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Jüdische Wochenschau · 1967-09-01 · 2233 (1.9.1967) · p. [Seite 7]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
28 (1967)
Issue
2233 (1.9.1967)
Date
1967-09-01
Page
[Seite 7] (sequence 7)
Language
German, Spanish
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L A EMANA I fi 11 A LITA Viera««. 1* Ae Septiembre d# 1967 HARDI SWARSENSKY: Wvstoj K*». j «chu», Art*it in Ia,e eü,4?.** he( ^Bpiei I *» hat80?“*«-1 iU"d VJi*4® der Arg**' J&n?e , 1 ist « ch, AtJOt> in '»k. . *hr I 1 'hr* Vernn°'er I ^rt w^ ^ioh- | 111 &Uch g?”5-1 mt gtu>t Ike« in 7* Mmit IsrJ]?a'1' >^ndergLWn ‘ »»ÄH «*«£H »sft r* «** w & LT tell?*noiB- 7® »1« in*» ak l"nseten «li I a“ üt’seren be- ■ ® der poü. * ld »u-isch^th. 2y A ces «utzuarbei- L!Kiea Lin. ] ^elt ^nd tau. er Menschen ^trifflt und I •n seRchiededes Landes 2iie„nst- Wir sind dass ein gn>.;ser begeisher. d« bleiben KJJ und ein. G betest die dem Krieg en such die » KSR® nicht nur J rSen, sones Zukunft. îf den inter, ffctspielen in der junge temschauspieief bester Scham 1 Rolle ln dem n „Drei Tage iiisgerthnet, SR iisung Mllei IflOr liOOOr 250r j,te ZahlaDi auI Walther Rathenau (LEBEN, WERK UND WOLLEN) (11. Fortsetzung) Rathenaus Beisetzung war vielleicht eine -der letzten grossen Kundgebungen der republikanischen Bevölkerung Hunderttausende durchzogen in schweigender Dein .onstration die Strassen Berlins, von den drüben Morgen, bis zu den späten Nachm ittagsstund en. Am Tage der Beisetzung wurde Rathepau im Reichstag au/gebahrt. Reichspräsident Ebert sagte: „Die verruchte Tat traf nicht den Menschen Rathenau allein, sie traf Deutschland in seiner Gesamtheit.“ VII. Gewissen im Konflikt Für die menschliche und die moralische Haltung wie Einstellung der Rathenaus zeugt ein Brief, den die Mutter von Kummer über den Tod ihres Sohnes Walther gebeugt, an die Mutter eines seiner Mörder geschrieben hat: „In namenlosem Schmerz reiche ich Ihnen, Sie ärmste aller Frauen, die Hand. Sagen Sie Ihrem Sohn, dass ich im Namen und Geist des Ermordeten ihm ver »*ihe, wie Gott ihm verzeihen möge wenn er vor der irdischen Gerechtigkeit ein volles Geständnis ablegt und vor der göttlichen bereut. Hätte er meinen Sohn gekannt, den edelsten Menschen den die Eide trug, so hätte er eher die Mordwaffe auf sich selbst gerichtet ,als auf ihn. Mögen diese Worte Ihrer Seele Frieden geben. — Mathilde Rathenau.“ Dieser Brief, der für eine beinahe nicht EU begreifende seelische Grösse spricht, spiegelt die Tragödie des Walther Rathenau deutlich wider. Er zeugt von einem bis zur Selbstaufgabe reichenden menschheben Verständnis. Es heben 6ich aber auch die Grenzen der eigenen Erkenntnis ab. Was die Mutter mit diesen Zeilen ausdriickt. hat der Sohn gelebt. Walther Rathenau war nicht nur der vielseitige, auf hohem, kulturellen Niveau stehende Denker, Künstler, Dichter, Schriftsteller, Wirtschaltsführer und Planer, er war nicht nur der 6trenge Zeitkritiker, unerbittliche Beobachter, Reformer, Philosoph und Politiker, er war auch ein grosser Mensch, der die Schwächen der anderen erkannte und ihnen Verständnis entgegenbracnte, der zugleich jedoch unermüdlich an sich, an seiner