Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 28 (1967)
- Issue
- 2222 (16.6.1967)
- Date
- 1967-06-16
- Page
- [Seite 8] (sequence 8)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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O m o 5 L C « i- 4) «- O O» 'ti o ¿ 5 <o FRANQUEO PAGADO Concesión 908 TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 SEMANA ISRAELITA Ano XXVin. BUBNOg AIRES. VIERNES 16 DE JUNIO DE 1967 n» 2222 EL EJEMPLAR on en toda la República fcUa PUEYRREDON 2190 1» Buenos Aires T.E. 83 -2613 Iw». Den Frieden gewinnen (Schluss von Seite 5> des zu ermähnen. Der sowjetische Delegierte elinte Jlesen Resolutiousetitwurf sofort ab Moskau. — Der Kreml hatte die sowjetische Presse immer noch nicht eunäch.gt, das Ein de des Krieges zwischen Tsrael und den Arabern bekanotzugeben. Jerusalem. — Verteidigungsminisier Mosche Oajan erklärte, dass Israel direkt mit den Arabern über die neu<m Grenzen ohne Intervent on der iN verhandeln wolle Für den Falt, dass die arabische: Regierung«: der Einladung Israels nicht folgen sollten wäre die Fblge, ..eine neue Landkarte, nicht etwa des Mittelostens sondern Israels“ so kündigt*, er an, „denn dann werden wir dort bleiben wo wir sind “ Kuwait — Ehe Regierung von Kiwait forderte erneut eine sofortige ,G pfelkotiferenz" der arabischen Aussenminisier. New Delhi. — M'nisterprä- Sidentin Indira Gandhi begriisste den Entschluß I-'assers, in seinem Amt zu verbleiben. Tel Aviv — Da.- Leben in Israel kehrt in normale Bahnen zurück; die Verdunkelung :n Jerusalem Haifa und Tel Aviv wurde tei'weise aufgehoben. Die Menschen strömen m die Kinos und auf den Strassen sieht man überall heimgekehrte Soldaten. Die Menschen sino fröhii -h ausser den Familien, deren Angeoörige ihr Leben geopfert haben. Der Abbruch der Beziehungen mit der Scwjetuiüon macht sich durch ien schwarzen Rauch aus dem Schornstein der Sowjet-Botschaft bemerkbar, ln der Geheimdokumente verbrannt werden. Auch in den besetzten Gebieten nimmt der i’ltag wieder normale Formen an Die Leute m Gaza können wieder Lebensmittel kaufen, und im alten Jerusalem funktioniert der Srrom und werden die Wasse-leitungen repariert In den Siedlungen längs der syrischer Grenze beginnen die Bewonner mit dem Wiederaufbau der verwüsteten Felder und Anlagen Noch gibt es Franktireure in Gaza, EJ Arisch die von Senderkt mmandoi zum Schweigen gebracht werden. Dienstag, den 13. luni Moskau. — Algeriens Präsident Boumedienne traf in Moskau ein, um von Kosvgio zu erfahren, warum die Sowjetunion den Arabern in ih. rem Kampf gegen Israel keine Hi'fe geleistet bat. Kairo. — Aegypten beharrt auf seiner Weigerung direkt. Verhandlungen mit Israel zu führen der Israel anzueikennen, wärf dagegen bereit, die Kontrolle von Smarir El Scheich den CJN Zu übertragen. E)er Rücksug der israelischen Truppen tu? ten eroberten Gebieten wird weiter gefordert Belgrad. — Auf dem F ug nac h Moskau beriet sich Boumedienne auf dem Flughaien in Belgrad mit dem Präsidenten Tito über die Lage im (vlittelusten. Elac — Das erste israelische Schiff, das seit der Blockade des Golfes von Akaba die Meerenge von Tiran durchfuhr, legte u.,Der dem „übel der Bevölkerung im Halen von Elat an Jerusalem. — Israel gab bekam t, dass se'ne Str-itkräft-e während ier sechs Kriegstage bei den Kämpfen in Sinai und Gaza 300 unbe. schädigte ägyptische Tanks erbeu tten und jetzt demi’ beschiftigt sind von den Aegyptern in der Wüste zurückg 'lassene Waffen sowie riesige Munitions- und Brennstofflager zu requirieren. Das gleiche Communiqué berichtet dass vie: von den neun Brigaden de» Trans' >rdanier völlig aufgerieben worden und Warschau -- Polen biach die diplomatischen Beziehungen mr Israel ab Washington. — Ein Sprecher des W°issen Ha ises lehnt« es ab. sich zu Israels Erklärung, die eroberten Geeilte