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Jüdische Wochenschau · 1967-04-28 · 2215 (28.4.1967) · p. [Seite 1]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
28 (1967)
Issue
2215 (28.4.1967)
Date
1967-04-28
Page
[Seite 1] (sequence 1)
Language
German, Spanish
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JÜDISCHE UIOM PUE.YRREOON 2190 — 1* izq. JúíJe¿n<anáJ£\jCüZ¿ita Ano XXVin. BUENOS AIRES. VIERNES 3« BE ABRIL BE 1967 T. E. 83 - 26 1 3 N? 2215 Arabische Bedingungen abgelehnt von B. B. SAMUEL Der Sekretär der Arabischen Liga, Abdel Khalik Hassuna, verhandelte mit dem deutschen Aussenmini- Ster Willy Brandt über die „Bedingungen“. die von der Arabischen Liga zur Wieder. Aufnahme der Beziehungen der Bundesrepublik mit den der Liga angeschlossenen Staaten gestellt werden. Die Bundesrepublik hat wiederholte Male erklärt, sie würde bereit sein, die Beziehungen mit den arabischen Staaten wiederaufzunehmen. Dass jedoch die Bundesrepublik hierauf angewiesen wäre, dafür Bind keine Anzeichen vorhanden. Wenn man jedoch die „Bedingungen“ liest, muss man den Eindruck gewinnen, dass die Araberstaaten einen Gnadenakt vollziehen, wenn sie die von ihnen abgebrochenen Beziehungen wieder aufnehmen ... Auffällt, das bisher über den Besuch des ostdeutschen Aussenministers in Kairo. nichts verlautet ist. Dies wäre ein Pall zur Anwendung der Hallstein-Doktrin, die offiziell noch in Kraft ist. In Bonn ist man offensichtlich von dieser Linie abgewichen. die einst zum Abbruch der Beziehungen zu Jugoslawien geführt hatte. Auf diese Tatsache sei nur nebenbei hingewiesen. Die arabisohen Bedingungen sollen dazu dienen, um die ägyptischen Forderungen durchzusetzen. Denn vier arabische Länder unterhalten Beziehungen mit Deutschland. nämlich Tunis, Marokko. Libyen und Transjordanien. Wie weit die anderen Araberstaaten sich dem ägyptischen Standpunkt wirklich anschiiessen, bleibe dahingestellt. Jedenfalls dürften Zweifel mit Rücksicht auf die (zwischen Nasser und den arabischen Königen herrschenden Spannungen durchaus angebracht sein. Die Bedingungen spiegeln das Nassersche Anti-Israelprogramm wider und bestehen aus einer Mischung politischer Forderungen und finanzieller Bitten. Die herausfordernde Art dürfte es eigentlich den Deutschen unmöglich machen, auf dieser Basis auch nur in Verhandlungen einzutreten. Dass die verlangte Hilfe für die ,,Palästina-Flüchtlinge“ ‘ nicht über die UN, sondern Uber die Arabische Liga laufen soll, seigt eindeutig, was mit diesen angeblichen Hilfsgeldern geschehen wird, falls sie wirklich in arabische Hände fal len. Bonn solle, so heisst es in diesen Bedingungen, den Flüchtlingen eine Hilfe gewähren. die den Reparationszahlungen und Wiedergutmachung« Leis tu ngeu ,,yei}- gleichbar sei. Bin besonderer Punkt ist sogar den .deutschen Juden“ gewidmet, denen die bonner J Regierung die ,,Rückkehr nach Deutschland erleichtern“ müsse... Dass dieses Konglomerat von provokato rischen Forderungen und anmessenden Bedingungen abgelehnt wurde, ist selbstverständlich. — Inzwischen haben angeblich Syrien und Aegypten neue Verhandlungen auf „hoher Bebene“ auf genommen, um ihre Verteidigungsmassnahmen gegen Israel zu verstärken, wohl eine Folge der schweren syrischen Niederla ge. Die gemeinsame Verteidigung besteht