Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 28 (1967)
- Issue
- 2217 (12.5.1967)
- Date
- 1967-05-12
- Page
- [Seite 12] (sequence 12)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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FRANQUEO PAGADO Concesión 908 o m o S TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 ISRAELITA An» XXVIII. BUENOS AIRES. VIERNES 18 DE MAYO DE 1967 N? 2*17 EL EJEMP en toda la Repúbli lar nj* _ iblica tmXt m PUEYRREDON 2190 1® izq. Buenos Aires T.E. 83 - 2613 Kairo - Beirut Det Kampt Um die Macht in Sudurabten, vor alhm um Aden iri1 in ein neues Stadium getreten Bisher Irän.pt ten Jir aral tischen Nationalisten u erster Linie gegen die Engländer und gegen die Minister der südarabischen Föderation. die von den Natio natisten als ,,Knechte des Imoerialismus“ bezeichnet worden sind. Die Engländer hatten vor längerer Zeit proklamiert. dass sie im Jahr 1968 Aden verlassen werden, aber hofften, dass die südarabisehe Föderation auch nach Erhalt ihrer staatlichen Souveränität die Verbindung viit England aufrecht erhalten werde. Als die Labourparty an die Macht kam. entsandte sie ih #eu Minister Arthur Greenwood nach Siidarabien. aber die Nationalisten waren mit den Arbeiterführern zufriedener als mit den englischen Konservativen. Denn es wiederholte sich dort, was wir aus dem Befreiungskampf der Juden in Palästina erlebt habi n Die Labourparty war reaktionärer als die Torys als die Unterdrückung durch Bevin zu einem bisher unbekannten Terror der Mandatsmacht geführt hatte... In Aden führte diese Politik dazu, dass man die Nationalisten in die Arme Nas. sers — wahrscheinlich ungewollt — trieb. Jedenfalls erklärten die Nationalisten, sie würden ,,als Befreiungsfrc»it für Südyemen" mit den Revolutionären im Yemen. d. h. mit Nasser, Zusammenarbeiten. Die englische Reaktion war ron den gleichen oder ähnlichen Fehlern bestimmt von B. B. SAMUEL wie überall, wo sich der englisch« Imperialismus im . Rückzug oder unter Druck befindet. Man sperrte die fal i sehen Politiker ein und trieb . damit die bisherigen Verbün deten in die feindlichen Reihen. Wie es für die Araber typisch ist. traten Spaltungen im nationalistischen Lager ■ auf. die zu blutigen Mordta- I ten unter den Arabern ge- , führt haben, sodass offener , Terror herrscht. Die Engländer sind nicht mehr Herren der Lage. Sie wollen die Verantwortung für das Geschehen auf andere i abwälzen, wie sie es seinerzeit im Palästina-Konflikt auch taten. Aus diesem Grunde traten sie an die UN heran. die nach einigem Zögern eine Kommission einsetzte, um einen Bericht zu erhalten [ und die Ordnung wiederher- | zustellen. Aber die Engländer i besser die Kommission nicht j arbeiten, die kurzentschlossen Aden wieder verliess und bisher nicht zur Rückkehr zu bewegen war. i.Auch in dieser! Hinsicht denke man an das i Verhalten der Engländer im : Mande.tsland Palästina, als I die gemischte englisch-ame- | rikanische Kommission und i später die Kommission der 1 UN dort auf Schr.tt und . Tritt, mit SchvyierigJ^eitiiuä.^u. | kämpfen hatte, die'von der britischen Verwaltung bereitet wurden...) Inzwischen hat auch Nasser wieder einmal gewettert „Wir werden den abziehenden Engländern auf dem Fusse folgen und nicht ruhen. bis wir das ganze siidha- Das Grab im Kirschgarten Die Lübecker Statsanwälte Peter Presse und Dieter Joachim bereiten einen Strafprozess vor, bei dem es um die Ermordung von 25 000 Juden bei dem Bau der strategisch wichtigen Durchgangsstrasse IV von Lemberg bis Stalino vor allem im Jahre 1942 geht. Der Prozess soll im Herbst vor dem Landgericht in Itzehoe stattfinden. Der Hauptverantwortliche für die kaltblütige Massentötung von Juden bei dem Strassenbau, der SS-Hauptsturmiührer Christoffel aus Lübeck, ist gestorben. Sein damaliger Stellvertreter, der ehemalige SS-Untersturmfiihrer Oskar Friese. lebt jedoch noch als kaufmännischer Angestellter bei Meldorf in der Nähe von