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Jüdische Wochenschau · 1967-06-23 · 2223 (23.6.1967) · p. [Seite 7]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
28 (1967)
Issue
2223 (23.6.1967)
Date
1967-06-23
Page
[Seite 7] (sequence 7)
Language
German, Spanish
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Viernes, 23 de Junio de 1967 LA SEMANA ISRAELITA An« XXV11I. — N* 2223 — 7 Ein Leitartikel der Prensa Unter der Ueberschrift, „Besiegte, die alk ihre Bedingungen aulzw4ngen wollen" veröffentlichte die Zeitung , La Prensa“ am 21 Juni einen Leitartikel folgenden Inhalts (in deutscher Ueber Setzung): „Der schnelle Sieg Israels über die verbündeten arabischen Nationen unter Führung des ägyptischen D ktators wurde von der Weltmeinung als eine Tat ohnegleichen iE der Kriegsgeschichte unserer Zeit gewertet. Fünf Tage genügten dem israelischen Heer, um die Truppen von zehn Staaten, deren Bevölkerung seine eigene um viele Male übersteigt und deren h jchmodeme Waffen ihnen fast ausschliesslich von der Sowjetunion geliefert wuiden, entscheidend zu schlagen. Russland vertraute auf seinen Sieg und benötigte diesen als Pfand füt die Ausdehnung des Korrn remis mus in Welt. Man ha* errechnet, dass das sowjetische Material für einen Krieg zu Land und in der Luit, welches von den Truppen des Generals Dajan zerstört oder erobert wurde einen Wert von 4 Millionen Dollar dar stellt, die Moskau verloren hat. Israel hat 2.700 600 Einwohnei und mobilisierte 70.000 Soldaten, di« es den HO Millionen Arabern und Trupp rn entge ge ns teilte, welche zumindest um das Fünf fache diejenigen des kleinen Staates bertreffen, dessen Umrisse auf den Landkarten einen jeden erstaunt, der sie mit d^'- Weite des es umgebenden feindlichen Territoriums vergleicht. .Dieser Sieg ohnegleichen, Ftucht der Energie, des militärischen Wissens eines ürossen Führers und der technischen Fähigkeit eines jeden seiner Untergebenen, wurde von Israel ohne Hilfe irgendeiner fremden Nation errungen. Er ist einer .ier unbestreitbarsten, die man nennen könnte, und wurde unter den ungünstigsten politischen Bedingungen erkämpft Die Sowjetunion trat ausser als Lieferant von Waffen als Anstifterin zum Krieg in Ersolieinung und versprach nach allen Richtungen hin Garantien. Die Araber proklamierten einen „hehigen Krieg", bis die Israelis „ins Meer geworfen“ und für immer als Nation ausgerottet sein würden. Sie waren an allen ihren Fronten mobibsiert und natten im Verlauf von Stunden den Rückzug der „Blauhelme“ der Vereinten Nationen erreicht, die dort als Wächter des Friedens stationiert waren. Sekretär U Thant kam d^er Förderung mit ungewöhnlicher Schnelle nach und erstreckte seine Massnahme bis zur Koste des Golfes von Akaba. dessen freie Schifffahrt zu garantieren er berufen war. Kaum war dieser überstürzte Rückzug vor sich gegangen, so besetzte der ägyptische Diktator Shannel S'heik, den Schliisselpunkt des Golfs dessen Flak kk-rung er sofort befahl Dies kam einer Kriegserklärung gleich. „Die kurze und zerstikeriscrie Aktion — die angesichts ues erschütterten G’eic-hge Wichte der Kräfte angezeig* war —, welche Israel ohne jegliene Schwierigkeit durch «eine Truppen durchfiihrte, hat ihm die Bewunderung der Welt eingetragen. Selbst die Aegypter haben sie angesichts der Niederlage ihrer Soldaten ohne Verzögerung durch den Mund ihres Führers und Autokraten zugegeben, welche als Anerkennung seiner Verantwortlichkeit für diesen Zusammenbruch seinen Rücktritt