Mannheim
Compact Memory

Jüdische Wochenschau · 1967-05-05 · 2216 (5.5.1967) · p. [Seite 5]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
28 (1967)
Issue
2216 (5.5.1967)
Date
1967-05-05
Page
[Seite 5] (sequence 5)
Language
German, Spanish
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/9616703-9615794-9615930--4811-9615935
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

?krMK, b «le May« de WW LA SEMANA ISRAELITA A fie XXVIII. N’ 2216 — 9 Jüdisches Museum in New York Ehemals bedeutende judij «ehe Mo«t**n, jüdische Samm- | jungen und Altertümer sind; durch Verfolgung, Raub , Und Krieg verlorengegangen j Schon aus diesem Grunde j wurde die kürzliche Schaf gelebt hat. ist sehr verschieden vom heutigen Stil. Der Stilgegensatz ist um so frappierender, wenn man e. B. vom benachbarten hypermodernen Guggenheim-Museum kommt. Auch im Intang eines Jüdischen Musei nern ist das Gebäude mit seiums in der Schweiz, auch | nen hohen Treppen, trotz der wenn es bisher noch nicht i grossen Räume, eher un- «ehr umfangreich ist, zum freundlich und streng, Ereignis. Auch in der Deutsch«! Bundesrepublik sucht man wieder das einst bekannte Museum in Berlin zu ersetzen. Das Jüdische Museum in New York hat für seine Entwicklung 60 Jahre gebraucht; und auch hier bleiben viele Wünsche noch unerfüllt. Gleichsam in Parenthese soll hier angedeutet werden, dass die Frage, -was in ein solches Museum gehöre, durchaus kontrovers ist, ebenso wie das oft behandelte Problem, was jüdische Kunst sei und ob es eine solche ,ie gegeben habe oder gebe. Soll ein jüdisches Museum siet zum Ziel setzen, über Vergangenes, wie alte Drucke Toraausgaben, über die Gegenstände des Kultus in Synagoge und Haus, über Dokumente von historischem Wert hinaus auch die zeitgenössische Kunst heranzuziehen’ Was ist zeitgenössische jüdische Kunst? Wohl doch eine Weizmann - Büste von Epstein, eine Ghettoszene von Steinhardt, ein biblisches Thema von Chagall? Nicht wohl auch ein Bild eines jüdischen Malers, das fernab jeder jüdischen Thematik steht. Wenn diese vielschichtigen Probleme angedeutet werden,' so wird gleichzeitig gezeigt, was im New Yorker Jüdischen Museum — mit seinen grösseren Möglichkeiten — bisher erreicht wurde, o«ler auch nicht geglückt ist Obwohl die Sammlung schon 1904 begann, als R.ch ter Meyer Sulzberger dem Jüdisch-Theologischen Seminar Ritualobjekte schenkte, die sorgfältig verwahrt uno durch weitere Gaben, insbesondere durch 250 Gegenstände von Felix M. Warburg ergänzt wurden, bestand lange kein Ausstellungsort für die Objekte; der Aufbau der Bibliothek war dem Seminar w'chtigeres Anliegen als die Präsentation dieses Sammelgutes. Erst nach Ablauf von 40 Jahren, als Frau F. M. War burg-Schiff ihr Haus an der Fifth Avenue dem Theologischen Seminar schenkte, mit der Auflage, es als Museum zu verwenden, konnte 1947 die Schau eröffnet werden. 1963 kam ein neuer Flüge] hinzu. Das Gebäude selber, ein strenges, graues Haus in neugotischem Stil, selbst fast ein Ausstellungsstück, da es zeigt, ■Wie der wohlhabende Jade, der aus Deutschland in Amerika eingewandert ist damals Die ständige Sammlung enthält traditionelle Zeremonialobjekte, die aus vielen Teilen der Welt kommen, jedoch vorwiegend aus Deutschland und Italien. Toraschränke, in die Wand eingelassen, auch solche aus Persien, wer den ergänzt durch Schilder, Toraaufsätze (Rimonim), Torakronen, mit Türmchen, Glocken und zum Teil reicher Ornamentik und Torazeiger (Jad). Reich ist die Auswahl an Bsomimbüchsen, Türmchen zumeist, auch in Gestalt von Blumen und Früchten wie im jüdischen Osten; auch die Kombination von Kerzenhalter und GewürzduSe, diese in Form einer Schublade. ist zu sehen. Kiduscl bec-her, mit Stiel oder ohne mit Or namer.ten und manche mit Inschriften, viele mit Halbedelsteinen verziert, auch Beschneidungsbestecke Gross ist die Zahl der Schabbatleuchter und der Menorot, unter denen wir auch Reisemenorot fanden, die sich zu flachen