nicht wieder herausgebeu zu wollen; vorläufig zu aussen, da die Frage zu delikat“ sei. UN. — Der Sicherheitsrat beschloss die Vertagung seiner Sitzung in de: über den Mittelostfrieden beraten werden sollte, nachdem die unversöniiliche Haltung äer Araber und Israels Standpunkt bekannt wurden. Jerusalem. — In einer R°de vor dei Knesset ei klärte Ministerin äsident Levi Esh-'Ol niemand könne erwarten, dass israel zu dei Situation zurückkehren werde, m der es sich vor Ausiruch des Krieges befand Eh übte herbe Kr tik an der .Untätigkeit“ der Vereinten Nationen, die ruhig zugeseh n hätten, „wie die Araber ihre Schwer- 1 ter zum Ueberfall auf Israel wetzten“ Er bewies an Hand der Ereignisse, dass Israel ' nicht der Angreifer war. sondern Krieg führen musste weil ihm keine andere Wahl blieb. Mittwoch, den 14. Juni UN. — Die Sowjetunion ersuchte formell um dringende Enberufung der Generalver sammiung, zu der das Erscheinen Kosygins oder zumindest des sowjetischen Aussenministers Gromyko er wartet wird. Jerusalem. — Aussenminister Eban setzte den USA Botschafter in Israel. Walworth Barbour von den israelischen Bedingungen für einen Friedensschluss in Kenntnis. Washington. — König Hassan vun Marokko hat seinen Besuc.- in Washington angekün ligt. Tunesu-ns Prä sident bourguiba hat die arabischer, Ansprüche durch eine Botschaft an die USA, sowie an Frankreicn England und die Sowjetunion, schriftlich a1 gemeldet. Tokio. — Rotchina klagte Moskau des . Verrats an den arabischen Völkern“ an. Beigrad. — Jugoslawien brach seine Beziehungen mit Israe ab. Jerusalem. — Unter den Klängen des Schofars wurde zum ersten Mal die israelische Fahne auf dem Berg Sinai gehisst. Stambul. — Belgien wird die Interessen der USA in Irak vertreten, nachdem die Türkei dies abgelehnt hat. Jerusalem. — Dajan erklärte bei der Siegesfeier vor der Klagemauer, dass jetzt die „Schlacht um den Frieden“ L*egonnen haoe. Washington. — Nach Ansicht Johnsons gebietet poltiset.e Klugheit, jetzt den Gang der Ereignisse abzuwarten Amman. — Die palästinensische Flüchtlings-Organisation der UN (UNBWA) mej dete, cass mehr als eine Million A.:aber aus dem Gebiet westlic h des Jordan beim Ein rücken der Israelis flüchtete Kairo. — Der ägyptische Ministerpräsident Solaimau oot dm Rücktritt seines Kabinett-1 an, den Nassei noch un Des tätigten Nachrichten zufo.ge nicht angenommen hat. Algier. — Präsident Bou medienne kehrte aus Moskau zurück. Ka:ro. — Zu der geplantei arabischen Gipfelkonferenz .iahen 13 Mitglieder der Arabischen Liga ihre Teil nahnrv zugesagt. Jerusalem. — Ueber 500 Aerzte sind bisher mit den insgesamt 1.500 Freiwilligen aus dem Ausland eingetrof fen. Politische Hochspannung waehrend der letzten beiden Tage Kairo meldet die Seemächte würden einen Druck ausüben, damit der Suezkana' wiede. eröffnet wird — Moskau. — De.- russische Premierminister Kcsygin teilt mit, er werde sic., im Flugzeug nach New Yo^k begeben, um dort die diplomatische Offen, live bei den tJN zu leiten, deren Ziel ein, Sankrion gegen Israel sein soll Dies wird Kosygins erster Besuch iv den USA sein. — New York. — Die russische Delegation versuchte, einen Antrag durchzusetzen, der Israel als Angreifer verur teilt. Der Antrag fand keine Mehrheit im Sicherheitsrat. Paris. — De Gaulle erklärte sich für den russischen Antrag, was allgemeines Erstau nen hervorrief. New York — Der argentinische Delegierte sprach sich für einen RüekzUj, der israelischen Truppen au,, dem von Israel besetzten Gebiet aus und forderte den freien Verkehr durch alle Wasserstra ssen, also auch das Recht für Israel auf freie Schiffahrt durch den Suezkanal und die Meerei.ge von Tiran — Jerusalem. — Eine impo nierende Anzahl von Juden pilgerte heute an die Klagemauer um dort zu beten. — London. — Die sraelischep Truppen entdeckten in der Sinai-Wüste