Mannheim
Compact Memory

Jüdische Wochenschau · 1967-06-09 · 2221 (9.6.1967) · p. [Seite 7]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
28 (1967)
Issue
2221 (9.6.1967)
Date
1967-06-09
Page
[Seite 7] (sequence 7)
Language
German, Spanish
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/9616703-9615794-9615979--4862-9615986
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Vierae», 9 df Joni" de 1967 LA SEMANA ISRAELITA AS« XXVIII. — N® 2221 — 7 »H ßertra SÄ* •«¡Sfefi -¿££*5 sein (Mut *»S&WT»\a*. ISS- ®St «sk, 4w W, JœA, çWiitti* tais* K<\m 4w VnÄ\. WRMftW-Oftto. asttonitw* iJäXX vwi»'ä>X H.Í&. 'S« msm UÁ^testet (AMU&M ^ftn, ,. lchtUto 1. tä„>..,Wlt' tot) aer er» .., Wtf ■Äi"«» 11 NG 64 >hend 1 *ete- 0 ,0fl 9 bd •arte H*£0 * (X H.) TOR IN ROM 6# i In seinem bei MacMillan in f j^few York erschienenen Buch „Death in Borne“ (Tod in jjom) rekonstruiert der Journalist und Photograph Robert Kate die Vorgeschichte imd die Begleitumstände des Massakers in den Höhlen der ,Via Ardeatina in Rom, bei dem im Marz 1944 335 italienische Geiseeln unter den Kugeln der deutschen Besät- Bungstruppen fielen. Der Autor, der zwanzig Jahre nach der von Hitler persönlich angeordneten Bluttat einer Gedenkfeier zu Ihren der Opfer beiwohnte, ist in seiner Untersuchung vor allem der präge nachgegangen, was (Papst Pius XII. unternommen habe, um die Tragödie au verhindern; er kommt zu dem Schluss der Papst habe den Ereignissen in unverständlicher Passivität ihren kauf gelassen und sich durch sein Schweigen persönlich am Opfertod seiner Landsleute mitschuldig gemacht. — Der Vatikan hat auf die vor. Katz erhobenen Anschuldigungen bereits mit einem scharfen Dementi reagiert aber es scheint nicht zweifelhaft, dass die durch Hochhuths „Stellvertreter“' ausge löste öffentliche Kontroverse um die Rolle des obersten Kirchenfiirsten im Zweiten Weltkrieg durch — „Death in Rome“ — neuen Auftrieb erhalten wird. Die Vergeltungsaktion wur- «llUOJ i ««liai 250,- de durch den Ueberfall italienischer Partisanen auf eine Einheit der Waffen-SS ausgelöst, bei dem 33 Deutsche den Tod fanden. Hitlers erste Reaktion soll in dem Befehl bestanden haben, das ganze Quartier, in dem sich der Zwischenfall ereignet hatte, in die Luft zu sprengen und für jeden der getöteten Deutschen dreissig bis fünfzig Bewohner Roms zu erschiessen. In der Folge setzten sich sowohl der deutsche Konsul Mollhausen wie der politische Vertreter der SS in Rom, Oberst Dollmann, für weniger drastische Repressalien ein, weil sie überzeugt waren, dass die Partisanen mit ihrem Handstreich gerade bezweckt hätten, die Besatzungsmacht zu einer derartigen Reaktion zu provozieren und damât den Hass der Bevölkerung gegyi die Deutschen noch weiter zu schüren. Dollmann sprach im Vatikan vor, um eine Intervention des Papstes zu erbitten, und wurde dort vom Verbindungsmann zur Beßatzungs macht, Pater Pancrazius Pfeiffer (Padre Panerazio) empfangen, der ver sprach, in diesem Sinne bei Pius XII. vorstellig zu werden. EINE INBR K LA ERLICHE UNTERLASSUNG... Während Hitler nach mehreren telefonischen Gesprächen zwischen Rom und dem . «£«£»* KRyemEf C£tSft¿lE£ PP c« »UTE CtNHtOtbKOPEJ Corrientes 2204 — VL Steck — T. E. 48-3695. 48-5683 Pflanzung; des Janusz Korczak Waldes begonnen abtransportierte. Ein öffentliches Comité unter Vorsitz des Erziehungsministers S Aran regte die Pflanzung dieses Waldes von 12 000 Bäu- Bei Kirjat Anavim im judäischen Bergland wurde mit der Pflanzung des Janusz Korczak - Gödächtniswa.des begonnen, der den Namen des jüdischen Erziehers und Schriftstellers trägt, der freiwillig mit seinen Schülern, Zöglingen des Warschauer ■isenhauses, in den Tod Kg, als man diese in da« Vernichtungslager Treblinka men an. Herr Jakob Sarid Generaldirektor des Erziehungsministeriums, umriss bei der Feier die Persönlichkeit Korczaks. und Frau Bella Myodovsky sprach im Namen seiner Schüler. AUS Anlässlich der Hochzeit von Herrn Leonardo Epelman und Erl. Dannta Wang wurde zugunsten des KKL der Betra? von $ 72.000.