Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 28 (1967)
- Issue
- 2228 (28.7.1967)
- Date
- 1967-07-28
- Page
- [Seite 5] (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/9616703-9615794-9616042--4923-9616047- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Viernes, 28 ele Juli« de 1967 LA SEMANA I8HAELITA Año XXVIII. — N® 2228 — 8 Flug über die Sinai-Halbinsel Auf dem Weg von Scharmel-Scheich landete unser Plugzeug in E-Tur, einem kleinen, uns bisher völlig unbekannten Ort an der Süd west, küste der Sinai-Halbinsel am Golf von Suez. Plötzlich wurde dieser Ort interessant, nicht etwa, weil er von seinen Bewohnern verlassen und von Zahal (Israels Verteidigungsheer) besetzt worden •war, sondern weil er einen tiefen Einblick ins Regime Wassens gewährt E-Tur besteht aus fünf unterschiedlichen Teilen, die voneinander durch eine öde, gelb-braune Fläche getrennt sind. Einer dieser Teile ist das Fischerdorf. An den Strand gezogene typische Fischerboote umsäumen den kleinen Hafen. Die bodenständige Bevölkerung lebte, wie man aus ihren armseligen Häuschen ersehen kann, nur sehr kärglich von ihren Einkünften. In relativer Entfernung von dem Fisc hedorf befinden sich in ebenerdigen, lang hingezogenen Gebäuden innerhalb einer Einfriedungsmauer, von der Zivilbevölkerung abgesondert, eine Militärkaserne. Hier wurden Truppen in Quarantäne gehalten, die aus dem Jemen in die Heimat zuriiekkehren sollten. Bevor man den Soldaten gestattete, ins eigentliche Aegypten, zu ihren Familien zu kommen, hielt man sie einige Wochen lang hier, damit sie die Strapazen und Schrecknisse der Kämpfe im Jemen etwas vergessen, damit sie wieder in eine körperliche und seelische Verfassung versetzt wer. den, die ihr Erscheinen in der Heimat ohne Erbitterung gegen das Regime Nassers zu erwecken, möglich mache. Hier wurde ihnen eingepaukt, was sie auf die Fragen ihrer Verwandten und Freunde über ihre Erlebnisse im Jemen antworten und erzählen dürfen. Erst wenn sie soweit hergestellt waren, dass sie ohne Gefährdung der Regierung zurückkehren durften, wurden sie über den Suezkanal nach Hause gebracht. Als die Zahal-Soldaten einzogen, stand die Kaserne leer. Dieser langgestreckten und in Reihenhäusei geteilten Kaserne gegenüber befinden sich, auf erhöhter Basis errichtet, schöne, einstöckige Gebäude, deren Aussenmauern mit behauenen Z'ersteinen geschmückt sind und die geradezu einen Eindruck von Wolhabenheit machen. Sie befinden sich innerhalb eines Drahtzaunes, der sie von den anderen Teilen des Ortes abtrennt. Hier wohnten Aegvpter, die dem Regime aus politischen Gründen gefährlich von MEIR FAERBER werden konnten, deportierte Gegner Nassers. Es handelte sich gewiss um Persönlichkeiten von Rang und Stand, denn sonst hätte ihnen die Regierung nicht so schöne Häuser zur Verfügung gestellt. Es ist das vornehmste unter den zahlreichen Konzentrationslagern der VAR. Den vierten Teil des Ortes nehmen Villen wohlhabender Aegypter ein. die hier ihre Farien zu verbringen pflegten. Ein Palmenhain ziert diesen Teil des Ortes, und die hoch aufragenden Bäume wirken umso angenehmer, als es in E-Tur überhaupt keine Blumen, ja nicht einmal einen Grashalm gibt. Im gelben Sandboden wirken die Häuser mit ihren meist heilen Mauern schrecklich eintönig, und nur die Palmengruppen gewähren dem müden Auge etwas Abwechslung. Den fünften Teil von E-Tur bilden das Kloster und die Kirche. Hier fanden wir einen griechisch - orthodoxen Mönch, der aus Kreta stammt, und einen Kirchendiener mit seiner Familie, der vor zehn Jahren ein solches ,Amt‘ im St. Katharina-Kloster auf dem Berge Sinai dem Dschebel