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Jüdische Wochenschau · 1967-03-23 · 2210 (23.3.1967) · p. [Seite 5]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
28 (1967)
Issue
2210 (23.3.1967)
Date
1967-03-23
Page
[Seite 5] (sequence 5)
Language
German, Spanish
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Jtoevw, 33 «le Marao de 1967 LA SEMANA ISbAELITA Año XXVIII. — N* 2210 — 5 Ereignisse der Woche (Fortsetzung der Ereignisse von Seite 4) Sprache — jedenfalls offi sdell bis zum letzten Konzil — benutzten, dürfte auch nicht bestritten werden. Wenn das Singen allein nicht .genug-“ ist, das Singen von Psalmen in lateinischer Sprache und im Rahmen einer katholischen Zeremonie ist sicherlich ,,zu viel des Guten“. — Wir glauben, dass hier bei allem guten Willen der von uns als bedeutende Persönlichkeit anerkannte Marshall Meyer geirrt hat. Denn hätten die jüdischen Jugendlichen mitgesungen, wenn he bräische Psalmen gesagt werden, man hätte dies auch im Rahmen einer katholischen Hochzeit tolerieren können. Aber „tolerieren" bedeutet doch „dulden“ und nicht „mitmachen". Wir befürchten, dass diese Vorgänge und die Meyerschen Rechtfertigungen die ohnehin in den Köpfen der Jugend herrschende Konfusion nur vergrössert. Und dann berichtet Meyer hi wörtlicher Uebersetzung über sein eigenes Mitwirken: Das Vaterunser „... und später stimmten zwei Rabbiner, die ihr Leben der Thora und dem jüdischen Volk weihen, in ihrer Muttersprache, dem Englischen, das klassische Gebet an, das Vere für Vers in der Hebräischen Bibel und im Siddur gefunden werden kann." — Anschliessend folgt die textuelle Wiedergabe des Vaterunser-Gebetes in seiner christlichen Version, nicht etwa mit Quellennachweis aus dem jüdischen Schrifttum. Leo Baeck hat einer seiner wissenschaftlichen, theologischen Arbeiten den bezeichnenden Titel „Das Evangelium als Urkunde der jiidi. sehen Glaubensgeschichte“ gegeben. Aber selbst der grosse Liberale Leo Baeck sagte nicht, die Evangelien seien Dokumente des jüdischen Glaubens. Bei dieser Betrachtung tut man gut daran, die Tatsachen und Probleme klar und säuberlich zu unterscheiden, damit eine Verwirrung venmieden wird, deren negative Folgen unter der Jugend «— und nicht nur bei ihr — sich erst später zeigen werden und die heute unübersehbar sind. Dass Rabbiner das Vaterunser sagen, dürfte selten sein. Dass auf dem Schlachtfeld ein Rabbiner einmal für einen christlichen „Kollegen" eingesprungen ist und für einen Sterbenden dieses Gebet sagte, wie man uns informiert hat, ist sicherlich ein schönes Zeichen der interkonfessionellen Solidarität wohl aber nicht die Regel. Dass Herr Rabbiner Meyer mit seinem Assistenten das Vaterunser sagten, war sicherlich keine Notwendigkeit Es war sensationell und.., verfehlt. Denn das Vaterunser ist d a s klassische Gebet der Christen. Die oratio dominica, Mathüus 6.9—13 und Lukas 11,2—4 wurde nach Mathäus von Christus seinen Jüngern unaufgefordert als Mustergebet mitgeteilt, „im Unterschied zum Plappern der Heiden“. Nach Lukas hatten die Jünger gebeten, sie beten zu lehren. (Die beiden anderen Evangelien kennen dieses Gebet nicht). — In jedem Kommentar kann man nachlesen; „Die in dem Gebet enthaltenen sog. Sieben Bitten sprechen in volkstümlichen Worten die Grundgedanken des Evangeliums Jesu Christi aus.“ — Dass einzelne Sätze oder sogar alle diese Sätze, wenn auch nicht in dieser Zusammenstellung (!) im hebräischen Schrifttum und im Siddur stehen, ändert doch nichts daran, dass gerade dieses Gebet das Kern- und Mustergebet der Christen ist. Warum haben wir diese Verse und in dieser Zusammenstellung nicht in unsere Gebetordnung aufgenommen? Die Antwort ist nicht schwer. Das Christentum hat diesen Versen seine eigene, von der jüdischen Glaubenswelt entscheidend abweichende Interpretation oder Deutung gegeben. Christliche Gebete und Glaubensbekenntnisse herzusagen, sich aber dabei