— von den anwesenden Gästen gespendet. Das Brautpaar und ihre Eltern wurden in das „Goldene Buch“ eingetragen. Bei der Hochze.tsfeier von Herrn Gérardo Gerson und Erl Cariota Esther Coa wur •den. von den Damen Else Roth und Erika Lange di» Summe von $ 20.000 — gesammelt; auf den Namen des jungen Paares, sowie auf dev Namen der Grosseitern, Da vid und Betty Neumann, geb Hahn, werden Bäume iir .Bosque Independencia Argen tina“ gepflanzt Das Ehepaar Walter Juda spendete anlässlich der Horb zeit ihrer Tochter Elvira mit Herrn Hugo Rozenb’um 10 000 Pesos; auf den Namen der Neuvermählten werden Bäume in Israel gepflanzt Anlässlich der Barmlzwahfeier von Ernesto Luis Goldsebmidt wurde durch die Mitarbeit der Damen Irma B. aur und Lotte Willner der Betrag von $ 70.000— für den KKI gesammelt. In das „Goldene Buch“ werden eingetragen, die Ehern des ßarmizwah. UNSERER ARBEIT das Ehepaar Clara und Enri que Goldschmidt der Grossvater, Herr Albert Mann und Herr Siegfried De Levie. Er nesto wird im „Sefer Barmizwah“ eingeschrieben. Fra« Maria Adler überwies uns $ 10.000.— für die Pflanzung von Bäumen im „Bos que Indep. Argentina“. Das Ehepaar fuan und Agnes Sulkin spendeten 10 000 Pesos gleichfalls für dis Pflanzung von Bäumen im „Bosque Indep Argentina“ Anlässlich des 70. Geburtstages von Herrn Erwin Kohn Arias 2027. wurden $ 4.000.— für den KKL gesammelt; aut den Namen des Jubilars werden Bäume in Israel gepflanzt. Wir danken allen unseren Freunden und Mitarbeitern. Blumenabloesung in Form von Glückwunsch- sowie Trauer . Telegrammen und Baumdiplomen bei jeder Gelegenheit bitten wir unter folgenden Telefon-Nummern aufzugeben; 70-4693 Sra. Blumenthal 11—13 Uhr 64-296-' Sra. Lubaseher 54-3290 Frl. Wertheimer 48-5683 Sekretariat 48 3695 Alle diejenigen Mitglieder unserer Gemeinde die dem Ruf zur Dringlichkeits-Kampagne noch nicht gefolgt sind, werden gebeten, ihren Beitrag in unserer Synaguge am Sonntag zwischen 10 und 12 Uhr zu lehäetu. ACHDUTH JISROHL — Moldes 2449 Führer - Hauptquartier sei nen ursprünglichen Befehl schliesslich revidierte und sich mit der Erschiessung von zehn Mann einverstanden erklärte, gleichzeitig aber anordnete, dass die Exekution innerhalb weniger Stunden zu vollziehen sei lie6s Pater Pancrazio, entgegen seinem früheren Versprechen, nichts mehr von sich hören. Kurz vor dem Ablauf der vom „Führer“ festgesetzten Frist wurden 335 Personen im Alter von 14 bis 75 Jahren, die teils unter dem Verdacht des Widerstandes, — teils wegen ihrer jüdischen Rasse in aller Eile verhaftet worden waren, in den Höhlen der Via Ardeatina erschossen; 253 der ermordeten Geiseln waren Katholiken, unter ihnen befand sich ein katholischer Priester. Viele entstmmten der eigenen Diözese des Papstes Der „Osservatore Romano“ publizierte das Communiqué über die Exekution auf der ersten Seite und belastete in seinem Kommentar die Partisanen, die sich dem Zugriff der Gestapo entzogen hatten, mit der Schuld am Tod der deutschen SS-Leute und der italienischen Geiseln. — Robert Katz kommt aufgrund seiner Untersuchungen zu dem Schluss, dass Padre Pancrazio den Kontakt mit den um Intervention ersuchenden deutschen Funktionären auf direkte Weisung des Heiligen Stuhls abgebrochen habe. — Nach seiner These steht fest, dass Pius XII. rechtzeitig persönlich über die geplante Vergeltungsaktion unterrichtet wurde