anbot Er er klärte sich verlassen von seinen Beschützern und entfesselte e ne Welle von Vorwür. fen gegen den Kreml, den er anklagfe, nicht in den Krieg eingegriffen zu haben, als nicht zu verheimlichen war. dass der Nasserismus zu einer Weiterführung unfähig war. Gesandte reisten nach Moskau und kamen von dort zurück; und hier geschah ein Wandel, der für diejenigen nicht überraschend war, die die totalitäre Duplizität kennen, doch sch wer! ich allein einem Kunstgriff des ägyptischen Diktators zugeschriebtn werden kann. Alles Heutet aui die Ftolgerung, dass als dieser seinen Rücktritt zuriiekaog und neuerlich kriegerische Drohungen auszustossen begann, er dies auf sowjetische Anregung tat. (Nachdem der kommunistische Imperialismus durch die Niederlag. s;iner Varbündeter. und ihrer Waffen n Mis.,Kredit geraten und nicht bereit war. oine schon unmögl’cbe militärische Hilfe m versprechen, ohne sich für e’nen Weltkrieg zu entsehliessen beschloss er den Streit den UN zu unterbreiten und hierrri't eiren schon beendeten Krieg in ein diplomatisches Ränkespiel zu verwandeln, das im Propagan^azentrum de* internationaler Organismus vor sich geht dessen Sekretär sich so ak*’v gezrigt hatte, dem Zusammen ’tos*- der W-ffen freie Bahn zr geben. ,Der erste Schi.tt. dessen Unwirksamkeit nicht zu bezweife n war. bestand lirin. den Fall dem Sk horheirisraf vorzulegen, wogepen sich Russla: d halsstarrig gewehrt hatte, solange e„ auf seine Flugzeuge, seine Tanks und die Zchl seiner Freunde vertraute. Die einzige Behörde die gemäss der UN-Chirter Verfügungen in diesem S'rei" treffen kann, der Sichert e,tsrat, lehnte das sowjetische Verlangen ab, Israel als Angreif ei zu erkläre, und hm die Räumung der Gebist' zu befehlen, welche es mit seinem Heldenmut erobert hat. Auf diese We*se w’areu die Dinge wieder zu dem fr ’heren S*and der Waffenruhe Ohre Waffenstillstand noch Friedensvertrag zurückgekehrt. denn aus einem solchen Vertrag konnte nichts ander's resultieren als die Anerkennung der israelischen Nation durch seine Angreifer. die Bestimmung s’iner Grenzen, die Freiheit der Schiffahrt in Akaba und ^ue-c und d e Garantie dass Israel nicht einer vierten Aggression ausgesetzt sein wrürde, w«nn es auf den Schutz seiner Positionen verzichtete, die ’hm heute eine bessere Vert.idigung gestatten Nach dem Scheitern des ersten Schrittes. hat der kommunistische Imperialismus den zwe'ten Schritt getan: er nat willkürlich e’nen Fall vor die UN- Versammlung getragen, der schon entschieden war zuerst durch die Waffen und später vom Sicherheitsrat, dem endgültigen Richter über Fried m und Krieg. „Auf diesem Wege will man mit roher Verletzung der militäris-hen, juristischen, politischen und moralis ’her Prinzipien die Niederlage in einen Sieg umzuwandeln Moskau will um jeden Preis ein Volk bestrafen das rieh tapfer einer mächtigen Verschwörung erwehrt und sie mit . tarkem Prestigev-iust , für ihren hauptsächlicher Anstifter und Verantwortlichen aufgehalten hat. In sei- , nem Streben nach illegitimer Revanche zählte der Kreml mit der ausdrücklichen oder schweigenden Unterstii‘z,ung von Regierungen, die zum Schluss bei diesem Gewebe universeller Zerrüttung nur als Verlierer dastehen können Wir werden bald sehen, wie sieh die Positionen klären. Was die Versammlung entscheiden wird, wrird keinen praktischen Einfluss haben können, wenn es dem uo.nostössi.ehen Spruch des Si eherhirtsrates zuwideriäuft Wir können sogar bei dieser schändlichen Nachsicht der