Bildung, an seinem Wissen und Charakter arbeitete. Rathenau wai kein Dogmatiker, der an einer einmal gefassten Meinung hartnäckig festhielt, der vielmehr unermüdlich forschte, prüfte, dachte und zu neuen Erkenntnissen gelangte, die er dann wiedergab, ohne Scheu und Rücksicht darauf, sich damit mit seinen eigenen früheren Auffassungen in Widerspruch zu setzen. Rathenau war ein Suchender. In vieler Hinsicht war er ein Mensch, der auf einsamer Höhe und einsam auf der Höhe stand Er rastete nicht mit seinem Bemühen um neue Erkenntnis im Glanze sc’ner ungewöhnlichen Leistungen. Er blieb niemals stehen. Unruhig, von einer unsichtbarer. Kraft getrieben, drängte er vo -wärt«, nicht nur auf der Stufenleiter seiner Erfolge, die ihn in jungen Jahren als gleichberechtigtes Glied der Gesellschaft an den kaiserlichen Hof gebracht hatten, ihn einen der entscheidenden Wirtechaftsf Ubier Europas werden liessen, ihm die Verantwortung für che deutsche Rohstoffversorgung im Ersten Krieg übertrugen, ihn Sn die Reichsregie rung zunächst als Wirtschafts- und dann sogar als Aussenmnnister führten. — Rathenau hat niemals dieses strahlende Licht gesucht, zu den höchsten Spitzenpositionen im nationalen deutschen oder im internationalen Leben aufzusteigen: er war Zeit seines Lebens darum bemüht, eine biauchbare Antwort auf sein eigenes Grundproblem zu erteilen, die mit der Wirklichkeit des Lebens im Einklang ste Vien könne: auf sein Judesein. Wie weit hatte sich Walther Rathenau durch Erziehung, Umgebung, Schicksal und nie Entwicklung der grösseren Gemeinschaften, in die er hineingeboren wurde, vom Kern des Judentums entfernt, und wie nahe stand er doch der einfachen Tatsache seiner jüdischen Existenz Die Taufe liatte er nicht nur für sich selbst. sondern für die jüdische Gemeinschaft als die Lösung der Judenfrage abgelehnt, wie sie sich dem deutschen Judentum um die Wende und in den ersten 25 Jahren des Jahrhunderts präsentiert hatte Immev wieder jedoch unterstrich er, dass er Deutscher und nur Deutscher sei. Da er auch kein gläubiger Jude gewesen ist, konnte er sich mit der Formel des „deutschen Staatsbürgers jüdischen Gla-nens“ nicht, a-blinden. Denn diesen jüdiscren Glauben liatte er längst verloren, wenn er ihn überhaupt jemals besessen haben sollte Aber über alle Klüfte hinweg, die ihn von dem religiösen oder nationalen Judentum tiennten, bestand für ihn eine unsichtbare Verbindung zu dieser, seiner jüdischen Vergangenheit, die er durchaus nicht, auf geben wollte. Dieser kluge, weltoffene und in seinem Denken und Fühlen der Welt gegenüber so aufgeschlossene Mann, der in seiner Einzigartigkeit ein Genie war, wurde mit diesem, seinem eigensten, jüdischen Problem nicht fertig. Niemals verleugnete er sein Judentum das er nicht definieren konnte, immer stellte er sich als Jude vor stets kreisten seine Gedanken um das Judentum, das er erforschen wollte. In einem gewissen Abschnitt seines Lebens stand er mit Martin Buber in engem Kontakt, mit dem er debattierte, von dem er sich über den Chassidismus belehren liess. Rathenaus Weltanschauung hatte ihre letzten Wurzeln in seiner eigenen Erfahrung und Ueberlegung. Aber sie wurde aus vielen Quellen