Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 28 (1967)
- Issue
- 2209 (17.3.1967)
- Date
- 1967-03-17
- Page
- [Seite 7] (sequence 7)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/9616703-9615794-9615867--4750-9615874- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Viernes, 17 de Marzo de 1967 L A SEMANA ISRAELITA Añ* XX Y111. — N» WO» — 7 Blick in die Welt von HAROLD SCHWARCZ LLERAS RrESTREPO, der Präsident Kolumbiens, bat 6Cibarle Massnahmen gegen die Kommunisten ergriffen. — RAUL LEONI, der Präsident Venezuelas, erhob schwere- Anklagen gegen die chinesisch-russisch-castristischen Kommunisten... — LEONID BREZHNEW, Generalsekretär der Kommunistischen Partei der Sowjetunion, sprach von Möglichkeiten, Mao Tse Tung zu stürzen. — SVETLANA STALIN, die einzige Tochter Stalins, soll im Westen um Asyl gebeten haben. — Buenos Aires Musik in PHILHARMONISCHES ORCHESTER EROEFFNFT HERßSTSAISON Aus der geplanten luftgekühlten Sommersaison im Teatro San Martin ist nun im Colon selbst eine Herbstspielzeit geworden. Das erstaunlich frisch und präzise klingende Philharmonische DIE STUNDSINTEN Indonesiens verlangten in neuen Demonstrationen die Deslitution Sukranos, die inzw’scher erlolgt ist — TIBETANISCHE Exilanten demonstrierten in New Delhi gegen die Unterdrückung ihres Landes durch die chinesischen Kommunisten. — MORARJI DESAI, Exfinanzminister Indiens, war der Gegenkandidat Indira Gandhis für den Ministerpräsidenten posten — IM ROTEN CHINA wurden Massenverhaftungen vorgenommen. wie Radio Hongkong meldete. — AUF DE1R INSEL Java landen schwere Zusammenstöße*- zwischen Militär und Kommunisten statt. — STANDRECHT und Ausnahmezustand wurden in der indischen Provinz Jaipur verhängt, nachdem es zu blutigen Zusammen^ tössen gekommen war. — TERRORAKTE werden auch aus Aden gemeldet. — DIE UNIVERSITAET Athen wurde wegen eines internen Konflikts geschlossen. — „CHE GUEVARA“, die „rechte Hand“ Fidel Castros dann in Ungnade gefallen, soll sich in Brasilien aufhalten. PREMIER WILSON besuchte Luxemburg, wo er mit Ministerpräsident Pierre Wener über Englands Beitritt zur EWG verhandelte. — MEINUNGSVERSCHIEDENHENTEN sollen zwischen Nordvietnrm und China über die Weiterführung des Krieges bestehen. — MIT GEDANKEN des Thronverzichts soll si “h der griechische König tragen. — DHE ENGLISCHE Arbeiterpartei erzielte Erfolg bei Ersatzwahlen. — JOHN COROMINAS, Professor, angesehener Gelehrter, 72 Jahre alt, der an einem katalanischen Lexikon arbeitete, wurde unter Polizeigeleit aus Spanien deportiert.. DER IRAK erhob neue Beschuldigungen gegen Transjordanien, das die arabische Einheit zerstört habe. — MOHAMJED MASSADEGH, der lange Jahre als persischer Ministerpräsident im Vordergrund der Weltpolitik stand, ist im Alter von 87 Jahren verstorben. — U TH/NT. der Generalsekretär der UN. verlangte Feuereinstellung in Vietnam um einen langen und blutigen Krieg zu vermeiden. — WIE PADIO Peking mitteilt, besteht Hungersgefahi in China. — KOSSYGIN beschuldigte die USA,- die Möglichkeiten für einen Frieden in Vietnam nicht erschöpft zu hauen — IN EL SALVADOR siegte Oberst Fidel Sancoez bei den Präsidentschaftswahlen, der Kandidat der offiziellen Liste. — DIE DEUTSCHE Regierung schenkte der Türkei einen Fernsehsender und ein Fernsehstudio (aus dem notleidenden Etat). — GENERAL LEMNITZER, Amerikaner, Oberkommandierender der NATO in Europa, erhielt in Paris l öchste Auszeichnungen, weil er in den beiden Weltkriegen Frank reich beigestanden hat. — Leitung von Pedro L. Calderón, den wir als einen der besten Nachwuchsdirigenten wiederholt gewürdigt haben Das Konzert wurde mit der Paukenschlag-Symphonie Nr. 94, g-dur von Haydn begonnen, die diaphan erklang, wenngleich gegen die Tempi Einwände zu erheben waren: aus dem Andante wurde ein Allegro, aus dem Menuett eil Walzer. Die „Campera No. i de Escenas Argentinas" von Carlos López Buchardo. ein