Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 28 (1967)
- Issue
- 2226 (14.7.1967)
- Date
- 1967-07-14
- Page
- [Seite 8] (sequence 8)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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FRANQUEO PAGADO o frt O c €>+-• — t- C « Concesión 908 <o TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 SEMANA ISRAELITA Ano XXVin. BUENOS AIRES, VIERN'ES 14 I»E JULIO DE *967 EL EJEMPLAR en toda la República 20- PUEYRREDON 2190 1» icq. Buenos Aires T.E. 83- 2613 Einweihung der jüdischen Gedenkstaette im ehemaligen KZ Dachau Vor wenigen Wochen erst fand unter der Beteiligung von ca. 2.500 Menschen die feierliche Einweihung der vom Landesverband der Israelitischen Kultusgernc-Inden in Bayern errichteten Gedenkstätte zu Ehren der im Konzentrationslager Dachau ermordeten jüdischen Märtyrer statt. Anwesend waren Vertreter der bayerischen Regierung. frevelhaften Handlung statt Dass derartige Vandaienakte vetabscheuungswürdig sind, braucht nicht weiter unterstrich'’» zu werden. Sie gehören für uns in die unübersehbare Serie der Schändungen jüdischer Friedhöfe. Dass die Täter gefasst werden, ist nicht anzunehmen. Auch das ist für uns «rein Zufall. Dennoch können wir unsedes Senats, des Landtags, der israelische Bots;hafter Asher I>en Nathan, Vertreter der jüdischen Institutionen und Gemeinden, Abordnungen aus dem In- und Ausland sowie Persönlicnkeiten des politischen. gesellschaftlichen und öffentlichen Lebens, Verfolgten-Organisationen und der Präsident des Comité International de Dachau, General-Major Médecin Dr. Albert Guerisse. Ferner war eine in München weilende Delegation von 36 israelischen Jugendlichen, Gäste des Bayerischen Jugendrings, anwesend, welche an der Gedenkstätte einen Kranz niederleg. te. Gleichzeitig mit dieser Information wurde uns die folgende Verlautbarung zugesandt; VERLAUTBARUNG DES LANDES VERB AN DES DER tSRAELITISCHNN KUL- TUSGEMEINDEN IN BAYERN Die Schändung des jüdischen Ehrenmals auf dem Leitenberg bei Dachau hat nicht nur in der jüdischen Bevölkerung Abscheu und Bmpöiung ausgelöst. Die Verbitterung ist umso grösser, als ein erst vor wenigen Monaten verübter Anschlag auf ein jüdisches Mahnmal in Dachau bis haute unaufgeklärt geblieben ist. Der Zeitpunkt, der für die Freveltat gewählt wurde, deutet auf eine gezielte Aktion hin. Der Landesverband der Is. raelitischen Kultusgemeinden Bayerns erblickt in diesen Anschlägen den aufwieglerischen Versuch das allmählich wiedergewonr.ene Vertrauen der jüdischen Gemeinschaft in die Bundesrepublik zu untergraben und erwartet von den Strafverfolgungsbehorden schnelle Aufklärung und Bestrafung dieser schändlichen Tat. Dit se Bekanntmachung trägt das Datum: München, den 3. Mai 1967. Die Einweihung der jüdischen Gedenk- Stätte fand am 7. Mai 1967 also vier Tage nach dieser re Kritik an dem Verhalten der zuständigen jüdischen Instanzen nicht unterdrücken. Wir wissen zwar, dass hinter dem etwas grossartig klingenden Namen „Landesverband der israelitischen Kultusgemeinden in Bayern“ eine Organisation steht, die höchstens 8.000 Seelen umfasst. Dass aber diese relativ kleine Gruppe eine Tätigkeit entfallet, die eine grössere jüdische Gemeinschaft mit einbeziehen kann, ist nicht zu bezweifeln. Deswegen wäre es nur eine Forderung der Billigkeit, wenn bei derartigen Denkmalserrichtungen auch die Meinung einer verantwortlichen Instanz eingeholt werden würde. Gibt es doch weite Kreise, die Bedenken gegen die vielen jüdischen Bauwerke in Deutschland erheben, die nur Gegenstand neuer Attentate und Anfeindungen bilden. Warum gibt es in der