Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 28 (1967)
- Issue
- 2223 (23.6.1967)
- Date
- 1967-06-23
- Page
- [Seite 1] (sequence 1)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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JÜDISCHE UIOCIIEÍIMU PUEYRREDON 2190 — 1» izq. JfaJetnxMtj&jbfocíeliícL T. E. 83 - 26 1 3 Ana XXVIII. BUENOS AIRES, VIERNES 33 DE JUNIO TE 1967 N“ Den Frieden gewinnen von JEHUDA GOTTHEiMER fingen die trsnsjo’’danisohen Flugzeuge spielen. Das Gespräch zwischen Nasser und Hussein zeigt, wie die Geschichte von der angeblichen amerikanisch-britischen Intervention fabriziert wurde. So werden Lügen produziert; sie beweisen, dass ein Krieg nicht nur mit den Waffen entschieden wird. Die Lügen genügten, um der mssischen Diplomatie ei-en Vorwand zu biet, n, nach dem überragenden israelider Sprecher ais London versicherte, sei diese Eririä rung vor ausländischen Militär-Attaches in Amman, der trans jordanischen Hauptstadt, abgegeben worden. Trotzdem behauptete Radio Kairo noch während der Kamp'hancüungeii. dass britische Flugzeuge des Typs Canberra unter dem Schv.tz israelischer Mirage auf der Sinai - Halbinsel eingesetzt werden Radio Damaskus ging noch weiter, denn es rühmte den Abschuss eines engli- »618 < \ arfan -,;ASuAfcÉ¡¡} r t*y'>Ci SINAI CONufcNf Q'SinAi J ñ Israel will den Frieden. Deswegen zog es in einen Krieg der ihm aufgezwuc gen wurde Die arabische Lügenpropaganda versuchte bald den grossen Triumph Israels auf das Konto einiger Grossmächte zu setzen, um die eigene Blamage zu verschleiern. Wohl selten hat ein Dik tator grössere Versprechungen gemacht, um seinen Feind zu besiegen, zu zerschmettern und ins Meer zu werfen, als Nasser. Wohl selten hat ein Diktator in so kurzen Tagen eine vernichtende Niederlage erhalten, wie Nasser. Nur bleibt die erstaunl.che Tatsache bestehen, dass dieser geschlagene, zu einer Karikatur sich selbst degradierende, besiegte, gressspurige Nasser zwei oder mehr Niederlagen überdauert, nur weil die politischen Interessen der Grossmächte ihn an der Macht halten. Dass die Behauptungen der Araber über eine amerikanische u.id/oder britische Intervention unwahr sind, kann durch ein Originalargument bewiesen werden. Den» israelischen Militär gelang es nämlich, ein Radio-Telefongespräch zwischen Nasser und Hussein am 6. Juni, 4.50 Uhr morgens, abzuhören. in dem vereinbart wurde dass die USA und Grossbritannien der Beteiligung am Krieg auf israeli. scher Seite beschuldigt werden sollen. Nasser und Hussein vereinbarter, dass sie beide entsprechende Erklärungen veröffentlichen würden. Nasser .fragte- „Wollen wir die USA und England nennen, oder nur d’e USA?“ Hussein; „Die USA und England.“ Nasser erklärte, er würde eine entsprechende Ankündigung machen, Hussein solle Aehnliches erklären, Ausserdem sollten die Syrer aufgeforderc werden, auch ihrerseits mitzuteilen, dass amerikanische und britische Flugzeuge, die von Flugzeugträgern Aufstiegen, am Kampf gegen die Araber teilnehmen. Zum Schluss sagte Nasser; „Tausend Dank, geben nicht auf, wir sind mit urs_rem ganzen Herzen bei Ihnen. Wir setzen unsere Flugzeuge über Israel ein, unsere Flugzeuge bombardieren Israels Flugplätze seit heute morgen“ Dieses Gespräch wurde, wie gesagt um 4.50 Uhr morgens geführt, bereits um 6.45 Uhr veröffentlichte Radio Kairo eine