dass er die Möglichkeit gehabt hätte, sich über sei nen Verbindungsmann mit den zuständigen deutschen Stellen in Verbindung zu setzen, und dass ein Erfolg einer allfälligen Intervention zum mindesten ein Aufschub der Hinrichtungen angesichts verschiedener Präzedenzfälle keineswegs von vornherein Kammerspiele Die Deutschen Kammerspiele feierten das Jubiläum des 100. von ihnen inszenierten Theaterstückes mit der Aufführung von Noel Co wards entzückend skurriler „Geisterkomödie“ Martin und Gray haben daraus ein modernes Musical gestalte* und damit Coward keines wegs verbessert. Die Musik, obwohl von Ulla Harnisch sehr gut gebracht, besitz* nichts von dem spritzigen Witz der Komödie Prof. Werner Kraut stellte sich damit als sehr versierter Regisseur vor. Gespielt wird durchweg gut, was nicht vom Gesang gilt Die Satire auf die Geisterbeschwörung reizt zum Schmunzeln und Lachen. Im Mittelpunkt steht das Dilemma des Schriftstellers Condomie mit seinen beiden Fraue;. der lebenden und der verstorbenen, die als nur ihm sichtbarer Geist erseneint und dauernd Unfug anrichtet Klaus-Peter Wilhelm gestaltet ihn unterhaltene und trotz aller Ueber^schunger überlegen. Nanita Hallan war die Dame Kobold, ein antzükkendes Biest, mehr irdisch als gespenstisch. Katharina Herberg wehrte sich mit klugem Charme gegen eine Rivalin, die sie nicht entdekken kann und die Ar deshalb überlegen ist. Wiltrud Tschudi war eine kösrliche alte Jungfer und Geist erbesebwörerin. Sie wirkte nicht nur wie meist durch ihre geschliffene atark pointierte Sprache, sondern erwies sich auch als hochbegabte Groteskkemikerin. Silvana Sansoni war ein reizend renne; des und trippelndes Dienstmädchen Die anziehende Hannelore Schönfeld und Peter Schlapp füllten ihre kurzen Rollen als skurrile Geistergläubige gut aus. Es gab viel Beifall. j Sr. Karl Kmt Gaswagen - Prozess in Stuttgart Der „Gaswagen-Prozess“ gegen den ehemaligen SS- Sturmbannfübrer und Chef- Chemiker im Krimina’.technischen Institut des Reichskri minalpolizeiamtee (RKPA). Dr. Albert Widman aus Stuttgart wird vor dem Stuttgarter Schwurgericht verhandelt. Unter Vorsitz von Landgerichtsdirektor Staiger wird das Gericht feststellen, welche Rolle dem heute 54jähri ausgeschlossen schien. Der Papst hätte, so argumentiert der Verfasser, zum mindesten in seiner Eigenschaft als Bischof von Rom seine Stimme erheben können wie er es getan hatte, als die Sichemeit des Vatikans durch amerikanische Bombenangriffe bedrrht schien. Es habe sich hier auch nicht um spezifisch antijüdische Massnahmen der Besatzungsmacht gebandelt, denen gegenüber der Papst sonon lange zuvor auf jede direkte Einmischung ver zichtet hatte. Vielmehr habe Pius XII. im vollen Bewusstsein, dass seine Intervention das Leben der Geiseln hätte retten können, den Dingen tatenlos ihren Lauf gelassen. .. .UND EINE UNZULÄNG¬ LICHE ERKLAERUNG Als Beweggrund für das Schweigen des Papstes sieht Katz die Furcht vor einer Volkserhebung gegen die Besatzungsmacht, die zur Machtergreifung durch linksextremistische antifaschistische Kräfte in Rom hätte führen können. Er zieht aus dieser Interpretation den Schluss, Pius XII. habe sicS möglicherweise durch den Faschismus bereits derartig kompromittiert gefühlt, dass er für den Fall eines solchen Umsturzes mit der Möglichkeit der Zerstörung des Vatikanstaates gerechnet habein einer persönlichen Erklärung. die Robert Kate seinem Buch nachgeschickt hat. stellt der Verfasser von „Death in Rome“ fest, dass alle seine an Ort und Stelle unternommenen Versuche, im Vatikan eine direkte Stellungnahme zur Haltung Pius XII. während der Ereignisse vom 23. und 24. März 1944 zu erhalten, ohne Erfolg geblieben seien Er