Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 28 (1967)
- Issue
- 2209 (17.3.1967)
- Date
- 1967-03-17
- Page
- [Seite 4] (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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4 — Vk**ieii, 17 d** Marzo de 1987 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Año XXVIII. — N« 224» _nisse der Tagung in Montevideo oche Vor knapp zwei Wochen trat die lateinamerikanische Executive des Jüdischen Welt- Kongresses unter dem Vorsitz ihres Präsidenten des Herrn Dr. Moisés Goldman hi Montevideo zusammen. Mitglieder und Beobachter waren aus mehreren siidam jrikanischen Ländern erschienen, aus Argentinien. Chile, Brasilien, Paraguay. Perú. Bolivien und natürlich ans Uruguay. Da auch Gäste zugelassen waren — wei igstens zu den meisten Veranstaltungen und Beratungen'—, hatte man diesmal als Versammlungsort das Gemeindehaus der Sefardischen Gemeinde Uruguay in Montevideo gewählt, über das eingangs einige Worte gesagt seien. Im alten Teil Montevideos gelegen, erhebt sich dieser wunderbare, würdige und schöne Bau als ein Monument jüdischen Lebens- und Zukunftswillens. Die Synagoge ist geräumig und eindrucksvoll. Im Kellergeschoss dieses Hauses befindet sich ein grosser Versammlungssaal, in dem mehrere 1 undert Personen bequem Platz finden. Dieser Saal war der Schauplatz der Eröfinunes Veranstaltung und aber Be-! ratungen, die in dieser ange nehmen Atmosphäre (und mit einer gut funktionieren den Kühlanlage) den rechten Rahmen erhalten hatren. — Als Dr. Goldman die Tagung eröffnete, war der Saal bis zum letzten Platz gef '11t Bin zahlreiches Publikum ,var zu dieser .einleitenden Veranstaltung gekommen, in deren Mittelpunkt eine mesa redonda' stand, an der -ich bekannte, nicht jüdische Intellektuelle beteiligter Das Thema war das Wiedererwachen des Nazismus in Deutschland und in anderen Ländern, vor allem auch in Oesterreich. Die von den verschiedenen Referenten gemachten Ausführungen dürften von allgemeinem Interesse sein. Ale erster sprach der Argentinier Dr. José García Venturini. Professor an der Katholi- BIBLIOTECA POPULAR JUDÍA Publicaciones del Ejecutivo Sudamericano del Congreso Judío Munndial CORRIENTES 1979 BUENOS AIRES Colección: HECHOS DE LA HISTORIA JUDIA 1. Menajem Boreisho: LA HISTORIA DEL IDT3CH 2. Teodoro Herzl: EL PRIMER CONGRESO SIONISTA Colección: GRANDES FIGURAS DEL JUDAISMO -. 'snniel Roüansky: SCHOLEM ALEIJEM 2. Natan Gesang- YEHUDA HALEVI 3. Simia Sneh- SCHMUEI. I09EF AGNON 4 León Dujovne: MAIMONIDES 5. Nahum Goldmann: TEODORO HERZL 6. Sch-ilom Rosenberg- FILON DE ALEJANDRIA Biblicgrafír; de Temas Judíos en Castellano LUACH — (KALENDER) Freitag, den 17. März 5. Adar II. Sonnabend den 18. März 6 Adar II. Schabbat WAJIKRA iLev. 1—D Haftara: Jescttajahu 43- 21 — 44, 23 Sonntag, den 19. März 7. Adar II. Montag, den 20. März 8. Adar II. Dienstag den 21. März 9. Adar II. M'ttwoch. den 22. März 10. Adar II. Donnerstag, den 23. März 11. Adar II. Fasten Ester Freitag den 24. März 12. Adar II. Sonn abend, den 25. März 13. Adar II. Schabbat ZAW (Lev. 6. 