Itzehoe. Anstoss zu diesem Prozess gab das Buch des rumänischen Malers Daghani, ,Das Giab im Kirschgarten“, das in England unter dem Titel ..Last mich leben“ herauskam. Es ist ähnlich dem Tagebuch der Anne Frank. Das Buch von Daghani wurde der Ermittlung»»teile gegen NS-Verbrechen in Ludwigsburg vorgelegt. Die bisher wohl schwierigsten Ermittlungen wegen einst begangener NS-Verhrechen liefen an. , Im Mittelpunkt des Prozesses wird die Tötung arbeitsunfähiger Juden sowie Frauen und Kinder an dem Bau der rund 1-200 km langen Strasse von Lemberg nach Stalin® stehen. In 84 Erschiessungsaktionen wurden damals 25.000 Juden getötet. Die beiden Staatsanwälte haben viele Wochen lang die wenigen Ueberlebenden in Israel vernommen. Rund 100 Juden haben ausgesagt. Es wurden grauenhafte Szenen geschildert. So sprachen die Staatsan. wälte mit einer alten Frau deren Mann und fünf Kinder vor ihren Augen damals erschossen wurden. Am Jom Kip pur 1942 wurden an der Strasse alle Kinder bis zu 14 Jah re, schwangere Frauen sowie Kranke und Alte erschosssen. Zu Sohawuot liess der SS-Hauptsturmführer Christoffel zehn Juden als Repressalie für die Flucht eines jüdischen Brautpaares töten. Allein in der Bundesrepublik sind bisher 1.500 Zeugen gehört worden. 39 Beschuldigte wurden ausfindig gemacht. Sie werden vermutlich alle vor dem Landgericht Itzehoe als Angeklagte erscheinen. Inzwischen kennt man schon den Aufenthaltsort von 23 weiteren Beschuldigten. Daneben läuft jetzt gerade eine intensive Fahndungsaktion nach weiteren Personen, die sich bei den Tötungen schuldig gemacht haben. Die Ermittlungen sind kompliziert, weil die Zuständigkeiten und Unterstellungsverhältnisse beim Strassenbau geklärt werden mussten. Eb ist aber schon klar, dass die SS die Hauptverantwortung hatte. arabische Gebiet besetzt ben.“ Es ist durchaus möglich, dass die Russen auob diese Nassetsche Politik decken weil sie hieraus unmittelbare Vorteile ziehen können. Die Gerüchte, dass die Russen bereits in Hodeida und anderen Orten feste Basen ausbauen werden bestätigt. Damit haben sie ihren Fuss in den Yemen gesetzt. Von Hodeida aus können sie weite Teile der arabischen Halbinsel beherrschen oder wenig stens kontrollieren. Erst die letzten Entwicklungen haben die Amerikaner aufgeschreckt, die vor jeder militärischen Aktion in Südarabien warnten... Washingtons ..Erwachen“ pp. .--ach einer Zwangslage, er | jdm v * ■ man. auch .Jiuernin die Augen vor der sich immer deutlicher abhebenden Entwicklung verschliessen zu können. Die amerikanische Schaukelpolitik in Südarabien entspricht der Haltung im nordarabischen Raum, vor allem gegenüber Israel, das zwar ständig wider besseres Wis sen von den Arabern und ihren Helfershelfern als Bollwerk des amerikanischen Imperialismus bezeichnet und beschimpft, aber keine.^alls von derT Amerikanern in einer eindeutigen Form unterstützt wird. Inzwischen ist nunmehr Herr Winzer, ostdeutscher Aussenminister in Kairo aufgetaucht um die Anerkennung der Deutschen Demokratischen Republik durchzusetzen, was von Nasser auch mehrfach versprochen worden ist. Die Wirtschaftsmacht; der bonner deutschen Regie rung ist aber für die Aegypter interessanter, sodass sie gezögert haben, diese Anerkennung auszusprechen. Dass Nasser erst kurz zuvor der Bundesrepublik gedroht hat, man werde mit der DDR diplomatische Beziehungen herstellen, falls den Forderungen Aegyptens nicht Rechnung getragen werden sollte, ist unerheblich- Die vorgesehene Begegnung zwischen Nasser und Winzer hat vorerst nicht suttgefunden. Winzer fuhr nach Beirut weiter wo sein Stellvertreter. Herr Kiesewetter, bereits das Feld sondierte. Kiesewetter war offensichtlich der Auffassung, er müsse den Arabern einen Gefallen tun und wetterte'* deswegen gegen Israel das er als eine ,,vom Westen geschaffene Bastion des Imperialismus“ bezeichnet«. Ob damit in irgendeiner Weise den arabischen Intentionen gedient ist. bleibe daningestellt... Dass