Bundesrepublik mit grossem Kostenaufwand gebaute Synagogen, in denen einfach deswegen keine Gottesdienste stattfinden, weil es keine Juden dort gibt, wenn man von einigen in Mischehen lebenden Männern absieht, deren Kinder doch keine Juden werden. Sicherlich sind die von einigen Stadtverwaltungen wieder errichteten Synagogen dem guten Willen der anständig Gesinnten zur Wiedergutmachung begangener Frevel und Verbrechen zu verdanken, aber sie haben mit der jüdischen Wirklichkeit in Deutschland sehr wenig zu tun, obwohl es Dach- und Provinzialverbände und zahlreiche andere Institutionen gibt, in denen immer die gleichen Personen aktuieren. Deswegen begegnen wir auch immer wieder den gleichen abwegigen Ideen und. eigenartigen Formulierungen: Wer kann ernsthaft daran glauben, dass diese Attentate gegen Grabsteine und Mahnmäler begangen werden, weil einige den „aufwieglerischen Versuch*“ unternehmen, „das allmählich wiedergewonnene Vertrauen der jüdischen Ge- Besuch in Scharm el Scheich von MEIR FAERBER Weniger als eineinhalb Stunden flogen wir net einer Hera! i Turbo - Prop - Maschine der israelischen Inlandsfluggesellschaft Arkia von Tel Aviv nach Scharm el Scheich. Unter uns sahen wir die Einwandererstadt Kirjat Gat, die Negew-Hauptstadt Beerscheba, den Kibbuz Sdeh Boker. dessen Chawer Ben Gurion ist, die weite, eintönige Negewlandschaft, denn die Hafenstadt Elat und daneben ihre transjordanische Schwester Akaba. Zwischen der saudiarabischen und der Sinai-Küste flogen wir den Golf von Akaba entlang und konnten nun aus der Vogelperspektive Scharm el Scheich und die beiden der Meerenge von Tiran vorgelagerten Inseln Jotwata und Snapir sehen. Es ist in seiner Farbenpracht ein unvergessliches Bild. Das an seinen tiefen Stellen dunkelblaue Meer wird von seichten Strandgewässern umrahmt, die je nach ihrer Tiefe von Lapislazuli über Aquamarin und Smaragd bis türkisgrün abgestuft vom weissen Schaumstreifen am Strande abstechen. Auf dem Festland des Sinaigebietes herrscht der fahle, gelbliche Sand vor, abwechselnd mit braun und grau getöntem Gestein und Felsen. Im Hntergrund heben sich zackig emporragende Berge in allen Nuancen Von hellbraun bis dunkelgrün und grau von einem stahlblauen Himmel ab, dessen Farbe in der Nähe des Horizonts bis zu grauweiss verblasst. Umso schärfer kontrastieren die dunklen Gebirge von dem fast farblosen Horizont und dem fahlen Sand. Am 23. Mai hatte Abdel Mitteilung der Israel-Botschaft Im Konsulat der Israel- Botschaft zu Buenos Aires, Arroyo 916, werden Anträge für Rückfragen über arabische Familien entgegengenommen, die in Westjordanien ansässig sind. — Jeder, der durch verwandtschaftliche oder freundschaftliche Beziehungen mit solchen Familien verbunden ist, kann sich an das Israel-Konsulat in den Amtszeiten (Montag bis Freitag von 9 bis li Uhr) wenden. meinschaft in die Bundesrepublik zu untergraben“? Bei diesen neuen Verbrechen im NS-Geist handelt es sich um einen systematischen Kampf gegen das jüdische Volk, wobei es den Tätern und ihren Hintermännern ganz uninteressant ist, ob die jüdische Gemeinschaft in Deutschland Vertrauen zur Bundesrepublik hat oder nicht. Diese und ähnliche Enriärungen, die völlig neben den Ereignissen herlaufen und von einer Naivität oder Anmassung zeugen, die schwer zu überbieten ist, sind nicht geeignet, der neuen Naziwelle entgegenzuwirken. Es wäre würdevoller gewesen, die Feier zur Einweihung der Gedenkstätte in Dachau abzusagen, nachdem drei Tage vorher ein anderes Erinnerungsmal bei Dachau beschmutzt worden ist. Nasser nach dem von ihm verlangten Abzug der UN- Notstandstruppe Scharm