in hinterlistigen Ueberfällen -auf friedliche Bauern, auf Frauen und Kinder, m Während Nasser grosse Politik betreibt, veröffentlichte die ägyptische Moslem-Brudersohaft eine Erklärung nach dem mysteriösen Tod ihres „Generalpatrons” Hassan Hudaibi. in der es u.a. heisst: „Der verstorbene Generalpatron ist wahrscheinlich nicht der letzt« Märty. iw des heiligen Krieges der Moslem - Bruderschaftgegen di« Agenten des Imperialismus und des internationalen Kommunismus der jetzigen Herrscher Aegyptens...“ Dann ist vom Kampf gegen den Despotismus der „unbarmherzigen Machtha I. Ein Gespraech Erhebliches Aufsehen hatte die Unterhaltung erregt, die der nordamerikanische Rabbiner Dr. Max Nussbaum mit dem Kölner Kardinal Erzbischof D. Joseph Frings vor einigen Wochen geführt hat te. Die deutsche Presse hatte sich in einem besonderen Ma sse mit dem Zwischenfall befasst. und gegen die Aeusserungen des Kirchenfürsten Stellung genommen, die allgemeines Unbehagen ausgelöst haben. Der Vatikan hatte diese Bemerkungen als „sehr unglücklich“ bezeichnet. Kardinal Frings hat inzwischen eine Erklärung im kirchlichen Anzeiger seiner Diözese veröffentlicht, in der er sich berichtigte- Dort heisst es u. a.: „Innerhalb und ausserhalb Deutschlands sind wenigstens sechs Millionen Juden, darunter mehr als eine Million Kinder, in schrecklichster Weise hingemordet worden. Es bleibt ein nicht auszulöschendes Schandmal des deut sehen Volkes, dass sich Tausende von Helfershelfern gefunden haben, diesen wahn witzigen Plan eines Menschen auszufüihren, der alle sittlichen Bindungen von sich geworfen hatte.“ — Mit dieser Veröffentlichung hat der Kardinal mit einer anerkennenswerten Freimütigkeit sich selbst korrigiert In einem Aufsatz unter dem Titel „Ein Schlusswort zur Affäre Frings“ wird eine Aeu sserung Nussbaums hierzu zi t*e«t: „Es gehört zweifellos Grösse dazu, wenn ein Mann von des Kardinals hoher Stelber“ die Rede und von den Leiden aller Bevölkerungs- Schichten des Landes. Aufgabe der Bruderschaft sei es ua.. die Beweise zu erbringen, dass die Despoten und ihre Helfer in der Nasser-Aera alle Führer der Moslem-Liga auszurotten bestrebt sind. Die Moslem-Liga werde wei. terhin Widerstand gegen die kommunistische Zerstörungspolitik und gegen die ägyptische Führung leisten, die mit der kommunistischen Internationale in geheimer Verbindung stehe. In diesem Sinn ist das lange Manifest gehalten, das auf verschiedelung- und Bedeutung seinen Irrtum bekennt und zugibt, dass er etwas Unrichtiges gesagt hat.“ Und weiter meinte Nussbaum: „Das Schlusswort des Kardinals ist durchaus befriedigend“ — II Kein Unbekannter Kardinald Frings ist durchaus kein Unbekannter. Er hat bei verschiedenen Gelegenheiten in der Hitlerzeit das Wort ergriffen und u. a. im Jahre 1943 vor dem Hass gegen den Feind öffentlich gewarnt, also zu einem Zeit punkt, als nur wenige Mut fanden, ihre Meinung den damaligen Machthabern zu sagen. Bereits vorher hatte Dr. Frings in einem Hirtenbrief, der am 20- Dezember 1942 verlesen wurde, das Recht aller Menschen auf Leben, Freiheit, Eigentum und Ehe verteidigt. Diese Rechte, so hiess es dort, dürften auch demjenigen nicht verweigert werden, „der nicht unseres Blutes ist oder nicht unsere Sprache spricht“. Spä ter haben dann alle deutschen Bischöfe in