gespeist, die — wie sein Biograph Graf Kessler sagt — bei ihm nicht leicht zu entdecken sind. Dass die Einwirkungen des Chassidismus, der jüdischen My stik, des „Meister des guten Namens“, des Baal sefcsm tow, nachweisbar sind, hält Graf Kessler für gegeben, (vgl. hierzu ausführlicher: Harry Graf Kessler, Walther Rathenau, erschienen in Berlin 1928, auf den Seiten 88 ff.) — Aber auch Spinozas Gedanken haben auf Rathenau einen tiefen Eindruck gemacht, der ihn als Rebe'l gegen das althergebrachte „synagogale“ Denken faszinierte, als einen Rebellen, für den sich Rathenau höchstwahrscheinlich selbst gehalten hat. (Schluss folgt) Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicnt, unseren Freunden und Mitarbeitern den Tod unseres langjährigen, unermüdlichen Chawers und Mitarbeiters, des Herrn ARTURO LANG mitzuteilen, der selbstlos und hilfsbereit Jahre hindurch für unsere Aufgaben und Ziele gewirkt hat. DAS ZENTRALEUROPAEISCHE COMITÉ DER EINHEITSKAMPAGNE Buenos Aires, im Aw 5727 Verengertes Schuljahr Jerusalem. — Das Erziehungsministerium beschloss die Verlängerung des laufen, den Schuljahres um zehn Tage. Wir beklagen den Heimgang unseres guten Freundes, des Herrn ARTURO LANG des ersten Sekretärs der NCI, dessen unermüdliches Wirken fibr alle jüdischen Arbeiten, für jedes edle Werte te HHfabercltaohÄft und jede mensch’iche Aufgabe fcn sh einem Beispiel für uns alle werden lie- 6sen. Wir werden sein Andenken stets in Ehren halten. SEINE VIELEN FREUNDE IN DER NCI Aus Israel importiert Talessim 10 verschiedene Grössen, ermässigte Preise Giückwunsch- Karten Neue Modelle. 146 verschiedene Motive. Machsorim Hebräisch mit spanischer Ueberse*zung BUCHHANDLUNG G. KAPLANSKY PUEYRREDON 451 T. E. 89-3431 Año XXVIII-N* 2233 — 7 Musik in Buenos Aires K^yemET PP!xrovp- COMITE CENTROEURUrivw Corrientes 2294 — VI. Stock — X. E. 48-3695, 48-5683 FEIERLICHE UEBERGABE VON DIPLOMEN Auch heute wegen Platzmangel nur StiDpvisiten in den wöchentlich die 50 über steigenden Veranstaltungen. ASOCTACION „PRO MUSICIS“ Unsere Stadt ist um eine weitere Konzertgesellschaft bereichert worden Der sich aus namhaften und hervorragenden Persönlichkeiten fies Musikgeschehens zusammen setzende Griindungsvorstand hat in Gemeinschaft mit dem Nationalen Symohonieorchester das Eröffnunvskonzert für den 3. September im Teatro Coliseo (Sitz der Vereinigung) angekündigt und drei Abonnements aufgelegt Be kannte in und ausländische Dirigenten und Solisten werden auf dem „Pro Musicis“- Podium zu hören sein BRUNO LEONARDO GELBER brillierte als glanzvoller Solist im Schumann Klavierkonzert op. 54, a-moil, dessen subtilste Feinheiten er dank seines tiefen Verständnisses für romantische Musik in Verbindungmit seinem nicht alltäglichen technischen Können restlos auszuschöpfen wusste. Edouard van P.emoortel vermochte ihn mit dem gut klingenden Nationalen Symphonie Orchester zuverlässig zu begleiten. Es gab stürmische Ovationen — das Publikum erhob sich von der- Plätzen! — für Gelbert. ENDRESS-QUARTETT Selten wurde letzthin von einem Kammermusikrezita’ die Hörerschaft so tief bewegt, wie von diesem ganz hervorragenden Streichquartett, welches das fast unbekannte Schubertsche