1) — Schabbat SACHOR (Deut. 25, 17—19) Haftara: I. Samuel 15, 1—34 den 26. März 14. Adar II. I M Sonntag PUR Montag, den 27. März 15. Adar II. Shoshan purim Dienstag, den 28. März 16. Adar II. Mittwoch, den 29. März 17. Adar II. Donnerstag, den 30. März 18. Adar II. Freitag, den 31. März 19. Adar II. Sonnabend, den 1. April 20. Adar II. Schabbat SCHEMINI (Lev. 9:1) Schabbat PARA (Num. 19, 1—22) Haftara: Ezequiel 36—16, 38 sehen Universität in Buenos Aires, der in ebenso klaren wie scharfen Worten gegen den Nazismus in allen semen Formen Steilung nahm und die Welt vor der Gefahr warnte, die ihr wiederum von der gleichen Seite wie vo.- der Machtergreifung Hitlers droht. N cht die Juden allein, sondern die ganze Menschheit ist bedroht und sollte rechtzeitig die Konsec uenzen aus dieser Situation ziehen. Die anderen Redner Als nächster sprach der angesehene brasiüansche Journalist Dr. Arna'do Pedroza D'Horta, der sich der nicht leichten Aufgabe unterzog, eine Analyse de Nachkriegszeit mit allei ihren schwierigen, schillern ’en Problemen zu geben. Obwohl der Rednei doch ein Thema behandelte, das den Mitgliedern der Executive geläufig ist und schon sehr häufig behandeh wurde, fand er eine sehr aufmerksame Zuhörerschaft, weil er es verstand, die entscheidenden Faktoren der politischen Entwicklung herauszuarbeiten. Dr. D'Horta warnte davor, dass die Juden die Situation nur unter ihrem spezifischen Gesichtswinkel betrachten und forderte alle auf, gleich welchen Volkes, welcher Rasse oder welchen Glaubens sich gegenüber den von neuem drohenden, alten Gefahren entschlossen zusammenzufinden, um die Freiheit zu retten. Der letzte Redner war ein temperamentvoller chilenischer Pnilosophie- und Geschichtsprofessor, Lehrer an der Universität in SanUago de Chile, Vorsitzender des chilenischen Scbrittsteilerverbandes, Dr. Oyarzum Peña In einer besonders sympathischen Form schilderte er den ständigen Kampf der .Kräfte des Bösen' gegen die ,,Kräfte des Guten". Er wandte s"ch vehement gegen die billigen Methoden des Nazifaschismus, in den Juden die Verantwortlichen für die eigenen Fehler der Christenheit zu suchen und die bestehenden Vorurteile tür ihre politischen Zwecke auszuwerten. — Abschliessend wurde eine Resolution verlesen und einstimmig angenommen deren Wortlaut in der letzten Ausgabe der Jüdischen Wochenschau bereits abgedruckt W'orden ist (vgl. Nr 2208 der JW auf Seite 1). — Die weiteren Beratungen Die weiteren Beratungen wurden durch kurze Referate eingeleitet. Emilio Gutkin, der Vorsitzende der Zionistischen Organisation Argentiniens, sprach über die Probleme der Zionistischen Bewegung und über die Beziehungen zwischen Galut und Israel. Sein Referat war kurz und klar. Er zitierte den bedeutenden Arbeiterphilosophen A. D. Gordon. der schon vor vielen Jahrzehnten ln seiner Vision des jücischen Staates und der Stellung des jüdischen Volkes zu diesem Staat auf die Notwendigkeit der harmonischen Einheit von Galut und Israei hinge wiesen hat. Kurzreferat Nr. 2 hielt Dr. Rafae Markman. San Pa >lo Präsident der Föderation der brasilianischen Juden, über Erziehungsfrage und die Zweite Generation. Der Vorsitzende der Montevideaner aschkenasischen Gemeinde, Bernardo Olesker. re erierte über die Organisation der Gemeinden in kontinentale.r> 1 Masstab, ein Thema das ir? den anschliessenden Beratungen einen breiten Raum ein-! nahm und über das u a. Dr. ‘ Kamenszain, der Präsident | der Kehi’la Buenos A’res und . des argentinischen