Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 28 (1967)
- Issue
- 2218 (19.5.1967)
- Date
- 1967-05-19
- Page
- [Seite 1] (sequence 1)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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JÜDISCHE WOCKEflSCiU faJkwianayshJCieüta „t:ä,. PUEYRREDON 2190 — 1* irq. Año XXVI n. BUENOS AIRES, VIERNES 19 DE MAYO DE XÍW7 N®?218 Israel wird sich verteidigen Tel Aviv. — Ministerpräsident Levi Eshkol erklärte am ¡Vorabend des Jom Haazmaut, dass ,,Israel reagieren wird, um die Fortführung der ¿Volkskriege' zu verhindern“. Diese Bezeichnung haben die Syrer den von ihrem Territorium aus gegen Israel geführten Guerilla-Attacken gegeben. „Es ist unmöglich“, führte Eshkol aus, ..dass nur aut einer Seite der Grenze Ruhe herrscht und wir werideu diese ständigen Angriffe nicht tatenlas hin nehmen'. Fr klagte Syrien an, die Quelle der Grenzunruhen zu sein und fügte hinzu: ,,Wir werden den Augenblick, den Ort und die Art unserer Reaktion bestimmen.“ Eshkol erklärte ferner, dass das israelische Heer jegliche Ableitung der Jordanwasser verhindern und Israel die Schiffahrt im Roten Meer schützen wird. Die siidarabi- Siohe ..Befreiungs - Organisation“, die sich ,,Flosy“ nennt, hatte aus Aden angekündigt dass sie israelische Schiffe an der Befahrung des Roten Meeres zu hindern beabsichtigt, sobald die Engländer binnen kurzem Aden räumen werden. Der Ministerpräsi-' dent wiederholte, dass Israel dem Jordan nur die Wasserxnenge entnimmt, die Eric Johnston der damalige Gesandte des Präsidenten Eisenhower, in seinem Plan vorgesohlagen hat, wobei er betonte, dass diese Regelung in ihrem technischen. Aspekt . you den. Arabern gnij Israelis angenommen' worden ist, während die arabischen Regierungen sie politisch bekämpfen. Er eröffnete im weiteren, dass Israels Armee in den letzten Jahren nicht nur aus ausländischen Quellen sondern auch von der israelischen Industrie gestärkt wurde. Er enthüllte, dass die Skyhawk-Flugzeuge in diesem Jahr bei der Luftwaffe eingesetzt werden und die Panzereinheiten und die Artillerie mit neuen Waffen versehen werden sollen. DAS EINZIGE MITTEL Jerusalem. — Unterrichtete Kreise gelangten zu der Ueberzeugung, dass nur die Gewalt die von Syrien inspirierten und geleiteten Einbrüche in Israel aufhalten kann. Wenn dies nicht zur Zeit geschieht, so folgert man, können diese Angriffe zu schweren Sicherheits-Schäden führen. Wenn jedoch die Reaktion Israels noch Zeit und Ort limitiert erfolgt, würde Aegypten oder irgendein anderer arabischer Staat nicht veranlasst werden, Syrien au Hilfe zu eilen. Diese Beurteilung der Lage gründet sich auf folgende Umstände, Die Attacken syrischer Guerülabanden häufen sich. Die syrische Regierungsjunta hat wiederholte antiisraelische Aktionen zur Grundlage ihrer Politik gemacht, und keine Grossmacht hat den Willen oder die Fähigkeit, Syrien zu einer gemässigteren Haltung zu bewegen. Man glaubt, dass die Sowjetunion Ratschläge erteilen, doch in Wirklichkeit keinen Druck ausüben wird. Frankreich ist erst zu kurze Zeit auf der arabischen Bühne erschienen, und den USA ermangeln trotz des vielleicht vorhandenen Willens die Mittel zur Beeinflussung Syriens. Die politischen Beobachter .meinen, dass ein Schlag geigen Syrien auf die Aegypter * abschreckend wirken könne und die Syrer von ihrem Irrtum heilen dürfte, dass sie einen ständigen ,,Volkskrieg“ gegen Israel führen können Die in Damaskus regierende Junta nimmt möglicherweise mit einer gewissen Berechtigung an, die fortgesetzten Grenaüberfälle hätten Israel geschwächt und Unsicherheit an der Grenze hervorgerufen, die auf die Wirtschaftslage drückt