Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 28 (1967)
- Issue
- 2233 (1.9.1967)
- Date
- 1967-09-01
- Page
- [Seite 8] (sequence 8)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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FRANQUEO PAGADO 2 ca Ô C Concesión 908 p +» — O nu ü? c < O TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 Año XXVin. BUENOS AIRES, VIERNES 1* DE SEPTIEMBRE DE 1967 N? 8233 SEMANA ISRAELITA EL EJEMPLAR OA en toda la República PUEYRREDON 2190 1* Izq. Buenos Aires T.E. 83 - 2613 Noch immer keine Entscheidung Die arabischen Staatsführer entfalten seit einigen Wochen eine fieberhafte diplomatische Tätigkeit, ohne dass irgendeine Entscheidung oder klare Stellungnahme in Sieht Wäre. Bei den vielen Konferenzen und Verhandlungen traten die alten Gegensätze hervor, die trotz aller gegenteiliger Parolen und Bekannt machungen nicht überwunden sind. Die Irrfahrten 1es transjordanischen Königs Hussein durch die atabische Welt haben weder die politische noch die wirtschaftli- Che oder gar militärische Lage seines kleinen Landes ändern können. Hussein ha’ weder den Mut noch die Kra ft den einzigen, ihm vorgezeichneten Weg einer Verständigung oder gar eines Ausgleichs mit Israel zu be schreiten. Das mit Hilfe des Internationalen Roten Kreuzes zu standegekommene Abkommen über die Rückwanderung und Rückgliederung ,ransjorda*rischer Flüchtlinge in das eisjordanische Gebiet stellt zwar ein erstes Abkommen zwi sehen den beiden kriegführenden Ländern dar. soll abei »on arabischer Seite nicht als solches verstanden werden Dabei ist Transjordanien auf die von Israel gestellten Be dingungen eingegangen, hilft Rückkehr der Flüchtlinge Jerusalem. — Das israeli- Sehe Ausen-mÄnisterium teilte mit. dass Israel geneigt wäre, die Frist für die Rückkehr einer gewissen Zahl von Arabern. die während des Krieges nach Transjordanien geflohen waren und jetzt in ihre Wohnstätten am Westufer Oes Jordanflusses heimzukehren wünschen, ,,auf unbestimmte Zeit“ zu verlängern. Die Frist sollte am 31. Au gust ablaufen. Ein Sprecher des Aussen Ministeriums erklärte auf spätere Nachfragen, diese Ankündigung ,,weder bestätigen noch dementieren-' zu können. von B. B. SAMUEL bei der Rückführung der Flüchtlinge und trifft die hierfür erforderlichen Vorkehrungen, leugnet aber nach wie vor. sich mit Israel verständigen zu wollen. Die Reisen des Königs bis Marokko sollen einen Beweis für die Unnachgiebigkeit Transjorda. nienis liefern, obwohl auch gewisse Handelsbeziehungen aufgenommen worden sind die man offiziell nicht zugibt. Ohne Zweifel versuchen die arabischen Nationalisten und Terroristen, einen ei höhten Druck auf Hussein auszuüben, um seine Verhandlungsbereitschaft zu erschweren. Die — wenn auch bisher vereinzelten — Störungs versuche beweisen, dass illegale Organisationen am Werke sind, darum bemüht, jede friedliche Kooperation der arabischen Bevölkerung mit den israelischen Behörden zu verhindern. Die israeiiseber Polizei-Aktionen haben sich als ausreichend erwiesen, um jeden ernsten Widerstand im Keim zu ersticken Israel bemüht sich darum, die vielfachen Schwierigkeiten auf friedlichem Wege zu überwinden., die durch eine Jahrzehnte geschürte Feindschaft und durch eine Erziehung zum Hass geschaffen worden sind. Zu diesen Problemen gehört die Erziehung der arabischen Kinder, die bisher nur aus ihren .Lehrbüchern“ ein Zerrbild Israels und seiner Absichten erhalten haben. Der Ersatz dieser Bücher durch neue stösst bei gewissen Gruppen de*- nationaichauvinistischen Lehrerschaft auf Widerstand. Die Gutwilligen stehen immer noch unter dem Druck und dem Terror der anderen, bei einer Aenderung der