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Jüdische Wochenschau · 1967-05-19 · 2218 (19.5.1967) · p. [Seite 8]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
28 (1967)
Issue
2218 (19.5.1967)
Date
1967-05-19
Page
[Seite 8] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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I O ÛÛ c FRANQUEO PAGADO Concesión 908 c «? c <<5 J TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 SEMANA Aim» XXVIII. BUENOS AIRES, VIERNES 1® I>E MAYO DE 1967 N* *»18 EL EJEMPLA wt toda la República : 20.- PUEYRREDON 2190 1» izq. Buenos Aires T.E. 83 - 2613 A wwfstand in dew* W üste af* Ungefähr 50 Jahre sind seit Jenem Aufstand in der Wüste vergangen, der die Phantasie der Schwärmer, aber auch der Politiker der westlichen Welt immer wieder angereg: hat. Der geheimnisvolle X. E. Lawrence hat es verstanden. der Wüste selbst jenes unheimliche Geheimnis zu belassen, das seine tiefe Wirkung seit Jahrtausenden auf die Menschen als Individuen. aber auch auf die Menschheit als Kollektivum ausgeübt hat. Es wird nooh mancher tiefenpsychologischen Untersuchungen bedürfen. bis wir klar erkennen können, worauf eigentlich dieser unheimliche Zauber der Wüste auf den Menschen Seme Gefühls- und seine Vor. Stellungswelt beruht. Sind doch alle grossen Propheten, Gottsucher und .Religionsstifter' in die Wüste gegangen. haben sie doch alle eine Zeitlang in der Wüste gelebt, sind doch alle inspiriert zurückgekommen und haben der Welt ihre dort gewonnenen Erkenntnisse verkündet Lawrence hat die vergessenen arabischen Wüsten wieder in das Blickfeld Europas zurückgeführt, jene Wüsten, die seitdem viel von ihrer früheren Romantik verloren haben. Die Wüste ist ,,entvon B. B. SAMUEL zaubert" worden. Man hat aus ihrem Schosse das flüssige Gold gezogen. Aus Wiistenscheichs wurden Könige, aus Königen Dollarmillionäre. Der politische Plan eines Lawrence führte zwar zum Zusammenbruch des Türkenreiches, aber überlebte nicht den Sturmschritt des Petroleums. Auf diesem Umwege haben sich die Herrscher über die Wüste in die grosse. internationale Politik eingeschaltet. Die Engländer haben ihre von Lawrence eingeleiteten, mühseligen Erfolge nicht recht nutzen können. Ihre auf Routine beruhende Kolonialpolitik mit dem simplen römischen Grundsatz des ,,divide et impera“ hielt mit dem rasanten Fortschritt der Völker . Emanzipation nicht Schrift. Deswegen haben die Engländer im Vorderen und Mittleren Orient sehr schnell verloren, was sie sehr langsam gewonnen hatten, vor allem das Vertrauen der arabischen Völker. Irgendeine Verbindung blieb aber trotzdem zwischen dem untergegangenen Britischen Weltreich und der arabischen Welt bestehen, obwohl es überall, wo die Engländer Blick in die Welt von HAROLD SCHWARCZ DEMONSTRATIONEN gegen die britischen Behörden Wurden in Hong Kong abgehalten. — 800 MEILEN südöstlich von Tahiti haben die Franzosen neue Atombomben-Versuche durchgeführt. _ RICHARD NIXON, Ex-Vizepräsident der USA, besuchte verschiedenen südamerikanische Länder. _ DIE IAGE IN ECUADOR wurde durch einen Eisen bahnerstreik verschärft. — KOENTG FEISAL von Saudi Arabien besuchte London. — PAPST PAUL VI. besuchte als erster Papst in der Geschichte Portugal. — ITALIENS Aussenminister Fanfani weilte zu offiziellem Besuch in Moskau. — GENERAL RENE Barrientos, der Präsident Boliviens, stattete dtm paraguayischen Präsidenten, General Strössrier. einen Staatsbesuch ab. — MIT VERSCHIEDENEN Feierlichkeiten wurde in europäischen Ländern des 5 Mai 1945 gedacht an dem das Dritte Reich zusammengebrochen war. — IMMER NEUE Terror-Akte werden aus San Domingo gemeldet. — REGIERUNGSTRUPPEN griffen in Bolivien ein Widerstandsnest der Guerilla-Krieger an. — DER KAMPF UM die Macht in China zwischen Mao und Liu