einem gemeinsamen Hirtenbrief an das Unrecht erinnert, das darin erblickt werden müsse, Unschuldige zu töten, auch wenn es durch die Obrigkeit und angeblich für das Gemeinwohl geschehe wie im Fall der „Menschen fremder Rassen und Abstammung“* Wenn auch die Sprache dieser Hirtenbriefe nicht deutlich ist, so dürften diejenigen, die von diesen Dokumenten des deutschen Episkopats Kenntnis erhielten, durchaus verstanden haben, was gesagt werden sollte. Zu direknen Wegen in die Oeffentlichkeit trotz der scharfett Zensur in Aegypten gelangte Sicher ist. dass der Widerstand gegen Nasser wächst, die Uneinigkeit unter den Arabern weitere Kreise zieht und deswegen von Nasser Auswege aus dem Chaos gesucht werden, in dem sich die Arabische Liga befindet. Ein Ablenkungsmanöver wird in Bonn mit übersteigerten Forderungen geführt, das andere besteht in dem Bemühen, die Agitation gegen Israel zu verschärfen. Deswegen muss die Lage als ernst betrachtet werden, obwohl die Schwäche der Liga immer sichtbarer wird, ten Interventionen konnte sich seinerzeit die Katholi sehe Kirche nicht entschlossen, was bekanntlich in den letzten Jahren zu heftigen Diskussionen, Kritiken und Auseinandersetzungen führte. III. Nicht protestiert Rabbiner Nussbaum ist nicht der einzige Rabbiner, der die Gelegenheit einer Rücksprache mit dem Kardinal Frings gesucht hat. Ueber eine wei tere Unterhaltung, die früher stattfand liegt eine Information vor, nach der Kardinal Frings gefragt wurde, ob er jemals gegen die Behandlung der Juden durch die Nazis protestiert habe. Im Verlaufe dieses Gesprächs wies der Kardinal darauf hin, dass in einem der Seminare in Köln eine jüdische Frau mehrere Jahre lang verborgen gehalten worden sei. „Eine Frau“, ich will wissen, ob Sie protestiert haben oder nicht. Der Kardinal winkte ab. Die Katholische Kirche sei isoliert gewesen, es konnte damals nichts getan werden.,, IV. Behauptungen Im Jahre 1961 erschien ein Buch von T. H. Tetens mit dem Titel „Das neue Deutschland und die altgn Nazis“, das sich auf den Seiten 201 ff. mit gewissen Organisationen beschäftigt, die den „sogenannten Kriegsverbrechern“ halfen. „Um diese Aktivitäten zu kamouflieren, wurden bekannte deutsche Kirchen? Vertreter in die Organisation gebracht. Bin Comité für Christliche Hilfe für Kriegsgefangene wurde 1946 gegründet. Unter seinen Förderern waren prominente Katholi ken wie Kardinal Frings aus Köln und Bischof Johann Neuhäusler, München, sowie führende Protestanten... Diese Kirchen führer hatten schon mehrere Proteste veröffentlicht, und andere hatten die Einstellung der Hinrichtungen von NS-Verbrechern gefordert... “ Diese Gegenüberstellung der Haltung einiger Kirchenfürsten, nicht zu protestieren, als Millionen Menschen dahingeschlachtet wurden, und dann Protest su erheben, als überführt« Kriegsverbrecher ihrer irdischen Strafe zugeführt werden sollten, trägt durchaus keinen polemischen Die Rolle Aegyptens Washington. — Aegypten wurde von einer Sonder komm!.'sion des USA-Parlaments, die den Mittelosten besucht hat, als „Quelle zahlreicher Probleme im Nahen Osten bezeichnet. Der Bericht dieser Kommission verweist auf die antiisraelischen Tendenzen in diesem Raum. „Die Entschlossenheit der Araber, Israel zu zerstören, bildet einen Aspekt des arabischen Militaris mus neisst es darin. Israel wird als ein Land beschrieben, welches „durch seinen technischen Fortschritt und seine Initiative den Neid seiner arabischen Naohbarn anstachelt“. Die Kommission stellte ferner fest, dass die Araber der Organisation für die Befreiung Palästinas misstrauen. Im Fall Aegyptens sei es offensichtlich, dass , di» heute vorherrschenden Ambitionen seiner Regierung iti scharfem Gegensatz W den primären Interesse» der WIE ICH ES SEHE .