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Jüdische Wochenschau · 1967-07-28 · 2228 (28.7.1967) · p. [Seite 7]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
28 (1967)
Issue
2228 (28.7.1967)
Date
1967-07-28
Page
[Seite 7] (sequence 7)
Language
German, Spanish
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Viernes, 28 de Juli« de 1967 LA SEMANA israelita Año XXVIII. — m 2228 — 7 Urteil eines Augenzeugen London. — Die Position Nassers ist so schwach wie nie, seit er im Jahre 1954 die Macht ergriff, so urteilt Robert Hutchißon, der kairoer Korrespondent des Daily Telegraph, der kürzlich von der Front im Mittelosten zurückkehrte, wo er während des Krieges gewesen war. „Nassers Stand ißt jetzt so schwach'*, äusserte Hutchison, ,,dass ein ganz kleiner Anstoss der Israelis in Richtung aum Westen genügen würde, um ihn umzuwerfen, und diesen Anstoss erwartet man ungeduldig von Stunde zu Stunde“. Der Korrespondent zitiert den Herausgeber einer bedeutenden kairoer Zeitung, dessen Namen er nicht nennt, welcher gesagt haben soll; „Es iet ein Beweis für die Grösse Nässere, dass er nach einer so empfindlichen Niederlage in seinem Arut verbleibt. Aber heute schwimmt er auf dem Rest seiner Popularität, und selbst Nasser wird sich nicht lange auf einer so schwankenden Grundlage halten können “ (ITA) Unser guter Vater, Bruder, Grossvater, Onkel und Freund, Herr FERDINAND LEVI hat uns im biblischen Alter von 88 Jahren für immer verlassen. Im Namen der Hinterbliebenen EDITH SIELSKI geb. LEVI ALEX SIELSKI DANI und SUSI Die Beerdigung hat bereits stattgefunden. In tiefer Trauer teilen wir das Ableben des Herrn FERDINAND LEVI mit. der, Teilnehmer des ersten Zionistenkongresses, von seiner frühesten Jugend für das Ideal der jüdischen Renaissance gekämpft hat. Gleichzeitig drücken wir unserem Mitarbeiter, Herrn Alejo Sieleki und seiner Familie unser aufrich. tiges Mitempfinden aus. Vorstand der THG Praesidium der C. U. Neue Blichet HARDI SWARSENSKY: Blick in die Welt von HAROLD SGHWARCZ —<5TSE TSCHOMBE. früherer Premierminister des Kongo, nach Algier auf geheimnisvolle Weise verschleppt, soll ausgeliefert werden, was zu schweren Komplikationen -führen kann. — NEUE OFFENSIVEN melden die Amerikaner aus Vietnam. nachdem kurz zuvor schwere Verluste bekannt gegeben wurden. — ALBERT J. LUTHULI, Vorkämpfer fiir die Rechte der Schwarzen in Südafrika, Nobelpreisträger, wurde im Altei von 78 Jahren Opfer eines Unfalls. — GIBRALTAR soll selbst darüber entscheiden, ob es zu Spanien oder England gehören will. — ERGEBNISLOS wurde die Sonder-Vollversammlung der UN abgeschlossen, die zur Beilegung des Orientkonflikts einberufen worden war. und auf der die Russen versucht haben, eine Verurteilung Israel als Angreifer durchssusetzen. — NASSER wechselte erneut seinen Verteidigungsminister aus. — EIN EINFLUSSREICHER Kommunistenführer wurde in Hongkong verhaftet. — IN URUGUAY wurde ein Generalstreik durchgeführt. ANGEBLICH sollen wirtschaftliche Schwierigkeiten in der Sowjetunion zu beobachten sein, die durch die Hilfeleistungen an Nord Vietnam und die arabischen Länder entstanden 6ind. — THOMAS DEHLER, früherer Bundesjustizminister, ist plötzlich, 70 Jahre alt, verstorben. — IN MEXIKO wurde ein kommunistische Verschwörung aufgedeckt. — AUS ADEN melden die Aegypter einen grossen Sieg über die Royalisten im Yemen... — DES AUFSTANDES am 20. Juli 1944 wurde in der Bundeshauptstadt in zahlreichen Feiern gedacht. — DIE TASS-Agentur wiederholte im Laufe der Woche ihre Beschuldigungen gegen Israel. — JAKOB MALIK, stellvertretender sowjetischer Aussenminister. ist von seinem zehntägigen