Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 28 (1967)
- Issue
- 2219 (26.5.1967)
- Date
- 1967-05-26
- Page
- [Seite 3] (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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M i« Hilf* áe 1WT LA BANANA I8IAILITA Año XXVHI. — N° 2219 — < Rabbi Obadja Okamoto Kürzlich wurde in der Synagoge des Hebrew Union College zu Jerusalem ein Mann swr Thora aufgerufen, ein Rabbiner in Israel, der wohl nicht seinesgleichen hat. Der Japaner Hiroschi Okamoto. der als Rabbi Obadja- Abraham Ben Abraham zur Verlesung des Prophetenabschnitts, der Haftara, gerufen wurde, trug in wunder, bar klarem Hebräisch unter strenger Berücksichtigung der Ta ame Hamikra oder Neginot, der Kantilenen der hebräischen Bibel - Rezitation, den Prophetentext vor. Andächtige Stille lag über dem Auditorium, das diesem wohl einmaligen und erstmaligen Vorgang lauschte: ein japani. scher Rabbiner, der in Jerusalem aus der hebräischen Bibel vorträgt. Das gehört zu den Wundern Israels, vor denen wir staunend stehen. Hiroschi Okamoto ist 1926 in Tokio als Sohn einer buddhistischen Familie geboren Er studierte in seiner Jugend an der Technischen Hochschule und an der Militär Akademie seiner Heimatstadt und wurde technischer Be. rufsoffizier in der kaiserlichen Marine Japans. Aber die Laufbahn eines Technikern und Offiziers konnte den jungen Japaner nicht befriedigen. Er suchte nach dem Sinn des Lebens und begann, von SCHALOM BEN CHORIN JUNCAL Crédito Ltda. Die Sparkasse des zentraleuropaeischen Sektors Cooperativa de Sociedad Montag bis Freitag von 12 bis 15 Uhr ARAOZ 2854 T. E. 71-9059 BUENOS AIRES ermuntert von christlichen Missionaren, das Neue Testament zu studieren Hier aber wurde ihm klar, dass dieses auf dem Alten Testament fusst, auf der hebräischen Bibel, die er zunächst in englischer Uebersetzung studierte. Und aus dieser Lektüre erwuchs dann sein brennender Wunsch, das Volk des Alten Testaments, seine Literatur und Kultur kennen au lernen. Durch amerikanihche Freunde erhielt er ein Stipendium und konnte sich 1958 nach Cincinnati im Staate Ohio in den USA begeben, um dort am Hebrew Union College unter der Oberleitung von Prof. Nelson Glück seine judaistisohen Studien aufzunehmen. Zwei Jahre lernte er Hebräisch, drang in die Anfangsgründe der hebräischen Bibel und der Mischna ein studierte jüdische Geschichte und Literatur, und je mehr er sich mit dieser Materie zunächst rein wissenschaftlich befasste, um so mehr wuchs in ihm der Wunsch, selbst Jude zu werden, selbst in den Bund Abrahams einzutreten 1960 trat er zum Judentum über, und seine Frau Hosehi folgte ihm auf diesem heiligen Wege nach. Dem Ehepaar wurden zwei Knaben geboren, die sie Schema ja und Ar je nannten. Der Na me des Erstgeborenen Schemaja ist mit tieferer Absicht gewählt, denn die Tanaiten Schemaja und Abtaljon, die ir den Sprüchen der Väter, I, 10 erwähnt werden, stammten aus der Nachkommenschaft des assyrischen Königs Scnhebrib die zum Judentum iibergetreten war. Sie lebten zur Zeit Jesu. Von ihnen sagte man, sie seien Fremdlinge gewesen, die die Werke der Söhne des Hohe Priesters Aron vollbringen. Arje hingegen ist nach einem Freund der Familie genannt. Im heimischen Japan berei ten zwar Namen wie Schemaja und Arje gewisse Schwierigkeiten. aber — es ist eben nicht leicht, ein Jude zu sein. Nach seinem Uebertritt setzte Hiroschi Okamoto seine Studien weitere vier Jahre mit verdoppeltem Eifer fort, und 1964 war es so weit: nach