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Jüdische Wochenschau · 1967-06-09 · 2221 (9.6.1967) · p. [Seite 1]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
28 (1967)
Issue
2221 (9.6.1967)
Date
1967-06-09
Page
[Seite 1] (sequence 1)
Language
German, Spanish
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TRIUMPHALE ERFOLGE AN ALLEN FRONTEN JÜDISCHE IDÜCUEOSCIinU PUEYRREDON 2190 — 1* izq. JüxJentxut&JsAjCieliia T. E. 83 - 26 1 3 Ano XXVia. BUENOS AIRES, VIERNES » DE JUNIO DE 1967 N^ 2221 Unser Recht verteidigen Vorbemerkung Der nachstehende Artikel wurde vor dem Beginn der Feindseligkeiten geschrieben. Die mitgeteilten Gesichtspunkte. Meinungen und TJeberlegungen haben ebenso W'e der historische Hintergrund der Entwicklung, die zum Ausbruch des Krieges geführt haben, ihre Gültigkeit behalten. Israel und das jüdische Volk in der Welt hoffen, dass dieser uns aufgezwungene Krieg in kurzer Zeit erfolgreich beendet sein wird, damit das Werk des Friedens fortgesetzt werden kann, das mit einem bewundernswerten Enthusiasmus, mit Mut, Opferwillen, Arbeit und dem Einsatz der grossen geistigen Möglichkeiten der Nation begonnen wurde. I. Der Alliierte Israel ist entschlossen, sei* Recht, seine Freiheit, seine Unabhängigkeit zu verteidigen. Das jüdische Volk ist entschlossen, seinen Beitrag hierbei zu leisten. Israel hat ein Kabinett der nationalen Einigkeit aufgestellt. Selbst die (wenigen) Kommunisten in Israel haben sich hinter die Regierung des Landes gestellt, ohne ihr anzugehören. Das jüdische Volk in der Welt ist trotz mancher religiöser, politischer oder sonstiger Differenzen geeint, trm in diesem Kampf um unser aller Recht auf Leben und Zukunft dem Staat Israel beizustehen. In einer Stunde der Gefahr hat es sich erwiesen, dass das jüdische Volk der einzige ver. bündete Israels ist, mit dem es bedingungslos rechnen kann. Das will nicht sagen, dass Israel ohne Freunde dastehen würde. Es gibt viele Beweise der Sympathie, die von anderen Regierungen und anderen Nationen dargebracht wurden. II. Di« Verhandlungen Die Grossmächte verhandeln über dein Frieden im Mittleren Osten. Bei diesen V* rhandlungen zeigte de-.* britische Ministerpräsident eine grosse Aktivität. Die englischen Interessen eretreckei. sich auf die Freiheit der Meere und die Sicherheit der internationalen Wasserstrassen. Die Meerenge von Tiran ist einer der Wasserwege, die im Interesse der allgemeinen Schiffahrt geöffnet bleiben muss. Dass diese Meerenge für Israe1 von vita'er Bedeutung ist, weil sie die Fahrt in die freie Welt sichert, geht über die prinzipie’le Auseinvon JEHUDA GOTTHEIMER ander.etzung hinaus, ändert aber nichts an der Tatsache, dass aie Freiheit der Meere eines der Rechte ist, das allen Völkern zusteht. Aegypten befindet sich in einer geographischen Situation, über mindestens zwei internationale Wasserwege die Kontrolle ausüben zu kön. neu. Dass die Durchfahrt durch den Suezkanal für die tik im Vertrauen auf die Schwaches der anderen und auf die russischen Versprechung.