verlangt erneut eine Antwort auf die von ihm aufgeworfenen Fragen, von denen eine auch die Haltung des damaligen Untersekretärs Mons. Mcntini — des heutigen Papstes — in den kritischen Tagen betrifft. gen Chemiker bei der Entwicklung der Gaswagen zugesproohen werden muss, in denen unter dem NS-Regime tausende Menschen getötet wurden. Widmann, der unter Mordanklage steht, soll im Herbst 1941 bei der Konstruktion der Wagen als Chemiker beratend tätig geworden sein, dabei die Gasanalysen vorgenommen und das zur schnellsten Tötung geeignete Gasgemisch bestimmt haben. Ausserdem wird Widmann vorgeworfen im September 1941 in Minsk und in Mogilew mindestens 30 Geisteskranke „probeweise" durch Sprengung und Vergasung getötet zu haben, wobei in Minsk 25, in Mogilew mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen sein sollen. Das Schwurgericht hat zu diesem Prozess, der voraussichtlich bis Mitte Mai dauern wird 26 Zeugen gelader, und zwar ehemalige Angehörige des RKPA und Fahrer der Gaswagen. Die Anklage wird Oberstaatsanwalt Dr Giesing vertreten. Widmanns Verteidigung wird von dem Frankfurter RechtsanwaL Dr. Laternser wahrgenommen. Der angeklagte Chemiker hat vom 22. Juni 1962 bis zum 17. Mai 1963 in Untersuchungshaft gesessen. Gegen eine Kaution von 200.000 Mark wurde der Haftbefehl gegen ihn ausser Vollzug gesetzt. Mit Dr. Widmann hatte die Staatsanwaltschaft ursprünglich auch dessen Kollegen, den ehemaligen SS-Oberstürmt ¡ihrer Dr. August BeKker — seinerzeit als der Rote Becker1 bekannt — an geklagt. Der 66jährige Dr. BcKker. der heute in einer mittelhessischen Landstadt lebt, ist jedoch krank und nicht verhandlungsfähig. Beide waren auch bei Hitlers Euthanasie-Programm tätig gewesen. KRIMINALHAUPT¬ KOMMISSAR VERHAFTET Der ehemalige Dienststellenleiter der Kriminalpolizei in Offenburg. Krimina'haupt. kommissar Johann Präger ißl). ist auf Grund eines Haftbefehls des Untersuchungsrichters beim Landgericht Darmstadt vor kurzem in das Darmstädter Untersuchungsgefängnis eingeliefert worden. Wie die Staatsanwaltschaft auf Anfrage er klärte, sind die gerichtlichen Voruntersuchungen zu dem Vorwurf noch nicht abge. schlossen dass Bräger bei seiner früheren Tätigkeit bei einem Polizeiposten in Polen an Einzelerschiessungen von Juden beteiligt gewesen sei. Der Fall Bräger sei Teilkomplex eines grösseren Verfehrens, über das die Staatsanwaltschaft noc-h keine nähere Auskunft geben könne. Ob das Verfahren gegen Bräger abgetrennt wird, konnte die Staatsanwaltschaft noen nicht sagen, sie machte auch keine Angaben darüber, wie weit die Ermittlungen in diesem Komplex fortgeschritten! sind. LU ACH - (KALENDER) 1. Siwan Freitag, den 9. Juni Rosch Oh odes ch Sonnabend, den 10. Juni Schabbat NASO Numeros 4, 21) Haftara; Richter 13, 2—25 Sonntag, den 11 Juni Montag, den 12. Juni Diene tag, den 13. Juni Erew Schawuot Mittwoch den 14. Juni 1. Tag Schawuot Donnerstag, den 15. Juni 2. Tag Schawuot Freitag, den 16. Juni Sonnabend, den 17. Juni SchabbaC BEHAALOTCHA (Num. 8, 1) Haftara Zacharia 2, 1—17; 3, 1—10; 4, 1- Sonntag, den 18. Juni Montag, den 19. Juni Dienstag, den 20. Juni Mittwoch, den 21. Juni Donnerstag, den 22. Juni Freitag, den 23. Juni Sonnabend den 24. Juni Schabbat SHELACH LBCHA (Num. Haftara; Josua 2:1—24 2 Siwan 3. Siwan 4. Siwan 5. Siwan 6. Siwan 7. Siwan 8. Siwan 9. Siwan 10. Siwan 11. Siwan 12. Siwan 13. Siwan 14. Siwan 15. Siwan 16. Siwan 13:1) II JETZT... Verwandeln Sie Ihre bisherige „Spende in eine würdige SEI BSTBESTEUERUNG und zahlen Sie SOFORT! COMITE CENTR0EUR0PE0 DE LA CAMPAÑA UNIDA (Keren Hajessid) SARMIENTO 2376, UL -— T. E. 47-3820 gebt* ich«*«’

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.