Verhältnisse als Landesverräter und Kollaborateure zur Verant wortung gezogen zu werden. Die Absorbierung der vielen ungenutzten arabischen Arbeitskräfte ist ebenfalls eine der Fragen, deren Lösung für die künftige friedliche Kooperation zwischen Israel und den in seinen Landesgrenzen lebenden Arabern erforderlich ist. Fin grosser Teil der arabischen Bevölkerung hat bisher keine normale Arbeit geleistet, sondern diesen Teil des täglichen Lebens im wesentlichen den Frauen überlassen, wie dies in der frühen (arabischen) Feudalwirtschaft üblich war Die Voraussetzungen für einen. geordneten Uebergang aus der Feudalin eine moderne Land- und Industriewirtschaft herzustellen, ist ein langwieriger und schwerer Entwicklungsprozess, der nur bei Mitwirkung aller Beteiligten durchgeführt werden kann. Inzwischen wurde bekannt, dass Tito und Nasser Vereinbarungen getroffen haben, die als Zugeständnisse des ägyp- Aus GAZA wird berichtet. dass jetzt völlige Ruhe herrscht D'e Regierung in Kairo hat solange sie zu bestimmen hatte, das Verlassen der Stadf nur mic einer Sondererlaubnis zueelassen Der Ausnahme - Zustand wurde niemals aufgehoben. Wenn es auch keine Industrie in Gaza gab, blühte der Schmuggel. Die israelische Armee fand in den Depots im Hafen von Gaza importierte Waren aufgestapelt. Verwundert, dass die Importeure sich nicht präsentierten, um die Waren abzuholen, le.iete die Armee eine Untersuchung ein, die zu überraschenden Ergebnissen führte- Die Offiziere des ägyptischen Heeres pflegten diese Waren nach Kairo in den militärischen Konvoys zu schmuggeln... tischen Diktators betrachtet werden. Eine amtliche Bestätigung dieser Informationen liegt allerdings nicht vor. Dass Nasser einverstanden sein soll, die Durchfahrt durch den Suezkanal auch solchen Schiffen zu gestatten, die Waren für Israel an Bord führen, wird bereits als ein Zugeständnis angesehen, auch wenn er israelischen Schiffen die Durchfahrt nach wie vor verwehrt Derartige ,,Bedingungen“ Nassers könneu aber unter den heute ob waltenden Umständen keinesfalls als diskutabel angesehen werden. Bevor jedoch über die „Vereinbarungen* zwischen Tito und Nasser keine offiziellen Bekanntmachungen vorliegen, dürfte jede Stellungnahme verfrüht sein.' Auch die mit grosser Aufmachung gebrachte Meldung, Nasser sei jetzt zu einem Friedensschluss im Yemen bereit, dürfte auf den Gang der Ereignisse keinen Einfluss haben. Denn selbst wenn dieses Versprechen Nassers erfüllt werden würde, könnte es heute keine Rückwirkung auf die Mittelost-Lage haben Die im Yemen geschlagenen Truppen Nassers haben keinen Kampfwert. Im iibrieen soll der Rückzug in Etappen vor sich gehen, sodass heute noch kein abschliessendes Wort zu der ganzen Frage gesprochen werden kann. — Die von einigen arabischen Ländern erzwungene Gipfelkonferenz in Khartum, an der jedoch nicht alle Staatschefs teilnehmen werden, wird voraussichtlich an der Lage nichts ändern, sodass zunächst die weitere Entwicklung dieser Anstrengungen abzuwarten ist. Inzwischen ist Israel darum bemüht, die Schäden des Krieges zu beseitigen und die erforderlichen Voraussetzungen für einen weiteren Aufbau zu schaffen. Hakenkreuz-Plakate „Gegen Unbekannt“ ermittelt die Frankfurter Staatsanwaltschaft im Zusammenhang mit einem Werbeplakat der Vereinigten Arabischen Republik, das auf die 25-Jahrfeier der Schlacht von El Alanenn hinweist und neben anderen Symbolen auch das Hakenkreuz zeigt Wie Erster Staatsanwalt Dr. Hans Grossman mitteilte, habe man zu einer Beschlagnahme der Plakate bis jetzt noch keinen Anlass gesehen. Man habe die Ermittlungen eingeleitet, weil die Verwendung von NS-Symbo!en in der Oeffentliehkeit unter Strafe