Besuch in Kairo nach Moskau zurückgekehrt. — DIE AKTIVITAET der Guerilla-Krieger in Bolivien soll wieder zugenommen haben. — AUF FRANCOIS Duvalier, den lebenslänglichen Präsidenten Haitis, soll ein Attentat ausgeübt worden sein. — MARSCHALL CASTELLO Branco, früherer Präsident Brasiliens, fand bei einem Flugzeugunfall den Tod. — TRUPPEN DES Roten China sollen in sowjetisches Gefciet eingedrungen sein. — IN COCHABAMBA wurde eine Zeitung wieder herausgegeben, die vor 14 Jahren durch Paz Estenssoro geschlossen worden war. — AMERIKANISCHE Forscher melden wuchtige archäologische Funde auf einer griechischen Insel und vermuten, Teile des untergegangenen Kontinents Atlanta entdeckt zu haben. — BLUTIGE NEGER-Unruhen waren in den USA zu verzeichnen. — Boleslao Lewin: POPFER un conquistador patagónica erschienen bei Editorial Candelabro, Buenos Aires, 1967.— Nur wer die Schwierigkeiten kennt, die mit der Herausgabe eines Buches verbunden sind, w’ird die Leistung ermessen können, die vean Verlag Candelabro mit dieser Neuerscheinung vollbracht worden ist. Aber die Anstrengung lohnte sich jedenfalls was den literarischen und geschichtlichen Wert dieses neuen Buches von Boleslao Lewin anlangt, dessen Bücher zu lesen und zu studieren, j immer lehrreich und ange- | nehm ist. I Jede Seite dieses Buches ist ■ lesenswert und interessant, j Julius Popper, selbst in Bu- ■ karest 1857 geboren, stamm-; te aus einer Familie polnij scher Juden, die auf irgend- : welchen Wegen nach Rumä-! nien verschlagen wurde, wo { der spätere ,,König“, „Dikta-! tor“ oder ,,barón feudal“ Patagoniens geboren wurde. Der Weg dieses Mames, dessen Persönlichkeit und Wirken von Geheimnissen umwoben ist, führte ihn nach Argentinien, wo er überraschend schnell Kontakt mit den massgebenden Persönlichkeiten fand. Seine Domäne aber war Feuerland, die selbst heute noch sagenumwobene, geheimnisvolle tierra del fuego. Das Wirken und Leben Poppers, seine Reisen und Forschungen, seine ..Regierung“ und sein Walt?n werden von Lewin in der für ihn so charakteristischen sachlichen, von tiefer Kenntnis des Stoffes durchtränkten und dennoch spannenden Art zur Darstellung gebracht. In einem zweiten Teil des Buches hat der Autor das literarisch -. journalistische Schaffen Poppers zusammengestellt und veröffentlicht. Diesem Euch ist aus vielen Gründen, vor allem aus dem egoistischen Grund der Wissensbereicherung jedes Lesers, die weiteste Verbreitung zu wünschen. V/atther Rathenau (LEBEN, WERK UND WOLLEN) Gemeinden und Vereine (Fortsetzung der Vereinsnachrichten von Seite 6) Sport wieder aufgen jmmen Ein Turnier aller Beteiligten ist in Vorbereitung. Einschreibungen möglichst bald erbeten. CONFITERIA: Unsere Confitería ist Diens tag. Mittwoch, Donnerstag und Sonntag ab 15 Uhr geöffnet. VERMIETUNG UNSERER SAELE: Zur Ausrichtung von Fa milienfesten stellen wir gro sse oder kleine Säle unseren Freunden zur Verfügung. A. C. I. B. A. ARAOZ 2854 Tel : 71-9059 — 72-2725 KULTURKOMMISSION: Lichtbildvortrag am Mittwoch, den 2. August, um 21 Uhr in unserem Heim: ,,Mit dem Auto durch West- und Osteuropa“. — Herr Ricardo Weis bringt neue Bilder aus Europa, besonders aus den Ländern hinter dem ..eisernen Vorhang“. 6. Fortsetzung) Inzwischen hatte sich Walthers Verhältnis zu seinem Vater geändert und gebessert. Von 1900 bis 1903 arbeite‘en sie | png zusammen, der Vater als der Vorsit- I zende des Aufsichtsrates, der Sohn als! Direktor der AEG Ein Familienereigms, j der Tod seines Brudere Erich der den Val ter aufs tiefste trat, veranlasst*: Walther immer mehr die Stütze seines Vaters zu werden, an dem er langsam dessen Bega*! oung und Intuition schätzen lernte. Mär- | chenhaft ist der wirtschaftliche Aufstieg der Rathenaus. Walther berichtet in einen- Artikel jn der ,,Neuen Freien Preise“ (1909) dass „dreihundert Männer, von denen jeder jeden kennt, die wirtschaftlichen Geschicke des (europäischen) Kontinents leiten.