angenehmes, flüssig geschriebenes und instrumentiertes, aus dem Jahre 1920 stimmendes und dem nationalen Folklore verhaftetes Werk leitete über zu den reizvollen 5 Kinderpiecen ,,Ma Mere L’Oie“ (meine Mutter, die Gans), die der grosse französische Impressionist Maurice Ravel 1908 komponier^ hat. Besonders reizvoll und transparent erstanden „Iaideronette, Impératrice dej Pagodes“ und „Les entretiene de la Belle et la Bete“ Das für die kommende Spielzeit verheissungsvolle Auftaktskonzert wurde mit opus 27 von Serge Ri-chmaninow beschlossen. Dem beninow beschlossen. Des bedeutenden. 1943 gestorbenen I russischen Komponisien lag ] das Klavier-Genre näher als das symphonische Diese 1927 entstandene Symphonie ist ein gefälliges, ausschweifendes und nicht sehr konzentriertes, jedoch kontrastreiches Werk; selbst Calderons intelligente Kürzungen vermochten die notablen Län gen nicht vergessen zu machen. Das Orchester hielt sich unter seiner umsichtigen, Details berücksicht'genden Leitung überraschend gut und wurde mit seinem Dirigenten sehr gefeiert. Curt B. M. Weissstein Druck auf russische Juden New York. — Die Amerikanisch-Jüdische Konferenz, die 25 jüdische Organisationen in den USA repräsentiert, drückte ihr Bedauern und Erstaunen über Jen Bericht aus. der künd'Ch von der „Washington Poet" veröffentlicht wurde. Dort hless es, dass „auf die jüdischen Führer in der Sowjetunion ein von Drohungen begleiteter schrecklicher Druck ausgeübt wird, danrt «ie Pro testbriefe schreiben und öffentliche Demonstrationen gegen Israel veranstalten. Die jüdischen Bürger ln Sowjetrussland werden systematisch Belästigungen unterworfen, die sich irr beson - deren auf ihren Kontakt miT, Glaubensgenossen in Israel und in westlichen Ländertbeziehen, so berichtete Rabb Israel Miller, der Präsident der Konferenz. Dies stelle nur den jüngsten einer Reihe von Zwischenfällen dar, die anscheinend dazu dienen sollen, die sowjetischen Juden einzuschüchtern und ton unschuldigen und berechtigten Beziehungen mit ihren Glaubensgenossen im Auslt nd abzuhalten. Rabbi Miller bezeichnete den kürzlichen Bericht über die Verraftun? und Verurteilung von Sslomon Borisovich Dolnick wegen der fadenscheinigen Anklage des Verrats und Spio nage und der Beschädigung ..zionistische Flugblätter und anderes „antisow'etisches Material“ verteilt zu Plötzlich und unerwartet entschlief in Bariloche mein innigstgeliebter Mann, unser treusorgender Vater, Schwiegervater, Bruder, Schwager, Onkel und Vetter, Herr Waller Philipps In tiefer Trauer, im Namen aller Familienangehörigen SOPHIE K. de PHILIPPS MOISES KIBUDI u. Frau LILO geb. PHILIPPS BOBBY PHILIPPS Die Beerdigung hai bereits stattgefunden. Trauerhaus: Arenales 2375, II A. Kurse für Lehrer Tel Aviv. — In Ter Aviv wur den unter der Leitung des Erziehungsministeriums Kurse für Elementarschullehrer begonnen, die den Lehrern ein vertieftes Wissen in jüdischem Lehrgut vermitteln sollen. Aehnliche Kurse wurden auch in Rechowot und Tiberias eingerichtet. haben, als einen dieser Zwi schenfälle. Als weiteres Beispiel verwies er auf die am 13. August in Riga erfolgt« Festnahme dreier Juden nach einem Konzert der israelischen Sängerin Gueula Guil, unter dem Vorwand der ,Unruhestiftungr“. Die sowjetischen Befürchtungen wurden wie trän annimmt, durch eine in Israel Ende Februar verar^ta'tete , Woche“ für die Sache der rusischen Judenheit verursacht. Ein israelischer Gewährsmann informierte die ,Wash ington Post“, dass die sowjetisrhen Anklagen gegen Dolnick „sämtlich erfunden“ seien, und verglich d.ese mit den Anschuldigungen gegen die russisch-jüdischen Xerzte während der Stalin-Aera Wie die Post schrieb, wurden die Angestellten der Synagogen von Moskau Taschkent und anderen Städten einer nach dtm an deren in das Büro e>nes bei kannten Agenten der sowjetischen Geheimpolizei zitiert welche die religiösen Frage*- handhabt. Unter der Androhung