steht. Das ägyptische Reisebüro in Frankfurt erklärte, dass die von Kairo zugesehiokten Werbemütel-Plakate, Postkarten und Tischständer bereits vor zwei Monaten in Frankfurt eingetroffen seien. Man habe sie seither sporadisch den an Fluggesellschaften oder Reisebüros adressierten Päckchen beigelegt. Man verspi’ach sich eine „grosse Werbewirkung“ und einen Touristenzustrom zu der im September stattfindenden Jahrfeier. Auf Keinen Fall sei di« Absicht damit verbunden gewesen, na tionalistische Symbole in der Bundesrepublik „hoffähig“ zu machen oder Gefühle zu verletzen. Man habe Jas Hakenkreuz ln seinem Zusammenhang mit einem historischen Ereignis aufgefasst. Dem Ausgang des Ermittlungsverfahrens sehe man mit Ruhe entgegen. Araber tagen wieder Impreso sn la Emprenta POLIGLOTA — Rívadavla 631 Registro da Mt Fropiodad Intelectual N* 909.491 Khartum. — In der sudanesischen Hauptstadt begannen die politischen Führer der arabischen Welt einzuj treffen, um an einer Gipfel- - konferenz teilzunehmen, auf! der sie die Differenzen in ih. j rer Betrachtung des Mittel- ' ostproblems auszugleichen bej absichtigen. Zumindest zwei i Könige, fünf Präsidenten und | die Aussenminister aer ara- | bischen Länder hatten ihr I Erscheinen zugesagt So wer- * den die Könige Hussein von Transjordanien und Falsa’ von Saudi Arabien sowie die Präsidenten Nasser (VAR), Abduld Rahaman Mohammed Aref (Irak), Abdullah Al-Sallal (Jemen), Cnarles Helou (Libanon), der Regierungschef des Gastlandes Ismail Al-Azhari und der Ministerpräsident Kuwaits anwesend sein. Der Präsident Algeriens, Houarie Boumedienne, hat dir Rinladung zu diesen Beratungen abgelehnt, und seinem Beispiel folgt« der syrische Präsident Al Atassi Sie treten für die „harte Linie“ ein und sollen als Grund für ihr Fernbleiöen ihre Unzufriedenheit mit der bisher bewiesenen Unfähigkeit der arabischen Aussenminister angegeben haben, welche es nicht zustande gebracht hätten vor Beginn dieser Tagung radikale Mittel zur Vertreibung der Israelis aus den von ihnen besetzten aratischen Ge bieten zu beschliessen. In Vertretung des Königs von Marokko kam der marokkanische Ministerpräsident Mohammed Ben Hima Der Präsident Tunesiens Haziz Bourguiba und König Idris von Libyen blieben angeblich aus Gesundheitsgründen fern und lassen sich der eine von Premierminister Bahi Ladgham und der andere durch den Prinzen Hassan Urede vertreten. Der Repräsentant Boumediennes ist sein Aussenminister Abdel Azis Bouteflika, der vor seiner Abreise aus Algier offiziell die Abwesenheit des Präsident»n bekanntgab und hinzufügte, er selbst werde an dessen Statt bemüht sein, Boumediennes Vorschläge bei den versam- EIN MANN NAMENS ENDRIGKEIT von SEM FRANKENSTEIN stein) ist wohl als ein Hort ehemaliger Nazi-Ideologien und Propaganda anzusehen, j-tzt wurde jedenfalls gegen den u Lehrer f. dieser Schule ein Straf bzw. Disziplinärverfahren emgeleitet. Die Staatsanwaltschaft hat »egen den Studienrat Dr. Alfred Endrigkeit bei der Grossen Strafkammer des Landgerichts in Flensburg die Ank’age wegen Verunglimpfung der Opfer der Konzentrationslager erhoben, Wie mitgeteilt wurde, wird Endrigkeit vorgeworfen, 1963 und 1964 im Chemieunterricht vor seiner Klasse gel äussert zu haben, dass man zur Herstellung von Seife Ftett benötige; daraus sei ersichtlich, dass die Juden während der NS Zeit nicht zu Seif» verarbeitet worden seien, denn niemand wolle wohl behaupten, dass die Juden noch fett gewesen wären... Mit solchen Bemerkungen begnügte sich aber Herr Endrigkeit nicht. Er soll auch versucht haben, die Vorgänge in den Konzentrationslagern zu bagatellisieren. Unter anderem erklärte er nach dem Bericht der zuständigen