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Jüdische Wochenschau · 1967-07-07 · 2225 (7.7.1967) · p. [Seite 8]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
28 (1967)
Issue
2225 (7.7.1967)
Date
1967-07-07
Page
[Seite 8] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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O CÛ o S C (9 O t- ■ O FRANQUEO PAGADO Concesión 908 TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 SEMANA Ano XXVIII. RUENOS AIRES, VIERNES 7 DE JUIÍO DE 1967 N* »225 EL EJEMPLAR en toda la República 20.- PUEYRREOON 2190 1* leq. Buenos Aires T.E. 83-2613 Verurteilung Israels abgelehnt Freitag, den 30. Juni ÜN. — Israel, las sich wegen seines Beschlusses, die Stadt Jerusalem unter israelische Verwaltung zu stellen, nuf allen diplomatischen Fronten bedrängt sah, kündigte seine Bereit wi'ligkeit an, die Verhandlungen über die Zukunft der heiligen Stadt fortzusetzen Kairo. — Nach Bekanntwerden der Nachrichten aus Jerusalem erfuhr die erhitzte Atmosphäre in der ägyptischen Hauptstadt noch eine weitere Steigerung, als Beschuldigungen laut wurden, dass die Israelis auf ein Boot, das Lebensmittel und Wasser für die irrt Suezkanal festgefahrenen Schiffe an Bord führte, Feuer eröffneten. Eine offizielle Bestätigung dieser Anklage erfolgte nicht. Tel Aviv. — In einer Parteiversammlung der Rafi. h' "der Ben Gurion zu der, diplo matischen Protesten gegen die „Fusion“ der Stadt Jerusalem Stellung nahm, fragte er, wo vor 19 Jahren der Vatikan und die Russen waren, als die Transjordanier die Altstadt besetzten, die Synagogen in Brand steckten und d1« Juden vertrieben. Kairo. — Die Aegypter er. ’"klärten, sie würden niemals mit Israel über einen Frieden verhandeln sondern es vorziehen, weiter Krieg zu führen, Sonnabend, den 1. Juli UN.-Der Generalver samrmung wurde ein Resolutions-Entwurf Jugoslawiens namens der blockfreien Staaten und ein zweiter von der Gruppe lateinamerikanischer ¡Länder, ausser Kuba, vorge legt, die Vorschläge zur Lösung der Mittelostkrise enthalten. Moskau. — Sowjetpräsident Podgorny reiste nach Damaskus, um mit der Syrern Besprechungen über die durch den Krieg geschaffene Lage zu führen. Kairo — Eine ägyptische Zeitung schrieb, dass in dem Krieg gegen Israel nahezu 5.000 Soldaten der VAR- Truppen gefallen sind. Jerusalem. — Der Bürgermeister von Jerusalem, Teddy Kollek, erklärte, dass die Wiedervereinigung der Stadt Jerusalem von eminenter so¬ UN. — Die Generalversammlung der Vereinten Nationen schritt zur Abstimmung über die Resoluttonsentwürfe zur Lösung der Mittelostfrage Keiner der unterbreiteten Entwürfe zählte mit der erforderlichen Zweidrittelmehrheit. Die Forderung, Israel als Angreifet zu verurteilen, die von der Sowjetunion ebenso wie von Albanien und Kuba verlangt worden ist wurde imt grosser Mehrheit abgelehnt. Ueber den sowjetischen Entwurf wurde Punkt für Punkt abgestimmt. und alle darin enthaltenen Forderungen wurden zur’ckgewiesen. Bei diesen Abstimmungen trat wieder die Spaltung des kommunistischen Blocks zutage, denn Rumänien enthielt sich in einigen Fällen der Stimme. Auch der Vorschlag der Lateinamerikaner wurde nicht angenommen. Die USA zogen ihren Entwurf zurück. Als einzige Resolution erhielt ein Vorschlag Pakistans die notwendigen Ja-Stimmen, die von Israel durchgeführte Annexion der Altstadt von Jerusa'em als ungültig zu erklären. Ebenso wurde einer Eingabe Schwedens zugestimmit, den Kriegsopfern Hilfe zu leisten. zialer und kultureller Bedeutung für die Zukunft sein werde. Kairo. — Aus