Jugendquartett Nr. 4 c-dur, 1813. in süsser Harmonie bot. Der den Künstlern in nichts nachstehende Klarinettist Gerd Starke gesellte sich ihnen im Mozart - Klarinettenquintett adur, KV 581, zu — schon Wir benachrichtigen unsere Freunde, dass wir am Mitt. woc-h, den 13. September, um 20 Uhr 30 im Saal von „Bet Israel“, cramer 2970, der uns für diesen Zweck vom Vorstand liebenswürdigerweise zur Verfügung gestellt wurde, im Rahmen einer kleinen Feier mit künstlerischer Umrahmung. alle Diplome über die Eintragung in das „Goldene Buch“, sowie im , Sefer Barmizwah“, die wir aus Jerusalem erhalten haben, den Eigentümern iiberreicl)en wer den. Wir haben bereits unsere Einladungen an die Diplomempfänger und ihre Fami lienangehörigen ausgeschi :kf und rechnen mit ihrer vollzähligen Teilnahme Wir b'tten bei dieser Gelegenheit nochmals um die diesbezügliche Bestätigung in unserem Sekretariat, oder bei den Vorstandsmitgliedern, da der KKL für alle Anwesenden Tee mit Kuchen servieren lassen wird. ERGEBNISSE DER B1KURIM-SAMMLUNG ]m Nachfolgenden geben wir das Ergebnis der Biku- Schubert so nahe! — und im Brabms’sohen op. 115, h-moll. Ganz speziell im reifen Werk des Spätromantikers — ein zu Tränen rührendes Adagio — fanden 6ieh die 5 Künstler zu einem unerhört homogenen und keine Wünsche offenlossenden Zusammenspiel, welches das dem Mozarteum angehörigen ergriffenen Auditorium langen, ehrlichen Beifall abnötigte. Gurt B. M. Weisestein rim Sammlung bekannt, welche von den Schülern der Religions Schulen durchgeführt wurde: $ Wolffsohn-Schule 508 446.— Colegio „Tarbut“ 286 963.— „Bet Israel“ 128.430 — „Lamroth Hakol“ 65.000.— Nueva Comunidad Israelita 33.707 — „Achdut Jisroel“ 14.145 — Namen der Kinder, die die höchsten Summen erreicht haben: „Tarbut": Victor Beer. $ 4 400 — Andrea Wertheim $ 6 200.— Sara Chayo. $ 6.100 — Jorge Hirschbein . $ 5.250 — Dario Blau . $ 5.000.— „Bet Israel* : Mario Wolff .... $ 16.500.— Evelyn y Doris Lichtenstein .. $ 12.700.— Claudio Waldmann . $ 7.100 — Susi Leeser ..... $ 7.000. — Claudio Fraenke! $ 6 500.— „Lamroth Hakol“: Tommy Paschkus $ 23.100.—• Karin Spur .... $ 13.550.— Andres Leist .... $ 6.640 — Claudio Gervay . S 5 700.—■ Nueva Comunidaq Israelita: Daniel Lichtenstein . $ 4.050.— Ruth Willner ... $ 1.500,— Pinchas Japhet $ 1.450.— „Achduth Jisroel“: Î Menacbem Schuster 5.400.— Jisosehor Heimann 3 650— Chaja Schuster 1 600.— Roberto Spangen thaï 1.550.— Wir danken auch auf diesem Wege für die Unterstützung und Mitarbeit aller Leiter, Lehrer und Kinder der Schulen. f§ FREIWILLIGE BAUEN AUF mh » •' Seit fünf Uhr arbeiten die Freiwilligen. Jetzt um 9 Uhr werden sie, die fünfzig südafrikanische Juden, die ins Land kamen, um mitzuhelfen, in den Kibbuz Gadot zurückgebracht, wo sie eine Arbeitspause machen. Gemeinsam mit den Schülern der Sekundarschule von Givat Brenner und den Kadetten der Schiffahrtsschule Mischmoret bauen sie auf, was zerstört wurde. Denn AUFBAU IST HEUTE EINE LEBENSNOTWENDIGKEIT ERSTER ORDNUNG. Deswegen auch mit ihnen Jüdische Solidaritaet COMITÉ CENTR0EUR0PE0 DE LA CAMPANA UNIDA (Keren Hajessei!) SARM1ENTO 2376. HL — I. E. 47-382C

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