Mitteilung des ägypti sehen Oberkommandos. In dieser heisst es, dass die USA und Grossbritannien sich an '¡den Luftangriffen beteiligen, und Israel gegen die arabischen Flugzeuge abschirmen. An der transjordanischen Front sollen diese Flugzeuge eine aktive Rolle im Kampf sehen Sieg eine internationale Kampagne einzuleiteti, die Israel als den Angreifer im Schutz westlicher Grossmächte hinstellen soll. Es störte weder die Russen noch die arabischen „Diplomaten“ und Politiker, dass die Behauptungen Nassers und Husseins von cransjordanischen Militäibehörden als unzutreffend bezeichnet worden sind. Im Gegensatz zu den offiziellen Behauptungen arabischer Regierungen versicherten nach einer Mitteilung des Foreign Office a> London trans jordanische Militärbehörden, dass keinerlei bvitische oder amerikanische Flugzeuge in die Kämpfe «wischen Israel und Transjordanien eingegriffen haben. Wie sehen Flugzeuges über dem nördlichen Galil... Die Phase der Kampfhand, lungen ist abgeschlossen. Die arabischen Armeen wurden zerschlagen. Ob es wahr ist, dass Russland Anstrengungen mach1, um die Nassersche Armes aufzurüsten, muss dahingestellt bleiben. Sicherlich wird Israel jetzt nach seinen aussergewöhnlichen Triumphen auf den Schlachtfeldern nicht ruhig zusehen, wie man ein neues Heer aufstellt, um noch einmal israelisches Gebiet anzugreifen oder auch nur zu bedrohen. Bereits nach dem Sinai Feldzug vor nunmei r 11 Jah ren haben die Grossmächte versucht, Israel um die Et fol ge seiner militärischen Anstrengungen und Siege zu bringen, was ihnen damals — leider — zu einem guten Teil gelungen ist. Dis Situat'on war jedoch in mancher Hinsicht eine andere als heute. Damals lag nur Aegypten zerschlagen und ohnmäentig am Boden Diesmal wurden auch die anderen arabischen Feind, länder, also Syrien und Trans;ordanien entscheidend besiegt. Es wurde nicht nur die Sinai-Halbinsel, sondern Jerusalem, das gesamte eisjoi dänische Gebiet das von den Transjordanie.n seit dem Befreiungskrieg oesetzt war, und d e syrischen Berge erobert, die das Hulttal beherrschen Der Libanon hat USA-HILFE FUER DIE ARABER Washington. — Trotz des Abbruchs der diplomatischen Beziehungen zwischen den Arabern und Ameri ka erhalten verschiedene arabische Staaten immer noch Hilfe von den USA, wie der demokratische Senator für Alaska. Ernest Gruening.in einem an Staatssekretär Dean Rusk. gerichteten Schreiben enthüllte Gruening fordert» die sofortige Einstellung der für Aefypten, Syrien, Irak, Algerien, Transjordarien, Libanon, Kuwait, Sudan und Mauritanien bestimmten Sendungen. Der Senator wies darauf hin, dass allen diesen Regierungen, die ihre Beziehungen mit den USA abgebrochen und amerikanische Beamte aus ihren Ländern herausgeworfen haben, weiter USA-Hilfe in Form von militärischem Beistand, Lebensmittelüberschüssen und •Wirtschaftshilfe verschiedener Art geleistet wTd (ITA) sich an den Kam"fhand’ungen überhaupt nicht oetei- Jgt. Dort kam es nur zu Strassenkundgebungen in Beirut und zu Ausschreitungen gegen westliche Botschaften Nach dem Sinai-Krieg standen die Amerikaner gemeinsam mit den Russen gegen Israel, während England und Iaankreich „beteiligt“ waren ji d sich auf Israels Seite befandet . Diesmal steht Lrrae' allein Die Amerikaner befinden sich — jedenfalls bisher — nicht auf der Linie der russischen Politik. d>e einseitig