die Araber versuchen werden, die offenen Spannungen zwischen West- und Ostdeutschland für sich auszunutzen, ist nicht verwunderlich. Dass sie eine stärkere Anlehnung an Ostdeutschland suchen, ist nicht wahrscheinlich. Dagegen ist es sicher, dass die Araber sogar die bestehenden diplomati - sehen Beziehungen zwischen der Bundesrepublik und Israel hinnehmen werden, um selbst die unterbrochenen Beziehungen mit Bonn wiederherzustellen. Auch insoweit ist die Nasscrsche Politik gescheitert. Ob seine Bemühungen im Süden der Arabischen Halbinsel erfolgreicher sein werden, als sie es im Norden waren, muss bezweifelt werden. Nicht zuletzt ist Nassers Erfolg bisher immer — auch wenn er nur vorübergehende Ergebnisse gebracht hat — eine Folge der schwachen nordamerikanischen Politik gewesen, die gern den Weg des geringeren Widerstandes beschreitet. Washington ist sich der Treue Israels zum Westen sehr sicher. In dem Augenblick, wo die israelische Führung einen Weg stärkerer Anlehnung an andere politische Kräfte findet, werden sich auch die Amerikaner ihres so häufig ,,vergessenen Alliierten" werden sie sich des Staates Israel erinnern. Ein Gast aus Warschau Hersch smoliar ist der Redakteur der in jiddischer Sprache in Warschau erscheinenden „Folksztyme“. Das Blatt erscheint viermal in der Woche und wird auch Abonnenten in der Sowjetunion zugestellt. Smoliar war zu seinem ersten Besuch nach Israel gekommen und : war dort Gast der Vereinigung der Journalisten Er er ] klärte dass jüdische Kulturnachrichten in seiner Zeitung bevorzugt werden. Bei den Nachrichten über Israel stütj ze sich die Redaktion auf die j kommunistische Tageszeitung Straferlass Jerusalem. — Ephraim Mar galit, Exdirektor des pariser Büros des Keren Hajessod der eine 15jährige Strafe we gen Unterschlagung während seiner Amtsausübung ver büsst. wird am Vorabend des Pessachfestes freigelassen werden. Es wurde angekündigt, dass Präsident Shazar die strafe von 15 Jahren auf 5 Jahre herabsetzte, und diese Zeit läuft iefezt ab. (ITA) „Kol Haam”; sie habe aber auch einen eigenen Korrespondenten in Israel. Die ,,Folksztyme‘‘ gibt auch eine Wochenbeilage in polnischer Sprache heraus. Smoliar erklärte, man habe im Ausland keine Ahnung von den Schwierigkeiten, ein« Zeitung in Jiddisch herauszugeben. Die ersten Drucktypen habe man in der Asche des Warschauer Ghetto suchen müssen. Die Auflage beträgt 5 200; sie geht in 24 Städte und Dörfer, wo Juden wohnen, die im ganzen Lan de auf insgesamt 28.000 geschätzt werden. Die polnischen Juden, so führte Smoliar bei den Journalisten aus haben ein tiefes Interesse an jüdischen Vorgängen; die Jugend zeige das gleiche Interesse wie die alte re Generation. Sehr verbreitet seien die Schriften des Nobelpreisträgers Agnon In Israel habe er ein ehrliches Verlangen nach einem Frieden mit den arabischen Staaten und für eine arabisch-jüdische Zusammenarbeit fest gestellt. ENTARTETE KUNST Die nationalsozialistischen Aktionen gegen die ,,ent artete Kunst“ waren nach einer Entscheidung des internationalen obersten Riickerstattungsgerichtes in Berlin nici.t eine Massnahme der politischen Verfolgung und Diskriminierung von Eigentümern solcher Kunst werke. Es habe sich vielmehr um das Bestreben des NS- Regimos gehandelt, durch einen „Säuberungskrtog dm in öffentlichem Besitz befindlichen Werke deutscher „Verfallkunst“ zu bescnlagnahmen. Mit dieser jetzt schriftlich vorliegenden Urteilsbegründung hatte das Gericht am 26. Januar in Berlin eine Schadenersatzforderung dei Erben einer Witwe gegen den Bund abeelehnt. Elf Gemälde, die die damals in Stettin lebende Erb lasserin zusammen mit anderen Bildern dem dortigen Kunstmuseum als Leihgabe überlassen hatte, waren 1937 von einer Kommission des damaligen Reiohspropaganda-Ministeriums beschlagnahmt und nach Berlin gebracht worden. Die Nationalsozialisten hätten mit dieser Aktion auch „die Kunst der Politik unterworfen heisst es in der