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Jüdische Wochenschau · 1967-07-21 · 2227 (21.7.1967) · p. [Seite 3]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
28 (1967)
Issue
2227 (21.7.1967)
Date
1967-07-21
Page
[Seite 3] (sequence 3)
Language
German, Spanish
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Vi*riHs, ZI de Jislie de INT LA BKMANA I8KACLITA An« XXVIII. — N* 2Ü*7 — 3 Zum Schutz von Massenmoerdern Die Zahl der durahgef ührten Prozesse gegen die NS- Verbrecher ist kaum übersehbar. Aber immer wieder tauchen Berichte auf, die aus verschiedenen Gründen trotz der Vielzahl der schrecklichen Verbrechen die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Dass diese Verbrechen begangen wurden, wird heute nicht mehr in Zweifel gezogen. Das Beweismaterial, das von deutschen Gerichten gesammelt wurde, ist zu urar fangreich, um bestritten zu werden. Umso befremdender ist die ständige Polemik gewisser Kreise um die in Münschen erscheinende National- Zeitung und Soldatenzeitung, die gegen die allgemein anerkannte Ziffer von sechs Millionen Opfer polemisiert, als ob diese die entscheidende Frage wäre, lieider ist diese Zahl der Opfer nloht geringer; keine Untersuchung hat bisher zu einem anderen Ekgebnis geführt. Damit, dass man einfach in Abrede stellt, was festgestellt wurde, wird nichts geändert. Aber auch der Umfang und die Grausamkeit der Verbrechen, die von den Nazis an den von ihnen verfolgten Juden begangen worden sind werden nicht weniger schwerwiegend und abscheulich, wenn die Opfer nicht sechs, sondern drei Millionen gewesen sein würden. Was geschehen ist, als die Nazis noch die Gewalt über Europa hatten, wird u. a. im Prozess vor dem Kieler Schwurgericht in aller Breite behandelt werden. Hinter einer kugelsicheren Glasscheibe, die vor der Anklagebank errichtet wurde, müssen sich vor dem Kieler MOEBELHAUS WATERMANN Das Haus der 3 Geschäfte mit der grössten Auswahl SARMIENTO 1147 T.E SS. 7033 CABILDO 2614 PAMPA 4979 fast Ecke Trinnvirato Zahlungserlelch terüngen Eigene Werkstätten Zuvorkommende fachmännische Bedienung VM JAKOB KATZ-ROGASEN Schwurgericht drei ehemalige SS-Scharf ührer verantworten. Mit der Glaswand sollen Anschläge auf die Angeklag ten verhindert werden. Dem 61jährigen Wilhelm Kunde aus Bremen wird vorgeworfen, an der Vernichtung von 37.570 Juden mitgewirkt und in 255 Fällen selbst Morde oder Mordversuche begangen zu haben. Der 53jährige Her mann Heinrich aus Rends. bürg muss sich wegen der Vernichtung von 34.287 Juden und 130 Einzelexzessen verantworten. Wie aus der Anklageschrift ferner hervorgeht, wird dem 55jährigen Franz-Josef Müller aus Neustadt an der Weinstrasse vor. geworfen bei der Tötung von mehr als 6.000 Juden mitgewirkt zu haben. Ferner werden ihm 143 Binzeimorde oder versuchte Morde zur Last gelegt. Drei ehemalig» SS-Leute sollen während des Krieges an der Vernichtung von Juden aus dem Bezirk Krakau mitgewirkt haben. Ehe Angeklagten sitzen seit zwei Jahren in Untersuchungshaft. Es ist der bisher umfangreichste Prozess um die Ermordung von Juden in der schleswigholsteinischen Landeshauptstadt. Zu Beginn des Prozesses sagte der