von Strafmassnahmen fordert« dieser Beamte die Juden auf, Briefe zu versenden und Protestdemonstrationen abzuhalten. (ITA) LEO KAHN: „In der Scharon-Ebene" (Couache) % ¡A» mm DAS MASSAKER In der Sowjetunion wird bekanntlich immer in offiziellen Berichten verschwie gen, dass sich das deutsch - nazistische Massaker in Eabv Jar gegen Juden gerichtet hatte. In offiziellen Berichten wird nur von einem Massaker gesprochen, welchem sowjetische Staatsbürger zum Opfer gefallen sind. Am 6. November vergangenen Jahres, am Vorabend des Gedenktages an die Kristallnacht, erschien dagegen in dem Organ der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands .Neues Deutschland“ eine Reportage aus der Ukraine von Peter Lorf und dem (jüdischen) Jornalister. Werner Goldstein. Unter anderem wurde berichtet: „Eines der blutigsten Kapitel ist das Massaker von Baby Jar. Vor 25 Jahren klebte an den Häusern von Kiew der Befehl der deutschen Kommandantur an „alle Juden Kiews und Umgebung““, sich am 29. September um 8 Uhr früh an der Melnik — Ecke Dochturowstrasse einzu finden. „Kleidung und eine Tagesverpflegung“ sind mitzubringen. „Wer nicht kommt wird erschossen.“ Schon im Morgengrauen zogen sie zu den Sandgruben von Baby Jar. Alle gaubten da der Güterbahnhof Lukjn nowka in der Nähe lag, e= VON BABY JAR he zum Transport in ein Ghetto oder nach Deutschland. Auch Dina Mironowna vho nitschewa war dabei. Eine kleine zierliche Frau, heute wie damals am Puppenthea ter beschäftigt, wo sie den Kleinsten Freude bringt. Sie ist sehr nervös. Die Erregung ist ihr ins Gesicht geschrieben, als sie die unvergesslichen schrecklichen Stunden von damals heraufbeschwört. „Wir mussten du_ch ein Spalier von Soldaten laufen Sie hieben mit Gummiknüppeln auf uns ein, trieben uns an, jagten Hunde auf die die hinfielen — und wieviele fielen! Waren doch die meisten alte gebrechliche Menschen, viele Kranke viele Kii der. Dann musst n sich alle auskleiden. Nc -kt trieb man sie zu einer st. en Sandwand in Baby Jar. Kinder wurden den Müttern entrissen, Mütter von den Kindern getrennt. Ueber blutüberströmte Leiber wurde ich mit andere*- zur Steilwand getrieben Noch bevor ich die Schüsse hö-te warf ich mich nach vom and stellte mich tot. Am Abend kamen Soldaten schlugen auf die Ermordeten ein, um zu sehen ob sich noch jemand rühre. E-ner I trat mich auf das Handge- I Ich konnte jede Reakunterdrücken, obgleich einer mich an der B-ust hochriss, um zu sehen ob ich noch lebe. Ich verlor das Bewusstsein. Als ich Sand auf mir spürte, wurde ich wieder wach. Die Toten wurden zugeschüttet. Ich bekam, keine Luft mehr, arbeitete mich zwischen den Toten empor an die Oberfläche. Die Dunkelheit war inzwischen angebrochen. Ich kroch aus der Grube, kam zu einem Gart-n, fiel und erhob mich wieder, versteckte mich in einer fast vollen Mülltonne und verbrachte mehr als 48 Stunden auf dieser Flucht — völlig er. schöpft, dürstend, entstellt von Blut und Schmutz und fast wahnsinnig. Als ich endlich aus der Tonne her-juskroch, stand ich einem grinsenden SS-Offizier gegenüber, der mich zu iiner Wachstube brachte. Ich war nur im Kreise geflohen. Auf einem offenen LKW Wurde ich mit anderen Leidensgefährten zur nächsten Erschiessungsstelle gebracht Aber ein Wachsoldat gab mir während der Fahrt ein Zeichen abzuspringen. Lieber den Tod selber suchen dichte ich, als abgeschlachtet zu werden. Ich fiel einen Abhang tief herunter und wurde gerettet. Dina Miromwa überlebte. 100.000 Juden oder 150.000 — wer zählte sie damals schon — wurden in c’rel Tagen in Baby Jar umgebracht.“ ® COMITÉ CENTR0EUR0PE0 DE LA CAMPANA UNIDA (KEREN HAJESSOD) Generalversammlung und Proklamierung der Aktion 1967 am MONTAG, DEN 27. MAERZ, 20.30 UHR IM SALON ACIBA, Aratz 2854 ALLE ZAHLER FÜR DIE EINHEITSKAMPAGNE UND IHRE DAMEN SIND ZU DIESER GESELLSCHAFTUCHEN VERANSTALTUNG EINGELADEN. Vorführung der neuesten israef-Ftime