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Jüdische Wochenschau · 1967-07-21 · 2227 (21.7.1967) · p. [Seite 1]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
28 (1967)
Issue
2227 (21.7.1967)
Date
1967-07-21
Page
[Seite 1] (sequence 1)
Language
German, Spanish
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JÜDISCHE iíioüibmi PUEYRREDON 2190 — 1* izq. JfaJfeMXiH&Jsh&elilci, Año XXVIII. BUENOS AIRES, VIERNES 21 DE JULIO OE 1967 T. E. 83 - 2613 N“ 2227 J EHUD A GOTTH EIMER: Nahost-Krise noch ungeloest Eine Rede Seit Wochen ziehen sich die Redeschlachten in den verschiedenen Gremien der Vereinten Nationen, im Sicherheitsrat wie in der Vollversammlung, hin, ohne dass greifbare Resultate erkennbar werden. Nachdem die Russen sich dazu entschlossen hatten, ihre durch die arabischen Niederlagen erschütterte Position in der internationalen Politik, keineswegs nur im Orient, durch hemmungslose Attacken gegen Israel wiederherzustellen, haben die verbalen Angriffe der kommunistischen Länder und arabischen Staaten nicht aufgehört, eine Sturmflut von Beschuldigungen über den „israelischen Imperialsmus“ und von Anklagen gegen die Politik Israels zu entfesseln, deren Ziel es war — und wohl auch noch ist —, den Staat Israel als den Angreifer vor aller Welt zu denunzieren. Obwohl diese Bemühungen im wesentlichen bisher ohne Ergebnis geblieben sind, dürfte es angesichts der ständig wiederholten Behauptungen zweckmässig sein, noch einmal an einige Tatsachen zu erinnern, die für die Entwicklung der Krise und für die Entfesselung der kriegerischen Feindseligkeiten we- ■SSntlich wären'. TrotMehi die Russen mit ihren Helfershelfern schwerstes Redegeschütz auf fuhren, haben ihre Behauptungen nicht überzeugen können, dass es Israel gewesen ist, dem die Verantwortung für den kurzen Krieg auferlegt werden müsse. Es ist interessant, dass man heute schon nicht mehr wie anfangs davon spricht, der Krieg sei von. Israel nur deswegen gewonnen worden, weil die Amerikaner und Engländer aktive Waffenhilfe geleisstet hätten. Am 29. Mai 1967 hielt Premierminister Levi Eshkol in der Knesset, dem israelischen Parlament, eine Rede, in welcher er u. a. folgendes sagte: „Eis wurde eine schwierige Lage geschaffen, die uns zwang, zunächst einmal und mit aller Dringlichkeit festzustellen, ob die Regierungen, welche sich verpflichtet hatten, die freie Durchfahrt durch die Meerenge von Tiran zu unterstützen und in die Praxis umzusetzen, auch wirklich bereit sind, ihre Verpflichtungen in Uebsreinstimmung mit dem internationalen Recht zu realisieren, das der ägyptische Diktator in so offener Form verletzt.... Die nahe Zukunft wird zeigen, ob diese Erwartungen erfüllt werden.. Zu diesem Zeitpunkt wollten selbst noch die Russen die Freiheit der Meere und das Recht der freien Schifffahrt durch alle Meeresstra- II. Rechtsfrage Ein abstossender Zynismus gehört dazu, vor der Weltöffentlichkeit zu behaupten, Israel sei der Angreifer. Selbst wenn Israel den ersten Schuss abgegeben haben soll te, was in diesem Zusammenhang niemals entscheidend sein kann, ist es unter keinem Aspekt als Angreifer anzusehen. Niemals ist der Bef-i: ' » ‘ Hk_' . __ * ' ** * Soldaten beten an der Klagemauer ssen garantieren. Die diplomatise hen Bemühungen sämtlicher Grossmächte scheiterten jedoch an der Hartnäkkigkeit Nassers, der nicht nur den Kanal von Suez, sondern auch die Strasse von Tiran für die israelische Schiffahrt entgegen allen Abkommen plötzlich und willkürlich abriegelte. In diesem Zusammenhang sei daran erinnert, dass bereits am 15. Mai dieses Jahres die ägyptische Armee in Kriegszustand versetzt wurde und Infanterie-Einheiten sowie Panzertruppen in Riehtung Israel in Bewegung gesetzt worden sind. Die letzte