Schwurgerichtsvorsitzende, das Verfahren werde über eine Million Mark kosten. Deshalb bat er die drei Verteidiger mitzuhelfen, Formfehler zu vermeiden. Die den Angeklagten zur Last gelegten Taten sind Transporte in Vernichtungslager, die zum Teil schon im gen SS-Obers tu rmbannf (ihrer Martin Fellenz eine Rolle spielten. Nach der Anklage waren diese Beschuldigten die direkten Handlanger der Morde, also die Männer, die die Juden zu Transporten brutal zusammentrieben, bei der Erechiessung von ganzen Gruppen dabei waren und selbst Männer, Frauen, Kinder und sogar Säuglinge auf Plätzen, Strassen, in Wohnungen und Verstecken niederschossen. 1942/43 selektierten die Angeklagten Juden aus den Lagern bei Krakau, Boohnia und Wieliczka für Transporte in Arbeits¬ und Vernichtungslager. Auch im Warschauer Ghetto sollen sie laut Anklageschrift dabei gewesen sein. Dem Angeklgten Möller wird ein beson. ders grausamer Mord vorgsworfen. Er hetzte einen scharfen Schäferhund auf ALFREDO STERN MALERARBEITEN FACHMAENNISCHE AUSFUEHRUNG AUF WUNSCH ZAHLUNGSERLEICHTERUNGEN VIDAL 1575 — FAST ECKE PINO Tel.: 76-9088 Teppichhaus - M. Hochberg Unerreichte Auswahl an handgeknüpften Teppichen in erstklassigen Qualitäten für jedes gemütliche Heim. EIGENE FABRIKATION UNVERBINDLICHE VORFUEHRUNG AUF WUNSCH ZAHLUNGSERLEICHTERUNGEN Maschinenieppiche in allen Farben und Grössen Auslegen von Appartements mit rein wollenem Velour VERKAUF AN PRIVATE NUR SAMSTAG UND SONN¬ TAG VON 9—19 UHR IM AUSSTELLUNGSRAUM (ALLE AMDONAEGUt 2083 TEL.; 52-2993 4 Quader von Station Urguiza ein Kind. Das Tier zerriss das Kind ist in der Anklageschrift zu lesen. In einzelnen Fällen sollen jüdische Aerzte auch gezwungen worden sein, andere Juden durch Injektionen zu töten. Der Hinweis des Vorsitzenden auf die enormen Kosten, die der Prozess verlangt, ist befremdend und durchaus unüblioh. Formfehler aus finanziellen Gründen zu vermeiden, ist ein Vorhaben, das ebenfalls überrascht Sollte der nächste Schritt der von einem deutschen Gerichtsvorsitzenden verlangt wird, die Vermeidung solcher Prozesse sein, weil sie Geld kosten? In diesem Zusammenhang ist interessant, was in einem anderen Prozess mitgeteilt wurde: Im Mordprozess gegen den 64jährigen ehemaligen SS- Obersturmführer Fritz Hildebrand vor dem Bremer Schwurgericht ist nach neunmonatiger Verhandlung noch immer kein Ende abzusehen. Die für vergangene Woche vorgesehenen Plädoyers der Staatsanwälte mussten auf unbestimmte Zeit verschoben werden, nachdem die Verteidiger Hildebrands die Echtheit des sogenannten Katzmann - Berichts bestritten hatten. In diesem Bericht, der zu den Hauptdokumenten des Prozesses gehört, wird die Bilanz der Vemichtungsaktionen gegen die Juden Galiziens gezogen, an denen Hildebrand als Inspekteur und späterer Kommandant von zwei Zwangsarbeitslagern massgeblich beteiligt gewesen sein soll. Der Katzmann.Bericht trägt das Datum vom 30. Juni 1943. Wie sich jetzt bei der Durchsicht von neuen Unterlagen aus dem Stuttgarter Lemberg-Prozess herausstellte, war SS-Gruppenführer Katzm&rin bereits am 20. April 1943 nach Danzig ver. setzt worden. Daraus zog die Verteidigung den Schluss, dass Katzmann