—. . V : Nur falsch verstanden; t —;—ton JEHVDA GOTTHEIMER Zwei Zeitiuigsmeldungen von SEH FRANKENSTEIN In einer in Deutschland erscheinenden jüdischen Zct, tung ersonienen vor einiger Zeit zwei Meldungen, die sinnigerweisc zusammen abgedruckt worden sind. Die Meldung Nr. 1 lautete unter der Ueberschrift „Täter waren Kiit-> der“: „Die Schändung des geschlossenen jüdischen Friedhofes in der Gemeinde Neuenkirchen im Bezirk DetmolA ist aufgeklärt. Die Ermittlungen ergaben, dass vier schulpflichtige Kinder — Jungen im Alter zwischen acht und zwölf Jahien — unerlaubt in das eingefriedete Gelända eindrangen und rund 50 Grabsteine umstürzten. Der angerichtete Schaden wird auf etwa 5 000 Mark gesor.ätzt.“ Die andere Nachricht erschien unter dem Titel „Martin Buber-Jugendherberge'' und lautete: ,Ein jüdischer Mitbürger hat dem Landesverband Baden des Deutschen Jugendherbergewerks ein 15.725 qna grosses Gelände am Bodensee geschenkt. Nach dem Wille» des Spenders soll auf diesem Gelände eine Jugendherberge errichtet werden, die den Namen des jüdischen Philosophen Martin Buber trägt. „Wie der Landesverband Baden des Jugendherbergewerks dazu erklärte, will der Spender mit seinem Schritt der deutsch-israelischen Verständigung dienen. Der Verband will die Jugendherberge so schnell wie möglich bauen.“ — Zu diesen beiden Berichten Können wir nicht schweigen. Dass es wieder „spielende“ Kinder zwischen 8 und 12 Jahren gewesen sein sollen, die einen Friedhof geschändet haben. ist wirklich schwer zu glauben. Auffallend, was man dem breiien Publikum alles erzählen kann... Unterstellen wir aber einmal, es waren wirklich Kinder, die rund 50 Grabsteine, immerhin eine beträchtliche Anzahl umstürzten, Haben sie in Elternhaus, Schule und Kirche nicht gelernt, dass ein Friednof ein Ehrfurcht gebietender Ort ist. dass es e.ne Sünde bedeutet, die Ruhe der Toten zu stören, dass es eine strafbare Tat ist, fremdes Gut zu vernichten oder zu beschädigen, und mehr als eine kriminelle Handlung, ein schweres moralisches Versagen. Haben die Kinder das nicht gehört? Besteht hierin nicht eine Unterlassungssünde all derer, die für die Erziehung der Kinder verantwortlich sind? Und dann der ungenannte, ach so hochherzige jüdische Spender, der eine Jugendherberge aufbauen will. Ob er dabei wohl an die auf den jüdischen Friedhöfen spielenden Kinder gedacht hat? — Oder erinnerte er sich an die unliebsamen Zwischenfälle in den Jugendherbergen, die bereits lange Jahre vor Hitler jüdischen Bünden und Wanderern den Aufenthalt verbitterten wenn Juden überhaupt aufgenommen wurden. Ob sich Martin Buber gegen diese Art der Ehrung gewehrt haben würde, wissen wir heute nicht. Was aber diese Spende mit deutsch-israelischer Verständigung zu tun hat, bleibt ein Geheimnis. Vielleicht meinte man die deutsch-jüdische Verständigung? — Dann