vorzubehalten, sie anders als die ganze Welt zu interpretieren, das haben vielleicht gelegentlich Juden gemacht, die auf die Folter der Inquisition gespannt waren. Die Mehrheit der Juden aber hat es abgelehnt, auch nur dieses Lippenbekenntnis auszusprechen. Tausende jüdische Märtyrer haben einen grausamen Tod vorgezogen, ehe sie sich bereit fanden, christliche Gebete zu sagen, deren Litanei ihnen das Leben gerettet haben würde. Muss nicht eine Konfusion eintreten, wenn heute ein Rabbi mit seinem Assistenten das Vaterunser sagt und dazu noch im Rah. CATECA S.A. Directorio 5555 Buenos Aires T. E. 68 - 1017/18 y 1264 SUAVANDAR el calzado legítimo de espuma de goma I- DEIN HOBBY DEINE SPARKASSE Israel-Briefmarken Beratung durch; STAMPS CENTER 94 tllenby Rd — TEL AVIV — P.O.B. 4444 men einer christlichen Zere monie. Die andere Seite Gegen dieses Auftreten von Rabbiner Meyer haben die orthodoxen Rabbiner protestiert. Sie haben es in einer Form gemacht, die nach unserer Ansicht auch nicht als sehr glücklich angesehen werden kann, in Form einer „Solicitada“. Wir müssen uns gegen den Ausbruch eines inneren jüdischen Religionskrieges wehren. Wir müssei. versuchen, selbst einem im Irrtum Befindlichen die Möglichkeit der Rückkehr zu geben. Dass die Ausführungen im Manifest der orthodoxen Rabbiner zutreffend sein dürften, das wollen wir nicht diskutieren, denn wir schliessen uns in diesem Punkt dieser Auffassung an. In der Erklärung der Rabbiner heisst es u. a.: „Wir sind im Prinzip für religiöse Freiheit und den Respekt vor dem Glauben anderer Völker. Jede Religion muss respektiert werden mit der grössten Ehrfurcht, die sie verdient. Wir sind für Verbrüderung und Menschenliebe im edelsten Sinn des Wortes, so wie es unsere Propheten und Weisen in den alten Zeiten gepredigt haben. Was aber auf dem Gebiet des menschlichen und sozialen Zusammenlebens möglich ist kann keinesfalls auf das religiöse Gebiet übertragen werden, das eine Sache des Glau bens ist. — „Menschliche Annäherung bedeutet durchaus nicht Selbsterniedrigung und Entfernung von unseren seit Generationen vorgeschriebenen Gesetzen und Gebräuchen, die uns von unseren geistiger. Führer in der mündlichen und schriftlichen Ueberlieferung vorgezeichnet wurden. Jegliche Entfernung von die. sen Grundsätzen bedeutet eine grosse Gefahr für die Innigkeit, die Existenz und Fortsetzung des Judentums und der Jüdischkeit, überall, in allen Ländern und besonders in Lateinamerika, wo das jüdische Leben noch schwach ist". ... — Publicity Religiöse Feierlichkeiten sind der Ausdruck inneren Erlebens. Derartige Begebenheiten werden im allgemeinen nicht in die Oeffentlieh, keit hinausgetragen. Die katholische Hochzeit im jüdischen Ferienlager mit dem Vaterunser-Beten zweier Rabbiner wurde aber nicht nur der allgemeinen Presse bekannt gemacht, sondern durch Television übertragen. Warum? War die Hochzeit des Dienerpaares so bedeutsam? Oder wollte Rabbiner Meyer mit dieser Zeremonie eine politische Aktion starten? Es wäre doch nicht das erste Mal, dass Geistliche ihre Robe ablegen und mit der flatternden Fahne des Reformators vertauschen. Dass die Begründung, in Amerika mache man das eben m solcher lauten Form, nicht befriedigt, dürfte klar sein. Nordamerikanische Lebensgewohnheiten und Ansichten haben wir doch auch auf anderen Gebieten nicht kritiklos übernommen Die Publizität, die dieser Veranstaltung von vornherein gegeben wurde, zeigt ebenso wie die Predigt-Broschüre, dass hier Wege ein geschlagen werden, die für die grössere Gemeinschaft präjudizierend und gleichzeitig schädlich sein können. Marshall Meyer ist — ob es allen passt oder nicht —, er ist ein Repräsentant des Judentums. Wenn irgendein Jude das Vaterunser sagt, wird es nicht zur Kenntnis genommen; sollte man hiervon er fahren, wundert man sich vielleicht. Wenn aber ein Marsliall Meyer sieh hinstellt in der ihm eigenen theatra. lisch-wirksamen