Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 28 (1967)
- Issue
- 2233 (1.9.1967)
- Date
- 1967-09-01
- Page
- [Seite 5] (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Viernes, 1» de Septiembre de 1967 LA SEMANA ISRAELITA An« XXVIII. — N’ 2233 — 5 Ereignisse der Woche (Fortsetzung der Ereignisse der Woche von Seite 4) liir alle Aufgaben der Renaissance unseres Volkes und des Aufbaus unseres Landes zur Verfügung stand. Jahre hindurch arbeitete er mit niemals erlahmender Tatkraft im Zentraleuropäischen Comité der Einheitskampagne mit und ermahnte in der ihm eigenen ruhigen und doch lebhaften, drängenden und. doch zurückhaltenden Art zur Pflichterfüllung. Es wird schwer fallen, die Lücke zu schliessen. die sein Tod aufgerissen hat. Der Mahner wird fehlen, der selbst Vorbild war, der erst dann von anderen verlangte, wenn er selbst erfüllt hatte Die Gemeinschaft als ganze ist ihm und seiner treuen Lebensgefährtin zu bleibendem Dank verpflichtet, die ihm immer zur Seite stand, ihn bei seinen vielseitigen Arbeiten und Interessen durch ihre Anteilnahme unterstützte und mit ihm gemeinsam ein echtes jüdisches Haus führte, die sichere Grundlage für die Tätigkeit eines Menschen zum Wohl der Gesamtheit. Arturo Lang war ein bescheidener, ein anspruchsloser Mensch für ¿ich. Aber er war ein selbstbewusster Mensch, ein Mann, der seine Aufgaben und Ziele kannte, für deren Verwirklichung er sich mit stolzer Tatkraft bei spielhaft eingesetzt hat. — Neues Machsor C. W.: — Nachdem vor etwa zwei Jahren der neue Siddur, das Gebetbuch des ganzen Jahres, einschliesslich der drei Wallfahrtsfeste, erschienen war und einen echten Erfolg hervorrufen durfte (fast 5.000 Exemplare wurden auf diesem Kontinent verkauft), konnte jetzt an der Schwelle des Monats Flui nach mehrjähriger umfassender Vorbereitung der neue Machsor für die Hohen Feiertage herausgebracht werden. Seine Uebergabe erfolgte im Rahmen einer schlich ten Feier, zu der das Lateinamerikanische Ribbinersemi. nar, weiches das Gebetbuch gemeinsam mit dem ..Consejo Mundial de Sinagoas“ geschaffen hatte, einlud. Einen Ueberblick über dieses grossartige Werk in wenigen Worten zu geben, ist nicht leicht: Aul etwa tausend Seiten eines recht ge schmackvoll ausgestatteten Buches sind neide Feste, Rosch Hasehany und Jom Kippur zusammengefasst. Indem gewisse Gebetteile, die zu beiden Festen gehören nur einmal erscheinen, konnte der nötige Raum gewonnen werden, ohne die Uebevlieferung anzutasten Klar Der streng geheime Befehl B. B. S.: — Die Diskussion über die Frage, wer als der Angreifer im mittelöstlichen Sechstage Krieg zu gelten habe, ist noch nicht verstummt. Mitunter flak- Xert die heftige Debatte wieder auf, wenn die Araber oder eine hinter ihnen stehende Grossmacht mit neuen Ansprüchen, Forderungen oder Bedingungen hervortreten. Wenn man darauf hinweist, dass die Blockade der Meernge von Tiian der eigentliche Kriegsgrund gewesen und als eine kriegerische Handlung Aegyptens gegen Israel zu betrachten sei. so ist damit der Sachverhalt durchaus nicht erschöpft. Die Tatsache, dass in erster Linie Nasser stets hervorgehoben hat, sich mit Israel im Kriegszustand zu befinden, dass er die freie Durchfahrt durch den Suezkanal trotz entgegenlautender Anweisung des Sicherheitsrates der UN verhinderte, dass alle arabischen Länder einen Boykott gegen Israel verhängten und sich in ständigen Drohungen ergingen, Israel von der Landkarte auszumerzen und die Juden ins Wasser zu werfen, dürften allein schon ausreichen, um einen durch Jahre hindurch bestehenden Kriegszustand anzunehmen. Die Blockade der Zufahrtstrasse nach Elat war nur ein weiterer Sohritt, lim aus dem permanenten Kriegszustand zu offenen Feindseligkeiten überzugehen. Dass die von