Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 28 (1967)
- Issue
- 2224 (30.6.1967)
- Date
- 1967-06-30
- Page
- [Seite 1] (sequence 1)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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JÜDISCHE HHIU PUEYRREDON 2190 — 1* izq. JüxJfentÆHaJsàjCielUcL Año xxvin. BUENOS AIRES, VIERNES 30 DE JUNIO DE 1967 T. E. 83 - 26 1 3 N® 2224 Kampf um Gerechtigkeit von JEHVDA GOTTHFAMER Opfer arabischer Verfolgungen Genf. — Das internationale Rote Kreuz teilte mit. dass es bisher noch von keinem arabischen Staat die Erlaubnis erhalten habe, den Juden zu helfen die durch den dritten arabisch-israelischen Krieg unter Verfolgungen gelitten haben. Der Direktor dieser Institution erklärte, das Rote Kreuz sei der Ansicht, dass diese Juden als Ktiegsopfer ein Anrecht auf Rote-Kreuz-Hilte habe. . . New York. — Dr. Joachim Prinz protestierte in seiner Eigenschaft als President der Konferenz der Präsidenten der grossen jüdischen Organisationen in den USA gegen die „systematischen arabisohen Greuel, die rach °dem jüngsten arabisch-israelischen Krieg gegen die in arabischen Ländern lebenden Juden verütt werden“ Br appellierte an die USA und andere Regierungen sowie an die nordamerikanisohen und ausländischen religiösen Autoritäten, „die Rechte und Menschenwürde der wehrlosen Opfer des nationalen und religiösen Hasses wiederherzustel.en“, (ITA) Abba Eban versas Kosygin Nachdem die Israel-Armee In einer auch die Kenner im Erstaunen setzenden Ueberlegenneit und Meisterschaft die feindlichen Heere ihrer aggressiven Nachbarn vernichtet hat, setzte nach einer kurzen Atempause der Ver wunderung und Niedergeschlagenheit der arabischen und der östlichen Welt eine politische Aktion ein. durch welche der Sieg geschmälert lind — wenn möglich — in eine diplomatische Niederlage Israels verwandelt werden sollte Das war das taktische Ziel, das Russland aufstellte, nachdem der Kreml erkennen musste, dass nicht nur sein Verbündeter“ Nasser gesch agen worden ist, sondern die Sowjetunion selbst einen gewaltigen Prestigeverlust erlitten hat der ihre Position im Mittelosten erschütterte. Auf diese tatsächliche Schwächung der russischen Einfluss-Sphäre in Mittelost sind alle Versuche zurückzuführen, durch persönliche Kontakte in Kairo Nassers Stellung zu stärken und die russische Solidarität r.it der Arabern zu demonstrieren. Hierfür wurden einflussreiche russische Politiker und ‘Minister, und zuletzt sogar der Präsident der Sowjetunion, Herr Nicolai Podgor* tiy, bemüht, dessen Präsidentenstuhl Ihm zwar nicht den ersten Platz, wohl aber ein grosses Ansehen vor der Welt sichert. An der Sachlage durfte allerdings auch Podgornys Kairoer Besuch wenig geändert haben. — Zunächst wurde die Mitteilung lanziert. es seien natürlich nicht nur die Israelis gewesen, die den Aegyptern, Trans Jordaniern und Syrer*, die vernichtende Niederlage in nur vier oder fünf Tagen beigeöraoht haben, eine Niederlage, die umso schwerer wirkt, wenn man die Reden Nassers, seine Drohungen und Ankündigungen in Erinnerung hat, die jenen Vernichttmgskampf gegen Israel ankündigten, der den Staat von der Landkarte löschen und die israelische Bevölkerung ausrotten sollte. Treblinka, Maidanek, Dachau und Ar schwitz waren die grossen Vorbilder eines hemmungslosen Diktators, der Jahre hindurch die „zweite Rund-“ ankündigte und vorbereitete, der die heftigster Drohungen ausstiess und alle Vorbereitungen traf, um die „Juden ins Meer zu werfen“. Vier oder fünf Tage dauerte der Kampf durch den Nasser und seine mit modernsten Waffen ausgerüsteten Heere geschlagen, zertrümmert, vernichtet wurden. Nassers Thron wackelte, er wollte zurücktreten hatte vielleicht schon abgedankt, als die Russen eingriffen, um ihn an der Macht zu halten, eine willkommene Marionette in ihrer Hand, doppelt