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Jüdische Wochenschau · 1967-08-04 · 2229 (4.8.1967) · p. [Seite 5]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
28 (1967)
Issue
2229 (4.8.1967)
Date
1967-08-04
Page
[Seite 5] (sequence 5)
Language
German, Spanish
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VieiW, 4 de Agesto de 1967 LA SEMANA IBIICLIIA Año XXVKIJ. — N® 2229 — 5 ¡las befreite Jerusalem ln den letzten Wochen habe ich mir angewohnt, meine Briefe mit dem Schluss- Vermerk: ,,Herzliche Grösse aus dem befreiten Jerusalem“ zu beenden. (Erst nachträglich wurde ndr bewusst, dass ich mit dieser Herzensregung wieder einmal einem alten Laster gefront habe, nämlich zu zitieren. Und wen habe ich zitiert? Den italienischen Klassiker Torquato Tasso (1544— 1695) Sein Hauptwerk, an dem er von 1573 bis kurz vor seinem Ende arbeitete, führt den Titel: ..La Gerusalemme liberata“ (Das befreite Jerusalem) . Tbrquato Tasso ist den meisten von uns bestenfalls als Dramenfigur Goethes in Erinnerung und hier wiederum die berühmten zwei Zeilen aus der Schlusszene: „Und wenn der Mensch in seiner Qual verstummt, Gab mir ein Gott, zu sagen, wie ich leide“ Auch dieses Zitat kennt man eigentlich mehr in der Abwandlung: „Gab mir ein Gott zu sagen, was ich leide“, die Goethe über die Elegie in seiner „Trilogie der Leiden. Schaft“ setzte. Abglanz des Abglanzes ... nur noch als Schatten der Schatten war Toro.uato Ta»-, so in meiner etwas lückenhaft gewordenen Erinnerung lebendig. „Das befreite Jerusalem“ war im befreiten Jerusalem nicht aufzutreiben. In zwei Buchhandlungen wurde ich missverstanden: „Das ist noch nicht erschienen“. So schnell, meinten die Buchhändler, kann ja ein Reiseführer nicht vorliegen, man bot mir zum Ersatz die be. reits als Taschenbuch vorliegende Reportage „Six Days ln June“ der „Los Angeles Time“ von Robert J. Donovan an. Als ich bemerkte, dass da« Buch bereits vor rund vierhundert Jahren erschienen ist, sagte mir eine junge Dame: „So alte Bücher führen y-ir nicht.“ Zum Glück gibt es aber unsere Universitäts- und National-Bibliothek, die „Das befreite Jerusalem“ in zahlreichen Exemplaren vorrätig hat, darunter auch in der ihrerseits klassisch gewordenen Uebersetzung von J.D. Griess, die ihrer kaiserlichen Hoheit Maria Pawlowna, Grossherzogin von Sachsen, Weimar und Eisenach, und Grossfürstin von Russland gewidmet ist. Ein Fingerzeig des Schicksals. Könnte Noomi Shemer nicht ihre neue Version vom Goldenen Jerusalem „Jeruschalajim schel Sahaw“ der von SCHALOM BEN CHORUS Gattin Kosygine widmen oder (wegen Eisenach) Frau Ulbricht? Ich batte meine Anregung vorzumerken. Die Welt macht uns das befreite Jerusalem streitig. Vom Vatikan bis zum Weissen Haus, von den Widmungsenvpfivngern ganz zu schweigen, will man uns die Stadt Davids und Salomos wieder abjagen und sie internationalisieren. Aus dem „befreiten Jerunen Heerführer einander den Rang streitig machten. Im Juni 1099 kam nur noch ein kleiner Teil der mittelalterlichen UN-Truppe vor Jerusalem an, belagerte die Stadt vierzig Tage und am 15. Juli 1090 stürmte Gottfried von Bouillon die Stadt, zog als Sieger in Jerusalem ein, das zur Hauptstadt des Königreichs Jerusalem wurde. Br lehnte es aber ab, sich selbst den Titel eines Königs Die strenge Ahndung der Beutegier, mit der sich unsere Militärbehörden in trockenen Erlassen be’assten. drückt Tasso beschwingter aus: „Ha! Keiner werd' in unserem Heer getroffen, Der das verderbe, was der Herr geschenkt!