und die Einwanderung beeinflussen könnte. Die syrischen Politiker wiegen sich in dem Glauben, dass sie ihre Aggression ungestraft fortsetzen können und die Zusammenstosse vom August und Aoril die israelisohe Antwort auf Streitigkeiten über die Bebauung der Grenzboden und nicht die Reaktion auf die Verletzung der Grenzen bildeten. Ueber den genauen Augenblick, in dem Israel sich zur Anwendung von Gewalt gezwungen sehen wird, verlautete nichts aus diesen Kreisen. Es scheint jedoch, dass Israels Reaktion erfolgen wird, sobald die Syrer einen grösseren Einfall in israelisches Gebiet durchführen werden. u THANT MAHNT Vereinte Nationen. — Die Befü chtung, dass ,,neue Kämpfe zwischen Israel und Syrien" wieder ausbrechen könnten, kam in einem au den Sichet heits-at gerichteten Schreiben des UN .Generalsekretärs zun. Ausdruck. U Thant fügte den Tert einer Botschaft bei welche er an den UN-Schlichter General Odd Bull sandte Darin wies er den General an. unverzüglich getrennte Besorechungen mit Syrien und Israel einzuleiten und bemüht zu sein, „ein Einverständnis über praktische Regelungen für die Fragen der Bestellung der Böden längs der Demarkationslinie herbeizufUhren“. Thant bezeirnnete derartige Vernandlungen als unerlässlk h, da ,,ini Augenblick kein fruchtbares Zusam nientreten der syrisch-israelischen Kommission für den Waffenstillstand erwartet werden kann, weil die Syrer sich weigern, au Sitzungen dieser Kommission teilzunehmen." (ITA) Drohungen aas Aegypten Die Parade des israelischen Verteidigungsheeres fand diesmal in Jerusalem statt, während Nasser angeblich mobilisiert, ohne von den UN zur Ordnung gerufen zu werden. WIE ICH ES SEHE Das ist unsere Aufgabe von JEHUDA GOTTHEMER Feiern und Festreden, Gefühle des Stolzes über Erstrebtes und Erreichtes, das hohe und edle nationale Pathos über die wieder erlangte Unabhängigkeit des jüdischen Staates und die Entwicklung Israels sind durchaus berechtigt, wenn wir des Diplomatische Bemühungen Jerusalem. — Die israelische Regierung leitete di* plomatische Bemühungen im In- und Ausland ein, um den Grossmächten .mitzuteilen, dass Israel den letzten Ausbruch syrischer Aggressionen und terroristischer Attentate auf israelischem Gebiet nicht dulden kann. Die israelischen Repräsentanten in den Hauptstädten der Mitgliedstaaten des Sicherheitsrates empfingen vor einigen Tagen diesbezügliche Anweisungen von Aussenminister Abba Eban. Achnliche Sehlitte wurden in Jerusalem unternommen. Ministerpräsident Eshkol und Aussenminister Eban wiesen verschiedene diplomatische Vertreter ausländischer Regierungen auf den Ernst hin, mit dem Israel die Lage an seinen Grenzen betrachtet. Di-: israelischen Repräsentanten wurden ferner angewiesen. die betreffenden Regierungen über Israels Entschlossenheit zu unterrichten, ebenso wie jede andere Regierung zu reagieren um das Leben seiner Bürgr zu schützen und seine territoriale Integrität zu wählen, falls die Aggressionen nicht aufhören. Aussenminister Eban teilte Syrien mit. dass es nicht glauben solle, es könne Terroristen nach Israel entsenden, onne eine israelisohe Antwort herauszufordern. Vor den Studenten der Hebräischen Universität erklärte Ebai, bei einer Veranstaltung, dass Israel die ständigen syrischen Herausforderungen nicht tiiunehmen wird, „Jede Regierung mit einem sauberen internationalen Gewissen“, betonte er, ,,muss zugunsten Israels das derartige Angriffe über sich ergehen zu lassen ablehnt, Partei ergreifen.