gewillt, alle russischen Wünsche zu erfüllen, nachdem er es nur noch den Sowjets zu verdanken hatte, überdes grosspurigen Nasser verschleiern. Dass diese Behauptungen zutreffend seien, wird heute selbst nicht einmal von der arabischen Presse aufrecht erhalten. König Hussein, der Herr über Transjordanien, hat sogar öffentlich bekannt gemacht, dass er weder englische noch amerikanische Flugzeuge gesehen hätte. Damit kommen wir zu der zuliebe gemacht sondern stellt den ersten Versuch dar, das transjordanisch-westliche Verhältnis zu normalisieren. Nur von englischer und amerikanischer Seite kann Hussein Hilfe erwarten, nur diese beHen Länder sind im Stande Schritte zu unternehmen, um ihm konstruktive Hilfe zu gewähren. Eine Benieiicung über die fatale und skrupellose Politik der Waffen liefernden Staa ten muss hier eingeflochten werden. Bei dem Zusammen prall der israelischer mit den transiordanien Streitkräften kämpften beide Gegner mh den gleichen Waffen Denn amerikanische Vanks mit der israelischen Flagge stiesser. auf amerikanische Tanks der trans jordanischen Legion... Sicher haben die Amerikaner immer mit der Möglichkeit eines bewaffneten Konflikts dieser beiden Länder rech, nen müssen, was sie aller dings nicht daran hinderte, beide mit den gleichen Waf fen zu versorgen Hussein durfte inzwischen — jedenfalls voriioergehend, seine Beziehungen mit Nasser abgebrochen haben. Er kann nur auf die westliche Karte setzen, wenn er seine königliche Macht behalten will. Die Russen oder Chinesen w irden ihn sofort a's /olksverräter eliminieren Bekanntlich sind die Beziehungen zwischen dem Königreich Trans;ordanien und der syrischen Volksrepublik, die am stärksten dem sowjetischen und chinesischen Ein fluss unterliegt, die denkbar schlechtesten gewesen Plöfca lieh waren sie im Kampf gegen Israel Verbündete Aber diese arabische Bruderschaft reichte nicht aus dass die syriscren Truppen den be drängten Transjordan’ern zu Hilfe geeilt wären. Sie haben noch nicht einmal den Versuch hierzu unternommen, offenbar deswegen, weil sie die S~hwähung der transjordanischen Macht mit Genug tuung beobachteten, sicher, ’ich aber auch, weil sie hierzu nicht in der Lage waren. So musste Transiordanien allein seinen heiligen Krieg gegen Israel führen... Nachdem das Argument nicht überzeugen konnte. Is rael habe seinen, von der ganzen freien Welt bewunderten Triumph über die vielen arabischen Armeen mithilfe der englischen und ame rikanischen Luftwaffe errungen, ist man sofort zu einer neuen politischen These übergegangen: Israel habe den Krieg begonnen und sei deswegen der Angreifer. Für die sen V crleumdungsfeldzug vor aller Welt entschied sich der Kreml, der plötzlich zum Wortführer gegen Israel wurde, die diplomatischen Beziehungen zu Israel abbrach andere kommunistische Länder hierzu veranlasste die teilwe:se widerstrebend wie Ungarn, teilweise sofort wie die CSR und Ostdeutschland, auf diese Parole eingingen und ebenfalls die Beziehungen abb-achen Russland verlangte dann vom Sicherheitsrat, er solle Israels als Angreifer anpran gern. Dieser Versuch scheiterte. Darrtufhin erzwang Russland die Einberufung det UN - Vollversammlung, die nun seit Tangen zu einer Redetribiine für alle Völker geworden ist. Während d.ese Zeilen geschrieben werder, hält diese Schlacht det Worte nooh an. Der Ausgang die ser Debatte ist nicht abzusehen. Russlands mächtiger Pre- New York. — Der israel:- sche Aussenminister Abba Eban kommentierte die Erklärungen, die der sowjetische Premierminister Kosygin auf einer Pressekonferenz machte und stellte fest, dass Kosygins Aussagen „nichts Neues enthalten haben, das ich selbst nicht schon in meiner eigenen Rede vor der Generalversammlung beantwortet hätte“. „Kosygin“, führte Eban aus, .gründet sein. Vorschläge auf die falsche Voraussetzung, dass Israel der Angreifer gewesen ist. Es 'st ihm nicht gelungen, im Sicher- Freiwillige Jerusalem. — Sv-t Beginn der gegenwä rügen Krise trafen etwa 3 700 Fr.