“ Am Donnerstag den 29 Juni 1967, zwölf Uhr mittags, wurde der Uebergang in die 1 Jerusalemer Altstadt (und vice versa) freigegeben, woi durch folgende Bemerkung Eine kleine Seitenstrasse in der Jerusalemer Altstadt salem“ des Torquato Tasso kann man sich ein Bild der Internationalisierung Jerusalems machen... nichts wie Mord und Totschlag. Tasso besingt nämlich die sogenannte Befreiung Jerusalems durch die Kreuzritter unter Führung von Gottfried von Bouillon. Im November 1095 proklamierte Papst Urban II. auf einem Konzil in Clermont den Ersten Kreuzzug zur Befreiung Jerusalems aus den Händen des Islam. Im Frühling 1096 machten sich vier Heerhaufen sehr verschiedener Völkerschaften, die zwar unter dem Namen „Franken“ zusammengefasst wurden, unter dem Oberkommando von Gottfried von Bouillon auf den Weg nach Jerusalem. Tasso besingt meisterlich wie diese Truppe der damals Vereinten Nationen sich gegenseitig mit Intrigen piesackte und die im ersten Gesang so leuchtend beschriebe CATECA S.A. Directorio 5555 Buenos Aires T. E. 68.1017/18 j 1264 SUAVANDAR el calzado legítimo de espuma de goma DEIN HOBBY DEINE SPARKASSE Israel-Briefmarken Beratung durch: STAMPS CENTER 94 Allenby Rd, - TEL AVIV — P.O.B. 4444 zuzulegen, sondern nannte sich nur Advooatus Sancti Sepulchri, Verteidiger des Heiligen Grabes. Ein, späterer, Nachfolger Gottfrieds in den vielen Eroberungen Jerusalemis führte allerdings den Königstitel, nämlich Hussein von Transjordanien, der dann an den später so kläglich gescheiterten Versuch seines Vorgängers Gottfried von Bouillon in seiner Rede in der Vollversammlung der UN erinnerte. Hussein vergass dabei nur zu erwähnen, dass das Königreich Jerusalem das Urbild der Internationalisierung Jerusalems — unter päpstlicher Aegide — darstellt. Die Franzosen, Italiener. Deutschen und Griechen liebten sich damals ähnlich wie die Kanadier, Jugoslawen und Inder im Gaza-Streifen. Das grosse Wort göttlicher Inspiration führten damals wie heute die Führer der Franzosen .,. Ich verdanke alle diese historischen Einblicke dem ge- W'altigen Epos des Torquato Tasso in der trefflichen Ue bersetzung von Gries. Wenn man sich durch die Hunder te von Strophen der dreissig Gesänge (in zwei Teilen) der Griesschen Version durchzulesen versucht, jede Strophe zu acht Verszeilen, wird man an den Griesbrei erinnert, durch den man sich in das Schlaraffenland hineinessen muss, aber hier und dort finden sich in dem nicht gerade spannend geschriebenen Buch doch Rosinen, die ich hier servieren möchte Bereits aus dem ersten Gesang mcchte ich unserem verehrten Ben Gurion ins Stammbuch schreiben: „Dies Ziel ermutigt unsre Waffen: De edeln Mauern Zions zu befreien...‘ Eäs geht also um die Befreiung der Mauern Zions, nicht darum, sie einzureissen, was sich Ben Gurion als Alterswerk erträumt hat. Genau mit den Richtlinien unserer Regierung, Lösung des Flüchtlingsproblems und Schutz der Heiligen Stätten, entspricht die Fortsetzung dieser Strophe: „Im heil’gen Land ein neues Reich zu schaffen, Der Andacht sichre Wohnung zu verleihen,.." T&ssos von erhöhter Aktualitat wurde: „Jetzt, da die Wege gangbar sind und offen, Jetzt, da nicht mehr die Jahrszeit uns beschränkt: Warum >rcht zu der Stadt hinan, dem hehren Zielpunkt jedes Siegs? Wer kann’s noch wehren?“ Ein tfeffliches Porträt des Königs Hussein entwirft der Dchter-Prophet - „Des neuen Throns, in steter Sorg’ und Not... Auch lässt er schnell Jerusalem verstärken Und paart die Vorsicht mit der Grausamkeit. Drei Seiten sind versehn mit festen Werken, Nur gegen Norden fehlt’s an Sicherheit. Doch macht ihn kaum sein Argwohn dies bemerken, So lässt er-Wäll errichten, hoch und breit; Und schleunigst nimmt er ein noch viele Fahnen Von Söldnervolk und eignen Untertanen.“ Die vielen Fahnen konnte man dann später an den erbeuteten transjordanischen Fahrzeugen flattern sehen. Dem Söldnervolk der irakischen Hilfstruppen musste Hussein nach der glanzvollen Niederlage noch ein Ehrenhonorar aus den rechtzeitig nach Amman transferierten Guthaben seiner Untertanen überweisen. Natürlich kannte Torquato Tasso den Namen Hussein noch nicht; bei ihm bezieht sich die Schilderung des arabischen Herrschers, der „beim Schwanken des neuen Blick in die Welt von HAROLD SCHWARCZ SCHWERE RASSISCHE Unruhen in verschiedenen amerikanischen Städten verursachten den Tod vieler Menschen, erheblichen Sachschaden und neue Spannungen in den Vereinigten Staaten. — PAPST PAUY VI. besuchte die Türkei, wo er mit gro. ssen Sympathien empfangen wurde. — PRA ESI DENTEN G EN ER A L de Gaulle reiste plötzlich aus Kanada ab, nachdem er dort Aufsehen erregende Reden gehalten und Meinungen geäussert hatte, die eine heftige Reaktion cier