gutunterrich teten Kreisen verlautete, dass die ägyptische Regierung bereit wäre, die Kontrolle über den Golf von Akaoa dem Sicherheitsrat der UN zu überlassen, dagegen jede andere Konzession wie direkte Verhandlungen mit Israel oder die Anerkennung des jiid - sehen Staates als neuen Kriegsgrund ansehen müsse. Sonntag, den 2. Juli Jerusalem. — Nach der vor drei Wochen verfügten Feuereinstellung griffen ägyptische Einheiten die israelisehen Truppen in Sinai an einem 16 Kilometer südlich von Port Said gelegenen Punkt mit Tanks und Mör sern an. Kairo, — Die VAR klagte Israel an, das Feuer wieder eröffnet zu haben und für den Bruch des vom Sicher heitsrat verfügten Feuerverbots verantwortlich zu sein. Algier. — Die algerische Nachrichtenagentur meldete aus Kairo, dass die Kämpfe zwischen Aegyptern und Israelis fortdauern UN. — Man erwartet, dass angesichts der Wiederaufnah. me der Feindseligketen im Mittelosten der Sicherheitsrat erneut einberufen wird. Paris. — Auf seiner Rückreise von New York hatte König Hussein von Transjordanien eine Unterredung mit dem Präsidenten de Gaulle. Hussein kam aus London, wo Strafe für einen Toten 84 Jahre nach seiner rechtswidrigen Verurteilung zum Tode durch das Reichsgericht ist der .angst hingerichtete Reichstagsbrandstifter van der Lubbe jetzt posthum zu 8 Jahren Zuchthaus wegen menschengelährdender Brandstiftung verurteilt worden. In einem Besohlj-ssverfahren, das aufgrund der Wiedergutmachungs-Bestimmungen möglich war, hat die Strafkammer dei Landgerichts Berlin entschieden, dass van der Lubbe zwar der Brandstiftung, aber nicht des Hocheeriats schuldig gewesen sei, wofür ihn das Reichsgericht ebenfalls seinerzeit verurteilt hatte. Der Generalstaatsanwalt am Kammergericht, Dr. Günther, hatte mit^. wohlberechtigten Gründen den posthumen Freispruch van der Lübbes beantragt. Selbst wenn Lubbe der alle nige Brandsitfter war, so hätte er doch freigesprochen werden müssen, weil dann sein Brand eine Auflehnung gegen das NS-Regime war und damit ein Fanal für die Welt, um auf die zu erwartenden Verbrechen des Hiiler-Regimes aufmerksam zu machen. Van der Lubbe hätte so behandelt werden müssen, wie andere Widerstandskämpfer. Anstattdessen gibt man ihm jetzt eine Strafe von 8 Jah ren Zuchthaus, die das übliche Mass von Strafen gegen NS-Massenmörder erheblich übersteigt. Es ist zu hotten dass der Generalstaatsanwalt gegen den juristisch kaum haltbaren Beschluss Beschwerde einlegen wird. — er Premierminister Harold Wilson von seiner Ansicht in. formiert hatte, dass keine Möglichkeit für einen Friedensschluss zwischen d»n Arabern und Israel besteh! Kairo. — Zur Eröffnung der Konferenz afroasiatischer Staaten, zu der die VAR 75 Länder eingeladen hale, waren nur gezählte Repräsentanten dieser Nationen erschienen. Montag, den 3. Juli Jerusalem. — De Kampü^ in der Suez-Zone, die auch in der Nacht nur stundenweise eine Unterbrechung erfuhren, wurden am zweiten Tag sporadisch fortgesetzt. Auf beiden Seiten kämpften nicht mehr als etwa 200 Mann. Die Israe'is wehrten die Angriffe der Aegypter ab. Kairo. — Radio Kairo meldete den Sieg einer Kompagnie ägyptischer Soldaten über die am Suezkanal stationierten israelischen Einheiten und behauptete israelische Panzerwagen erbeutet zu haben. Tel Aviv. — Ein militärischer Sprecher bezeichnet^ die Behauptungen der Aegypter, dass Israel ,n Sinai neue Kampfhandlungen entfesselt habe, als unwahr und fügte hinzu, die Meldungen des ägyptischen Radiosenders von der Zerstörung israelischer Tanks seien einzig