- willige, darunter 166 Aerzte und 44 Krankenschwestern, in Israel ein wie Eliahu Dobkiti von der Zionistischen Weltexekutive mitteilte. D'e Freiwilligen wurden auf 177 Si idlungen verteilt. Das stärkste Kontingent von Freiwilligen, nämlich 1.030 kamen aus England. Ihnen folgen in absteigender Zahl Freiwillige aus Frankreich. Südafrika, Kmada und den USA. — (ITA) mier Kosygin erschien selber in den UN, wo er in einer wilden Rede viele Ungeheuerlichkeiten sagte die es den1 wortgewandten israelischen Aussei minister Abba Eban nicht schwer machten, dem Russen in gebührender Fonm zu erwidern. Ein Berichterstatter bemerkte zu dem Abzug Kosygins aus dem Versamm ungssaal der UN während der Ausführungen Ebans dass der israelische Aussenminister den Bussen förmlich zu diesem Rückzug gezwungen habe. Jedenfalls habe die Demonstration Kosygins. die als Affront gegen Israel gemeint war, das israelische Prestige ausserordentlich gehoben. Im Laufe der Debatte fielen die Bemerkungen auf, die der UN-Generalsekretär U Thant durch sein hohes Amt eigentlich zur Neutralität und Objektivität gehalten, zu seiner Rechtfertigung machte. Auch diese Intervention rief den denkbar schlechtesten Eindruck hervor und hatte zur Folge, dass Israels Ansehen stieg, obwohl u Thant ganz offensichtlich das Ge gentei. beabsichtigt hatte Der russische Antrag auf , heitsrat die Untersrüzung set* ner Anklage zu erreichen Wenn er Israel als Angreifer anprangert, so steht dies im Gegensatz zur Wahrheit und Realität. Diese Behauptung wird von den fortsi hrittliehen und friedliebenden Kreisen in der ganzen Welt abgelehnt, die Israels Kampf um seine Sicherheit, den Frieden und das Recht zur Selbstverteidigung unterstützen. „Der Vorschlag Kosygins bedeutet einzig die Rückkehr zu der Situation der Kriegsbereitschaft, in dem sich d'e arabischen Staaten nis zum 4. Juni befunden haben. Diese Situation hat die jüngsten Feindseligkeiten ausgelöst. Nicht das Beharren Israels auf Anerkennung seiner Souveränität, die Achtung seiner Sicherheit und den Friedensschluss birgt eine Möglichkeit für den Ausbruch neuer Feindseligkeiten im Mittelosten in sich. Diese Bedingungen werden vielmehr durch das Verlangen geschaffen, dass Israel seine Truppen zurückziehen soll, bevor der Frieden gesichert ist. Dies ist nicht nur die Meinung Israels, sondern auch andere Regierungen haben diese Gefahr erkannt, wie aus den Reden ihrer politischen Führer innerhalb und ausserhalb der Vereinten Nationen hervorgeht. „Der sowjetische Vorschlag ist ein Rezept fiir einen neuen Krieg. Kosygin hat trotz der Gelegenheit d’e ihm die Journalisten bei einer Pressekonferenz durch ihre Fragen boten, nicht ein einzige» Wort gesagt, um den Frieden; zwischen den Araberstaaten und Israel oder d'e Beendigung der kriegerieshen Handlungen zu befürworten“, schloss Abba Eban (ITA) Verurteilung Israels als Angreifer und die Unterstützung, die dieser Antrag auf vielen Seiten gefunden hat, lassen die Frage auftauchen, ob es überhaupt Gerechtigkeit auf Erden gibt. Können die pc’itischen Absichten und Ziele einer Grossmaent oder anderer Länder In ihrem Gefolge rechtfertigen, sich zu derartigen Forderungen und Behauptungen aufzuschwingen, von denen man anneh ■ men muss, dass sie wider bes. seres Wissen auf gestalt worden sind Aber die Welt hat sich in langen Jahrzehnten daran gewöhnen können, dass die Russen ai’e ihre Prinzipien über den Haufen %£ s'* a - i msm 4 3* ■/..