Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 28 (1967)
- Issue
- 2223 (23.6.1967)
- Date
- 1967-06-23
- Page
- [Seite 5] (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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LA SEMANA I8RAEL1TA Año XXVIII. — N" 2223 — 5 Viernes, 23 «te Junio de 1967 Der Krieg gegen Aegypten (Vorbemerkung: Die nachstehenden Ausführungen (von uns gekürzt) wurden am Frei tag, den 9. Juni, also wahrend der Kregshandlungen, in der is- I aelisehen Tageszeitung Jedioth Chadashot veröffentlicht). — Das grosse Café neben der Eisenuahnstation von Rafiah ist in bunten Farben geschmückt, frisch angemalt und hat den stolzen Namen „Victory" erhalten Vor dem von einem Militaerkorrespondenten wärts, z. B. in El Arisch, bot sich den durchziehenden Truppen, die immer we’ter nach Süden drangen, das gleiche Bild.Stolze Proklamierungen, vielfarbige Slogans auf verschmutzten Häuserwändon und alles überragend eine weisse Fahne, manchmal nur ein einfaches Tuch, manchmal auch ein Stück eleganter Damenwäsche. Der Traum der Araber von Hegemonie und einem Vernich. ägyptischen Armee die einen weissen Streifen (Israels Kennzeichen) erhielten und Proviant, Munition und anderen Nachschub für die Armee bringen, bis zur Kampflinie, nie sich von Stunde zu Stundt weiter entfernt. Die meisten dieser Wagen sind russische ,,Zin“, hochbeinig wenn auch etwas plump, aber wie ihre Chauffeure sagen, „ausgezeichnete Arbeitspferde“. Auf dem Militär-Chefrabbiner Shlomo Goren, mit der Tora und dem Schofar in der Hand, an der Klagemauer Café rockten am Mittwoch, dh. vor zwei Tagen Hur.derte von ägyptischen Soldaten, unbewaffnet, einige von ihnen sogar nur in Unterwäsche gekleidet, und warteten auf die Egged-Autobusse, um in die Gefangenschaft zu ziehen. Aehrliche Bilder waren diese Woche in der gesan.ten Gaza-Zone zu sehen. Südtungsfeldzug wurde hier iäh unterbrochen und die Mitläufer Nassers zu den harten Realitäten erwecke. Mittwoch Vornv'ttag: An der Ri ndfahrt nach Gaza stehen lang« Schlangen vor Lastwagen, Militärf ahrzeugen, mobilisierten Privatautos Was jedoch am meisten frappiert, sind die zahlreichen eroberten Autos der Kühler sind russische Aufschrif en. Auf den Schaltbrettern arabische Anweisungen, am Steuer Soldaten Zahals. Die Zahal-Chauffeure sind mit den sowjetischen Wagen zufrieden: „Sie ’assen sich leicht chauffieren", erzählt mir ein Soldat, „aber die Aegypter haben sie schrecklich vernachlässigt und jetzt haben wir darunter zu leiden." Neben den russischen 'Vagen hier und da auch ostdeutsche EWD-Kraftfahrzeu. ge die aber etw’as älter und fast gänzlich lierurtergewirtschaft erscheinen. In der Ferne hören wir Schüsse und Mörsereinschläge. Wir pirschen uns zu Fuss vorwärts bis an den Eingang von Gaza. Hier liegt noch das verbrannte Gesteh eines Contessa ¿300, mit dem am Vor. tage e ne Gruppe von Journalisten auf eine Mine fuhr. Vorsicnt ist angebracht. Man darf die Strasse überhaupt nicht verlassen überall haben die Aegypter vor ihrer Flucht Minen vergraben. Die Schüsse werden heftiger und die Feuerdichte nimmt zu. Auf unserer Linken bereitet man sich zur Aktion vor. Mittelstarke Mörser spr.ien Feuer und Stahl in Richtung der Quelle der Schüsse Einschlag auf Einschlag Man hält sich die Ohren zu, weil der Lärm unerträglich erscheint, aber wenn es sein muss, hilft man mit, die Munition weiterzureienen, und man vergisst schnell, dass man sich die Ohren zustopfen sollte. Der gegnerische Einsatz lässt nach, Israe'iSche Fanzer dringen bis zu dem Dorf, aus dem die Schüsse kan.