zu propagandistischen Zwecken erfolgt. Moskau. — Die sowjetische Presse meldete die bevorstehende Ankunft des französi sehen Ministerpräsidenten George Pompidou zu Beratungen mit dem Kreml, wie Frankreich und Russland in gemeinsamen Bemühungen die durch das israelische Verteidigungsheer besiegten arabischen Armeen wieder kampffähig machen könnten. Jerusalem. — Verteidigungsminister Mosche Dajar sagte für die Zukunft e>n Aufflammen der Feindseligkeiten voraus, wenn die Sowjetunion weiter Waffen an die Araber liefern wird und diese sich nicht zu direkten Verhandlungen mit Israel bereit finden werden. Nach Aussage Dajans haben die Russen zwei Schlappen erlitten. nämlich dt Niederlage ihrer arabischen Verbündeten und das Versagen der russischen Waffen, die s*e durch Unnachgiebigküt an der diplomatischen Fron* jetzt wettzumachen versuchen. UN. — Generalsekretär 0 Thant besprach mit seinen direkten Mitarbeitern und den Diplomaten die Möglichkeit einer Einberufung des Sicherheitsrates angesichts der Nachrichten von einer Verletzung der Feuereinstellung in Sinai. Die Repräsentanten der VAR und Israels lehnten Erklärungen über diese Zwischenfälle ab, da sie, wie sie angahen, keine offizielle Benachrichtigung ihrer Regierungen erhalten hätten. Dienstag, den 4. Juli UN. — Der arabische Block erklärte, er werde das von „neutralen“ Ländern vorge legte Resolutionsprojekt unterstützen und gegen den lateinameriakniischen Entwurf stimmen. Alles deutet darauf hin, dass die Abstimmung in der Generalversammlung einen neuen Aufschub erfahren wird. Repräsentanten von 22 Ländern haben sich in die Rednerliste eingetragen. Jerusalem. — Das israelische Armeekommando bezichtigte die Aegypter, drei Tage hintereinander den UN- Befehl zur Feuereinstellung verletzt zu haben und we’ter die israelischen Pos!tionen am Suezkanal zu beschiessen. Damaskus. — Ein gemeinsames Communiqué über die Gespräche des syrischen Prä sidenten Al Atassie mit Sowjet-Präsident Podgorny wur de von Damaskus und Moskau herausgegeben. Inzwischen reiste podgorny nach Bagdad. Tel Aviv. — Eine syrische Kompagnie drang nach Aussage eines israelischen Sprechers 20 Kilometer südlich von Kunetra über die Feuereinstellungs-Linie und griff die israelischen Truppen an Der Schusswechsel dauerte 2ti Minuten, bis sich die Syrer wieder zurückzogen. Ein Zug der Eisenbahnlinie El Kantara—El Ansch in Sinai fuhr auf eine Mine, die nach Meinung der Beobachter von ägyptischen Saboteuren, welche hinter den israe liechen Linien am Werk sind, gelegt worden war. Opfer wurden nicht gemeldet. Kairo. — Die afro-asiatische Konferenz beendete ihre dreitägigen Sitzungen mit einer Anklage Israels als „verräterischer Angreifer“ im arabisch-israelischen Krieg, der eine Phase der Offensive genannt wird welche die USA, England und Westdeutschland gegen die »befreiten“ Länder in dei Welt führen. Mittwoch, den 5. Juli UN. — Ebenso vie d.e Verurteilung Israels als Angreifer wurde der Rückzug der israelischen Truppen aus den eroberten arabischen Gebieten ohne vorherige Friedensverhandlungen von der UN- General Versammlung abgeiehnt. Eän israelischer Sprecher erklärte nach Annahme der Resolution über die Ungültigkeit der Annexion Jerusalems durch Israel, dass die Entscheidung über diesen Fall die Kompetenz dei Generalversammlung überschreitet. Aethiopien durchbraoh die geschlossenen Reihen der afro-asiatischen Gruppe mit der Erklärung, dass es den lateinamerikanischen Resolutionaentwurf unterstütze. Jerusalem. — Israel melde ff.v &1 (Frankfurter