Kabinettssitzung Jerusalem. — Verteidigungsminister Mosche Dajan informierte das israelische Kabinett ausführlich über die letzten Gefechte in der Suezzone und die Anwesenheit russischer Kriegsschiffe in den ägyptischen Mittelmeerhäfen. Die Tatsache, dass die Kämpfe praktisch in Sichtweite dieser Schiffe stattfanden dürfte nach Beurteilung der israelischen Regierung recht peinlich für den Kommandanten der Sowjetflotte gewesen sein welcher, wie man glaubt keine Anweisungen zu einer direkten Intervention für den Fall bewaffneter Zusammenstösse swischen Aegyptern und Israelis erhalten hat. Ministerpräsident Bshkol berichtete über die Vorbereitungen für zwei wichtige Tagungen, die im nächsten Jahr in Israel zu dem Zweck stattfinden sollen, die Judenhe'ten der Welt zu mobilisieien und Kapitalien für die Stärkung und den Aufbau Israels heranzuziehen. Für den Monat August wurde eine Sitzung einberufen, um das Programm einer Konferenz potentieller Kapitalgeber und Industrieller auszuarbeiten, die im kommenden Aprii tagen wird. Im September, so kündigte er an, werden sich 200 jüdische Führer in Jerusalem versammeln, um die Abhaltung einer Konferenz von mehr als tausend Repräsentanten aller jüdischen Organisationen in der Welt für das Jahr 1968 vorzubereiten. — (ITA) drohte verpflichtet zu warten, bis man die ihm um den Hals gelegte Schlinge schliesst, um ihn zu erwürgen. Der Terminus „Angreifer* stellt einen juristischen Begriff dar, der für den Tatbestand der Notwehr von grundlegender Bedeutung ist. Wir haben bereits früher darauf hingewiesen, dass man die Franzosen niemals als Angreifer gegen das Dritte Reich gebrandmarkt hat, obwohl sie ohne Zweifel den Krieg erklärt hatten, ohne den Augenblick abzuwarten, bis Hitler Frankreich überfällt. Israel könnte sich durchaus damit einverstanden erklären, dass ein internationaler Gerichtshof die Frage entscheidet, wer als der Angreifer in diesem Konflikt zu betrachten ist, ein Gerichtshof, der juristische und historische Tatbestände und Erkenntnisse seiner Entscheidung zugrundelegt, und der nicht die politischen Interessen und Aspirationen, sondern das Recht berücksichtigt. Wohl in seltenen Fällen dürfte mit einer, solchen Schamlosigkeit die Wahrheit entstellt worden sein. Wer wollte das Recht eines Menschen leugnen, um dessen Haus Feuer gelegt wird, sich gegen diejenigen zur Wehr zu setzen, die sich anschicken, die Flamme zu entzünden, die seiner Vernichtung gilt. m. Eine Ehrung Siegreiche Generäle sind immer von ihrem dankbaren Vaterland geehrt worden. Es ist durchaus üblich, dass diese Feldherren au MamhäL len, FWdmarschäll?n oder Generatfeldmarschällen ernannt wurden, und dass man ihnen hohe Orden oder sonstige Auszeichnungen verleiht. Das siegreiche und dankbare Israel hat ebenfalls den Oberkommandierenden seiner Verteidigungsarmee, den Mann, der die Pläne für die Abwehr feindlicher Angriffe entwarf und sie mit einem überzeugenden Erfolg durchführte, seinen General Jizchak Rabin geehrt. Hierin ist an sich nichts Ausserge wohnliches zu erblicken, wenn es sich nicht um eine Ehrung handeln würde, die in ihrer Art einmalig sein dürfte: Dem General Rabin wurde auf dem befreiten Skopueberg der aka demische Grad eines Ehrendoktors der Hebräischen Universität zu Jerusalem ver¬ Wasser für Sinai Tel Aviv. — Die Ingenieure der Gesellschaft Mekorot legen in Gemeinschaft mit technischen Truppen des Militärs eine Wasserleitung auf der Sinai-Halbinsel. Täglich werden ca. fünf Kilometer Röhren gelegt. Die israelischen Truppen fanden auf der Sinai-Ha;binsel ein ägyptisches Wasserwerk, das ziemlich intakt ist und weiter benutzt werden kann. Die Gesamtlänge der Wasserleitung wird 107 Kilometer erreichen. Die Gesellschaft Mekorot hat die Organisierung