sechsjährigem Stud um am Hebrew College wurde der junge Japaner als Rabbi ner ordiniert, übrigens zusammen mit zwei Kommilitonen au3 Jerusalem. Nun ging er zunächst auf ALFREDO STERN MALERARBEITEN FACHMAENNISCHE AUSFUEHRUNG AUF WUNSCH ZAHLUNGSERLEICHTERUNGEN VIDAL 1575 FAST ECKE PINO Tel.: 76-9088 Teppichhaus - M. Hochberg Unerreichte Auswahl an handgeknüpften Teppichen in erstklassigen Qualitäten für fedes gemütliche Heim. EIGENE FABRIKATION UNVERBINDLICHE VORFUEHRUNG AUF WUNSCH ZAHLUNGSERLEICHTERUNGEN Maschinenieppiche ln allen Farben und Grossen. Auslegen von Appartements mit rein _ wollenem Velour VERKAUF AN PRIVATE NUR SAMSTAG UND SONN IAG VON 9—19 UHR IM AUSSTELLUNGSRAUM CALLE ANDONAEGUI 2083 I TEL: 52 2993 4 Quader von StaSon Urqulza 1 zwei Jahre mit seiner Familie zurück nach Tokio, um dort am Jewish Center zusammen mit zwei Armee- Rabbinern der USA für die kleine jüdische Gemeinschaft in Japan zu wirken. Gegenwärtig leben in Tokio 200 jüdische Famitlien, meist aus den USA. Ihnen dient dieses Zentrum, das an keine bestimmte Denomination gebunden ist. Rabbi Okamoto gehört zwar seiner Schu'ung nach der jüdischen Reform- Bewegung an, aber er arbeitete an diesem Zentrum reibungslos mit einem konservativen und einem orthodoxen Rabbiner zusammen, die ihrem japanischen Kollegen die volle Anerkennung nicht vorenthielten. An den Hohen Feiertagen hielt Rabbi Okamoto auch öffentliche Gottesdienste ab und er wirkte bei der Konversion von zwei Japanerinnen, die Juden heirateten als Rabbiner in einem Bet Din, einem rabbinischen Gerichtshof mit. — In Jerusalem wohnte er in der Synagoge Har-El als Zeuge der Konversion eines jungen Mädchens aus Brasil'en, Tochter eines jüdischen Vaters und einer selbst inzwischen zum Judentum über, getretenen Katholikin, bei. Nach kurzem Aufenthalt in Jerusalem begab sich Rabbi Okamoto nun an die Universität Oxford, um dort unter Leitung des Professors David Daube, eines streng orthodoxen Juden seine talmudischen Studien fortzusetzen und eine Doktor-Dissertation über „Die Methode des Jüdischen Rechtes in der Tanaitischen Literatur'* zu verfassen. Mindestens zwei Jahre sind für diese weiteren Studien vorgesehen. Es ist nicht leicht für Rabbi Okamoto, den Weg der jüdischen Wissenschaft weiter zu beschreiten, da seine Familie in Tokio Zurückbleiben musste, aber er hofft es im Laufe der Zeit zu ermöglichen Hosohi, Schemaja und Arje nachkommen zu lassen. Und dann? Rabbi Okamoto sieht seine Aufgabe nicht darin, in den USA wo dies durchaus möglich wäre, eine Reform-Gemeinde zu übernehmen; er will unter seinen Landsleuten in Japan wir ken, denn das Intersese für das Judentum ist dort durchaus lebendig. Die Bemühun gen Rabbi Okamotos werden vom newyorker Zentrum der World Union for Progressive Judaistmus unterstützt, die hier eine einmalige Möglichkeit sieht, den Geist des Judentums in den Fernen MOEBELHAUS WATERMANN Das Haus der 3 Geschäfte mit der grössten Auswahl SARMIENTO 1147 _T E 35 . 793* CABILD0 2614 PAMPA 4979 Zahlungserleicbterungen f»st Ecke Triunvirato Eigene Werkstätten Zuvorkommende fach männische Bedienung Und wenn es sich um HERRENKLEIDUNG handelt dann zu Carlfon MAIPU 982 — 31.7845 Osten zu tragen wo heute ein Hunger nach neuer religiöser Sinngebung des Lebens zu verspüren ist. Bekanntlich hat sich ein Bruder des japanischen Kaisers eingehend mit judaistischen Studien befasst, und das grundlegende Werk von Rabbiner Dr. Leo Baeck s. A. Das Wesen des Judentums" wurde ins Japanische übersetzt