Allgemeine) Scharfer Protest in Israel Tel Aviv — Eine grosse Protestversammlung gegen die sowjetischen Führer, welche Israel der Anwendung „hitleristischer Methoden" beschuldigen, fand in Tel Aviv statt. Tausende Manifestanten nahmen an dieser Kundgebung teil, darunter ehemalige Soldaten aus dem Zweiten Weltkrieg, Partisanen, Ghettokämpfer, Angehörige der Roten Armee, sowie Ueberlebende aus den nazistischen Ausrottungslagern. Eine der eindrucksvoll* sten Episoden bildete die Einsammlung der im Zweiten Weltkrieg empfangenen Auszeichnungen, die die,«** Teilnehmer am Krieg gegen den Nazismus der Regierung der Sowjetunion und anderer kommunistischer Länder Zurückgaben, te den Abschuss eines ägyptischen Mig-Flugzeugs sowjetischer Fabrikation über den israelischen Stellungen in Sinai. Kairo dementierte diese Nachricht. Tel Aviv. — Aus offiziellen israelischen Quellen verlautete, dass ununterbrochen sowjetische Flugzeuge in Kairo eintreffen, die den geschwächten Streitkräften Aegyptens neues Kriegsmaterial bringen. Donnerstag, den 6. Juli UN. — Generalsekretär U Thant ersuchte persönlich Israels Aussenminister Abba Eban um eine baldige Antwort seiner Regierung auf die Resolution der Generalversammlung, welche die „Annexion“ der Altstadt von Jerusadem als gegenstandslos erklärt. Beirut. — Podgorny Präsident der Sowjeturion, beendete seinen Besuch in Bagdad und kehrte nach Moskau zu rück. Moskau. — Die sowjetische Nachrichten - Agetnr , ,Tass“ behauptete, dass Israel und seine angeblichen Verbündeten „eine schwere moralische und politische Niederlage in den UN erlitten haben“. Di; Meldung verschweigt, dass der sowjetische R.esoiuttc nö-~ entwurf niedergestimmt worden ist, unterstreich jedoch mit Frohlocken dass der Vorschlag der USA nicht zur Abstimmung gelangte, Vatikanstadt. — Papst Paul VI. empfing den Israelischen Botschafter EJhud Avriel in Sonderaudienz, über die Stillschweigen bewahrt wurde. Bekannt wurde nur, dass der Papst seinem Besucher seine Antwort auf ein Schrei« ben aushändigte, welches der israelische Premierminister Levi Eshkol in der vergangenen Woche dem Vatikan übermittelte. Inzwischen traf König Hussein von Transjordanien in Rom ein und wird von pau1 VI. empfangen werden. Tel Aviv. — Ministerpräsident Levi Eshkol erklärte seine Genutuung über die Abstimmung in der UN-Generalversammlung. „Ich habe nie daran geglaubt", bemerkte, .dass es selbst im Jahre 1967 leicht sein würde, ungerechte Beschlüsse durchzusetzen. Ich stelle .r#t Befriedigung fest, dass der gesunde Menschenverstand und die Logik gesiegt haben.“ (Redaktionsschluss; Donnerstag, den 6. Juli, 15 Uhr) Keine neue Teilung Jerusalems Jerusalem. — Israel erklärte zu dem Beschluss der Vereinten Nationen, der die „Annexion“ Jerusalems nicht anerkennt, dass es niemals auf seine Rocht« über die Altstadt verzichten wird und Jerusalem niemals wi« der geteilt werden darf. Arbeitsminister Jigal Akm betonte namens der Regierung: „Die Welt muss sich mit, der Tatsache abfinden, dass die Stadt Jerusalem endlich wieder in den Besitz des Volkes gelangte, das sie erbaut hat, und dass Jerusalem wieder die Heilige Stadt ist.“ Auch Aussenminister Abba EX>an wiederholte in einem TV-Interview, das für das westdeutsche Fernsehnete auf Tonband aufgenommen wurde, das? seine Regierung nicht gewillt ist, die Jerusalemer Altstadt aufzugeben und Jerusalem ungeteilt bleiben muss. Impreso sa I» Imprenta POLIGLOTA — Rivadavla 83 Registro d* » Propiedad Intelectual N* 909.49;

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