der Wasserversorgung der besetzten Gebiete übernomnuen. Drei Ingenieure wurden für die einzelnen Zonen als Verantwortliche eingesetzt, und sie sollen alles tun, um die ungestörte Wasserversorgung zu sichern. liehen. Was könnte besser den Geist Israels, seinen Willen zum konstruktiven Aufbau und zum Fortschritt der ganzen Menschheit kennzeichnen denn diese Würdigung eines Soldaten, und mit ihm die Anerkennung der Bedeutung des israelischen Verteidigungsheeres, als diese Verleihung des Titels eines doctor honoris causa, durch welche vor aller Welt die innige Verbundenheit der physischen Existenz eines Volkes mit seiner geistigen Sendung dokumentiert werden sollte? Die-, Rede, die Rabin be: dieser Gelegenheit gehalten hat, sollte als Broschüre weiteste Verbreitung finden, damit alle Menschen guten Willens erkennen, dass für Israel das alte Prophetenwort „Nicht durch Kraft, sondern durch Meinen Geist“ die Maxime seines Handelns, seines Lebens, seiner Gegenwart wie Zukunft darstellt, wie es immer jüdisches Gedankengut und Leitmotiv war. IV. Jerusalem Ob die nichtjüdische Welt ermessen kann, was Jerusalem für das jüdische Volk immer und durch die Jahrtausende bedeutet, muss dahingestellt bleiben. Selbst uns, den durch eine lange Zeit der Zertreuung unter den Völkern lebenden, assimilierten Juden dürfte es nicht leiciit sein, jene geheimnisvollen Wurzeln und lebendigen Verbindungen auf¬ Eine hemmungslose Hetze von B. B. SAMUEL Niemand wird verlangen und niemand kann erwarten, dass alle Menscben und Völker über die gleichen Ereignisse und Entwicklung dieselbe Meinung haben. Aber auch dort, wo Hass wütet und an die Stelle ruhiger Ueberiegung getreten ist, darf man, zumindestens unter halbwegs gebildeten Menschen erwarten, dass die Stellungnahmen nicht die Grenzen normaler Auseinandersetzungen überschreiten. In den UN und anderen politischen Körperschaften sind wir seit Jahren bereits an Debatten gewöhnt, die auf die Gasse oder in die Gosse gehören, die aber nicht auf einer internationalen Tribüne ausgesprochen werden sollten. Seit Krutschew sich seinen Schuh während einer seiner Tiraden in den UN auszog und damit auf den Tisch schlug, seit man die hemmungslosen Schimpfkanonaden der arabischen Politiker gegen Israel anzuhören sich gewöhnte, wurde das Niveau der dort geführten Diskussionen auf einen Tiefpunkt gedrückt, der nur noch selten unterschritten Word :n ist. Jetzt allerdings war es wieder einmal der Fall, als die Wut über den Sieg Israels im Kampf gegen die schwer bewaffneten arabischen Heere keine Grenzaa mehr kannte und sich in Redeschlachten „Luft machte“. Die russische Presse hat vor kurzem neue, schwere Angriffe gegen den israelischen Verteidigungsminister. General Mosche Dayan, gerichtet, die in ihrer Sinn- und Hemmungslosigkeit grenzenlos waren und mit Vergleichen und Argumenten arbeiteten, gegen die nicht nur Israel und die jüdische Welt Stellung nehmen muss, die vielmehr von allen Menschen anständiger Gesinnung zuriiekgewiesen werden sollten. Hitler sei der geistige Vater Moshe Dayans so heisst es dort, der für sein Banditentum ebenso fallen werde, wie Hitler gestürzt und beseitigt worden ist. Dass e» die Russen waren, die durch ihren Vertrag mit Hitler den Zweiten Weltkrieg ermöglichten und den Nazis für ihren Angriff auf Polen „grünes Licht“ gaben, wird natürlich nicht erwähnt. Aber es dürfte bereits ein F’ehler sein, sich auf dieses Niveau zu begeben und auf irgendeine Diskussion einzulassen da der provokatorische Charakter solcher Behauptungen und Vergleiche ohne weiteres klar ist. Eine Zeitschrift spricht von Moshe Adolfovich Dayah, dessen Karikatur mit blutigen Händen am Hakenkreuz erscheint... Kein anderer als Hitlers Superagent Otto Skorzeny sei der