den arabischen Standpunkt unterstützt und darum bemüht ist, Israel als Angreii»r zu brandmarken. Wiederum wird eine politische Lüge vom Kreml im einseitigen Interesse der sowjetischen Expansionspolitik verwand* um eine ganze Welt formell gegen Israe', in Wirklichkeit aber für die russischen Ziele zu mobilisieren. Natüri ch wissen auch die Russen genau, dass nicht Israel angegriffen hat, sondern die arabischen Staaten. Denn vor der Mobilisierung Israels waren bereits alle arabischen Armeen an den Grenzen Israels aufmarschiert um die „Zionisten ins Meer zu werfen“. Das hat Nasser seit Jahren postuliert das hat er am 26. Mai wiederholt, als er durch den Aether schrie; „Der Krieg mit Israel wird ein totaler Krieg sein Unser Ziel ist die Vernichtung Israels ... Heute vertraue ich auf unsere militärischen Kräfte.. Seiest die Russen dürften nicht der Meinung sein, dass ein Land, gegen das derartige Bedrohungen ausgestossen werden, gegen das grosse Armeen mobilisiert werden, an dessen Fronten die Heere der Feind'; Stellung nehmen, um die Drohungen zu erfüllen, die täglich ausgestossen wurden, der Angreifer ist. wenn es sich zur Wehr setzt. Oder sollte Israel warten wie die Tschechen oder d’e Po’en ernst warteten, als Hitler sie bedrohte? Oder sollte ein zweites Mal vor sich gehen, was geschah, als die brau: en Armeen die Sowjetunion überfielen? Wer unter solchen Umständen vom Angreifer spricht, s eilt die Wahrheit auf Jen Kopf, um mit Hilfe von Verleumd ungen politischen Pmit zu ziehen. Die russische Intervention kam spät, als die Waffen bereits entschieden hatten Warum schwiegen sie eile, als Nasser drohte, als die ägyptische Armee mobilisiert wurde als sie in Gaza und im Sinai Stellungen bezog, als dis Transjordar.ier aufmarsebierten. als Svrien Israel beschoss? — Warum schwiegen sie damals alle, nicht nur die Russen, auch die Amerikaner, die Engländer, die Franzosen, sie alle, die jetzt die dip’omatischer. Künste spielen lassen und sich zu Schiedsrichtern aufwerfen? Und aus welchen Grünoen sagen sie kein kJa res Wert, mit dem die ara bisch-russischen Behauntungen ai* unwahr zuriiekgewie- .sen werden? Das ist die .hohe Politik“, die Politik, die von den Grossmächten auf Kosten eines kleinen Landes gemacht wird, jene Politik die einst im Genfer Völkerbund den Verrat an ‘ Abessinien zuli jss, die später unter Chamberlains Regenschirm ein k'et nes, bedrohtes Land ver- Eroberte Kriegswagen in der Wüste 'ÜK I ZUR FRAGE DER NEUTRALITAET von SEM FRANKENSTEIN j Der Deutsche Bundestag in Bonn hat sich ausführlich mit dem israelisch-arabischen Konflikt im Mittleren Osten beschäftigt Bundeskanzler Kiesinge.- hat eine lange Eiklärung abgegeben, aus der man der. Wunsch entnehmen konnte, die Völker des Mittleren Ostens mögen zu einem Frieden gelangen, der ihnen Sicherheit und Fortschritt gewähren kann. Schliesslich hat dei Bundestag eine Erklärung ar.genormmen, in welcher eine Neutralitätspolitik aneikann* wurde. Die Erklärung lautete: 1. Der Bundestag billigt die Erklärung der Bundesregierung, im Nahost-Konflikt eine Politik der Nichteinmischung auf der Grundlage völketrechtlicher Neutralität zu verfolgen. 