-n ‘ macht Nasser ist kein Hitler, und Aegypten ist nicht das Dritte Reich... Aus welchen Gründen zaudern nie Grossmächte, zu einer Lösung in dieser internationalen Frage zu gelangen, d>e sie alle gleicherma ssen interessiert? — Man Lage und dem unlösbar erscheinenden Widerstreit der weltpolitischen Interessen werden die Verhandlungen, kaum zu einer Lösung führen, möglicherweise aber eine ,,Zwischenlösung“ bringen, die eine vorübergeht nde Waffenruhe, nicht aoer den Frieden begründen kann. III. Das schmierige Gold Unter den Massnahmen, die dazu bestimmt sind, die westlichen Mächte zu erschrecken, stent heute die arabische Drohung im Vordergrund, man weide die Petroleumlieferungen einsteller.. Schon seit Wor.r.en gehen solche Meldungen durch die Zeitungen. Jetzt hat Irak eine Konferenz derjenigen Araberstaaten einberufen, die Oel produzieren und an die Welt Weiterverkäufen Dass es sich in allen Fällen um ..ausländische“, also im wesentlichen amerikanische und englische Gesellschaften han- (Schluss auf Seite 2) U Thants grosser Irrtum von B. B. SAMUEL Immer deutlicher tritt zu Tage, dass die soanelie Zurückziehung der UN-Truppen, die an den israelischen Grenzen eingesetzt waren, ein schwerer Irrtum des Gene« ralsekretärs. der Vereinten Nationen, U Thant, gewesen ist. Für die S'cherheit der Grenzen bedeutete die kleine Truppe nicht viel. Wohl aber strahlte von ihr ein morails-'bes Prestige aus, das den beteiligten Völkern und wohl auch allen anderen Nationen ein Gefühl des Respektes und damit der Sichreheit vermittelte. Ob diese Haltung immer zutreffend war, sich auf diese UN-Soldaten zu verlassen, muss zweifelhaft erscheinen. Israel jedenfalls war stets vor* sientig genug seine Grenzen auch dort selbst zu beschützen, wo die UN-Truppe stationiert war. Dass U Thant den Befehl zum Rückzug seiner So daten auf ein einseitiges Ersucnen Nassers erteilt hat, kam sicherlich auch für den ägyptischen Staatschot überrasched. Damit hat U Thant nicht nur die ohnedies bestehende und wachsende Unsicherheit im Mittleren Osten erhöht, sondern auch Nasser einen politischen Erfolg zugespielt, weh in der ganzen Welt der Eindruck entstehen musste, als brauche Nasser nur einen Wunsch auszusprechen damit die UN ihn sofort erfüllen Präsident Johnson hat auch sehr bald sein Erstaunen darüber ausgedrü-kt, dass die UN-Einheiten sofort abgerufen wurden, ohne das« die Vollversammlung oder der Sicherheitsrat befragt worden ist. Die Stationierung der UN-Truppen beruht auf einem Uebereinkommen, das im November x956 vom damaligen UN-Generalsekretär Hammarskjold mit der ägyptischen Regierung getroffen wurde, die sieh mit der E'nquartierung diese'. Soldaten auf ägyDtischem Gebiet einverstanden erklärt hatte. Ganz ohne Zweifel war damalzwischen Hammarskjold und Nasser abgesprochen worden, dass der Generalsekretär nur dann dem Abzug der Truppen zustimmen sollte, wenn die Truppe ihre Aufgabe erfüllt habe In diesem Fall wäre er dann verpflichtet, die Frage zur endgültigen Entscheidung der Generalversammlung vorzulegen. Die Abmachung ist bei den UN niedergelegt worden. Der Sachverhalt wurde vom amerikanischen Botschafter Lodge bestätigt. Nach der Auffassung vieler Beobachter, die über alle Einzelheiten unterrichtet sind, war das Vorgehen U Thants nicht nur irrtümlich, sondern ungesetzlich, weil gegen das Statut der UN gerichtet. Es stellt eine direkte Verletzung einer internationalen Vereinigung dar. Da die UN-Truppe in keinem Fall ihre Mission erfüllt hat, dürften die Vereinten Nationen heute gezwungen sein, die UN-Truppen wieder eir.zusetzen, bis ihre Mission erledigt ist-.. Wie es zum Kriege kam Schüler bauten Unterstände in Tel Aviv internationale Schiffahrt gesichert wurde, war eine de«* Konsequenzen des ginai-Feldzuges, der im Jahre 1956 mit dem Siege der israelischen Waffen abgeschlossen worden ist Aegyptens geographische Lage gibt diesem Lande grosse Chancen, aber nicht das Recht., internationale Wasser, wege zu schliessen oder zu blockieren. Geben die seefahrenden Nationen in