Kühnheit mit der F*urchtsam. keit und Empfindlichkeit den Skandal erleben, dass eine Organisation, die geschaffen wurde um den K^ eg zu verhüten. den Frieden zu sichern und denen Gerecntig keit widerfahren zu lassen, die da> Recht auf ihrer Seite haben den Versuch unter, nimmt, seine Prinzipien und Ziele zu verleugnen und sieb zur eigenmächtigen Verteilerin von Siegen und Niederlagen aufschwingt indem sie sich den Erpressungen eines Regimes der Aggression und des Raubes willfährig zeigt, das der unerschrockenste Fieind ist, welcher heute die zivilisierte Menschheit bedroht.“ , K£RCn KAyemcT CEtSiLAEC pp!srb»v*. *■» COMITE CENTRO EUROPEO Corrientes 2294 — VI- Stock — T. E. 48-3993, 48-5683 UNA NUEVA ALDEA EN EL MONTE HAZON Los tractores del KKL están preparando la tierra pera la construcción de una nue va aldea judia que llevará el nembre "Hazon", en el Monte Hazon, en la Galilea Central. Próximamente serán construidas las primeras casas, después que el KKL haya rehabilitado para la agricultura 2.000 dunames Una gran parte de esta extensión ya ha sido plantada con di- A U $ UNSERER ARBEIT Ans Solidarität mit Israel irberw «sen uns: Ehepaar Maurkio und Leonor Lebenbannt y 5.006.—; Fran Isabe* Mayer $ 5.000.—. AUS UNSEREN KOLONIEN Unsere Mitarbeiterin, Frau Juana May de Pfeifer aus der Kolonie Avigdor überwies uns $ 16.330.— als Ergebnis von Büchsenleerungen; die besten Büchsen waren bei Famiben Deutschkron, I>uisa Drucker, Marta Glaser, Lea Janowsky, Elsa Kaufmann Elena May, Rosa Pfrifer, Minque Preisler und Elster Strauss. Beim Leeren der Büchsen haben mjfgea*'beitet : F-au Fany Deutschsron und Frl. Elsa Goldstand versas variedades de ¿ruóles frutales. La decisión de establecer esta nueva aldea se tomo hace dos año«, en los marcos del Proyecto de Desarrolla de la Gaülea. sus habitantes serán, principalmente, nijos de agricultores de las ya existentes aldeas de la Galilea y el número de candidatos excede ya la cantidad de granja« disponibles BESTF BUECHSEN Familien Anker und Vigel, Heriberto Arnold, Gernän Bemhtut, Manfred Engere, Igo Fligler, Gel'er Hnos., Hüde Grätz, Pablo Grzyir.'sch, Wolf Händler, Witwe Heimann Celine Hönisch, Ber toido Kahn, Lilly Kahn, Ir ma Levy, George Mariuse Enrique Nördlinger, A. Oppenheim SRL, Balo Perl Sofia Philipps, Irma Schlesinger, Margarita Schuster, Har. ry Samuel Seligmann, Leo poldo Sternberg. Dr. Hugo Straus«, United Restitution Office Wiily Wolfi, Arturo Zeiler, Dr. Juan Zweigenfhai. SAN MIGUEL: Shekla Gutmann. Paula Katz, Dina Wolff. HARDI SWARSENSKY: Walther Rathenau (LEBEN, WERK UND WOLLEN) (1. Fortsetzung) Auf diese Zusammenhänge musste hingewießen werden, um Leben Werk und Sterben Walther Rmhenaus zu verstehen, der eine der markantesten Persönlichkeiten deß „deutsclien Judentums“ war, eine seiner glänzendsten Erscheinungen, aber such ein Mensch, dem die Problematik dieses einmaligen Historischen Wagnisses zum Schicksal und zum Verhängnis wurde. II. Aktion und Reaktion Es war mehr als ein klassischer Vergleich. als der dreu’ndsiebzigiährige Goethe. nachdem er dem Spiel des zwölfjährigen Felix Mendelssohn-Bartroldy gelauscht hatte, zu ihm die ergrefei.