2. Der Deutsche Bundestag appelliert an den Sicherheitsrat der Vereinten Natioi en und an die Gr» ssmächte, insbesondere die Vereinigten Staaten von Amerika und die Sowjetunion, alles zu tun, um eine dauerhafte Friedensordnung im Nahen Osten herzustellen. Mit dieser Neutralitätserklärung ist nichts getan. Da* weiss die deutsche Regierung ebenso wie das deutsche Volk, das in den letzten Tagen einige beeindruckende Kundgebungen der Solidarität mit Israel gegeben hat, die bemerkenswert sind Damit ist die westdeutsche Bevölkerung bereits eindeutig von dieser Erklärung der „Neutralität“ abgerückt, ohne dass dies allerdings einen praktisch-politischen Niederschlag gefunden hauen würde. Weiteste Kreise düxiten sich darin einig sein, dass es Fragestellungen im Leben und auch in der internationalen Sphäre gibt, denen gegenüber man nicht neutral bleiben kann. Gewiss ist es nicht erforderlich, dass jeder Mensch zu jeden« Proh'em Stellung nimmt. Aber es gibt doch Fragen von weitreichender Bedeutung, die man beantworten muss, zu denen ein Bekenntnis erforderlich ist. Einer solchen Frage begegnen nicht nur wir Juden sondern alle Menschen bei dem Problem der israelisch-arabischen Spannungen, weil nicht nur jüdische Probleme angeschnitten wurden, sondern solche Fragen, die das Leben und die Zukunft der ganzen Menschheit berühren. Deswegen hätte die Bundestags-Erklärung zum Mittelosten über eine allgemeine Neutralitätsbeteuerung hinausgehen müssen, weil das Lebensrecht eines Volkes bestritten worden war, weil die Araberländer unter der „F ihrunc,“ Nassers Drohungen gegen Israel ausgestossen hatten. weil die Totalmobilisierung der arabischen Armeen vor den Augen der Weltöffentlichkeit als erster Schritt «um „Heiligen“ Krieg vorgenommen wurde, ohne dass auch nur ein einziges Land, auch nicht die Bundesdeutsche Republik. hiergegen protestiert haben würde. Die Neutralitätserklärung kam zu spät. Sie musste peinlich wirken und hat ungewollt jenen Kräften Vorschub geleistet ,die gegen die internationalen Gesetze des Friedens rieht nur jetzt, sondern ständig verstossen. Ein offenes Bekenntnis des Bundestages zu Israel und seinem Recht, für seine Freiheit zu kämpfen, bevor es überra^-nt wird, wäre der einzige überzeugende Schritt gewesen, den man von Deutschland in dieser Stunde hätte erwarten können. — schacherte, in Wahrheit aber die Demokratie, die Freiheit aller Völker und ihr Lebensrecht verraten hat. Als Chamberlain seinerzeit nach dem Münchner Schandahkommen nach London zui'iickkenrte und ausrief, er habe den Frieder gerettet blieben sie alle stumm, obwoh1 sie wussten oder wissen mussten, dass dieser Frieden kein Frieden, sondern eine Atempause, ei. ne letzte Etappe zum Krieg war. All das soll sich jetzt wiederholen? Aber Nasser ist kein Hitler, und Israel ist nicht die Tschechoslowakei... Deshalb erfüllt Zuversicht den Staat Israel und mit ihm das jüdische Volk die mi+ Vertrauen auf sich selbst die künftigen Entwicklungen abwarten — Deutsche sammeln für Israel Bonn. — Die Liga für deutsch - israe'is»*he Freundscaft übergab dem israelischen Botschafter Ascher Ben Nathan einen Scheck über eine Million DM. die von nichtjüdisenen Deutschen in der Bundesrepublik für ls-ae) gesendet wurden, and teilte mit. dass Weitere 500 000 DM zur Verfüg ng stehen. Botschafter Rer Nathan dankte für dieser. Ausdruck der Solida^täi den .scher Kreise mit Israel. Der Präsiden* der L*ga. Ernst Brenda teilte mit. dass etwa 2.000 i-rnge Westdeutsche u -h «um Zi vil henst in Israel gemeldet haben <TTA)