Shoa Chi hat schärfere Formen angenommen. — DIE ENGLAENDER machten grosse Anstrengungen, um Mitglied des Gemeinsamen Europäischen Marktes zu werden. — DER VATIKAN erlaubte den Gebrauch der Landessprache bei Abhaltung der Messe. — ANDREAg PAPANDREOU Sohn des früheren griechischen Ministerpräsidenten, wurde des Landesverrates bezichtigt — MITGLIEDER DER japanischen Kaiserfamilie besuchen siidamerikanische Länder- — MIT GROSSEN Schwierigkeiten hat der französische Ministerpräsident Pompidou zu kämpfen. — RAHMAN AREF. Generalleutnant. Präsident des Irak, ist jetzt auch kraft eigenen Entschlusses der Ministerpräsident des Landes. — WELTUMSEGLER Sir F. Chichester wurde von der englischen Königin ausgezeichnet. — U THANT, Generalsekretär der Vereinten Nationen, gab seiner Befürchtung über den Ausbruch eines neuen Weltkrieges Ausdruck. — NAZI BORMANN soll jetzt plötzlich in Guatemala aufgetaucht rein... — JUAN LECHIN, früherer Vizepräsident Boliviens, hat in Chile um politisches Asyl gebeten. — ZAKIR HUSAIN, ein Muselmane, wurde zum Präsidenten Indiens gewählt. — KHOP.EN I- Patriarch der Orthodoxen Armenischen Kirche, wurde dem Papst durch den Kardinal Bea vorgestellt. — , IN GHANA wurden zwei Offiziere weg??« Bebelliom tungeriehtet. — noch sitzen, zu schweren Zusammenstössen kommt, wie jetzt im südlichen Teil der arabischen Halbinsel. Die Problematik wurde bereits in der vergangenen Woche in meinem Artikel ..Aden—Kairo—Beirut" behandelt. Im Zusammenhang mit diesen Auseinandersetzungen in und um die Südarabische Föderation sind bereits alle arabischen Kräfte, Tendenzen und Strömungen auf den Plan getreten. Ohne grosse Varianten zu früheren Entwicklungen begann der Kampf um die Freiheit und die Souveränität der arabisehen Bevölkerung, in diesen Gebieten wie anderswo auchdie Bevölkerung, von ihren Politikern aufgestachelt, verlangte Freiheit und Souveränität. England leistete Widerstand bis es zum Nachgeben gezwungen war- Inzwischen hatten sich auch „landfremde" Elemente aller Art eingeschaltet, die Morgenluft witterten und ihre eigenen Chancen zur Machterweiterung sahen; wie immer und überall in der arabischen Welt war es Nasser, der ein neues Abenteuer und ein neues politisches Ablenkungsmanöver suchte. Mit Nasser erschienen alle Freunde und Feinde. Die Südarabische Föderation stand plötzlich auf | der arabischen Tagesord-! nung. bevor sie noch von der englischen verschwunden war. Nasser und seine Vasallen, zu denen heute die revolutionäre, lies: die kommunisti. sehe oder den Kommunisten freundliche Regierung des Yemen gehört, haben bereits ihre Ansprüche auf die Südarabische Föderation für den Fall des englischen Rückzuges angemeldet. Da der Kampf im Schatten der Giganten, der beiden alten Blockmächte Amerika und Russland ausgetragen wird hat er auch entsprechende, weltweite Formen angenommen. Nasser und seine yemen’tischen Anhänger drängen darauf, dass die Engländer das Gebiet verlassen, damit sie... nachrücken können. Das wav der Augenblick, da die arabischen Nationalisten, die so viele Jahre um ihre Unabhängigkeit ringen, die so heftige Polemiken gegen die Briten lanziert und so viele scharfe Angriffe gegen die Tommys gerichtet haben, aufhorchten und... abzuwarten wünschten, was geschieht. Denn sie wollen durchaus nicht die britische! Kolonialmacht gegen die ägyptische Diktatur vertauschen. Das ist aber auch der Augenblick. da Feiaal, der König der Wüste, in London erscheint, tun die Aktionen ein wenig zu stoppen, damit er in Ruhe gegen eine vereingte Front der Nasseristen und der yemenitischen Revolutio nii re aufmarschieren kann Für Feisal steht Ausserordentliches auf dem Spiel: denn inzwischen hat jioh sein, von ihm abgesetzter Bruderkönig Saud offensichtlich auf die Seite Ntwsers geschlagen. Sicherlich