der Frage von Tiran nach so verliert Israel nicht allein hierdurch gewisse Lebensmöglichkeiten, sondern alle Völker geben eines ihrer Grundrechte auf. Die Frage lautet: Wird sich die Welt, die doch aus dem Machtrausch der Nazis gelernt haben sollte, wieder ein mal durch das Geschrei und die Drohungen eines Diktators irritieren lassen? Die Nazis waren militärisch besser gerüstet als die Alliierten. Dieses Argument besteht bei Nasser nicht, denn alle sind sich darin einig, dass sich der ägyptische Staatschef in grossen Schwierigkeiten befindet und seine Po! - Jorge Luis Borges erklaert Der Schriftsteller Jorge Luis Borges hat die folgende Erklärung abgegeben: Im Angesicht der Bedrohung, der sich der Staat Israel gegenübersieht, der Staat Israel, der die Sache der Freiheit und der Kultur repräsentiert, und der für Millionen Menschen eine Hoffnung darstellt, müssen wir unsere volle Solidarität mit dem Volk Israels und seiner tausendjährigen Tradition bekunden, die zugleich die unsrige ist. darf auch annehmen, das« die Russin ernsthaft keinen dritten Weltkrieg wünschen Der Fall Vietnam würde hierfür einen weit besseren Vorwand und ein ernsteres Motiv bieten, als die israelischarabischen Differenzen, an denen weder der Westen noch der Osten direkt interessiert ist. Auch der Hinweis der kommunistischen Propaganda, Israel sei ein imperialistischer Brückenkopf fällt nicht ins Gewicht. Auch Libanon, Transjordanien, Saudi Arabien und Kuwait sind westliche Verbündete und „Handlanger des amerikanischen Imperialismus“, wie es in der kommunistischen Terminologie heisst. In Washington hat man offensichtlich verstanden, dass dieser Zustand höchster An. Spannung nicht lange mehr anhalten kann. Man wird unruhig und nervös Frankreich hat seine Aufforderung zum Zusammentreffen der Vier Grossmächte wiederholt. Vielleicht wollen oder werde u sie gemeinsam den Frieden im Mittleren Osten garantieren. Sicher.ich sind alle Vier Grossen bereit, Opfer hierfür zu bringen, es fragt sich mu, auf wessen Kosten diese Konzessionen geidacht werden sollen. Sicherlich ist es auch wahr, dass Moskau an einem Machtzuwachs Nassers nur dann interessiert st, wenn der Kreml selbs’ hierdurch konkrete Vorteile hat. Hiergegen werden sich die westlichen Mächte wehren, d;e bisher mit Erfolg verhindern konnten, dass russische Reg*- mente irgendwo im Mittlere?’ Osten stationiert werden. Bei der Verworrenheit der Mittwoch, den 31. Mai Kairo. — Die VAR drohte mit einem „Blitzkrieg“ zu Lande, vom Wasser und aus der Luft, um Israel im Falle eines Angriffs auf irgendein arabisches Land in 24 Stünden zu vernichten noch bevor die USA oder ein anderes westliches Land den Israelis zu Hi’fe eilen könnte Stambul. — Das erste der 10 sowjetischen Kriegsschiffe, die die Russen in das Mittelmeer schicken wollen, passierte mit vorheriger Erlaubnis der Türkei die Dardanellen. Washington. — Präsident Johnson glaubt weiter an eine friedliche Lösung Algier. — Der algerische Generalstabtschef kündigte die „bevorstehende Entsendung von Einheiten der drei Heeresgattungen nach dem Mittelosten“ an. London. — Premierminister Wilson erklärte, dass Israel das „Recht zu leben“ hat. Kabul (Afghanistan). — Sowjet - Präsident Podgcrnv wiederholte, dass sein Land die Araber gegen die „imperialist,sehen Friedensstörer“ im Mittelosten unterstützen wird. Kairo. — Nasser schickte einen Gesandten nach Lateinamerika, der die dortigen Regie? ungen über die Position der Araber in dem Kon flikt mit Israel aufklären soll. New York. — Wallstreet