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Jüdische Wochenschau · 1967-05-12 · 2217 (12.5.1967) · p. [Seite 7]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
28 (1967)
Issue
2217 (12.5.1967)
Date
1967-05-12
Page
[Seite 7] (sequence 7)
Language
German, Spanish
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Viernes, 12 de Mayo de 1967 LA SEMANA ISRAELITA Año mili. — N? 2217 — 7 Gedrueckt in Dyhernfurth Im letzten Friedensjahr, 1913, waren meine Eitern mit mir in den Sommerferien im schlesischen Bad Salzbrunn. Anschliessend war ich am Ti soiha b’av in Breslau, wo ich abends und morgens in der traditionellen Synagoge betete, die den Namen „Storch“ hat und auch heute nach Renovierung weiter benutzt wird. Am Vormittag ging ich auf den alten jüdischen Friedhof im Zentrum Breslaus, und am Nachmittag fuhr ich auf der Oder ungefähr eine Stunde flussabwärts nach Dyhernfurth, um den alten Friedhof im Park des Grafen von s&urma-Jeltseh zu besuchen. Mit diesem winzigen Ort im Kreise Wohlau sind eine Fülle jüdischer Erinnerungen verknüpft. A’.s ich da war, bestand noch eine kleine ungefähr siebzig Jahre alte Synagoge, aber sie wurde kaum noch benutzt, denn es wohnten nur noch fünf Juden dort. Sie wurde daher während des Eisten Weltkrieges an die Stadt verkauft, und das Inventar in das breslauer Jüdische Museum überführt, wo es bis zur Vernichtung blieb. Wie so viele jüdische Gemeinden in Nord- und Süddeutschland geht auch die Dyhernfurther Gemeinde auf die Juden zurück, welohe vor den Verfolgungen des Kosaken - Hetmans Bogdan Chmielnieki seit 1648 aus Polen flüchteten und sich irgendwohin retteten. Zu der. Flüchtlingen gehörte auch Schabtai Ben Josef, der zuerst nach Prag kam, dort lernte und sich in der Synagoge als Chorsänger betätigte, woher er den Beinamen Bass (Bassista) bekam. Schaotai war nachher in Deutschland und Holland als Drucker und ausgezeichneter Kenner jüdischer Bücher tätig. Schon 1680 druckte er sein Hauptwerk, das bibliographische Handbuch: ,.Sifte jeschenim“. Es ist in mehreren Auflagen hebräisch erschienen, wurde schon 1681 ins Lateinische und später zweimal ins Deutsche übersetzt und liegt allen späteren bibliographischen hebräischen Werken zugrunde. Es ist eine alphabetisch geordnete Liste von 2.200 hebräischen Büchern, die Schabtai grösstenteils aus eigener Kenntnis beschreibt. Wenige Jahre später bot feich ihm in dem kleinen Dyhernfurth ein Betätigungsfeld. das wie für ihn geschaffen war. Der Grundherr des Ortes hatte schon 1667 ein kaiserliches Buchdruckerprivilegium erhalten, das er nicht gut verwerten konnte Da aber damals die Nachfrage nach jüdischen Druckerzeugnissen stark war. interessierte er sich für einen erfahrenen jüdischen Buchdrucker und Verleger. Er fand ihn endlich in Schabtai Bass und iiberliess ihm pacht. ■weise 1688 das Buchdruckerprivilegium. Schabtai begann sofort, 1688. zu drucken. AL seinen Stab zog er mehr als 30 jüdische Drucker heran, welche den Grundstock der neuen Gemeinde D. bildeten. Schon 1689 erwarb er im Park des Grafen ein Gelände zum Friedhof. Hier wurden zunächst auch die wenigen in Breslau verstorbenen Juden VIA WIND AGENCIA DE VIAJE Y TURISMO Flug- und Schiffspassagen 25 DE MAYO 158, piso 2, of. 208 T. E. 34-69J 9 begraben, die vorher naoh dem so entfernten Krotoso’nin in Polen gebracht worden waren. In Breslau durf ten sich erst seit 1697 Juden dauernd niederlassen, wenn auch manche schon vorher aus wirtschaftlichen Gründen geduldet worden waren. Hierdurch sind wir durch die neueste Arbeit von Bernhard Brilling im „Jahrbuch der Schlesischen Frjedrich-Wilhelm-Universität zu Breslau“, 1967, Bd. XII. unterrichtet Auch das Memorbuch der Gemeinde D. geht bis unge. fahr 1690 zurück. Schabtai Bass selber leitete die Druckerei 28 Jahre, dann übergab er sie 1717 seinem Sohn Josef. Sie blieb in Familienbesitz bis 1767, also fast 80 Jahre. Später wechselte sie fünfmal