Mussa. ausiibte. Er kennt Zahal und die jüdischen Soldaten bereits und lehnte ab zu flüchten, da er wusste, dass ihm von diesen Menschen keine Gefahr drohe. Nach dem Besuch von E- Tur überflogen wir die Westküste der Sinai-Halbinsel den Strand des Golfs von Suez entlang, hatten Gelegenheit, die Gebirgslandschaft der Sinaiwüste, wenn auch nur aus der Ferne kennenzulernen, die zackig aufragenden braungrauen, völlig kahlen Berge zu sehen, die eine so grosse Rolle in der vierzigjährigen Wüstenwanderung Israels gespielt haben, und sahen dann das Erdölgebiet mit den riesigen Petroleumanlagen und das Mangan-Bergwerk. Nun in nordöstlicher Richtung die Sinai-Halbinsel überquerend überflogen wir das Hauptkampfgebiet dieses Krieges. Hier hatten die Aegypter ihre Hauptpositionen, und hier erlitten sie ihre empfindlich, ste Niederlage. Das war das tiefgestaffelte Aufmarschgebiet der ägyptischen Panzertruppe, hier war die vor dem Blick der Flieger mustergültig kamouflierte Basis der vielgerühmten mit Fernsteuerung versehenen Raketen eingebaut, wo sie ,m Sand für Panzerfahrzeuge unzugänglich war. Dort unten liegt, östlich von Suez und Port CATECA S.A. Directorio 5555 Buenos Aires T. E. 68.1017/18 j 1264 SUAVANDAR el calzado legítimo de espuma de goma DEIN HOBBY DEINE SPARKASSE Israel-Briefmarken Beratung durch: STAMPS CENTER M Allenby RI — TEL AVIV — P.O.B. 4444 Taufiq der Mitla-Pass. wo eine gewaltige Kolonne der ägyptischen Tankwaffe in erbittertem, blutigem Kampf aufgerieben wurde. Als sich die lange Reihe der ägyptischen Tanks im Engpass befand, griff Zahal an, zerstörte die ersten und die letzten Tanks der Kolon, ne, so dass die ,’ielen dazwischen befindlichen schwerer Stahlschildkröten nicht ausweichen und sich weder nach vorn noch nach rückwärts bewegen konnten. Die ägyptische Luftwaffe war vorher bereits fast gänzlich aussei Gefecht gesetzt und zerstört worden, so dass sie nicht mehr eingreifen konnte. Nun liegen da unter uns zu beiden Seiten der Mitla-Strasse min. destens hundert Tanks und Panzerfahrzeuge aktionsunfä big, teils völlig zerstört, in der prallen Wiistsnsonne, traurige Zeugen eines kurzen aber erbarmungslos bitteren Krieges. Auch auf anderen Schlachtfeldern liegen zerstörte Tanks in grossen Mengen umher. Auf den ägyptischen Militärflugplätzen, die wir überfliegen, sehen wir deutlich zerstörte Bomber und Kampfflugzeuge. sehen die Trichter, die die Bomben der Zahal- Piloten im Boden aufgerissen haben. Ueber Bir Gafgafa fliegen wir zum Meeresstrand. sehen aus der Vogelperspektive El Arisch Rapha, Chan Junis. Gaza, Orte, die jetzt in idyllischer Ruhe daliegen, als habe sich der Wechsel zwischen dem ägyptischen Regime und der Uebernahme der Herrschaft durch die israelische Militärverwaltung in aller Ruhe vollzogen, und nicht in einem Krieg. Hier, in den zivilen Wohnzentren hat der Kampf keine aus der Höhe des Flugzeugs sichtbare Zerstörung hinterlassen. Aus der Flugzeugsicht merkt man gar nicht den Unterschied zwischen den Feldern und den Orten des Gazastreifens und des israelischen Staatsgebietes, in das wir nun zurückkehren. Briefrken Neue Israelt S 9 A t t ibulz-vu Die neue Briefmarkenserie, die anlässlich de« Sieges der israelischen Verteidigungsarmee herausgegeben wurde. — Eine Briefmarke trägt eine symbolische Darstellung des von Zahal erkämpften Sieges, die beiden anderen zeigen die Meerenge von Tiran und die Klagemauer Diamantenschleifer Tel Aviv. — Mehr als 1,003 Diamantenarbeiter, die in den letzten Jahren in andere Industriezweige Übergin. gen, sind in die Diamantenindustrie zurückgekehrt. Hochzeit im Golan-Gebirge Wäre das .Meerauge“ von Birkat-Ram, im Golan-Gebirge, nicht von Natur aus kreisförmig, es wäre vielleicht vor Staunen so geworden, angesichts des Schauspieles an seinem Ufer. Hoch über dem grünblauen See im Krater eines erloschenen Vulkans erklangen vor kurzem die feierlichen Takte des Hochzeitsmarsches von Mendelssohn. Auf dem Dach eines primitiv über dem Seegestade schwebenden „Sommerhauses“ nahewohnender Drusen flatterten viele Israel- Fahnen. Mehr oder weniger bärtige Soldaten in Feldklei, düng, mit leichter Waffe drängten sich um eine „Chuppa“, die auf vier Gewehrläufen schwebte. Zivilverwandte der Brautpaare aus Akko und Haifa mischten sich unter die Khaki-Uniformen. Sogar Kinder hatte man mitgenommen in diese entfernte Gegend, die trotz fruchtbaren Bodens strengabweisend und karg unter dem blauen Himmel liegt. Schriftgelehrte unter den Gästen wetteiferten mit dem Militärabbiner des Nordbezirks, Sgan Aluf Raw Gad Navon, irri Zitieren einschlägiger Bibelstellen, die gerade diese Gegend betreffen. Sie suchten irgendeine „geistige Verbindung“. Denn so sehr die Landschaft auch an kahlere und einsamere Plätze des Galil erinnert, so fremd und eigenartig ist sie immer noch für uns, denen sie bisher tödlich „verboten“ war. F | herum war das Herz des eisernen syrischen Waffenrings, den Damaskus um das Galil gelegt hatte. Hier verlief die „Maginot-Linie“, die aber nicht der Verteidigung, sondern der skrupellosen Aggression gegen die Siedlungen das Galil gewidmet war. Ungewöhnliche Hochzeiten sind Mode geworden. Nach der „Ohuppa“ an der Klagemauer, im Verwundetenspital, im Offizierskasino von Gaza, auf der „Koralleninsel“ im Roten Meer war unzweifelhaft die „syrische Anhöhe“ an der Reihe. Gleich zwei junge Paare traten in den Bund fürs Leben; Gabriel Sohar. 28 aus Akko, heiratete Ella Dajagi aus einem Moschaw bei Naharia, und der gleichaltrige Josef Tabcr aus Haifa ehelichte Rachel Händler aus Kirjat Chaim. Beide Trauungen hätten schon drei Wochen früher stattfinden sollen. Doch die Verhältnisse waren bekanntlich anders, und sö ermöglichte man den jungen Leuten eine Militärhochzeit, mit anschliessendem dreitägigen „Flitterwochenurlaub“ in Naharia. Eine ganze Reihe von Autobussen, die der „Waad Leman Hachajal“ (nebst Brautgeschenk) zur Verfügung stellte, brachte die Gäste quer durch das Galil bis zum Festplatz. Durch zuerst lieblich vertraute und später immer strenger werdende Hügelgegenden ging die lange Fahrt, In Rosch Pina sah man immer noch die Spuren der vergangenen Kämpfe. Manche der Häuschen aus schwarzen Basaltsteinen zeigen Granateneinschläge, anderen fehlt das Dach. Im Kibbuz Dan gar ist die Verwüstung noch schlimmer. Geknickte Bäumchen, entwur. zeltes Gesträuch begleitet unseren Weg. Immer wieder sieht man schwarzverbrannte Felder. Hier und dort begegnen uns Militärwagen, die einiges von der reichen Militärbeute, darunter russische Tanks, Munition und anderes ins Hinterland schaffen; sehr zur Freude der Mitfahrenden... Wir fahren vorbe* am Banais; an dem ehemaligen Offizierskasino der Syrer am Wasserlauf; an den unzähligen Bunkereingängen. Stellungen und Verschanzungen, von denen aus die Syrer jahrelang das Galil be drohten und beschossen. Hier und dort sehen wir drusische oder tscherkessische Bauern auf den Feldern. „Alte Fronthasen“, die uns begleiten, zeigen uns die Stellen der erbittertsten Kämpfe. Die Dörfer in dieser Gegend waren fast durchwegs von syrischem Militär bewohnt. Jetzt liegen sie verlassen. Da die Drusen dieser Gegend bekanntlich nicht geflüchtet sind, stellen sich einige auch zur Hochzeitsfeier ein. Sie lassen sich von und mit israelischen