und wird wirklich gelesen und studiert. Man darf aber die Absichten nicht missionarisch auffassen. Er erklärte mir. wie schwer es ist, in einer polytheistischen Gesellschaft wie Japan den jüdischen Monotheismus verständlich zu machen Ein aufgeschlossener Japaner ist bereit, auch jüdisches Gedank?ngut eklektisch zu akzeptieren, also neben anderen religiösen Vorstellungen Die Ausschliesslichkeit des jüdischen Monotheismus ist der japanischen Seele fremd (Hier liegt natürlich auch ei ne psychologische Schwierigkeit für die Ausbreitung des Christentums in Japan, ja überhaupt in Asien, — von Indien bis China —, ganz abgesehen von den politischen Problemen, die damit verbunden sind). Japan ist in einer tiefen religiösen Krise, seit die Atombombe über Hiroschima und , Nagasaki gezeigt hat, dass die Unverletzlichkeit Japans und die Unbesiegbarkeit des LA SEMANA ISRAELITA SEMANARIO INDEPENDIENTE Bs. Aires - PUEYRREDON 2190, 1* Izq. - T.E. 83-2618 16. I jar 5727 26. Mal 1967 kaiserlichen „Sonnensohns“ <»in Mythos war, der unserer Zeit und Technik nicht mehr standzuhalten vermag. Natürlich nutzten christliche Missionare diese Krise als ihre Chance aus, aber das Christentum, vertreten von Europäern und Amerikanern, ist dadurch bereits ver dächtig und anrüchig, Das Judentum in seiner äusseren Machtlosigkeit tritt als rein geistige Lehre in den Blickpunkt des Japa ners, wenn es ihm in der richtigen Weise vermittelt wird. Niemand ist dazu mehr berufen als Rabbi Okamoto. der keineswegs der einzige japanische Proselyt geblieben ist. Ein älterer japanischer Professor trat vor einigen Jahren in Jerusalem zum Judentum über. Am Hebrew Union College in Cincinnati studierte noch ein weiterer Japaner, der aber nicht selbst zum Judentum übergetreten ist, sondern sich mit der Wissenschaft vom Judentum begnügte. Es geht nicht um die „Bekehrung“' der Japaner. Das liegt dem Judentum weseAsmässig fern, aber es geh* darum, in Japan etwas vom Geist des Judentums, seiner Religion und Kultur, seiner 450 Wohnungen Jerusalem. — Bis September 1967 werden 450 Jerusalemer Familien, die gegenwärtig in Elendsvierteln wohnen, neue Wohneinheiten bezie- I hen, die ihnen von der Wühnbaugeselisohaft „Praaod“ zur Verfügung gestellt werde«. Philosophie und Geschichte japanischen Menschen zu vermitteln, die heute mehr denn je dafür aufgeschlossen sind. Rabbi Okamoto denkt vor allem auch an eine akademihohe Lehrtätigkeit und dazu bedraf er des Doktor- Diploms der Universität Oxford, die internationalen Ruf geniesst und ihn befähigen wird, die Thora von Jerusalem auf dem Wege über Cincinnati und Oxford in Tokio zu verkünden Wir wünschen ihm volle« Gelingen dazu Uebrigens ist Hiroschi Okamoto nicht nur ein judaistischer Gelehrter, sondern hat auch jüdische Lebensart und sogar jüdischen Humor angenommen. Als ich ihm die Adresse eines englischen Rabbiners gab, der sich e'nen überaus englisch klingenden Namen zugelegt hat, meinte Hiroschi lächelnd- „Hoffentlich ist er... jüdisch.“ Fiambres Finos “FRIG UINCIA yy MARCA QUE DISTINGUE LA CALIDAD FRIGUINCIA ESTUDIO JURIDICO INTERNACIONAL Dr, Hardi Swarsensky ASUNTOS EUROPEOS EXCLUSIVAMENTE ALLE ENTSCHAEDIGUNGSFRAGEN BUER0STUNDEN: von 15 — 18 Uhr NUR Dienstag und Mittwoch OCH BITTE, NICHT VOR 14 UHR ZU ERSCHEINEN) oder nach Vereinbarung T. E.: 83 - 2613 ★ Dr, Günter Frey ASUNTOS ARGENTINOS Y SUDAMERICANOS Erbscbaffssachen - Verfraege - Verwaltungen, Hieli-, Zivil- und Handelssachen T. E. 80 - 6930 PUEYRRED0N 2190 esq, Av. LAS HERAS