militärische Berater der Israelis... Natürlich fehlt auch nicht eine Anklage gegen die Regierung der Bundesrepublik: „Diejenigen, die Israel heute am lautesten Beifall spenden, sind die bestialischen Antisemiten in Bonn“, heiast es wörtlich. Dass nicht Bonn, sondern Moskau selbst einer rüden antisemitischen Linie folgt, verschweigen die russischen Artikelschreiber ebenso wie die Tatsache, dass die antidemokratischen, regierungsfeindlichen Hetzer in Deutschland in trauter Gemeinschaft mit den Russen anti-israelische Politik in ihren Publikationen betreiben. Eine merkwürdige Gesellschaft hat sich dort zusammengefunden. Wiederum finden wir Kommunisten und Faschisten anderer Schattierungen in trautem Verein, um gegen das Recht, die Freiheit und den Fortschritt zu kämpfen. zudecken, die in dem Wort und dem Begriff „Jeruschalajim” eingesohlossen liegen. Sicher ist, dass die Befreiung der Altstadt von Jerusalem und die Wiedervereinigung aller Teile der einstigen und heutigen Metropole Israels erst jene Befreiung brachte, die in der ersten Phase unseres Kampfes um unser Recht im Jahre 1948 versagt blieb. Wenn wir von Metropole, von der Hauptstadt Israels sprechen, so ist damit nicht allein der staatliche Mittelpunkt des Landes Israel gemeint, sondern das geistige Zentrum der ganzen jüdischen Welt, jenes Zion unserer Gebete und unserer Träume, das dem jüdischen Volk in seiner Gefangenschaft und in seiner Wanderung durch Zeiten und Völker Halt und Hoffnung bot, Zuversicht und Glauben an sich selbst schenkte, und welches jedem Juden in seinen Nöten und in seinen schwersten Stunden die Gewissheit auf Befreiung und Erlösung verliehen hat. Wie wollte man sonst erklären, dass zehntausende, nein hunderttausende Juden, in Wahrheit ganz Israel aufbrachen, um gen Jeruschalajim zu pilgern, um an der Lob Lateinamerikas Jerusalem. — Jaakow Tsur, Präsident des Nationalfonds, der kürzlich von einer offiziellen Mission aus Lateinamerika zurückkehrte, fand anerkennende Worte für die „unveränderliche Loyalität und FYeundsohaft“, welche die Lateinamerikar ner Israel in seinem Kampf um seine Existenz und Unabhängigkeit bewiesen haben. Tsur, der die Botschafter der von ihm besuchten lateinamerikanischen Länder zu einem Eissen eingeladen hatte, betonte in seiner Rede, dass „das gemeinsame Ideal der Liebe zur Freiheit und Unabhängigkeit ein unzerstörbares Band zwischen Lateinamerika und Israel geschaffen hat“. (ITA) Klagemauer zu verweilen, um dort zu beten, um dort zu danken, um an dieser historischen Stätte wenigstens einige Minuten zu verweilen, um dort eine neue bessere Zukunft unseres ganzes Volkes zu erflehen. Wie wollte man sonst erklären, dass die (Schluss auf Seite 2) Besorgnis in Washington S Washington. — Das State Department zeigt sieh über die ständigeu sowjetischen Waffensendungen an den Mittelosten besorgt und ersuchte die Russen mitzuhelfen, um diesen Rüstungswettlauf zu dämmen. Der Sprecher dieses Ministeriums, Robert McCloskey. wies darauf hin,, dass die Grossmächfce für eine Einschränkung der Aufrüstung im Nahen Osten und nicht für die Fortsetzung des Wettrüstens bemüht sem sollten. Elr nannte den sowjetischen Waffenzufluss für den Mittelosten „beindruckend“, da er zu der Annahme berechtige, dass Moskau „das verlorene militärische Material zu ersetzen versucht“. „Mit wachsender Sorge verfolgen wir die Berichte über die Lieferung von Flugzeugen und anderer Waffen aus der Sowjetunion an die VAR und andere mittel, östlichen Lander“, führte er aus und erinnerte an die kürzliche Erklärung des Präsidenten Johnson, dass „der Konflikt im Nahen Osten die Gefahr bewiesen hat welche der Rüstungswettlauf in diesem Raum in sich birgt "

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