Gemeiudeverbandes (Waad Hakehillot>, und Dr. Fritz Winter, I Rabbiner in Montevideo sowie viele anderen Debattered- ' ner gesprochen haben Schliesslich hielt auch der Kombinationen ln allen anderen Lebensäusserungen wenig Sinn. U a. forderte Golden).erg dazu auf, den Unterschied zwischen der ..opinión pública" und der ..opinión del público" zu begreifen d. h. zwischen der ,,öffentlichen Meinung ‘ und der Meinung der Oeffentiichkeit (des Publikums, der Bevölkerung) eine genaue Abgrenzung vorzunehmen. Wichtiger als die ..öffentliche Meinung“ sei mitunter die Auffassung die von den breiten Massen vertreten werde, wobei Hierunter durchaus nicht nur die unteren Volksschichten zu rechnen sind. — Selbstverständlich bieten diese von Goldenberg vorge tragenen Auffassungen einen reichen Diskussionsstoff. In der Debatte wurde auch gegen einzelne Thesen Stellung genommen, da mehrere Diskussionsredner der Meinung waren, es gäbe keine physische ohne die geistige Sekretär der Executive Mark i Existenz. Es gäbe keine Priof%Ä/Ai DE CI Turkow ein Berichtsreferat über geleistete und künftige Arbeit, insbesonds über die Zusammenberufung der 5. Lateinamerikanischen Konferenz der in heutiger Zeit grosse Aufmerksamkeit gewidmet werden sollte. Die Ausführungen Turkows bildeten ebenfalls eine wesentliche Grundlage der langen Debatten, die sich von den Mittagsstunden des Sonntag bis in die frühen Morgenstunden des Montag hinzogen. Nachdem die im Laufe der Diskussionen aufgetretenen Schwierigkeiten, die man als technische, nicht ater als grundsätzliche Diff merzen bezeichnen muss, durch einen vernünftigen Vorschlag der uruguayischen De'egation behoben werden kunnten schloss Dr. Goldman um 3 Uhr 20 Minuten die Sitzung, auf der beschlossen wu_de die 5. lateinameri manische Konferenz für den Monat Juni dieses Jahres nach Buenos Aires zusammenzuberufen. Referat Goldenbergs Wenn auf das Refei at des DAIA-Präsidenten Dr Isaak Goldenberg gesondert eingegangen wird, so geschieht das deswegen, weil Golnenberg Probleme unserer jüdischen Existenz behandelte, wie man es in öffentlichen Vorträgen oder bei Beratungen nur selten hört. Denn ihm ge’ang in einer glücklichen Stunde, ein Bild zu entwerfen, das zwar Tagesprobleme behandelte, aber sich doch zu allgemein-gültigen und werthaften Prinzipien steigerte, die einen wesentlichen Diskussionsbeitrag für die jüdische Zukunft darstellten Seit Jahren ist Dr. Goldenberg kraft seiner Position als der Präsident der DAIA der politische Exponent des argentinischen Judentums. Hier zeigte er, dass er auch tiefe Gedanken glänzend zu formulieren versteht. Goldenberg wies u. a. darauf hin, dass man sich mit der Frage zu beschäftigen habe, ob unser — jüdisches — Konzept von der Existenz unseres Volkes mit den Vorstellungen übereinstimmt, die in der nicht jüdischen Vielt bestehen. Einen Ausgleich zwischen diesen beiden Vorstellungsformen oder Konzeptionen über die jüdische Existenz suchen, sei erforderlich. Vorher aber müsse man zu einer neuen Analyse der eigenen Situation gelangen und vermeiden, in alter Kategorien den neuen Kräf ten entgegenzutreten. In seinen weiteren Ausführungen warnte Goldenberg vor der falschen Bewertung unserer eigenen Lage die von vielen als sicher bezeichnet werde Alle Symptome deuten jedoch darauf