el Scheich besetzt und die Sperrung der von diesem Südzipfel der Sinaihalbinsel aus kontrollierbaren Meerenge von Tiran für die israelische Schiffahrt verkündet Kein Schiff von oder nach Flat sollte künftig zwischen dem Roten Meer und dem Golf von Akaba passieren. Dann überstürzten sich die Ereignisse. Aegypten brachte Truppenmassen bis zu 100.000 Mann ins Sinaigebiet, darunter zwei Panzerdivisionen mit 900 Tanks, von denen 200 bereitstanden, Elat von seinem Hinterland abzuschneiden. Den Aegyptern, Syrern und Irakern und Transjordaniern, die am Krieg zur Vernichtung Israels teilnahmen, standen 600 Flugzeuge zur Verfügung. Seither waren einige Wochen vergangen. Binnen einer dieser Wochen, eigentlich sogar binnen dreier Tage, war die Niederlage der arabischen Heere besiegelt Den entscheidenden Schlag hatte Zahal am 5. Juni geführt, als sich von der Sinai- Halbinsel aus Geschwader von ägyptischen Kampf- und Bombenflugzeugen näherten Bevor sie noch eine israelische Stadt bombardieren konnten, stieg Israels gesamte Luftwaffe auf, vertrieb die Angreifer und bombardierte 25 arabische Militärflugplätze. An diesem ersten Kriegstag wurden über 400 feindliche Flugzeuge zerstört, Zahal durchbrach die Sinaifront und eroberte den nordöstlichen Teil der Sinai-Halhinsel und einen Teil des Gaza- Streifens. Gleichzeitig w:irde die transjordanische Front östlich von Jerusalem und bei Jenin durchbrochen. Das liegt nun altes bereits in der Vergangenheit, ur.d zwei Wochen später machte der Kriegsschauplatz einrti geradezu idyllischen Eindruck. Scharm el Scheich oder hebräisch Mifraz Schlomo, Salomos Golf, liegt etwa 45 Minuten Autofahrt von seinem Flugplatz entfernt. Seit wir vor nun über zehn Jahren hier waren, haben die Aegypter zur Bequemlichkeit der UN-Notstandstruppe (UNEF) eine relativ gar nicht so schlechte Asphaltstrasse gewalzt, die sich nun als schwarzes Band durch die fahlgelbe Wüste zieht. Wäre diese Strasse nicht, so hätte die Fahrt vom Flugplatz zur Sohiffskontrollstation viel länger gedauert und wäre viel strapaziöser gewesen. Unterirdische Bunker, die den Aegyptern als Luftschutzunterstände und als Schiitaennester dienten, sind, halb zenstört, über ein weites, fast ebenes Gelände zerstreut. Diese primitiven Befestigungsanlagen scheinen zui.n Teil sehr alt, zum Teil neueren Datums zu sein, aber sie machen alle zusammen nicht den Eindruck, dass sie wirklich ernsten, wiederholten Angriffen hätten standhalten können. Sichtlich glaubt “n die Aegypter. nicht befürchten zu müssen, dass diese Position umkämpft werder könnte. Nasser und sein Stab hatten eben damit gerechnet, dass Israel ihren Angriff abwarten werde und sich dann auf die Defensive beschränken müsse. Mit Wiederholung der Eroberung der ganzen Sinaihalbinsel und überdies noch schneller als im Jahre 1956 — damit hatte Kairo (und sein Waffenlieferant und Mentor Moskau) nicht gerechnet. Die aufgerissenen und zum Teil verfallenen Schützengräben und Unterstände und das umherliegende, rostende Gerümpel zeugen nur von den entschwundenen Hoffnungen Nassers, Israel werde sich dem Druck seiner von der Sowjetunion unterstützten Lrohungen fügen und erst gar nicht wagen, sich zu verteidigen, sondern auf Elat als Hafen verzichten. Viel schöner ist die Landschaft im Hafen des Salomo- Golfs, im vorigen Monat noch ein arabischer Fischerhafen, jetzt ein Hafen der jüdischen Marine. Ueberragt von einer abrupt zum Meer abfallenden hohen Felswand liegt der bescheidene Hafen mit seinen notdürftigen technischen Einrichtungen in einer hübschen Bucht, oben auf dem Felsplateau überblickt ein weias gekalktes Häuschen