Hochzeitsgästen fotografieren. Drusische Kinder und Halbwüchsige „beteiligen“ sich auch eifrig an der Bewirtung. Man lässt sie gewähren. Ein Junge hat einen ganzen Pappt: 11er voll Cremekuchen „erobert“ und schleckt eifrig an der ungewohnten Herrlichkeit. Am Seeufer angeln einige Soldaten, andere schwimmen in dem silbriggrünen Wasser. Und auf all das sieht streng und anscheinend unnahbar der Hermon mit seinen Schneeresten herunter. Doch der Augenschein trügt. Der Hermon ist für Israelis nicht mehr unnahbar und unzugänglich. Allerdings gilt das ohne Sondererlaubnis vorerst nicht für Zivilpersonen. Doch die Idylle der Dop. pelhoc-hzeit in 1150 Meter Höhe an diesem runden Krater- See mit einem Radius von 200 Metern und einer Tiefe von 13 bis 24 Metern, hat einen ernsten Hintergrund. Das erkennen wir auf der Rückfahrt, die durch weitere verlassene Dörfer und durch die kleine Stadt Kuneitra führt. Hier war unter den Syrern eine eiserne Kette von Militärcamps errichtet worden. Kuneitra selbst besteht zum Grossteil aus solchen Lagern. Ueber dem Eingang steht bei allen noch, auf den bei arabischen Camps üblichen Rundbögen, die arabische Inschrift; „Vereinigtes Volk — zum gemeinsamen Ziel“. Man weiss, was dieses Ziel war! Ihm diente auch die M’litärkommandatur io dem grössten Gebäude der Stadt, das fast unbeschädigt blieb. Seine langgestreckte, mehrstöckige Front mit den vielen Fenstern, hinter denen sich luxuriöse Stabsräume verbergen, schaut nach Israel hin. Hier fand man die In. vasionspläne und die Aufmarschbefehle gegen die jüdischen Siedlungen. Fast endlose Reihen von verlassenen, erbeuteten Tanks, Militär fahrzeugen und Panzerwagen stehen auf den Feldern um die Stadt. Eine ungeheure Menge von Material war hier Weniger Arbeitsunfaelle Tel Aviv. — Die Zahl der Arbertsunfälle ginj irr, Jahre 1966 auf 65.000 gegenüber 70.000 im vorhergehenden Jahre zurück; hingegen stieg die Zahl der bei Arbeitsunfällen födlich Verletzten von 104 und 126 Personen Siedler aus England Jerusalem. — Sechzehn Familien aus Gateshead und Manchester und weitere zehn orthodoxe Familien aus England, insgesamt 116 Personen, werden sich in Kiriat Mattersdorf bei Jerusalem ansie. dein, zusammen mit einigen Familien aus Belgien, Oesterreich und der Schweiz. angesammelt, um den „heiligen Zweck“ des Hasses zu „verwirklichen“. Während wir durch weitere zerstörte Stellungen und verlassene Tank-Formationen wieder talwärts fahren, tut sich unter uos grün und fruchtbar die israelische Ebene auf. Vielleicht hat man die Syrer hier absichtlich im Kahlen sitzen lassen, ohne etnen Flecken Grün, um durch Kontrastwirkung den Hass und Neid zu nähren. Ueber. all sind noch Minenfelder, und hebräische Schilder warnen, vor jeder Abweichung von der Strasse. Wir kommen zu der berühmten, historischen Jordanbrücke von Bnot Jaakow. Hier spielte sich von Zeit zu Zeit die Uebergabs von Israelis ab, die irgendwie in syrische Gefangenschaft geraten waren. — Meist waren sie bei ihrer Rückkehr in einem schrecklichen Zustand. Wir rollen auf den Brückenplanken über den tief drunten schäumenden Fluss. Etwas später sind wir in Safed, dessen enge Ring- Bergstrasse uns heimelig aufninrimt und gewissesrmassen mütterlich in die Arme schliesst Neonlichter, lebhafter Betrieb, fast fieberhafte „Wildwest“-Atmosphäre. Viele junge Menschen ergehen sich auf der Strasse; die Lokale sind voll, die Stimmung ist gehoben. Safed ist nicht mehr ein entlegenes Bergstädtchen. — Das ganze Ga- -lil hat von der Befreiung der syrischen Anhöhe sichtlich profitiert. Fiambres Finos “FRIG UINCIA MARCA QUE DISTINGUE LA CALIDAD FRIGUINCIA yy