Staatsanwaltschaft, die Amerikaner hätten die Gasöfen* in den Konzentrationslagern erst nach dem Krieg montiert, um den Deutschen die Schuld an den Judenvernichtungeri in die Schuhe schieben zu können. Ein Ermittlungsverfehren gegen Endrigkeit wegen Verunglimpfung des Bundestages, den er als Quasselbude bezeiohnet hatte, war eingestellt worden, da der Präsident des Bundestages die Ermächtigung zur Strafverfolgung — aus ungenannten Gründen — nicht erteilt hat. Immerhin hat die Schleswiger Staatsanwaltschaft mehrere Jahre gebraucht, bis das jetzige Verfahren beginnen konnte, obwohl doch der Sachverhalt klar ist. Die Behauptungen dieses Studienrats sind eindeutig; auch die Terminologie erinnert an alte Vorbilder. Den Reichstag als eine ..Quasselbude“ zu bezeichnen, war eine alltägliche Redensart der Nazis in der Weimarer Epoche. Auch die Version, die Amerikaner hätten die Gasöfen nachträglich errichtet, könnt« man im Laufe der Jahre des älteren hören und lesen. Dm ist nur eine der Ausdrueksformen des Dankes gewisser Unbelenrbarer dafür, dass die Amerikaner dem deutscheti Volk nach dem Krieg zu Hilie kamen und es vorm Hungertod bewahrten. Was der Mann namens Endrigkeit erzählt, Ist abscheulich genug Dass aber ein solcher Mann — offensichtlich bis heute — an einem deutschen Gymnasium Unterrioht erteilen kann, ist nicht zu verstehen, zeigt eine bedenkliche Gleichgültigkeit der zuständigen Behörden und die Ge fahr, die von einer Lehrerschaft droht, die — ähnlich vieler Kollegen aus der Weimarer Zeit — die heranwaohsendo Jugend vergiftet melten Arabern durchzuset zen. Sein Kollege aus Syrien, der vor ihm in Khartum angekommen war, lehnte es ab, das Fernbleiben Al Atassis zu bestätigen. Nach der feierlichen Eröffnung der Konferenz sind für den nächsten Tag geheime Beratungen über ein Programm vorgesehen, das u a. folgende Punkte beeinhaltet 1. Die arabische Politik und die möglichen ökonomischen Repressalien gegen die Länder, welche Israel zu unterstützen beschuldigt werden. Hierzu gehören Empfehlungen eines Petroleum-Embargos und der Abhebung arabischer Guthaben von den Banken gewisser westlicher Länder, 2. Die Schliessung ausländischer Militärbasen auf arabischem Territorium, im besonderen der den Nordamerikanern und Engländern gehö. renden Stützpunkte, beispielsweise der in Tripolis befindlichen US^-Basis. Am Rande der Konferenz, die der Vereinheitlichung der gegen Israel geplanten arabischen Aktion dienen soll, werden König Fai-sal und Nasser aufgrund der sudanesischen Vorschläge über die Beendigung des Krieges im Jemen beraten. Ein geheimes A bkommen? London. — Offizielle Kreise in Belgrad glauben, dass der Nahostkrise „ein sicherer Riegel vorgeschoben wurde“ und dies durch ein geheimes Abkommen zwischen USA-Präsident Johnson und dem sowjetische!* Premierminister Kosygin bei ihrer Zusammenkunft in Glaseboro erreicht worden sei. Der Korrespondent de« „Sunday Observer“ berichtete hierzu aus Belgrad, seinen Informationen nach beinhalte diese geheime Abmachung folgende Punkte; 1. Die Notwendigkeit direkter Verhandlungen zwischen den arabischen Ländern und Israel. 2. Der stufenweise Rückzug der israelischen Truppen auf die Vorkriegsgrenzen mit einigen kleineren Grenzabänderungen, sobald die Araber Israel anerkennen. 3. Israel wird die Sicherheit und Freiheit der Schifffahrt durch den Suezkanal und die Meerenge von T’ran gewährleistet, während Israel seinerseits die arabischen Vorkriegsgrenaen garantieren soll. 4. Die USA und Sowjetrussland werden weder an die Araber noch an die Israelis in Zukunft Waffen liefen», und beide Mächte sollen als Garanten ihre Unterschrift unter den Friedensvertrag setzen. (ITA)