kanadischen Regierung auslösten. — DIE TUERKEI wurde von schweren Erdbeben heimgesucht. — TERRORISTEN warfen Bomben gegen den Palast des Präsidenten Venezuelas, Raul Leoni, in Caracas. — DIE GEGENSAETZE tan Roten China haben sich zugespitzt, sodass in manchen Kreisen der Bürgerkrieg vorausgesagt wird. — AEGYPTEN weigerte sich, Israels Recht auf freie Durchfahrt durch den Suezkanal anzuerkennen. — 100.000 MENSCHEN demonstrierten vier Stunden lang in La Paz (Bolivien) gegen den Kommunismus. — OSCAR D. GESTIDO, General, Präsident Uruguays, erklärte, er werde mit allen Energien gegen die drohende Anarchie vorgehen. — MOISE TSCHOMBE, der rechtswidrig enführte frohere Präsident des Kongo, soll nicht au6geliefert werden, weil Kongo Israel unterstützt habe. — RUMAENIEN unterstrich sein Recht, eigene Wege unabhängig von den Entscheidungen seiner kommunistischen Alliierten zu beschreiten. — . PARAGUAY bestritt einen Zusammenstoss mit bolivianischen Guerilla-Kriegern. — DIE BLUTIGEN Kämpfe in Vietnam halten an. — PUERTO RICO will den bisherigen politischen Status mit den USA aufrecht erhalten. — AUS NIGERIA wird gemeldet, dass die Regierung die Rebellen besiegt habe. — ALS INTERNATIONALEN Verbrecher bezeichnet« der venezolanische Präsident Leoni den kubanischen Ministerpräsidenten Fidel Castro. — DER CHILENISCHE Botschafter in Moskau gab ein Dementi heraus in welchem russische Waffenlieferungen an Chile bestritten wurden. — Throns, in steter Sorge und Not“ lebt, auf Sultan Alladin Aber „Name ist Schall und Rauch“, die Charaktere hingegen bleiben. De lang geschürte Wut gegen Israel hat Husseins Reich zertrümmert. Und auch das hat Tasso im Schlussgesang seines „Befreiten Jerusalem“ schon vorweggenommen, auch die Tatsache, dass dieses Reich eigentlich in einer Schlacht zertrümmert wurde: „Sei’s, dass vielleicht des Himmels wundergleiche Vorsehung solche Wut ihm angefacht, Damit der Rest vom Palästinareiche Zertrümmert werd’ in dieser Einen Schlacht“ Mit der Aufforderung des Engels Gabriel, die durch den Mund Mosche Dajans an Dvi Eshkol gerichtet sein könnte, möchte ich diese Blütenlese des Torquato Tasso besehlie* ssen: „Eil hin und sprich; Warum nunmehr verziehn? Warum nicht jetzt mit Macht den Krieg erneuern, Jerusalem dem Joche zu entziehen?“ Torquato Tasso hat Vorgänge besungen, die ein halbes Jahrtausend zurücklagen. Das war ihm wohl bewusst; dass er aber auch Vorgange besungen hat, die sich erst rund. vierhundert Jahre später ereignen werden, das können erst wir heute und hier feststellen. In jedem grossen Dichter steckt auch ein Stückchen Prophet, denn auch die Hand des Dichters wird von einer unsichtbaren Hand gelenkt. Lebende gegen tote Gefangene Tel Aviv. — Bei dem kürzliehen Gefangenenaustausch zwischen Syrien und Israel Übergabe die Israelis den Syrern über 500 Soldaten und einen El - Fatach - Saboteur, der von einem israelischen Gericht zu lebenslänglicher Freiheitsstrafe verurteilt worden war. Die Syrer übergaben den Israels einen Pilo, ten und drei Särge. In einem der Särge lag ein junger Israeli, der vor zwei Jahren bei der Suche nach Pflanzen auf einem Ausflug an der syrischen Grenze verschwunden war. Bisher hatten die Syrer stets geleugnet, etwas über den Verbleib des jungen Mannes zu wissen. Die anderen zwei Toten waren israelische Piloten, die im Krieg von den Syrern abgeschossen wurden. Die drei Särge wurden irt israelische Fahnen gehüllt und auf ein Lastauto geladen, während Mitglieder der Chewra Kaduscha Psalmen rezitierten. Der gefangene Pilot wurde vom Kommandanten der israelischen Luftwaffe in Empfang genommen und mit einem Helikopter zu seiner Familie gebracht, — (ITA) Arbeitslose in Gaza Jerusalem. — De israelische Behörde für Wirtschaftsplanung veröffentlichte das Resultat einer Statistik im Gazastreifen, aus der hervorgeht, dass im Monat Juni, als Israel die Verwaltung dieses Gebiet« übernahm, 320.000 der 380.000 Bewohner arbeitslos und der Unterstützung bedürftig sind (ITA) Fiambres Finos “FRIG UINCIA ” MARCA 0UE DISTINGUE LA CALIDAD FRIGUINCIA

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