■viV/'W'., Die Einwanderungwird fortgesetzt haupt an der ,Macht' zu sein... Engländer und Amerikaner bestrüten sofort die Lügenpropaganda, sie hätten in den Krieg eingegriffen, den sie nicht verhindern konnten, obwohl sie es gewollt hätten. Aber diese Frage ist in die. serp Zusammenhang nicht wesentlich; sie muss gesondert betrachtet und analysiert werden. D;e arabischen Meldungen über englische und amerikanische Flieger, die Bomben auf die arabischen Stellungen oder gar Städte geworfen hätten, sollten die militärische Ueberle. genheit Israels abschwächen und die furchtbare Blamage Probleme der Wirtschaft Tel Aviv. — Die Eroberung des ganzen von Transjordanien westlich des Jordanflusses okkupierten Territoriums und des Gaza-Streifens schafft Israel neue wirtschaftliche Probleme, denn beide Gebiete können sich nicht einmal wirtschaftlich selbst versorgen. In dem unfruchtbaren schmalen Gaza-Streifen leben ea. 400.000 Menschen. Dort gibt es keine Industrie und die einzige Einnahmequelle bilden Zitruspflanzungen, deren Produkte jedoch so minderwertig sind, dass sie sich nicht für den Export eignen. Diese Früchte wurden früher nach Aegypten verkauft. Auf dem Westufer des Jordan wohnen etwa eine Million arabische Bauern, die Keine Uebersohüsse für die Ausfuhr produzieren. Industrien gibt es kaum. Die einzigen Einnahmequellen bilden die neuen Orte, die für Touristen interessant sind wie Bethlehem und di« Jerusalemer Altstadt, welche jüdische Besucher aus dem Ausland anziehen. Israel sieht sich heute gezwungen, rund anderthalb Millionen Araber zu ernähren wofür schätzungsweise 19 bis 20 Millionen Dollar jährlich notwendig sein werden, (ITA) erbärmlichen Rolle, die dieser arabische Monarch in den kriegerischen Auseinandersetzungen gespielt hat Dass Nasser seit vielen Jahrei. danach trachtet, den von England abhängigen Mona’*- chen zu stürzen dass Nasser sogar bereits wiederholt versuchte ihn ermorden 2u lassen, ist bekannt. Bis zum letz, ten Tage hielt sich Husseir zurück da er Nasser fürchtete und seinen Befehlen Widerstand entgegensetzte. Die Zweiteilung im arabischen Lager zwischen den beider König-eichen Saudi Arabien und Transjordanien. denen der Libanon und Kuwait zu zurec.men sind und die alle dem Westen zuueigen, und kommunistischen infiltrierten, von Moskau unterstützten und mit Peking liebäugelnden Ländern wie Aegyp. ten, Svrien und Irak bestand auch noch bis zum Ausbruch des Konflikts. Dass sich Hussein im letz ten Augenblick der arabischen „Einheitsfront“ anschloss, war sein Verhängnis. Offenbar glaubte er zu seinem Schaden den Verspre. chungen Nassers er werdp die Juden ins Meer werfen, und folgte in der Hoffnung auf eigene Beute seinen Losungen Dass er sich irrte, wird er teuer bezahlen müshen. Cb er auf die Dauer seinen Tnron retten kann, bleibe dahingestellt. Diö Erklärungen des Königs Hussein, er habe keire amerikanischen und englischen Bomber gesehen — die der Wahrheit entsprechen dürfte —, wurde nicht Lsraei (Schluss auf Seite 2) UM DEN STATUS VON JERUSALEM UN. — israels Aussenminister Abba Eban erläuterte erneut die von seiner Regierung vertretene Politik fiir die „Einheit von Jerusalem“ und den freien Zutritt zuden m dieser Stadt gelegenen heiligen Stätten aller Religionen. Er machte diese Ausführungen in einer Bege^nung mit der Presse“ betitelten Bildfunksendung”der NBC. Auf die Frage, ob Israel seine Postiion über die „Annektion“ von Jerusalem „fixiert“ habe enteegnete Eban, der Zugang zu den heiligen Stätten sei „durch die Einheit der Stadt gesichert“ und stelle im weiterer' eine Frage dar, über die verhandelt werden könne. ... Per Vatikan hatte einige Tage zuvor durch seiner, ständigen Beobachter bei den UN in einem Scnreiben die Internationalisierung Jerusalems verlangt. Dieser Auffassung hat sich der Weltkirchenrat, der iiner 200 protestantische und orthodoxe Glaubensgemeinschaften vertritt' nicht angeschlossen sondern erklärt dass der Status von Jerusalem und der heiligen Stätten in erster Reihe ein politisches Problem sei, das seiner def'nitiven Lösung noch harre. (ITA)