Dosen schliessen lassen. Zwischen dem Sammelgut das zugeströmt ist - nd bei dem man nicht immer ¿wischen hochwertig oder weni ger gut, zwischen Kurst- und Gebrauchsgegenstand unter schieden hat, sind immer wieder moderne Zeremor.ialgegenstände dargeboten, zum Teil auch gesondert zusammengestellt. aus der dem Museum angegliederten Werk stätte, die von zwei fühlenden Silberschmieden, Ludwig Wolpert und Mosche Zabari geführt werden und die es mit ihren neuen Formen und Linien mit dem traditionellen Ausstellungsgut aufnehmen. Viele der Ritualgegenstände, zu denen noch Megillat-Fassungen, Etrogoüchsen. Seder- und Hawdala-Platten, Amulette sowie Heiratsringe, die nur für die Trauung ausgeliehen wurden, kommen, zeigen biblische Szenen; Judith und Holofernes (auf einer Menora.), die Geschichte von Esther, Jakobs Traum sind beliebte Themen. Nicht alle Ausstellungsgegenstände stammen von jüdischen Si! berschmieden; insbesondere in Deutschland waren Juden vom zunftgeordneten Handwerk vielfach abgeschnitten, so dass man Arbeiten in Auftrag geben musste Gelegentlich wurden sie auch von Juden ohne gründliche Schulung ausgeführt; wenn nicht alle Gegenstände einer Kunstkritik standhalten, sind sie doch wichtige Kulturschätze eines Volkes, das sein Brauchtum gepflegt hat. Weniger ins Auge iahend sind die schriftlichen Judaica. Nur wenige KetuHot, Me- | gillot usw. sind ausgestellt-, | an denen sich die Kunst des | Illustrierens erweisen konnte. Früher waren die Schütze in j der Bibliothek des Jüdisch-! Theologischen Seminars de- DAS BÜBER- INSTITUT IN KOELH Das Martin-Buber-Tnstit-ui i das Ganze. Bisher sind etwa für Judaiistik der Universität j 2.000 Bände Fachliteratur Köln geht jetzt in se.n zweij Religions-Wissenschaft het-es Semester. Im Fr'hjahr,. als der iunge Privatdozent an der Freien Uni' ersität Berlin Dr. Johann Maier, evangelischer Oesterreicher aus Kärnten. Schüler des Ju- I daisten an der Universität Wien, Professor Dr Kurt Schubert, auf den neugeschaffenen, schon 196j angekündigten Lehrstuhl m Köln berufen wurde, war mit fern Aufbau dieses Instituts sofort begonnen worden. Jetzt kann sich diese neue spezialwissenschaftliche Forschungs¬ und Lehrstätte bereitsehen lassen. In unmittelbarer Nähe der Universität verfügt sie (in der Kerpener Strasse 4) über eine Hochparterre-Etage mit hellen, freundlichen Bibliotheks-, Seminar- und Arbeitsräumen sowie Büros für den Institutsdirektor und die Verwaltung. Einige in jüngerer Zeit entstandene Bildnisse erinnern an Buben rein menschlich mildes, weises Auge wacht gleichsam über MALERARBEITEN JUAN 73-1148 JULIUSBURG BLANCO ENCALADA 1646 DEIN HOBBY DEINE SPARKASSE Israel-Briefmarken Beratung durch * STAMPS CENTER 94 Allenby Rd — TEL AVIV — P.O.B. 4444 bräische Philosophie jüdische Geschichte u.a m angeschafft, indiziert und systematisch übersichtlich aufgesteilt, und jeder Student, der sich entsprechendes Fachwissen aneignen will, findet bereits viel'S, was er braucht Für überwiegend jüdisch geschichtliche und zeitgeschichtliche Studien wird an die „Germania Judaica“, die an anderer Stelle (Hansaring 97) befindliche Kölner Bibliothek zur Geschichte des deutschen Judentums, verwiesen; mit ihr wird gute Zusammenarbeit unterhalten. Im vergangenen Sommersemester waren Professor Meiers Vorlesung („Geschichte des Frühjudentums“) und Seminare bereits verhältnismässig gut besucht, und es ist damit zu rechnen, dass die Zahl der Interessenten, die schon einige zukünftige Doktoranden einschliesst. im bevorstehenden Wintersemester noch zunehmen wird. Neben zwei einstündigen Vorlesungen („Einführung in die talmudische Periode“; „Frühgeschichte der jüdischen Mystik“) hält Maier ein kolloquiumartiges Seminar ab, das sich mit den Anfängen der synagogalen Poesie befassen wird. Dr. Klein-Franke fungiert wie bisher als Lektor für Hebräisch. Die Atmosphäre, die das neue Institut durch seinen Leiter und seine Beziehungen zu den Studenten ausstrahlt wirkt