reagierte auf die Nachrichten aus dem Mittelosten mit einem starken Fall der Wertpapiere. Freitag, den 2. Juni Jerusalem. — Am Mandelbaumtor fielen Schüsse von transjordanischer Seite. Israel erhob Beschwerde vor der gemischten Waffenstillstands- Kommission. Washington. — Die USA und England waren oemüht, alle seefahrenden Nationen in der Welt zu einer gemeinsamen Aufforderung Aegyp'ens zu veranlassen, das Prinzip der freien Schiffahrt im Golf von Akaba zu respektieren. Wilson wurde zu Besprechungen mit Johnson erwartet. Es hiess, dass die Engländer schon von Japan, westlichen Regierungen und den Ländern Skandinaviens die Zusage erhielten, die Erklärung über den internationalen Status des Golfes von Akaba zu unterschreiben, während Frankreich sich weiter ablehnend verhält. UN. — im Sicherheitsrat herrschte Skepsis über einen wirksamen UN-Beschluss zur Aufhebung der Blockade des Golfes von Akaba, da mit einem Veto der Russen zu rechnen sei. Kairo. — Der nordamerikanische Flugzeugträger „Intrepid“ durchfuhr unter dem feindseligen Geschrei der Aegypter den Suez-Kanal. Im Mittelmeer verfolgten sowjetische Kriegsschiffe die Uebungen der 6. USA-Flotte, die Richtung auf Kreta nahm. Jerusalem — Die Bildung eines Kabinetts der nationalen Einheit mit Mosche Daran, dem Helden des Sinai- Feldzuges als Verteidigungsminister wurde von Levi Eshkol bekanntgegeben. Jerusalem. — Kol Israel meldete, dass westliche Freunde Israels binnen kurzem die Blockade des Golfes von Akaba zu brechen versuchen werden. Rio de Janeiro. — In der brasilianischen Hauptstad* traf der Sondergssandte Nassers, Sabry, ein um die öffentliche Meinung und die Regierung über die wahren Hintergründe der Mittelostkrise zu unterrichten“. UN. — Argentinien und Brasilien schlossen sich dem Standpunkt Frankreichs und Aethiopiens an, dass der Sicherheitsrat vorläufig nichts anderes tun könne, als zur Mässigung im Konflikt zwischen Israel und den Arabern zu raten. Jerusalem. — Viele Arbeiter verzichteten auf einen Teil ihrer Entlohnung zugunsten des Verteidigungsfonds. In den Strassen füllten Frauen und Kinder Säcke mit Sand zur Errichtung improvisierter Unterstände für den Fall von Luftangriffen. Schü. ler verteilen die Post anstelle der mobilisierten Briefträger. Zahlreiche israelische Araber beteiligen sic*- aktiv an der Verteidigungs. Im Hospi. tal von Afule erschienen 30 arabische Lehrerinnen, um Blut zu spenden. London. — Eine Blitzaktion für die Einheitskampagne er brachte annähernd 5 Millionen Dollar. Sonnabend den 3. Juni Irakische Truppen sollen an die israelische Front geschickt worden sein. — De Gaulle schlug erneut eine Konferenz der Vier Grossen zur Beilegung des Orient-Konfliktes vor. — Der transjordanische König Hussein hatte in Amman eine Besprechung mit hohen Offizieren. — In der Nähe des Kineret- Sees kam es zu einem Zusammenstoss, als israelische Soldaten arabische Terroristen aufstöberten. — Kuwait ist bemüht, darauf einzuwirken, dass die auslän- (Fortsetzung auf Seite 4) Friedhof geschaendet Bislang unbekannte Täter haben vor kurzem auf dem jüdischen Friedho» der niedersächsischen Ortschaft Neustadt am Rü benberge 22 Grabsteine umgestürzt, zum reil völlig zerstört und die Trümmer auf einen an. deren Platz geworfen. Der Friedhof, der abseits der Stadt an der Deine liegt, bot ein Bild der Verwüstung. Erst vor einigen Jahren hatte die stadt bei einer ähnlicher Freveitat auf demselben Friedhof zerstörte Grabdenkmäler wiederherrichten müssen.

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