möglicherweise den Bericht nicht verfasst habe. Um Antwort auf diese Frage zu finden, beschloss das Schwurgericht, die Sekretärin und die Witwe Katzm&nns sowie seine ehemaligen Mitarbeiter in Lemberg, Anton Löhnert und Emst Inquart, zu hören. Löhnert und Inquart müssen »ich zur Zeit vom dem Stuttgarter Schwurgericht im Lemberg-Prozess verantworten. Damit dürfte der Terminplan, nach dem in dem bisher umfangreichsten Bremer Mordprozess Ende April das Urteil gesprochen werden sollte, nicht eingehalten werden können. Das Verfahren kostete bisher 1,2 Millionen Mark. — Der Bericht über den Hildebrandt-Prozess schliesst also auch mit einem finanzlelen Hinweis über die hohen Kosten, die das Verfahren verschlingt. Jedoch wird mit keinem Wort erwähnt, aus welchen Teilbeträgen «ich diese hohen Kosten zusammensetaen, und ob es nicht Möglichkeiten gäbe, die Kosten herabzusetzen Da die Bundesrepublik immer wieder betont, ein Rechtsstaat zu sein, wird auch grösster Wert darauf gelegt alle Zeugen zu hören, die über die in den Prozessen zur Sprache kommenden Vorgänge Aussagen machen können. Da nur derjenige wegen einer Straftat abgeurteilt werden kann, der dieser Straftat überführt wurde, kann eine Verurteilung wegen Mordes Im allgemeinen nur stattfinden, wenn es Zeugen gibt, die diese Tat gesehen haben. Dass sie davon wissen, ist nur ein Indiz eine Hinweisung aber noch kein schlüssiger Beweis. Ob diese Regel so anerkennenswert tte mich sein mag, um keinen Unschuldigen zu verurteilen, auch richtig ist, dürfte doch höchst zweifelhaft sein. Denn die Indizien sind nach den vielen mit grösster Sorgfalt durchgeführten Prozessen so stark, dass man gewiss mit einer weit kleineren Anzahl von Zeugen fertig werden könnte. E» ist durchaus nicht selten, dass derselbe Zeuge für mehrere Prozesse vorgeladen und nach Deutschland gerufen wird, wobei es auch vorgekommen ist, dass derselbe Zeuge im Abstand von zwei oder drei Monaten im gleichen Verfahren nochmals vorgeiaden und gehört wurde. Nun kann man ohne Kenntnis aller Einzelheiten nicht immer entscheiden ob diese Massnahme gerechtfertigt ist oder nicht. Aber sie erklärt die Höhe der — mitunter zu vermeidenden — Kosten. Was sie nicht erklärt, ist der in letzter Zeit wiederholte Hinweis, dass die Prozesskosten den Betrag von einer Million DM übersteigen. Aber das gehört zum traurigen Erbe, das die Nazis hinterlassen haben. Sicherlich stehen die umständlichen Prozesse gegen die NS-Verbrecher in einem krassen Gegensatz zu der Methode, die von den Nazis nicht nur gegen Juden, sondern gegen alle diejenigen angewandt wurde, die sie als ihre Gegner oder Feinde betrachteten. Wenn den „Angeklagten“ überhaupt die Möglichkeit einer Verteidigung gegeben worden ist, dann war dies eine Ausnahme. Für die Vollstreckung eines generell verhängten Todesurteils gegen Millionen wurden einige Minuten gebraucht, wobei mitunter nur die Handbewegung des die „Selektion“ vornehmende* SS-Arztes oder eines anderen SS-Mannes genügte... Dass jetzt keine summarischen Urteil gefällt werden, ist der grosse Unterschied der zwischen einem Un. recht- und einem Rechtsstaat besteht. Um so mehr wirken die Bemerkungen der