erfreulich harmonisch: Es wird wissenschaftlich gearbeitet und, gleichzeitig, im Innern weiteraufgebaut, auch wenn die Mittel noch nicht so grosszügig zu fliessen scheinen, wie das erforderlich wäre. Indes, ein guter Anfang ist gemacht, und die kommenden Jahre werden, hoffentlich, reichlich Gelegen heit bieten, den Ausbau so weiter zu vollziehen, wie es dem bisher einzigen Univer sitätsinsiitut dieser Spezialfachrichtung in Deutschland gebührt. E. G. L. poniert. Das Museum zeigt auch eine Sammlung von Münzen und Medaillen. Und nuM das Erstaunliche. Kaum hat man die Räume mit traditionellen Sohauob jekten verlassen, befindet man sich in einem Raum in dem einen ein ganz modernes Werk überwältigt, Skulpturwände von Louise Nevelson, ein Monument für die Neue Nazis verurteilt Bonn. — Wegen Herstellung einer verfassungsfeindlichen Schrift ist ein 40jähriger Vclksschullebrer zu fünf Monaten Gefängnis ohne Bewährung verurteilt worden. Ausserdem wurden ihm für die Dauer von drei Jahren das Wahl- und Stimmrecht und die Wählbarkeit sowie die aus öffentlichen Wahlen hervorgegangenen Rechte und die Fähigkeit, öffentliche Aemter zu bekleiden. a.bgesprochen. Der Angeklagte, Oberlehrer in einer Dorfschule bis zu seiner Suspendie- Au klage Göttingen. — Die Staatsanwaltschaft Göttingen wird gegen den Autor und den Verleger des Buches „Adolf Hitler aus dem Erleben dargestellt“ Anklage wegen Verunglimpfung des Andenkens verstorbener Juden und Widerstand skii rnpfer vor der Strafkammer des Landgerichts Göttingen erheben. Damit nimmt ein Verfahren seinen Fortgang, das bereits vor über einem Jahr begann, zur Klärung von Rechtsfragen jedoch ausgeeetzt wurde. «Sw 7 - *4 BEWAFFNETE TRAKTOREN Israels bearbeiten die Felder des Kibbuz Ha'on am Tiberias-See unter ständiger Bedrohung arabischer Heckenschützen, die aui den kahien Berghängen versteckt sind. unter den Nazis umgekommenen Juden. Man kommt gai nicht dazu, die künsMerieche Seite auch nur bewerten zu wollen, da man von dem Ein druck des an Konzencrations lager gemahnenden Werks geradezu gefangen wird. Der düstere Raum trägt zu dieser Wirkung noch bei. Einige weitere Skulpturen modernster Richtung, in Metall und Stoff, lassen mancher) Besucher in Verwirrung zurück. Das Museum begnügt sich nicht mit seiner permanenten Ausstellung, sondern zeigt laufend auf temporäre, wie die erwähnte der modernen Zererr.onialkunst. Ueber das Gezeigte werden auch Symposien veransta.tet und unter Leitung der Kuratoren „Gallery Talks“ uurchgeführt. Ein „Monthly Callen dar“ orientiert über alle Aktivitäten, die auch To irer einschliessen. Das Museum ist dabei, über seine permanente Sammlung hinaus den Weg zum kunstbewussten Juden der heutigen Zeit zu suchen rung im Jahre 1964 hatte ei-; hatte, erhielt jedoch keine ne Hetzschrift verfasst und vervielfältigt (jedoch nicht verbreitet), die von nazistischen, antisemitischen und antidemokratischen Ausdrükken nur so strotzte. Der psychiatrische Sachverständige billigte dem Angeklagten, der ein krankhafter Psychopath sei. verminderte Zurechnungsfähigkeit zu. Der Lehrer, der seine politischen Ansichten nicht un ter seinen Schülern verbreitet Bewährungsfrist wie sie sonst häufig bei Strafmassen bis zu neun Monaten Gefängnis ausgesprochen wird. Der Gerichtsvorsitzende urteilte dazu; „Ein Lehrer ist Repräsentant des Staates und damit eine angesehene Person, lichkeit des öffentlichen Lebens. Unsere Demokratie käme in Verruf, wenn wir einem solchen Manne (in einem solchen Fall) auch noch Bewährungsfrist zubilligte. CAT EC A S.A. Directorio 5555 Buenos Aires T. E. 68 -1017/18 y 1264 SUAVANDAR el calzado legítimo de espuma de goma i ESTUDIO PASTEUR 254 « Î*L 49-mi * 137} 3» y 5’ piso* * fküMQî AÎRES contadores públicos nacionales consultores de rompras«*. ESPECIALISTAS EN SOCIEDADES J ANONIMAS lili M-a» Fiambres Finos “FRIG UINCIA ” MARCA QUE DISTINGUE LA CALIDAD FRIGUINCIA

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.