Nasser verlangte Zurückziehung der UN-Truppen und deren Ersatz durch ägyptisches Militär bereits eine tiefgehende Veränderung des Status quo gebracht hat, dürfte nur bei Böswilligkeit und in Verkennung der tatsächlichen Gegebenheiten bestritten werden. Auch die Mobilisierung der arabischen Heere stellt Kne direkte Angriffshandlung dar, sodass es eigentlich weiterer Beweise nicht bedarf, wer als Angreifer in diesem Krieg anzusehen ist. Dass die Blockade des Golfes von Elat nur der Anfang eines totalen Vernichtungskrieges war, und dass die israelische Behauptung, am Morgen des 5. Juni sei ein ägyptischer Angriff geplant gewesen, um den südlichen Negew und damit die Hafenstadt Elat zu besetzen, durchaus den Tatsachen entsprach, beweist der Text des ägyptischen Kampfbefehls vom 19. Mai 1967, der von den israelischen Streitkräften in einem ägyptischen Luftwaffenstützpunkt in der Sinai-Wüste gefunden wurde. Der Text dieses Befehls ist hier in der Uebersetzung wörtlich wiedergegeben: Streng geheim V.A.R. Kommandantur Luftstreitkräfte Ost Ref. 35/3/1967/124 Datum: 19. 5. 67 Der Chef des Stabes Kampfbefchl Nr. 3/67 1. Eine Operation ist geplant, um den südlichen Negew abzuschneiden und Elat einzunehmen. 2. Die folgenden Operationen werden zur Verfügung der Befehlshaber der Land- 6treitkräfte gestellt, um ihr.en bei den Kampfhandlungen behilflich zu sein. a) 27 Einsätze — 1 Bomberstaffel von der 2. und 12. Flugeinheit, augenblicklich auf den Flugplätzen 259 und 248 stationiert. b) Die Einsätze der Leichtbomber-Staffeln von der 61 Flugeinheit gehen von dem Flugfeld 229 aus. Ausserdem ein Einsatz der schweren Bomber-Staffel der Reserve der Luftwaffe und Luftabwehr. Die Luftwaffe und Luftabwehr werden von diesem Befehl unterrichtet. 9- Maximale Einsatzforderung- Neun Einsätze von Jagdbomber-Staffeln und ein Einsatz der Leiebtbomoer- Staffel. 4. Einsatzunterlagen werden direkt durch die Einsatz-Unterstützungs Staffel gegeben. 50 Divisionen werden auf derselben Wellenlänge mithören. 5. Bombardierungsleitung wird durch Eüisatz von Fliegerleitoffizieren zur Bekämpfung von feindlichen Bodenzielen d:<rch geführt. Der Code und die Funkwellenlängen werden den Flugverbänden mitgeteilt. 6. Die Code-Farben fiir die Flugformationen während des Anflugs an die Ziele a) Die Flugzeuge, die unter dem Haupt- Leit-System operieren, sind unter dem Cüdezeichen (AHMAR) Rot. b> Die Flugzeuge, die auf die Hilfsziele operieren (Ellat), haben das Codezeichen.., c) Die Flugzeuge, die die Operation der Trennung des Schlachtfeldes durchführen, haben das Codezeichen (Ahvar)-Grijn. 7. Die Luftwaffe wird die Bombardierung des Elat-Flugplatzes, der Radarstation und der Brennstofflager durchführen zu diesen Zwecken wird eine Sondereinheit vom Hauptquartier der Luftwaffe eingesetzt. Unterschr.: Abd al Hamid, Abd al Salaam, Liwa (Pilot) Kommandatur Luftstreitkräfte Ost. Auch der folgende Aufruf des stellvertretenden Oberbefehlshabers der ägyptischen Streitkräfte, Feldmarschall Abdel Hakim Amer vom 2. Juni 1967 an seine Offiziere, Unteroffiziere und Soldaten beweist, falls dies noch notwendig sein sollte die kriegerischen Absichten der Aegypter; Israel hat versucht una versucht auch weiter die direkte Unterstützung der Vereinigten Staaten für Kampfhandlungen gegen die VAR zu erhalten. Es ist jetzt lciar, dass die Vereinigten Staaten, wegen der Bereitschaft der Sowjetunion im Falle eines Angriffs einer Grossmacht gegen die VAR, auf keinen Fall bereit sind, Israel Hilfe zu leisten. Israel kann die Last der Mobolisierung nicht lange ertragen. Seine Wirtschaft ist bereits gelähmt. Zwei wichtige Ereignisse haben in den letzten Tagen stattgefunden: 1. Der Beitritt Transjordaniens zum Verteidigungspakt. 