Form und im Scheinwerferlicht der Fernseh-Apparate und in Gegenwart der Journalisten da6 Vaterunser sagt und sich dabei von seinem Assistenten begleiten läst, dann ist das bewusst und gewollt eine Demonstration, gegen die sich die Juden wehren müssen. Denn selbst Marshall Meyer, mag er nun noch so grosse Verdienste um das jüdische Leben dieser Stadt haben, darf sich nicht Rechte anmassen, die keinem einzelnen Juden zustehen. Begeisterung und Beifall Dass Hunderte Jugendliche und viele Erwachsene, meist Randjuden, die dank Meyer wieder in unsere Gemeinschaft zuriiekkehren, dem Re former Meyer Beifall klatschen, ist kein Argument, noch nicht einmal dafür dass er mit seinen Aktionen im Recht ist. Anderen (falschen) Propheten haben Millionen zugejubelt (meist gegen uns Juden), ohne dass wir auf die Idee gekommen wären hieraus ableiten zu wollen, dass die von diesen Fanatikern vertretenen Irr¬ und Hasslehren zutreffend seien. Dass die Jugendlichen von Bet El Marshall Meyers Wege und mitunter auch seine Irrwege bejubeln, sagt nichts über die Berechtigung oder die Richtigkeit seiner Ideen, Gedanken und Massnahmen aus. Auf dieses Argument sollte auch Meyer verzichten. Dass er in wenigen Jahren viele Aktionen eingeleitet hat, die von anderen in Jahrzehnten nicht veranlasst wurden, ist wahr, gibt ihm aber nicht das Recht, deswegen Unfehlbarkeit in Anspruch zu nehmen. Weite Kreise die sonst der Tätigkeit Meyers mit Sympathie gegenüberstehen, Sind über diesen Vorfall und noch mehr über die Verteidigung beunruhigt, die Marshall Meyer vorzutragen für richtig gehalten hat. Man fragt sich, ob ein solcher Mann, der sich im Lichtschirm des Fernsehens hinstellt, um das Vaterunser zu beten, der rechte Leiter eines Seminars zur Heranbildung von neuen Rabbinern ist, obwohl er die sonstigen grossen Qualitäten besitzt, die man an ihm schätzt. Aber Vaterunser-hersagende Rabbinen sind selbst für die fortschrittlichsten Freigeister zu viel. Wozu brauchen wir dann Rabbiner, wozu ein Rabbinerseminar, da die Lehren des Judentums, seine Sprache und sein Schrifttum von den grossen 41*AV* -L ** L BETENDER JAKOB STEINHARDTkatholischen Seminaren auch gelehrt werden? Juden haben das Christentum immer respektiert. Nu£ umgekehrt ist es bis heute nicht der Fall. Deus Vaterunser als die ZusanamensteUungvon Versen aus unserem Schrifttum zu bezeichnt!^, könnte nur der erste Sc£ym sein, den Juden Jesum §e nannt Christum als einen der unseren zu reklamieren, abernicht etwa nur als einen grQ-> ssen Rabbi, sondern als dfen Erlöser, der einst im jüdischen Land seine Jünger beten lehrte.». Rabbiner MashaTl Meyer würde gut daran tun, vor der jüdischen Oeffentlichkeit seinen Irrtum zu bekennen und Po Hasch! Vi Jerusalem. — Ingenieur?! der Toten-Meer-Werke haben, Pläne für den Bau einer PW rpehne ausgearbeitet, mit der Rottasche vom Toten Meer 'gum Mittelmeerhafen AshdoC befördert werden soll Israels Pottasche wird durch <T?rt einfachen Transport billiger und damit auf dem Welt-) markt wettbewerbsfähiger ^Werden. (ITA) mfj ---Hl 2uzugeben, dass er eine Fehler gemacht hat, der grof? sse Verwirrung anzustifte: geignet ist, auch dann, we: ihm heute nicht nur hundef- •fe, sondern tausende Jugend? liehe zujubeln würden. — *»* / 3 " 3. i •die BAR MIZWA unseres Sohnes; GABRIEL findet s.G.w. am Schabbat Schemini, aen 1. April 1967, in der Synagoge der Achdut Jisroel, Moldes 2449 um 8 Uhr 30 statt. ARNO HORENCZYK und Frau RAQUEL geb. STEMMER Empfang am Sonntag, den 2. April, von 11—13 Uhr in Ciuda de la Paz 1132 à ESTUDIO ClMCIfl •conómicas contadoros públicos nocional«* consultora» do’emprosat PASTEUR 254 - TEL. 48-7148 . 1372 2' y 59 pisos f fUENOS AÎREJ 1 ESPECIALISTAS EN SOCIEDADES ANONIMAS iifflí Fiambres Finos 44 FRIGUINCIA MARCA QUE DISTINGUE LA CALIDAD FRIGUINCIA 4441 5555555555555555555555555555555555555555555T5555555555555

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