spekuliert Exkönig Saud darauf. von der Südspitze der Arabischen Halbinsel aus gegen seinen Bruder Feisal marschieren zu könenn, um das verlorene Königreich wiederzugewinnen. Ob er insoweit auch nur die Rechnung mit Nasser beglichen hat. steht dahin. Wieder flammt der Kampf um die Wüsten auf. Die Söhne Sauds drohen ihr Schwert gegeneinander zu ziehen. Im Hintergrund lauert Nasser. Die südarabischen Nationalisten zittern um ihre „Freiheit“. Die Engländer werden Rechte verteidigen, die sie bereits nicht mehr haben. Das Chaos wächst. Angebliche Verhaftung Bormanns Guatemala. — Der Mann, der unter dem Verdacht Martin Bormann zu sein, verhaftet wurde, erklärte iari Fernsehen, dass er 20 Jahre lang in den USA gelebt habe. Der frankfurter Staatsanwalt Joachim Richter teilte andererseits mit, dass die Fingerabdrücke des verhafteten Individuums. die von der guatemaltekischen Polizei nach Westdeutschland geschickt wurden, nicht mit authentischen Fingerabdrücken Bormanns. identic*, sind ®esitz der deutschen Behörden terimtam Der Polrzeichef von Guatemala, Eduaro García GAmez. der vor einigen Tagen die Verhaftung des Verdächtigen bekannt gegeben hatte, berichtete inzwischen dass die po izetlichen Untersuchungen auf die USA, Westdeutechland und Uruguay ausgedehnt werden, wo der Häftling als ambulanter Tischler gearbeitet zu haben angab. Er fügte hinzu, seiner Ansicht nach sei die Behauptung, dass dies Bormann ist, ein „Wahnsinn“. (ITA) Oesterreichische Neonazis In Oesterreich ist nicht nuder Frühling ausgebrochen, sondern eine wahre Epidemie von neonazistischen Parteien, die versuchen, die alten und die neuen Nazis aus den bestehenden Parteien und aus dem Schmollwinkel herauszulocken und sie aufs neue neonazistisch zu mobilisieren Vier neuen Parteien hat das Innnenminsterium grünes Licht gegeben, und jede ist eine fahle Kopie des fernen NSDAP-Ideals. dessen Terminologie man mit einiger Behutsamkeit stilecht zu kopieren weiss. Alle diese Nachgeburten Neuer Appell an Moskau Das Lateinamerikanische Parlament nahm auf seiner zweiten Ordentlichen Versammlung, bei der III. Pienarsitzung. die am 29. April in Montevideo .stattgefunden hat, eine Resolution an in der die Lage der Juden in der Sowjetunion als unverändert bezeichnet wird. Es wird festgestellt, dass dieser Gemein Schaft auch weiterhin das Recht vorenthalten wird, ihr religiöses, kulturelles und erzieherisches Leben zu bewahren, wie dies durch die Charter der Vereinten Nationen verbürgt ist. und es den Juden versagt wird, sich mit ih ren in Israel oder anderen Ländern lebenden Familien zu vereinigen. In diesem Zusammenhang wird avrf eine Resolution hingewiesen, welche das Lateinamerikanische Parlament im Juli 1965 auf seiner Tagung in Lima fasste, wo es sich einem energischen Protest anschloss welchen der Europarat im gleichen Jahr in Strassburg gegen die in der Sowjetunion gegen die Juden Jom Haazmaut in Israel Jerusalem. — Mit einer Militärparade beging Israel den Tag seiner Unabhängigkeit. Die Parade wurde von fast al'en Grossmächten boykottiert Trotzdem war sie eindrucksvoll und zählte mit der Anwesenheit aller hoher. Vertreter der Behörden Das Fehlen der meisten ausländischen Diplomaten bildete keine grosse Ueberraschung. Unter den Abwesenden befanden sich die Botschafter der USA, Eng lands und Frankreichs, der Sowjetunion und Westdeutschlands sowie fast aller osteuropäischen Regierungen. Die höchstrangigen Diplomaten, welche erschienen, waren der Vizepräsident von Madagaskar, die Chefs der Generalstäbe von Chile una Liberia Gesandte verschiedener afrikanischer Staaten, die französischen Generäle König und Fayot und der im Exil lebende französische Politiker Jacques Soustelle. Obwohl sich die diplomatischen Repräsentanten von der Parade