ägyptische La oorato’ien, in denen die erforderlichen Produkte autge speichert waren, um Giftgase heczustellen — Paris. — Zwei Flugzeuge mit Medikamenten, Klei dungsstücken und Lebensmitteln trafen in Israel ein, um die Opfer des Krieges zu versorgen. Genf. — Das Rote Kreu» bereitet den Austausch von 50 Schwerverletzten zwischeo Israel und den Araoerländerv vor. London. — Ein Sprechet der rsrael-Botschaft teilte mit, dass die gefangenen ägyptischen Offiziere in Läget verbracht weiden, während nie einfachen Soldaten zum Suezkanal transportiert würden, wo man ihnen g» stattet, auf die ägyptische HARDI SWARSENSKY: Walther (LEBEN, WERK Vor hundert Jahren, am 29 September 1867 wurde Walther Rathenau geboren. Vor 45 Jahren, am 24 Juni 19z2. wurde Walther Rathenau ermordet Aus Anlass dieser beiden Gedenktage wird im Rühmen der Schriftenreihe des Jüdischen Weltkongresses eine Broschüre über „Rathenau — Leben, Werk und Wollen“ in spanischer Uebersevzung ersehevnen Mit der Veröffentlichung der Originalfassung beginnen wir in dieser Ausgabe der Jüdi. sehen Wochenschau — I. Eine Vorbemerkung Selbst für einen Menschen, der in seiner frühen Jugend den Aufstieg, den Glanz und den Tod Ratnenaus miterlebt hat, ist es schwer, sich in jene Ta?e zurückzuversetzen, die — oowohl erst 45 Jahre vergangen sind —, in weiter Perne liegen. Wohl selten hat es eine Generation gegeben, in deren Leben ein so radikaler Wan. dei nicht nur der äusseren Lebensbedingungen, eicht nur der historischen und geopolitischen Tatsachen eingetreten ist wie in der unsngen Tiefgehendei als diese äusseren Lebenselemente vollzog sich der Bruch der inntren Beziehungen zu unserer Umwelt, zu unserem geistigen Standort, zu uns selbst. Es ist durchaus möglich, dass diese Erkenntnisse und Feststellungen nicht in gleichem Masse *ür alle Zweige unseres jüdischen Volkes gelten. deren Entwicklung seit den Tagen der Französischen Revolution, der Emanzipation und oer Epoche der Assimilation ”erschiedene gewesen sind Die Juden im Heriien Europas, vor allem in den verse niedenen Ländern deutscher Zunge, sind dabei eigene, seit Jahrhunderten nicht bekannte, oftmals vergessene Wege gegangen. die von arideren Judenhe'ten nriht immer verstanden, näufig scharf kritisiert, dabei aber ebenso viele Mal bewundert worden sind. Die „Aufklärung“ -lieb auch den Schwärmen' im Osten ein Tdeal, cas sie m ihrem Herzen trugen, um aus 1er vermeintlichen Enge des Ghetto in die 1 grosse Welt da draussen hinaiszuschreiten, an den Schätzen der Kultur fremder Völker teilzunehmen, um von der Wissenschaft, der Kunst, der Literatur der anderen zu lernen und am Fortschritt der Menschheit mitzubauen. „Aus der Enge in die grosse Welt“, das war die Parole aber auch die Möglichkeit, die den westeuropäischen Juden, in erster Linie den Juden in Deutschland, seit ihrer Emanzipation, geboten wurde. Gleich in ihren Anfängen gelang es ihnen. Höhepunkt zu erk nsnen und sich mit dem deutschen Denken und 1er deutschen Sprache als einer Ausdrucksforir menschlicher Gefühle in einer Weise zu verbinden, die auch später Kaum menr überboten werden konnte: Heine und Boe>-ne sind nur zwei glänzende Namen, hinter denen das Wollen und der Wil'en ganzer Generationen steht Mit Heine und sei- '.em Kreis begann auch die „jüdische Wissenschaft , jener eigenartige Zweig des jüdischen Forschern,. Schaffens und Denkens, der für die mitteleuropäischen Ju den bezeichnend war und dessen Ausläuter noch heute Beobachtet werden können. Rathenau UND WOLLEN) Die deutschen Juden haben sich nicht in dem einen simplen Wortsinn „assimiliert“. Assimilation ist immer ein natürlicher Prozess, und jeder Mensch und jede Gemeinschaft assimilieren sich an ihre Umgebung. D;esen Weg äusserer Ang'eichung mussten die Juden in dem Augenblick beschreiten, in welchem unter ilen Klängen der