°n, vor, um es zu besetzen. Bald werden hier wieder einige ägyptische Gefangene im Staub hocken, wahrscheinlich neben weiteren Plakaten, auf denen von , Sieg“ die Rede ist. Aehnliche Szenen spielen sich sei fast drei Tagen immer wieder überall in den unendlichen Weiten der Sinai Wüste ab Wir fahren weiter, in die Stadt Gaza hinein Vor dem Palast des Gouverneurs stehen zahlreiche ¿ahal-Fahr. Blick in die Welt von HAROLD SCHWARCZ INDISCHE DIPLOMATEN, die aus dem Roten China ausgewiesen worden sind, berichteten in Hong Kong, sie seien von der Roten Garde misshandelt worden. — AUS MEHREREN nordamerikanischen Städten werden erneut Zusammenstösse zwischen Weissen und Schwarzen gemeldet. — DAS SCHICKSAL Gibraltars soll durch eine Volksabstimmung entschieden werden. — GROSSBRITANNISN will nur dann der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft beitreten, wenn es „ils vollberechtigtes Mitglied aufgenommen w'ird. KEIN EINVERNEHMEN besteht zwischen den TJSA und der Sowjetunion über ein Verbct des Gebrauches von Atomwaffen, wie aus Genf mitgeteilt wird. — KMEDHAT FAHMY, ägyptischer Brigadegenera' in israelischer Gefangenschaft, der seine Ausbildung in Moskau erhalten hat, gab seiner Hoffnung Ausdruck dass es zu keinem weiteren Krieg zwischen Aegypten und Israe’ kommen werde. — LIBYEN ersuchte die USA und England um Aufgabe ihrer militärischen Stützpunkte auf iibyischem Gebiet. — EINE NEUE amerikanische Offensive wird aus Vietnam gemeldet. — EIN FLUGHAFEN im Amazonas-Gebiet wurde von Eingeborenen angegriffen, sodass die brasilianische Luftwaffe Verstärkungen entsenden musste. — ANGUILLA, eine kleine lnsei im karibischen Meer, die (Seit dem 17. Jahrhundert zu England gehört, erklärte sich unabhängig und bat die USA, das Protektorat auszuüeen. STEINE FLOGEN in der indischen Hauptstadt gt-gen das Gebäude der rotchinesischen Botschaft.... - NORWEGEN beantragte seine Aufnahme in die EWG. TRUPPEN besetzten einige kolumbianische Universitäten. — GENERAL NGUYEN Van Thieu, südvietnarnesiseber Generalstabschef, ist der Gegenkandidat gegen r;en äugenblicklichen Präsidenten Nguyen Kau Ky, zu den Wahlen im September. — STUDENTEN protestierten in der südko’eanisehen Hauptstadt Seul gegen die Regierungspolitik — BUNDESKANZLER Kiesinger sprach sich für direkte Verhandlungen mit den Ostdeutschen aus — POLIZEI besetzte venezolaniscne Universitäten — WASHINGTON und Peking setzten hr Gespräch in Warschau fort, das vor 12 Jahren unterbrochen wurde. — BOUMEDIENNE, der Ben Beila stürzte spielt sich Jetzt al6 Heros der arabischen Länder auf. — zeuge und häuft sich ägyptischer Schmutz- Berge von alten Zeitungen, Flaschen, Büchsen und Unrat, von den . Aegypu-rn hinter hissen, der jetzt von einigen Männern aus Gaza mit starkem Bbck. aber gelassen wegge räumt wird. Denn morgen soll das Leoen in Gaza wieder noimal i werden, sagte uns ein Mann aus Haifa, der je zt die Eisenbahnlinie nordwärts wiederherzustellen bemüht st. Im Moment, da wir vor de“ Ponzeistation anlargen, trifft auch ein Wagen e’.n, in dem sich, stolz wie ein Sieger stehend, aber Demütigung in den Augen, der bisherige ■igypti.ehe Gouverneur der Gazazone und Befehlshaber der Streitkräfte in die-iem Gebiet befindet Die Offiziere verschwinden im Gebäude der Verwaltung, und wenige Minuten später sehen wir den Fetzen Papier, denn mehr ist es nicht, den sie soeben unterschrieben haben: „Ich, Abdel Monaim Hussni, Gouveneur und Befehlshaber der Gazazone, ergebe mich hiermit bedingungslos und befehle allen Tr-'ppen, die Waffen zu strecken und sich den Anweisungen Zahals zu fügen." Neben dei zittrigen Unterschrift des Aegyp“ers in lateinischen Schriftzeichen hat der israelische Be fehlshaber von Gaza die Annahme der Kapitulation in einem knappen Satz bestätigt. Wir fahren durch die Strassen Gazas, eine Gespens+.erstadt. Leere Gassen, versperrte Häuser und Läden, hier und da ein ^rivatauto. Gaza hatte sich zum Kampf gegen die Israelis gut vorbereitet. Ueberall waren Strassensperren, Bunker, Gräben angelegt. Die Hauptstrasse durch die Stadt schlängelt sich durch den alten Friedhof, wo mitten zw-schen den Gräbern ein Panzer ,verjuddelt" wurde, der die Einfahrt in die Stadt blockierte, bis ein Volltreffer ihn zum Schweigen brachte Auch der neben ihm, ebenfalls im Friedhof liegende Bunker musste ausgehoben werden, bevor der Einmarsch in die Stadt möglich war Schüsse in allen Stadtteilen hörte man auch noch nach Ende der militärischen Feindseligkeiten Immer wieder versuchten Gruppen von Fanatikern, wohl Fedacun- Männer, die Angst um ihr Lcpen hatten, den T?or marsch, der Israelis zu bremsen. Neben dem Wegweiser „Nach Jerusalem“, „Nach Beer-Schewa", „Nach Jaffa“ liegen zwei ausgebrannte ägyptische Tanks Einige Meter weiter ein zerstörter Jeep mit dem toten Chauffeur in blauer Arbeitskleidung der ägyptischen Armee daneben. Hier wurde hart gekärnpft um jeden Meter Boden, um jeden Hausblock. Die Ausfahrt von Gaza, Richtung Rafiah, geht reibungslos vor sich, aber entlang der Strasse gibt es hier und da noch kleine Wider standsnester. Man kämpft mit Nachzüglern, Scharf schützen; immer wieder hört man vereinzelte Schüsse, off nur wenige Meter entfernt, knallen. Lange Kolonnen von Militär-Wagen, Lastautos una sogar den Privatwagen eines guten Bekannten sahen wir südwäits ziehen. Wir folgen. Kurz vor Rafiah. wo eoen falls noch kleine-.