fernhielten, wohnten sie am Nachmittag dem offiziellen Empfang im Hause des Präsidenten Shazar bei (ITA) geübte Diskrimination erho ben hatte. Es wird betont, dass auch andere Organismen und Organisationen, wie z. B. der Internationale Sozialisten-Kongress in Stockholm (1966) Einspruch erho. ben und für die Rechte der russischen Juden plädierten. Auch auf dem Kongress der Internationalen Föderation für die Menschenrechte, der Anfang 1966 in Paris zusammentrat. erging ein Appell an Sowjetrussland, der jüdischen Kollektivität die gleichen Rechte wie allen anderen nationalen Gruppierun* gen einzuräumen. Die Resolution erwähnt den Besuch des sowjetischen Ministerpräsidenten Alexei Kos sygin in Paris zu Ende des Jahres 1966, der in einer Pres sekonferenz erklärte, seine Regierung werde allen Juden in Russland, welche sich mit ihren Brüdern im Ausland zu vereinigen wünschten, die notwendigen Erleichterungen gewähren, und bedauert, dass die in dieser Erklärung ausgesprochene Absicht noch keine konkrete Gestalt angenommen hat. Aus all diesen Gründen ergeht der Beschluss, die Regierung der Sowjetunion auf zufordern, das von ihrem Ministerpräsidenten geleistete Versprechen zu erfüllen und den im Lande wohnenden Juden die Vereinigung mit ihren im Ausland leben den Familien zu gestatten wobei darauf verwiesen wird, dass ein solcher Schritt ein positiver Beitrag zur Befestigung der wichtigsten Menschenrechte der jüdischen Minorität darstellen würde. Gleichzeitig empfiehlt das Lateinamerikanische Parlament den Parlamneten eines aus der braunen Hölle, die sich auf aktuell geschminkt haben, scheinen über viel Geldmittel zu verfügen und machen eine lärmende aufdringliche Propaganda, was beweist, dass noch immer finanzstarke Brotgeber aus der Industrie auf die braunen Pferdehen setzen, die man auf dem Rennplatz der Demokratie sehr zu Unrecht unbehindert mitlaufen lässt. Sie haben alle vier seltsame Namen, aber alle haben einen starken Anklang au die Mutterpartei, die damals, im Jahre 1933, ihre halsbrecherische Regierungskarriere begann, die in einem Meer von Blut und Schmutz enden sollte. Sie nennen sich „aozial- National-Demokratische Partei" (SNDP), der Stammfirma zum Verwechseln ähnlich, obwohl man, wie zum Hohn, das Wort demokratisch, artfremd aber tarnungsnützlich, eingefügt hat, „National - Demokratische Sozial-Partei“ (NDSP), die, wie ein faules Ei dem anderen, ihrer vorgenannten Kon kurrenz gleicht. Der dritte braune Spätableger ist die „National - Republikanische Partei“ (NRP), die. genau wie die beiden anderen, pronazistische Züge aufweist. Und dann gibt es natürlich die „National-Demokratische Partei“ (NDP), nachgebore ner Zwilling der bundesdeut. sehen „Nationaldemokrateo“, deren verwandtschaftliche Bindungen an eine triste Vergangenheit keiner Beweisführung bedürfen. Diese vier Parteien, die mit Worten spielen und die weder sozial, noch republikanisch und vor allem nicht demokratisch sind, haben ein Programm, über das sie nooh nicht sprechen wollen, also, im Augenblick gar keines Sie sind in Opposition gegen alles, war gesund und fort schrittiich im Staate ist, von grossdeutschem Heimweh geplagt. Unter Wasser sind sie geeichte Nazis, über Wasser in Klarsicht also, freche Kra keeler mit verschämten an tisermtisohen Akzenten, dit aber eisern glauben mache» wollen dass sie loyal auf de«' Boden der Verfassung stehen und mit dem alten National Sozialismus als Partei nicht-- gemein haben. KURT KAISERBLUETH sem Problem in ihren Eririä rungen Aufmerksamkeit zu widmen und ihrer Beunruhigung vor den betreffender Regierungen Ausdruck zu jeden anderen Landes, dieverleihen. Impreso «m la Imprenta POLIGLOTA — ftivadavla 831 Registro de i« Propiedad Intelectual N? 909 491

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