öen Wort sprach: „Du eist mein David So’lte ich krank und traurig werden so Irin ne eie bösen Träume durch Dein Spiel. Ich werde auch nie mit dem Speer nach Dr werfen“ (vgl. Franz Kobler. Juden und Judentum in deutschen Briefen aus drei Jahrhunderten, zit’ert nach Adolf Leschritzer, Saul und David, Heidelberg 19f4). Das Versprechen, das bei der Begegnung dieser zwei Grossen Goethe (Saul) dem jungen Mendelssohn-Bartholdy (Dav^) gegeben hatte, wurde nicht gehalten. Der Speer wurde gegen das Volk Davids geschleudert. Millionen Juden wmden von deutscher Hand dahingemordet... Mit dem Beginn der Bmanzaoation der Juden in Miite.europa entsteht eine neue Form des Judenhasses, der „Antisenütisn us“ moderner Prägung. (Der Ausdruck Antisemitismus wurde erstmalig von Wilhelm Marr. einem heftigen Judengegner, um 1879 gebraucht) De Antisemiten wandten sich zunächst dagegen, dass die Juden zwar die „Vorteile“ der Emanziparion geniessen, nicht aber gewillt seien, wirklich in ihrer Umgebung aufzugehen, eine Förderung, die bereits von Napoleon auf dem von ihm zusammengerufenen „Svnhedrion“ aufgestellt worden war, mit der praktisch die Juden ihre Selbetauflösung Deschliessen sollten In einer kleinen, in Wien 1849 erschienenen Schrift „De Juden nach ihrer Emanzipation“ psychologisch dargestellt von Car; Theodor Eccarius warnt unter dem Geleitwort „Gleiche Rechte gleicne Pflichten*“ der Autor vor den Gefahren einer bürgerlichen Gleichberechtigung der Juden, die im Leben licht einer „moralischen" Gleichste'lung entsprechen würde da die Juden nicht die Pflichten der Christen zu übernehmen bereit seien. Aber solche Pamphlete bildeten nur einen Anfang. Die Reaktion setzte mat der grossen deutschen Wirtschaftskrise ein, die im „Berliner Antisemitismussticit“ U879—1880) einen Höhepunkt errei hte, als der berühmte deutsche Histor.kei Heinrich von Treitsehke von der Gefahr der , Verjudung“ sprach „Ueber unsere Cstgrenze dringt Jahr für Jabr aus der unerschöpflichen polnischen W'ege eine Schar strebsamer hasenverkaufender Jmg- 1 nge herein, deren Kinder und Findelkinder dereinst Deutschlands Börsen und Zeitungen beherrschen sollen" .. Ir dieser Diskussion zwischen Professoren versiniedener deutscher Universitäten haben sich Qie jüdischen Wortführer würdig verhalten. in erster Linie der grosse jüdische Hi. storiker Heinrich Graetz der den narioraljüdischen Standpunkt in dieser Auseinandersetzung vertreten hat. Die Gegner aber benutzten bere-ts alle Argumente bis zu der von Goebbels später immer wieder gebrauchten Parole „Die Juden sind unser Unglück", eine Formulierung, die von Treitsehke stammt. Aber selbst der wohlwollende Berliner Professor Theoaor Mommsen der sich entschieden gegen alle antisemitischen Aeusserungen wendet* , erwartet“ von den Juden, da* sie end» lieh alle Sentiment« fallen lassen und... Christen werden. Er schreibt: Auch die Juden führt keir, Moses wieder in das gelobte Land; mögen sie Hosen verkaufen oder Bücher schreiben, es ist ihre Pflicht, so weit sie es können, ohne gegen ihr Gewissen zu handeln, auch ihrerse’t« die Sonderart nach bestem Vermögen von sich zu tun und ade Schranken zwischen sich und den übrigen deutschen Mitbürgern mit entschlossener Hand niederzuwerfen“. — Also auch die „guten“ Deut, sehen fordern die SeJbstaufgab« der Juden. Hierzu wa-en die Juden aber nicht oder nur bedingt bereit. In dem Schwanken zwischen diesen beiden Polin, Bewahren und Aufgabe de6 Judentums vollzog sich die Tragödie einer Gemeinschaft, die ihre bürgerliche Gleichberechtigung erkämpft hatte hierfür aber einen allzu hohen Preis bezahlen sollte. Nach dm KRIEG muss der FRIEDEN gewonnen werden Vergesst das nicht!! COMITE CENTROEUROPEO DE LA CAMPAÑA UNIDA (Keren Hajessod) SARMIENTO 2376. ÜL — T. E. 47-3820

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