hin dass nicht nur unsere geistige Existenz sondern unsere physisene erneut gefährdet sei D ese Gefahr würde man unterschätzen. Aber ohne die Siche rung dieser, der rein pbvs1 sehen Existenz bäteen alle ritäten im Leben eines Vol kes, von denen Goldenberg gesprochen hätte. Jedenfalls zeigte es sich, wenn auch nur für kurze Stunden, dass die Executive auch über Grundsatzprobleme nachzudenken und sich auseinanderzusetzen versteht, ein Eindruck, der dann in den späten Nachtstunden ein wenig gestört wurde, als sich einige Teilnehmer an den Beratungen in Debatten über technische und Prestige-Fragen einliessen. Es war eine gute, aber schwere Sitzung, die durch die geduldige und umsichtige Leitung Goldmans und durch die erfahrener. Interventionen Turkows mit Hilfe aller Teilnehmer zu einem Erfolg geführt werden konnte. Nun wird es darauf ankommen, die beschlossene 5. Lateinamerikanische Konferenz in Buenos Aires sorgfältig zu organisieren, um sie zu einem Meilenstein in der Aufwärtsentwicklung der Judenheiten in Süd- und Iateinamerika zu gestalten _ DAIABericht Die DAIA hat einen interessanten Rechenschaftsbericht über ihre Tätigkeit vom Oktober 1963 bis zum November 1966 vorgelegt, der die vielen schwierigen Situatio nen unseres Lebens in diesem Zeitabschnitt wiederhole gelt. Zugleich erhält man ei nen Ueberblick über die wichtige und vielfältige Tätigkeit dieser Spitzenorgonl sation des argentinischen Judentums. Da wir laufend über die Arbeit der D)AIA informieren, dürfte die Wiedergabe von Einzelheiten dieses Berichts nicht erforderlich sein. Wir behalten uns vor, auf einige Spezialthemen bei anderer Gelegenheit näher einzugehen. — Vereinigte Kampagne Der Kinus, die Jahresversammlung der Vereinigten Kampagne wurde auf den 1. und 2. April festgesetzt. Wie in jedem Jahr wird das zentraleuropäische Comité seine Generalversammlung einige Tage vorher abhalten, die auf Montag, den 27 März, um 20 Uhr 30 in der ACIBA festgelegt wurde. Zur Eröffnung der allgemeinen Kampagne rechnet man mit dem Besuch einer führenden Persönlichkeit des zionistischen und religiösen Lebens unserer Zeit. Einzelheiten werden noch bekannt gegeben werden. — Von der CENTRA Der Aufenthalt in Montevideo bot die Gelegenheit, auch mit CENTRA-Vii:epräsidenten und Sekretär, Hans Leschnitzer, Fühlung zu nehmen, der über die Arbeiten der letzten Zeit kurz informierte. Ein besonderer Erfolg war das Jugendlager in San Paolo, wobei hervorge- (Fortsetzung der Ereignisse auf Seite 5) Die BARMIZWAH unseres Sohnes HERIBERTO RICARDO findet s.G.w. am Schabbos Purim, den 25. März, um 9 Uhr 30 im Bet El, Freire 1762 statt. RICARDO WEIS und Frau MARGOT geb. GUENTHER Empfang anschliessend an den Gottesdienst im Bet El. RENÉ BAUMANN BEATRIZ HIRSCH de BAUMANN VERMAEHLTE TRAUUNG: Sonntag, den 2. April, um 12 Uhr 30 im Gran Templo Paso, Paso 423. EMPFANG: 1 Woche vorher am Sonntag, den 26. März, von 17—20 Uhr in der Sociedad Hebraica, Sarmiento 2233 Unserem lieben Vaier und Grossvater, Herrn JOSE BRECHER gratulieren herzlichst zu seinem 6 5. GEBURTSTAGE am Montag, den 20. März. seine Kinder und Enkelkinder Cordoba 1831 Zum 75. GEBURTSTAG am 16. März unseres lieben Vaters und Grossvaters, Herrn ABRAHAM MEJER gratulieren herzlichst SEINE KINDER und ENKELKINDER Viamonte 2624, 1® E