Urteilsbegründung. (Aktenzeichen ORG, A 39781. — Entartete Kunst? — Zu dieser Entscheidung kann man nur bemerken: Entartete Justiz... INDIREKTE ANTWORT AN MOSKAU Jerusalem, — Ministerpräsident Levi Eshkol warnte die Syrer neuerlich, dass Israel seine Interessen und das Leben seiner Bürger „schnei’, und wirksam“ zu verteidigen wissen wird. Eshkol sprach auf der Jahreskonferenz der Studenten. Er versicherte dass Israel niemals auch nur das kleinste Recht aufgeben werde. „Wir werden keine neuen Konzessionen machen“, führte er au§. ,,\yjd diejenigen, faie glauben, sie könnten uns angreifen und ohne Risildo über unsere Grenzen eindringen. befinden sich in einem bitteren Irrtum.“ Der Ministerpräsident wie. derholte. dass Israel den Frieden wünscht und weiter entschlossen ist, bei Spannungen eine friedliche Lösung zu suchen. Wenn jedoch die Grenzzwischenfälle andauern sollten, so werde Israel nicht ruhig zusehen sondern fortfahren, Waffen zu kaufen, Kriegsindustrien aufzubauen und neue Heereseinheiten aufzustellen. Er fügte hinzu, dass Israel auf diesem Gebiet in den letzten Jahren grosse Fortschritte machte und bald zur Herstellung schwerer Waffen fähig zu sein hofft. Zahlreiche Beobachter betrachten die Rede Eshkols als eine indirekte Antwort auf eine von der Agentur Tass verbreitete ..Warnung“ Sowjetrusslands. Tass berichtete über ein diplomatisches Gespräch, welches vor einiger Zeit zwischen dem israelischen Botschafter Katriel Katz und hohen Beamten des sowjetischen Aussenmlnisteriums in Moskau stattfand. Die Sowjetunion beanstandete, dass Israel seine Luftwaffe gegen Syrien eingesetzt habe, und publizierte den Inhalt einer Botschafter Katz überreichten Note, in der Israel aufgefordert wird, seine ..unverhüllt militärischen Aktionen“ gegen Syrien einzustellen. Dies bezog sich unmissverständlich auf den ZUsammenstoss vom 7. April bei dem israelische Jetflugzeuge sechs syrische Mig-Ma schinen abschossen. Levi Eshkol betonte, dass Israels Aussenpolitik eine gewisse „Sicherheitstendenz“ verfolge. Hier sprach er von den Beziehungen zu den afrikanischen Ländern, die auch unter diesem Aspekt zu betrachten seien. Er verwies auch auf die „Desintegrierung“ innerhalb der arabischen Welt und zitierte die Position des tunesischen Premiers Habib Bourguiba, die erkennen liess dass einige arabische Länder nach Lösungen suchen, um ihren Streit mit Israel nicht auf kriegerischem Wege beizulegen. In der sowjetischen Not© heisst es. dass die Sowjetunion die Zusammenstösse in der Luft, für die Israel wahrscheinlich die Verantwortung trägt, als „voller Gefahren“ ansieht, da sie sich zudem noch „in der Nähe der sowjetischen Grenze“ ereigneten. Es wird auch darauf hing© wiesen, dass „Israel vor der Welt eine Aggression verübt hat“, wobei die „ständigen aggressiven Operationen Israels gegen seine arabischen Nachbarn“ verurteilt werden. Aus diesem Grunde sehe sich die sowjetische Regierung gehalten. die Regierung Israel« darauf aufmerksam zu machen, dass die gewagte Politik, welche sie seit Jahren gegen ihre Nachbarn verfolgt, mit Gefahren geladen ist. Repräsentanten israelischer politischer Kreise drücken ihr Erstaunen aus. dass der Inhalt der zwischen Israel-Botschafter Katz und sowjetischen Funktionären geführten Unterhaltung durch die Tass - Agentur zur Verbreitung gelangte. In dieser Bekanntmachung seien die von dem israelisehen Repräsentanten vorgebrachten Gesichtspunkte nicht berücksichtigt. so dass es sich bei der nunmehrigen „Bekanntgabe“ um eine völlig einseitige Version des Falles handelt (ITA) 6 Monate Gefaengnis Toronto. — Der kanadische Neonazi John Beattie wurde zu sechs Monaten Gefängnis wegen Verschwörung verurteilt. Er bekannte sich mit zwei Komplizen voi Gericht schuldig, an die Häuser bekannter Juden in Toronto Hakenkreuze ge- ] schmiert zu haben (ITA) Impreso eD la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavta 831 Registro de » Propiedad Intelectual N* 909.491