als Kontrollstation den spärlichen Schiffsverkehr, der jetzt aus ein paar israelischen Torpedobooten besteht. Wo vor wenigen Tagen die Fahne der UN von der ägyptischen ersetzt wurde, da weht jetzt die Fahne Israels im stets frischen, kühlenden Wind und macht den überzeugenden Eindruck, dass sie hier durchaus heimatbereohtigt ist. Blau und weiss sind die Farben der UN und Israels, und sie passen sehr gut zu dieser Landschaft. Unsere kleine Gesellschaft mit Ministerpräsident EJshicol an der Spitze macht in zwei Motorbooten eine Rundfahrt im Golf Salomos. Der blendend weisse Gischt sprüht zu beiden Seiten des Bugs empor und hebt sich vom dunklen Blau der See in augenerfreuender Frische ab Unser Boot trägt den Namen „Ophir“ in Erinnerung an die berühmten Aussenhandelsbeziehungen des Königs Salomo. Ruhig und verträumt liegt zu beiden Seiten der Bucht die Landsenaft da, als wäre sie nicht erst vor wenigen Tagen Schauplatz eines erbitterten Krieges gewesen, der Millionen Menschen erzittern liess, und als stünde sie nicht auch jetzt noch kn Zentrum des politischen Weltinteresses. Auch der Seeweg von Tiran selbst zwischen dem auf ägyptischer Seite liegenden Ras NaSsrani und Scharm el Scheich an der Sinaiküste, wirkt so unschuldig und friedlich, als gäbe es keinen internationalen Konflikt um ihn. Wieder „Reichsbanner“ Frankfurt. — Vor kurzem ist der Landesverband des „Reichsbanners Schwarz-Rot- Gold“, der 1933 von den Nationalsozialisten aufgelöst worden war, wiedergegründet worden. Nach Angaben eines Sprechers der Organisation gehören in Hessen etwa 500 Mitglieder diesem republikanischen Bund ehemal.ge r Frontkämpfer an Seinen Worten zufolge, sieht das Reichsbanner seine politischen Ziele in der aktiven Abwehr der „permanenten Gefahr durch den Rechtiradikalismus“. (AWZ) Das Ende einer Gemeinde Jerusalem. — Die alte jüdische Gemeinde von Aden, die einst 7.000 Mitglieder zählte, besteht nicht mehr, seit vor einigen Tagen ihre letzter Mitglieder mit einem gecharterten Flugzeug eintrafen. Die Ankömmlinge, 150 Juden, berichteten, dass nur noch zwei Juden in Aden geblieben seien, von denen einei krank war und der andere sich die Stadt zu verlassen weigerte. Alle Einwanderer aus dem Protektorat besitzen bri-~ tische Pässe, und 75 erklärten, sie würden nach London Weiterreisen. Seit die Engländer Aden annektierten, wanderten viele Juden, besonders aus Jemen, dort ein. Nach dem Befreiungskrieg wurden über 6.000 Juden mit der Operation „Fliegender Teppich“ nach Israel gekracht. 1965 gab es noch 400 Juden in Aden von denen viele bei den blutigen Ausschreitungen gesöfcet wurden, die sich nach Beginn des arabüch-israelischen Krieges ereigneten. (ITA) Impreso m la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavla 831 Registro de la Propiedad Intelectual N? 909.491 Hilfe für die Flüchtlinge Genf. — Das Internationale Rote Kreuz gab bekannt, dass Delegationen dieser Organisation in vier in israelischer Hand befindlichen Gebieten ernannt worden sind, um den arabischen Flüchtlingen zu helfen, nachdem die israelischen Behörden den Vertretern des Roten Kreuzes freies Geleit in diesen Zonen zugesagt haben. Es handelt sich um die Zonen der Altstadt von Jerusalem. Kuneitra, Gaza und Nablus. Die Beamten des Roten Kreuzes für Gaza werden in Aschkelon Wohnung nehmen. Sie erhielten die Erlaubnis, in allen unter israelischer Kontrolle stehenden Zonen Botschaften e!nzusammeln, die Flüchtlinge an ihre Verwandten in arabischen Ländern übermitteln wollen, ferner die Suche nach vermissten Personen durchzuführen und für die Wiedervereinigung der Familien bemüht zu sein. (ITA>