Gerichtsvorsitzenden über die Kosten, die ein gerechtes Verfahren verursachen, eben so überraschend wie peinlich LA SEMANA ISRAELITA SEMANARIO INDEPENDANTE B«. Aires - PUEYRREDON 2190, 1* izq. - 83-2613 13. Tamm 5727 21- Juli 1967 Kundgebung für Israel Santiago de Chile. — An einer Massenkundgebung, die kürzlich vom chilenischen Comité der Freunde Israels organisiert wurde, beteiligten sich tausende chilenische Intellektuelle, Akauemiker und Studenten, um ihrer Sympathie mit Israel Ausdruck zu verleihen. Zu den Rednern gehörten Wissenschaftler und Schriftsteller, darunter Prof. Dr. Benjamin Viei, Präsident der chilenischen Atomkommission, der bekannte Jurist und Schriftsteller Carlos Vicuna Fuentes, Prof. Dr. Alejandro Lipschutz, Psychologe und Anthropologe, Direktor des Instituts für Krebsforschung und Mitglied der Kommunistischen Partei Chiles. Die Redner rühmten die Tapferkeit des israelischen Volkes, sein demokratisches Regime, sein System eines fortschrittlichen sozialen und ökonomischen Lebens und seinen glühenden Wunsch nach Frieden. Sie übten heftige Kritik an der feindlichen Position der Sowjetunion zu dem kleinen Staat und rügten den Vergleich, den Russland zwischen Israel und Nazideutschland gezogen hat. Gleichzeitig verurteilten sie die falschen Beschuldigungen und Verleumdungen Israels, welche eine unerträgliche Atmosphäre für die drei Millionen Juden in der Sowjetunion geschaffen haben, die heute in einem Klima des Schreckens und der Unterdrückung wie zu Zeiten Stalins leben. Die Versammlung beschloss, folgenden Aufruf zu erlassen: Um eine Ausbreitung des Konflikts zu verhüten, sollten die Grossmächte nicht intervenieren; der Rüstungswettlauf im Mittelosten solle beendet und der Dialog und das friedliche Zusammenleben zwischen Israel und den arabischen Ländern gefördert werden. Ferner wird angeregt, dass die arabischen Regierungen die Realität der Existenz Israels als Staat anerkennen und für den Wohlstand und die Entwicklung der Völker in Mittelost mit Israel Verhandlungen über einen endgültigen und dauerhaften Frieden aufnehmen. Die chilenische Regierung wurde ersucht, getreu ihrer demokratischen Tradition, die für das friedliche Zusammenleben eintritt, die dH. plomatisohen Bemühungen um direkte Friedensgespräche zwischen Israel und den Aaberstaaten in Jeder Weise zu unterstützen. CAJA POPULÄR DE BELGRANO cooperativ* 0E CREDITO LTOb DESDE 1932) MERECE SU CONFIANZA (CASA CENTRAR ÄMENA8AR 2m «CENCIA Na l) Cabildo- 3102 «q agencia n4 2 CORRIENTES 2294 P. I* esq. PASTEU& Horaria, de 12 J IS InsQnpcífó tUmití €ñ & Registro (fe Entidades Financieras| no del Banco Central cantal realizado ACTUAL j 200.000.000.-- Estudio Jurídico Internacional Dr. Hardi Swarsensky ASUNTOS EUROPEOS EXCLUSIVAMENTE ALLE ENTSCHAEDIGUNGSFRAGEN BUEROSTUNDEN: von 15 — 19 Uhr NUR Dienstag und Mittwoch fleh bitte, nicht vor 14 Uhr zu erscheinen) üder nach Vereinbarung T. E.: 83 - 2613 Dr. Günter Frey ASUNTOS ARGENTINOS Y SUDAMERICANOS Erbschaftssachen - Vertraege - Verwaltungen Miels-, Zivil- und Handelssachen LE.: 80 - 6930 PUEYRREDON 2190 esq. Av. LAS HERAS \

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