engste Freunde sind bereits Neuerungen zum Opfer gefallen. Die weitere Entwicklung muss man mit grosser Aufmerksamkeit ver folgen. — Hinter den Kulissen der UN London. — Der „Observer“ berichtete von vertraulichen Besprechungen zwischen den UN Repräsentanten Amerikas, Russlands und Grossbritanniens, um eine Lösung des Nahost-Konflikte herbeizuführen. Das Bemühen geht dahin, sich der Unterstützung Israels und der arabischen Regierungen zu versichern, oder zumindest des Einverständnisses, dass sie einer gemeinsamen amerikanisch-sowjetischen Resolution keine Schwierigkeiten bereiten werden, welche in den nächsten zwei bis drei Wochen dem Sicherheitsrat oder der Generalversammlung vorgelegt werden soll. Im allgemeinen ähnelt der neue Plan dem von den USA unterstützten lateinamerikanischen Entwurf, der in der Ausserordentlichen Generalversammlung nicht die notwendige Zweidrittelmehrheit erhielt. Wie „Ob- Server“ wissen will, hegt Nasser den Wunsch, dass es w irgendeinem Abkommen kommt. (ITA) Impreso an te imprenta POLIGLOTA — Rlyadavta SSi Registro d# ta Propiedad Intelectual N* *09 491 Ebans Antwort an U Thant Jerusalem. — Aussenminister Abba Eban wies in einer Unterredung mit dem Abgesandten U Thants, Ernest, Th&lmann, den Gedanken zurück, die Verwaltung Jerusalems durch eine israelische und eine arabische Behörde „gemeinsam“ durchzuführen. Eban, der Thalmann kurz vor dessen Rückreise nach New York empfing, äusserte. es sei unglaublich, dass die UN ein solches Projekt, das in der ganzen Welt noch nicht dagewesen sei, auch nur zu unterstützen planten. In politischen Kreisen nimmt man an, dass Thalmann die Lage „realistisch“ beurteilt und sich darüber klar ist, dass das Rad der Geschichte nicht zurücKgedreht werden kann. Wie es heisst, bat Abba Eban seinen Besucher, in seinem Bericht an U Thant auf die Geschichte der Heiligen Stadt unc* die Verbunden heit der Juden mit Jerusalem besonders hinzuweisen. Er ersuchte ihn ferner, den Generalsekretär über die Haltung der Transjordanier zu unterrichten, die durch Versprechungen und Drohungen die arabische Bevölkerung zu beeinflussen versuchen, damit sie sich nicht in das normale Leben der Stadt eingliedern. (ITA) Die Lage in Mittelost

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