“ (ITA) 19. Jom Haazmauth gedacht haben. Aber die Hochstimmung des Feiertages wird im Leben eines Menschen und eines Volkes vom Alltag abgelöst, der mit seinen Problemen und Schwierigkeiten nach einer Lösung verlangt. Es ist nicht nur der Ausdruck der Dankbarkeit eines Volkes gegenüber den Männern und Frauen, gegenüber den Jungen und Mädchen, die mit dem Einsatz ihres Lebens und mit ihrem sterben die Proklamierung Israels und die Stabilisierung des Staates bezahlt haben, dass dem Jom Haazmauth dass dem Feiertag, der Tag des Gedenkens, der Jom Hasikaron. vorausgeht. Die innige Verbundenheit des jüdischen Volkes mit seinen Söhnen und Töchtern, mit seinen Vätern und Müttern, mit al len vorangegangenen Geschlechtern und das tiefe Gefühl echter unn lebendiger Verantwortlichkeit für die kommenden Generationen ist für uns Juden charakteristisch. Hierin ist eine jener Wurzeln unserer Existenz und unseres Ueberle bens aller Zeiten zu erblikken. Deswegen werden wir niemals als Volk die Helden des Befreiungskrieges und die Toten des Freiheitskampfes vergessen Ohne den Jom Hasikaron kann ein Jom Haazmauth nicht begangen werden. nicht heute und nicht In späteren Zeiten. Hierin liegt zugleich eine tiefe Symbolik jüdischen Seins und Lebens. Ohne die Tragödie der Millionen europäischer Juden und ohne den Opfergang einer idealistischen Jugend hätten wir auch in unserem Jahrhundert den Traum ungezählter Geschlechter nicht verwirklichen können. In dieser historischen Konstellation, in diesen geschichtlich gewordenen Tatsachen liegt unser Schicksal eingeschlossen. Denn inmitten eines Lebenskampfes, den jedes Volk und jedes Land führen muss, wirken bei uns noch die Gründe und Ursachen fort, die uns zum Tagdes Gedenkens zwingen. Israel hat zwar Siege auf politischem, wirtschaftlichem und militärischem Gebiet über seine Gegner davongetragen, die zur Staatsgründung und zur Festigung des jungen Staates beitrugen oder diese ermöglichten, die Feindschaft seiner Nachbarn besteht aber fort und hat den Werdegang des jungen Landes neunzehn Jahre lang bis heute begleitet. Die meisten Probleme, mit denen sich Israel auseinanderzusetzen hat, sind auf diese — nur als tragisch zu bezeichnende — öituation zurückzuführen. Schon die .normalen* Schwierigkeiten, mit denen heute ein Land and be- Kairo. — Die Vereinigte Arabische Republik verfügte den „AlarmKustand“ ihrer Truppen, wie autorisierte Quellen enthüllten, und durch die Strassen der Stadt, in denen Panzer und Luftabwehrkanonen Aufstellung nahmen, marschierten kampfmässig ausgerüstete Soldaten, Mit Feldkanonen bestückte Lastwagen nahmen den Weg nach Norden in Richtung auf die Strassen, welche nach Alexandrien, Port Said und Suez führen, Truppenbewegungen am Tage sind selten in Kairo, aber anscheinend sollten die allgemeinen Vorbereitungen dazu dienen, Israel zu warnen dass die VAR bereit ist. den mit Syrien abgeschlossenen Verteidigungspakt angesichts der steigenden Spannung an der syrisch-israelischen Grenze zu erfüllen. Die Haltung der Aegypter bildet einen Widerspruch zu der Passivität, mit der Kairo im vergangenen Monat den Zusammenstössen zwischen Syrern und Israelis zusah, als Luftschlachten stattfanden und es zu heftigsten Artilierieduellen kam, welche seif der Suezkrise zu verzeichnen waren. Die halboffizielle Zeitung „Al Ahrain“ nannte die Lage an der syrisch-israelischer. Grenze „derart gespannt dass jeden Moment offene Feindseligkeiten ausbrechen können“. Das der Regierung nahestehende Blatt klagt Israel an, in Jerusalem eine Militärparade veranstaltet zu haben, um die TruppsnVerschiebungen nach der syrischen Grenze zu verheimlichen, und kündigt an, dass die VAR der Regierung in Damaskus bei sonders ein junges, neues Land zu kämpfen hat, würden doch allein schon ausreichen, um die Kräfte eines Volkes in ihrem vollem Umfang in Anspruch