2. Die starke Bereitschaft der irakischen Streitmächte im Kampf an der transjordanischen Grenze. Ich habe meine Schlachtpläne ausgearbeitet und Anweisungen gegeben, die Kampfaktionen zu organisieren Ich wende mich an jeden von Euch, in der Erwartung, dass Ihr mit äusserster Gewalt kämpfen werdet und treu Eure Befehle ausführen werdet, bis das Ziel erreicht ist. Unser Ziel ist, die Streitkräfte Israels zu vernichten. Unsere grossen und mächtigen Armeen sind durchaus in der Lage, dies durchzuführen. Ich segne Euch alle und habe keinen Zweifel, dass Ihr Eure Pflicht erfüllen werdet. Diese Schlacht wird für das Schicksal der Vereinten Arabischen Republik und das ganze arabische Volk geschlagen. Die Ehre der Armee und der Araber ist in Euren Händen und ich habe keinen Zweifel an unserem Sieg. Gott wird über Euch wachen.“ Unterschr.: Abdel Hakim Amer Peldmarschall Stellvertretender Oberbefehlshaber der Streitkxäfte. Philanthropen in Ssrael Jeiusalem. — Baron Edmond de Rothschild und Lord Sieff gehörten »u den jüdischen Finanzleuten aus vie len Ländern, die kürzlich auf Einladung der Regierung Israels zu gemeinsamen Beratungen über wirtschaftlohe Probleme in Israel weilten. Insgesamt versammelten sich 60 Vertreter des internationalen Finanz- und Wirt sohaftslebens, denen der israelische Finazminister Pinohas Sapir die ökonomischen Probleme seines Landes auseinandersetzte. Wie man annimmt, weiden die Resultate dieser Konferenz erfreulich sein. (OJI) muss betont werden, dass es sich hier um kein reformier tes. sondern ein konservativtraditionelles Gebetbuch handelt, für das Dr. Edery eine neue spanische Uebersetzung schuf. Kurze Kommentare. Bemerkungen und Einleitungen in einige Hauptgebete ergänzen den Machsor der — dies eine völlige Neuerung — mit den Bussgebeten des 1. Slichottages, dem Sonntag vor dem Neujahrsfeste, beginnt Auch gehen den Gebeten beider Feste kluge Ausführungen über die Einheit des jii dischen Volkes und dessen unlösbare Verbundenheit irnt dem Staate Israel voran. Die Gesamtleitung und Ueberwachung der schwierigen Arbeit lag in den Händen von Rabb Marshall T. Meyer. Blick in die Welt. von HAROLD SCHWARCZ DIE ENGLAENDER verlangen die Abreise ihrer Diplomaten aus dem Gebiet des Roten Chinas. — DE GAULLE lehnte den gemeinsamen Abrüstungsplan ober die Atomwaffen ab, den die USA und Sowjetrussland in Genf vorgelegt haben. — IN CARACAS, der Hauptstadt Venezuelas, wurden drei Chefs der Guerilla-Krieger bei einem Stra6senkampf erschossen. — OTTO HESS einer der Führer der radikalen NDP, früherer SS-Mann, beging Selbstmord. — NAZICHEF George Lincoln Rockwell, der ,.F-"-hrer“, der USA Nazis, wurde von einem Partei-,.Freund“ ermordet. — EINE DIREKTE Telf fonverbindung wurde zwischen Downingstreet und dem Kreml eröffnet. — DIE WENIGER entwickelten Länder wollen in Algier (!) eine Konferenz abhalten, um ihre Pos.tion gegenüber den höher entwickelten Ländern, — von denen sie Unterstützung erwarten —, festzulegen... — IN GUATEMALA kam es zwischen Polizei und Terroristen zu schweren Schiessere’en. — EINEN GROSSEIN SIEG meldete die Regierung Nigerias über die Rebellen. — ROBERT S. McNAMARA, USA Verteidigungsminister, gab im Kongress die Intensivierung der Karr.pfmassnahmen in Vietnam bekannt und verteidigte energisch die Politik Johnsons. — DIE ROTCHINESBN drangen an drei verschiedenen Steilen über die Grenzen mit Hongkong. — G. A. NASSER soll den sudanesischen Friedensplan über den Yemen akzeptiert haben. — FRANKREICHS Erziehungsminister Alain Pevrefitte wird von de Gaulle nach Quebec (Kanada) geschickt werden, um die kulturellen Beziehungen zu Frankreich zu stärken. — DDE USA LUFTWAFFE bombardierte mehrere Tage hindurch Hanoi. — KOLUMBIANISCHE Studenten und Polizisten lieferten sich eine Schlacht in