Französischen Revolution und unter den Hammerschlägen der Napoleonisehen Heere die Mauern der Ghetti zusamm.enbrachen und die alte Ordnung niedergerissen wurde. Die deutschen Juden aoer gingen noch einen Schiitt weiter: sie wollten nicht nur „AssimNation“, sie versuchten eine Symbiose, ein Zusammenleben, ein Miteinander - Verschmelzen heterogener Elemente, eine tiefe und unlösbare Verbindung zwischen der Geistes, und Lebenswelt der Deutschen und ihrer eigenen jüdischen Substanz Es gibt verschiedene Deutungen, aus welchen Gründen es gerade zu diesem Versuch einer Symbiose zwischen Deutschen und Juden gekommen ist (vgl auch Kastein, Eine Geschichte der Juden, Seite 554 f.). Es ist nicht das einzige Mal dass die Begegnung des Judentums mit anderen Kulturen sowohl zu einer geistigen Belebung und zu grosser kultureller Blüte, aber auch zu nationalen Krisen gef ihrt hat. Die hellenistische und die arabtechjüdische Epoche in Spanien legen hierfür Zeugnis ab. Es wäre jedoch falsch, wenn man die deutsch-jüdische Symbiose als den bedingungslosen Versuch der jüdischen Gemeinscheft betrachten wolle, in das deutsche Volkstum einzudringen oder durch Seihstaufgabe ein anderes Volkstum anzunehmen. Wenn es auch eine Minderheit gewesen ist, die vor soichem Verlangen warnte, es waren deutsche Juden, die nicht nur ihre eigenen Landsleute, sondern das ganze jüdische Volk zur Besinnung und zur Umkehr aufgefordert haben Wir brauchen nicht von Herzl, dem Apostel unserer Gegenwart und Zukunft, zu sprechen, wir erinnern an die Schrift eines Unbekannten L. K. „Neujudäa“, die im März 1840 in Berlin erschienen ist, -n der es heisst: „Der letzte wohlverstandene Zweck des Strebens der jüdischen Nation seit der Zerstörung ihres Staates war und ist: Wiedervereinigung des Volkes zu ei em Staatsverbande, Herstellung eines selbständigen jüdischen Reiches“ Es sei auf die Briefe von Moses Hess, dem ,,riten Rabbi“ verwiesen, die unter dem Titel „Rom und Jerusalem" in Köln, Mai 1862, erschienen sind. Aber das sind nur einige, wenige von vielen Stimmen, die hier angeführt worden. Andrerseits dürfte für die Anziehungskraft der deutschen Kultur auf die gebildeten Kreise der osteuropäischen Juden die Tatsache bezeichnend sein, dass die berühmte Schrift „Autoemanzipation“, in der die Herz .sehen Gedankengänge bereits vorweggenommen wurden, zunächst tnonym als . Mahnruf an seine Staatsgenossen von einem russischen Juden,, .n ieutscher Sprache nerausgegeben worden sind, von Dr J>on Pinsker, der in der zionistischen Vorgeschichte eine bedeutsame Rolla gespielt hat. (wird fortgesetzt) Seite zurückzukehren. — Kaiio. — Nasser konferier te mii dem russischen Pot sciiaftei. Der Inha t der Be sprechungen wurde nicht oe kannt gegeben — Beirut. — Die libanesische Regie ung erklärt« sich damit einverstan ien an de» Kunfeienz der arabischen Aussenminister teilzunehmen, die am 17 Juni m Kuwait stattfinden wird. — Rio de Janeiro. — Die bra siliamsche Regierung erk.är te, sie werden den sowjeti sehen Antrag in den UN, Is rael als Angreifer zu verurteilen nicht unterstützen, da dies bedeuten würde, der Unter .uchung de- Ereignisse. welche den Ausbruch der Feindseligkeiten veran lassten vorzugreifen. Buenos Aires. — Der Sowjet-Botschafter wurde im Ausse.uministerium vorstellig, um die argentinische Regie rung zu ersuchen, den Antrag Russlands auf sofortige Einbe’ ufung eine» Generalversaoimlung der UN eu unterstützen. Kairo — Aus Kairo wu<-d« ein Luftalarm ohne ersicr.tli ¿hen Grund gemeldet, denn die Polizei teilte mit, dass kein Luftangriff stattfand. Rabat. — Aus gutunterricbteten Kreisen wurde eine Meldung aus Aegypten dementiert, dass König Hassan von Marokko nach New York zu reisen beabsichtige Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rívadavia 331 Registro ds ja Propiedad iu.t.citual NV 809.491