ihren Besitzer und gmg 1834 völlig ein, als inzwischen schon 1780 von Jechiel Mai aus Breslau eine zweite Druckerei in Dyhernfurth eingerichtet worden war, und vor allem als die grössere, mit modernen Typen ausgestattete Druckerei Monaseh in Krotoschin entstanden war. Wenn man später den Ausdruck gebrauchte: „Gedruckt bei Monaseh in Krotoschin“ so sagte man früher in jüdisch-deutscher Aussprache: „Gedrueckt in Dyhernfurth“. Da es damals nur noch in Prag hebräische Druckereien gab. so hatte Dyhernfurth lange Jahre hindurch den östlichen Teil Mitteleuropas mit hebräischen Büchern, insbesondere Gebetbüchern, versorgt, aber auch mit Ausgaben des Talmud und des Maimonides. Der letzte Besitzer der alten Druckerei in D. war David Sklower, dessen Name uns aus der .Sklower Schul“ in Breslau vertraut ist, und dessen Nachkommen später in Tilsit, Insterburg und Elbing ansässig waren. Mit der Liquidation der Druckerei ging die Zahl der Juden in D. zurück- Zur Zeit ihrer höchsten Blüte hatte die Gemeinde 280 Seelen, 1833 waren es noch 191, aber infolge der Auflösung der Druckerei ging die Zahl bis 1843 auf 117 zurück und 1913 wohnten wie erwähnt, nur noch fünf Juden dort. Wallfahrt nach Israel Wasnington. — Reverend Dr. Martin Luther King, der Vorkämpier für die Bürger rechte der Neger, plant, im kommenden November eine Pilgerfahrt zu den heiligen Stätten der Christen in Israel und Transjordanien zu unternehmen. Er will dort auf dem Oelberg und an den Ulern de6 Tiberiassees für Frieden und Brüderlichkeit predigen. Reverend S- F. Ray von der Baptistenkirche Cornerstone in Brooklyn hat die Reiseroute Dr. Kings ausgearbei tet. Er unterstrich, dass diese Fahrt von Menschen guten Willens aller Nationen Rassen und Bekenntnisse begrüest wird. Dr. King, so teilte er mit, sei von den Regierungen Israels und Transjordaniens. die ihn als offiziellen Gast zu empfangen beabsichtigen, zu seiner Reise eingeladen worden. (ITA) Interview mit Stalins Tochter New York. — Swetlana Alilujtwa, die Tochter Stalins äusserte in einer Pressekon. ferenz, sie wisse sehr wenig über eine Diskrimination der Juden in der Sowjetunion. Sie entgegnete auf eine Frage. ihr sei bekannt dass an den sowjetischen Universitäten verschiedene jüdische Kandidaten abgelehnt worden sind, während andere ihnen unterlegene Kandidaten aufgenommen wurden. — New York. — Die USA haben der sowjetischen Mission vor den UN eine formelle Beschwerde wegen „antisemitischer Verleumdungen“ seitens eines sowjetischen Delegierten gegen Morris B Abram den USA- Repräsentanten vor der UN-Kommission für Menschenrechte. zugeleitet. Diesel Schritt wurde durch ein Schreiben bekannt, weiches Staatssekretär Dean Riisk an den Präsidenten des Beratenden Ausschusses für gemeindliche Beziehungen, Aaron Goldman, gerichtet hat. Der genannte Ausschuss befasst sich mit der Koordinierung von 9 jüdischen nationalen Verbänden und 79 lokalen jüdischen Genneinderäten. Dean Rusk schrien am 3. April: , Die nach Anweisungen des State Department handelnde nordamerikanische Mission beschwert« sich formell bei der sowjet'schen Mission in New York, um absolut klarzustellen, dass das Verhalten des Delegierten Jakub Ostrovsky ais eine bedauerliche Entgleisung von dem Niveau zu betrachten ist. das in den Kommissionen der Vereinten Nationen vorherrschen sollte und normalerweise bestanden hat.“ (ITA) HACA COLA COy.... REFRESCOLA 1W3UB Y VERA QUE RESULTA MAS.... ____ . -^ Pedro Pechersky S. A. I. C. F, ARTISEDA FABRICA DE TEJIDOS DE RAYON FORRERAS PARA LA CONFECCION DE PRENDAS DE VESTIR 1 TELBRIN S. A. Industrial y Comercial TRAJES MILMED Av. DEL CAMPO 1570 BUENOS AIRES J ADMINISTRACION.í T. E. 52-8866 CONTADURIA.: T. E. 52-7425 VENTAS y EXPEDICION .. .. j T. E 51-8454 FADETE ★ S.A.I.C.E.L HOMERO 153-159 ■ ■? ★ T.E. 69-3560 i.ü. 69-2637 Ahina 1182/86 - T.!, 37-3015 - 3047 - 4099

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