“ Zu diesen Männern gehörte auch er. 84 grossen Unternehmungen stand er zu gleicher Zeit als Mitglied des Aurskhtsates oder als Direktor vor. Im Mittelpunkt seiner Tätigkeit befand sich die AEG, <üe damals in Europa nach Rathenaus eigenen Worten (1907) „unbestreitbar die grösste Kombination wirtschaftlicher Einheiten unter einer zentralisierten Führung j und Durchgestaltung“ gewesen ist. Im ] Laufe der Jahre wuehs diese umfangreiche Tätigkeit auf 86 deutsche und f-l ausländische Unternehmungen, an denen Walther Rathenau leitend tätig war. Es ist ein natürlicher Prozess, dass ein Mann von dieser wirtschaftlichen Machtposition auch veranlasst wird, in die Politik seines Landes einzugreifen. Als der damalige Reichskanzler Fürst Biilow in seiner „Deutschen Politik“ seinen Leitgedanken mit den folgenden Worten formuliert* „Den Bau einer ausreichenden Flotte zu ermöglichen, war die nächstliegende und grosse Aufgabe der naohbismarckschen oeutschen Politik“, entgegnet Rathenau m einem Artikel: „Dass unsere Kriege nicht mehr durch Einzelkämpfe der Heroen wie zu Zeiten Homers (statt Heroen lies Panzerkreuzer), noch durch gedrillte Grenadiere entschieden werden, ist uns geläufig. Der Kriegsgott unsere Tage heisst wirtschaftliche Macht... Aber auch Kriege entscheiden selten. Die Völker sind nicht mehr gute Feinde, sondern böse Konkurrenten ... So zeigt sich heute mit höchster Deutlichkeit, was unmerkbar zu allen Zeiten gegolten hat: dass eine Nation nach aussen genau so viel Terrain gewinnen und beherrschen kann, als ihrer inneren Schwerkraft an moralischen, intellektuellen und wirtschaftlichen Kräften entspricht“. Damit hatte sich Rathenau gegen oas Wettrüsten gerichtet, da nach seiner Auffasung nicht die Rüstungen, sondern oie moralischen, intellektuellen und wirtschaftlichen Kräfte die Entscheidung herbeiführen werden. Rathenau stand mit dieser Auffassung allein, die weder von der kaiserlichen Po. litik geteilt noch von den Parteien gebilligt wurden. Aus diesem Verkennen der wirklichen Kräfte wurden durch das kaiserliche Deutschland zwar ungeheure Kriegsaufwendungen gemacht, aber nicht die geringsten Vorbereitungen wirtschaftlicher Art getroffen. Als dann tatsächlich der Erste Weltkrieg ausgebrochen war, wurde in später Erkenntnis der tatsächlichen Notwendigkeiten — sehr zum Leidwesen der Welt, weil durch die Massnahmen Rathenaus der Krieg um Jahre verlängert worden ist, — dem Zivilisten Walther Rathenau die Reichskriegsrohstoffversorgung übertragen. (wird fortgesetzt) Chassidische Hochzeit Sao Paulo. — Ein grosse® Tagesereignis in Sao Paulo war die chassidische Hochzei* der 1/jährigen Tochter des Ratzfeldei Rebber Joel Beer mit aa.n 18jäurigen Rabbi Davit Moshe Rosenbaum aus Israel neide Nachkommen des Begründers des Chassidismus Baal Schemtov Die Zeitungen brachten grosse Bildberichte und Radio und Television nahmen sich sehr aus giebig der „Hochzeit des Jahres“ an. Bei der Hoehzeitsz memonie waren viele Parlamentarier und Mitglieder von Behörden anwesend WAS ZERSTOERT wurde, muss wieder aufgebaut werden. — Das war einst die Nationalbibfiothek auf dem Skopus, die jetzt renoviert wird. AUFBAU - ARBEIT - FORTSCHRITT KEREN HAJESS0D COMITE CENTROEUROPEO DE LA CAMPAÑA UNIDA (Keren Hajessod) SARMIENTO 2376. BOL — T. E. 47-3820

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