wäre wohl mehr damit gedient, dass man der deutschen Folieei eit-e grössere Spende macht, falls sie endlich mit dem gemeinsten aller Verbrechen, dem Attentat gegen die Toten, Schluss machen würde. Dass es auch unter Juden charakterlose Menschen gibt, die sich anbiedern, ist weder ein Geheimnis noch eine Seltenheit. Warum sollten wir auch eine Ausnahme bilden. Aber der „jüdische Mitbürger“ der Irosse Gelände verschenkt, hat auch gegen den guten Geschmack verstossen, und das kann sicher nicht verziehen werden. Charakter. Niemand wird einem Kirchenfürsten verwehren wollen, sich selbst für einen Verbrecher einzusetzen. Jeder muss jedoch bedauern dass ein solcher Einsatz nicht erfolgte, als es um die Ret tung Unschuldiger ging, auch wenn dieses Brechen des eisernen Schweigens gegenüber den nazistischen Greueln vielleicht mit einer persönlichen Gefährdung verbunden gewesen wäre, was jedoch nicht der Fall gewesen ist. In dem zitierten Buch heisst es weiter: „Kardinal Frings und (der protestanti . sehe) Bischof Wurm standen dann an der Spitze eines anderen Comités mit dem leicht irreführenden Namen „Comité für Gerechtigkeit und Handel“, das als Sammelpunkt für die frühere Nazielite diente... Sein Zweck war die Aufbringung von Gel. dern, um Kriegsverbrechern finanziell und juristisch beizustehen und die Oeffenfc- [ lichkeit zugunsten der Freij jassung aller überführten Na- | zis zu beeinflussen. Die Organisation besass ein mysteriöses Bankkonto ( .Konto Gustavi, auf das mehr als 60 nicht genannte Grössen der Finanz und Industrie re- , gelmässig grosse Summen | einzahlten... “ An der Spitze dieser Orga- I nisation. die ihre Hauptziele in der Hilfe für die Naziverbreoher und im Kampf gegen die „Kriegssohuldltige“ er- (Schluss auf Seite 2) Wird Stangl ausgeliefert? Rio de Janeiro. — Ein Sondergesandter Polens traf in Brasilien ein. Polen ist eines der Länder, welche die Auslieferung Franz Stangls begehren, damit dieser für seine Kriegsverbrechen zur Rechenschaft gezogen wird. Franciszek Refalowski repräsentiert den Generalstaatsanwalt Polens Er legte in einer Pressekonferenz Beweise für die Verbrechen Stangls vor. so einen von dem ehemaligen Kommandanten der KZ Sobibor um Treblinka Unterzeichneten Befehl zum Transport von 50 Sendungen von Kleidungsstücken, die Opfern aus Trebiinka gehört hatten. Er berichtete ferner, im Besitz eines Scnreibens zu sein in dem ein deutscher Heerführer Stangl als .einen der besten KZ-Kmomandanten“ bezeichnet«. Ein Sonderkurier reist« nach Brasilia, um die Dokument« aus Westdeutschland und Polen, welche die Verbrechen Stangls beweisen, dem Obersten Gerichtshof Brasiliens zu überbringen. Dieses Gericht hat bis zum 2. Mai darüber zu entscheiden, ob Stangl ausgelie fert werden soll und im bejahenden Falle an welches Land. Beamte des brasilianischen Justizministeriums äusserten dass das Auslieferungsverlangen Oesterreichs aus zwei Gründen Vorrang geniesse. Einmal traf es als erstes Begehren ein. und zweitens ist Stangl österreichischer Staatsbürger. Oesterreich, Polen und die Deutsche Bundesrepublik haben erklärt, dass sie die brasilianis<»ien Gesetze anerkennen, die die Todesstrafe und Gefängnisurteile von über 30 Jahren nicht zulassen. (ITA)

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