zu nehmen. sah sich doch Israel der Notwendigkeit gegenüber, seinen staatlichen Organismus von den Anfängen an aufzubauen Als der Staat proklamiert wurde, hatte die Bes*atzungsmacht ein Chaos zurückgelassen. Es gab keine intakte staatliche oder staatsähnliche Formation mehr. Staatliche und städtische Körperschaften mussten gebildet worden, die eine normale Verwaltung und Regierung des Landes möglich machen sollten. Auf allen, so weit verzweigten Wegen einer staatlichen Existenz musste von vorn und von unten angefangen werden, abgesehen von jenen Gebieten der Arbeit, der Verwaltung, der Regierung und der Repräsentanz, die mit der Staatwerdung Israels überhaupt neu zu planen und zu schaffen waren. Jedes Land muss sich eine Regierung und Verwaltung heranbilden, muss sein Heer und seine Polizei organisieren muss Ministerien und Schulen, Post und Bankwesen sowie ein diplomatisches Korps einrichten um seinen Platz im Konzert aller Nationen einnehmen zu können. Welche Anforderungen an einen modernen Staat heute gestellt werden, dürfte ohne weiteres klar sein. Allen diesen Notwendigkeiten hat Is- (Sciiluss auf Seite 2) der Abwehr jeglicner Israeli« scher Aggression helfen wird. Die Bewegung des Militärs verursachte chaotische Störungen im täglichen Leben der Stadt. Militär- und Zmlpolizei unterbrachen den Verkehr im Zentrum um den Durchmarsch der Truppen zu ermöglichen. Die Mobilmachung war beeindruckend. Ein Beobachter zählte im Laufe von 20 Minuten Hwft fünfzig Fahrzeuge, die Kanonen, Soldaten und fahrbar« Radiostaitonen transportierten, ferner Ambulanzen und mit Lebensmitteln beladene Kainions. Wie verlautete, traf der Botschafter von Rotchina, Huang Hua, in Begleitung von Achmed Shukairy in Gaza ein. Shukairy ist der Ohef der Organisation fiir die Befreiung Palästinas, deren er. klärtes Ziel die Zerstörung Israels ist. Das Regime von Peking ist der hauptsächlichste Waffenlieferant dieser Organisation. AEGYPTISCHE BOMBlEN IM JEMEN Aden. — Nachrichten aus dem Jemen besagen, dass die Zahl der Opfer der Angriffe ägyptischer Flugzeuge, die Bomben und angeblich Giftgase abwarfen, weiter steigt. Ein Radiosprecher der monarchistischen Kräfte, die gegen das von Aegvpten unterstützte republikanische Regime kämpfen, behauptete, dass 70 Menschen bei einem Angriff mit Brandbomben auf den monarchistischen Stützpunkt in Mhabisha den Tod fanden. Die in Aden abgehörte Sendung gab das Datum des Angriffs nicht an. Wie man in den hiesigen Kreisen annimmt, fand dieser wahrscheinlich in der vergangenen Woche statt. Ein Berichterstatter meldete ferner, dass in der im Nordosten des Jemens gelegenen Stadt Hacher 45 Menschen bei einem mit Giftgasen durchgeführten Angriff umkamen. Die Giftgase wurden aus ägyptischen Ilyuschin-Bombern, die von den Sowjets fabriziert werden, über diesem Ort abgeworfen. Prinz Mohammed Mohsen richtete an die Journalisten und Vertreter des Roten Kreuzes die Aufforderung, unverzüglich nach Bacher zu eilen, um sich durch Augenschein zu überzeugen, dass die Anklage auf Wahrheit beruht. MELDUNG AUS WASHINGTON Washington. — Die USA Botschaft in Kairo befin. deo sich laut hier erhaltenen Meldungen in Alarmzustand, nachdem Präsident Nasser angekündigt hat. dass seine Truppen mobilisiert wurden, um Syrien gegen die augebli che israelische Bedrohung Beistand zu leisten. Die Zeitung „Al Ahrom“, das Sprachrohr der offiziellen ägyptischen Meinung, berichtete von der Aufstellung israelischer Truppen in der Nähe dei syrischen Grenze und den Vorberei turgen Aegyptens das Israel vom Süden aus zu at tackieren und hierdurch Syrien bei der Abwehr eines israelischen Angriffs zu helfen plant (ITA)