den Strassen Quitos, bei der es Tote und Verwundete gab. — IN PEKING wurde die britische Botschaft in Brand gesteckt. — Das unheimlichste Buch von Dr. ROBERT M. W. KEMPNER Die soeben veröffentlichte kritische Analyse von Hitlers ,,Mein Kampf“ (von Dr. Werner Maser, 344 Seiten, Bechtle Verlag, München) bringt dem Leser eine besonders aktuelle Ueberraschung: Die während der letzten Monate vom ägyptischen Präsidenten Nasser ausgesprochenen Vernichtungs Drohungen gegen das jüdische Vo.k sind fast wörtlich von seinem Vorbild, Hitlers ,,Mein Kampf“ üoernommen. Dies geht soweit, dass Nasse ra Propaganda die Juden hätten zusammen mit den USA und Grossbritannien den Krieg angezettelt, ebenfalls schon von Hitler vorausgeahnt war, der am 30. Januar 1939 im Reichstag verkündet hatte- ,,Ich will heut« wieder ein Prophet sein: wenn es dem internationalen Finanzjudentum in- und ausserhalb Europas gelingen sollte, die Völker noch einmal in einen Krieg zu stürzen, dann wird das Ergebnis nicht. . der S'eg des Ju dentums sein, sondern die Vernichtung der jüdischen Rasse in Europa.“ Man braucht nur das Wort ,,Europa“ durch Asien und Afrika“ zu ersetzen, um die gleiche Dinkriehtung Nassers zu erkennen. In diesem Sinne Hitlers wurde Nasser auch laufend von seinem anti-jüdischen Propagandastab unter richtet, vor allem durch Hitlers aus Deutschland geflüchteten und erst kürzlich in Kairo verstorbenen Propagandisten „Professor Amon Omar“ (früher) Johann von Leers. Man sieht: Hitlers „Mein Kampf“ ist noch heute ein Buch mit unheimlichsten Konsequenzen. Es Ist das Verdienst des deutschen Historikers Werner Masel der schon die „Frühgeschichte der NSDAP“ veröffentlicnt hat, Entstehung, Aufbau, Stil und Inhalt historisch und philologisch analysiert zu haben. Dabei zeigen sich viele interessante Ergebnisse. So war Hitler, wie Maser beweist, schon von seinem Elternhause her ein ausgesprochener Antisemit. Der Vater war Angehöriger des berüchtigten österreichischen Antisemiten Schönerer und der junge Adolf benahm sich schon auf der Schule in Linz antisemitisch. Hitlers eigene Erklärungen, er sei in einem weltbürgerlichen Hause erzogen und erst durch den Anblick eines „Kaftan-Juden“ m Wien antisemitisch geworden, wer den ebenso wie viele andere seiner Behauptungen in „Mein Kampf“ Lügen gestraft. Maser fand übrigens auch heraus, dass Hitler seine eigene, nicht allzu gelungenen Bilder während der Jahre 1909 und 1913 mehrfach bei österreichischen und ungarischen Juden abgesetzt hat. Dies sind nur einige Ergebnisse der sorgfältigen Forschungen Masers unter Benutzung früher unzugängli. eher Archivquellen. Für den Autor besteht aufgrund vorhandener Dokumente kein Zweifel, dass Hitler der Allein-Verfasser von „Mein Kampf“ war und Rudolf Hess und dessen Frau Ilse lediglich stilistische Verbesserun. gen gemacht haben. Mit Recht weist Maser darauf hin, dass die Welt diesem unheimlichsten aller Bücher, das eine Auflage von mindestens 10 Millionen Exemplaren in 15 Sprachen hatte, viel 201 tvenig Bedeutung beigemessen hat, zumal sein In. halt auch heute noch politische Nachwirkungen hat. Die kluge und gediegene jetzt veröffentlichte Analyse ist deshalb nicht nur von historischer, sondern auch aktueller politischer Bedeutung und höchst begriissenswert. Nur am Rande sei noch vermerkt, dass die zwangsweise Verbreitung von „Mein Kampf“ in Nazi-Deutschland dem angeblich so wenig materialistisch denkenden Hitler 15 Millionen Mark einbrachte, von denen er selbst über 8 Millionten ausgegeben hat. Dies hat der Unterzeich, nete in seiner Vernehmung von Hitlers Verleger und ehemaligem Feldwebel, nämlich des SS - Obergruppenführers Max Amann festgestellt. •»>» Fiambres Finos “FRIG UINCIA ff MARCA QUE DISTINGUE LA CALIDAD FRIGUINCIA