« Zusam menstosse stattiaden und die Säuberungsarbeiten nicht gänzlich abgeschlossen waren, treffen wir vier Männer der UN-Truppen. Selbsfzufrieden, aber nett und <tuf geschlossen. Vier Männer aus Brasil-.en. Viel hat-en sie vom Krieg nichts zu sehen bekommen, <»ber sie oatten ihn „gehörf“ Und wann geht es wieder nach Hause, rach Brasilien?, wollen wir wissen. Das soll nie wieder erforderlich sein- Frauen mit dem Gewehr auf Wacht. Auch die israeli» he Frau hat ein Recht darauf, in Freiheit und Sicherheit zu leben. Hifi! '* * * -i 1 <\ „Morgen", erwiderten alle vier mit einer Stimme, offensichtlich zufrieden An der Einfahrt nach El Arisch liegt ebenfalls ein grosses Lager der UN-Tiuppen, aber hier sind die Jugoslawen einquartiert, deneu es oftensichtlich nicht allzu wohl zumute ist. Sie benehmen sich fast wie die arabischen Einwohner der Gegend und vermeiden es. den Kopf aus dem Haus zu stecken. Der einzige Unterschied: anstelle der üblichen traditionellen Fahne der Araber haben die Jugoslawen auf die Mauer inrer Wohnbaracke geschmiert* , Don t shot, we are in." Unsere Frieaenswächter. .. Während vieler Kilometer führt die Strasse nach El Arisch durch Verschanzungen u -d in der Tiefe gestaffelte -’-gyptische Stellungen, die alles, was man erwarten konnte, und alle Erfahrungen der Sinai-Kampagne in den Schatten stellen: Hunderte von Tanks, Tausende von Fahrzeugen und Kanonen a.ler Arten und Kaliber, Tausende von Zelten und andere Militärausrüstung waren hier in den Sand eingegraben worden, mit gut gebauten und oft zementierten Ve“bindungs - Gräben. Eine Stellut g, die keine Armee de“ Welt hätte nehmen können, es sei denn nach rangen und $chwe.en Kämpfen. Zahai hat diese F*ositionen gestürmt, mit relativ geringen Mitteln und in wenigen Stunden. Die Antwort auf das „Wie war das möglich? * ist vielleicht durch das klassische Bild gegeben, das wir noch aus der Sinai-Zeit kennen, die Schuhe am Strassenrand, die die Aegypter auszogen, um schneller laufen zu können ... rückwärts. Aber nicht nur Schuhe stehen am Strassenrand: Ausgebrannte Tanks stehen im Sand zu beiden Seiten der Landstrasse, eingegrabene T 34 und T 54. sowjetische Kanonen, Flakgeschütze, Haubitzen, Antitankwaffen. Kilometer auf Kilometer 'ahrer; wir durch jine Landschaft die zweifelsohne die militärisch am besten -'er* schanzte Wüste auf der Erde ist. „Hier werden die Juden sich die Zähne ausbrechen“, so;) Nasser erklärt haben, als er El Aarisch besuchte. Hier aber nat Nasser sein eigenes Gebiss verloren ur d zugleich Kriegsmaterial, das viellemht für die gesamte Aufrüs ung so manch einer Armee ausreichen würde... El Arisch gleicht heute einem grossen Militärlager Zahals. Hunderte vor Krafrivagen und Geschützen und Tausende von So'laten batten h.er ihren Treffpunkt vor dem weiteren Vorstoss südwärts nach Abu Ageila und ostwärts zum Suezkanal gehabt. Harte Soldaten stehen hier, bewachen die immer mehr anschweller.den G-uppen ägyptischer Gefangerer Müdigkeit und eine dicke Sc-hicht Sand im Gesicht, aber Stolz in den Augen, in denen wir sogar oft Tränen aufsteigen sehen, als wir die Nachrxht brachten, dass nicht nur hier gesiegt wurde, sondern dass auch die sltstadt Jerusalems in Zaoals Hände gefallen war... Und wenn es sich um HERRENKLEIDUNG handelt, dann zu (arlion MAIPU 982 — 31-734.1 CATECA S.A. Directorio 5555 Buenos Aires T. E. 68 -1017/18 y 1264 SUAVANDAR el calzado legítimo de espuma de goma DEIN HOBBY DEINE SPARKASSE Israel-Briefmarken Beratung durch? STAMPS CENTER 44 Allenby Rd — TEL AVIV — P.O.B. 4444