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Jüdische Wochenschau · 1967-03-10 · 2208 (10.3.1967) · p. [Seite 8]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
28 (1967)
Issue
2208 (10.3.1967)
Date
1967-03-10
Page
[Seite 8] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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„J“ — i» c n FRANQUEO PAGADO Concesión 908 SEMANA ISRAELITA ----- EL EJEMPLAR en toda la República ¿11,'" O O) tí o t c * O TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 PUEYRREDON 2190 t» izq. An« XXVIII. BUENOS AIRES, VIERNES 10 DE MARZO DE 1967 N? Sa08 T.E. 83- 2618 Der Wahlkampf in Frankreich Endlich aufgefunden Es gibt zur Zeit wshräcTehilich m.;Rr als tuuidert.- ta-uaeud wahlberechtigt* Ju den in Paris. Die Massenauswanderung aus dem unabhängig gewordenen Algerien, und in geringerem Masse aus Tunesien und Marokko, ist. so weit sie nicht nach Israel weitergegangen ist, vor a'lem in Marseille und in Pari* sesshaft geworden. In gewissen pariser Wahlbezirken. so im 12 Arrondissement, stellen die Juden die alteingesessenen und die aus Afrika hinzugekommenen, ein beträchtliches Kontingent des Wahlkörpers. So ist es nur zu verständlich, dass sich die Parteien und die Kandi- . daten für sie zu interessieren beginnen. * Die Leidenschaften haben sich an einem Aufruf rines Comités der ehemaligen jüdischen Frontkämpfer und Widerstandssoldaten des 12. Arrondissements entzündet der sich an die Jüdischen Wähler des Bezirks wendet und sie auffordert, nicht für den von KURT KAiSER-BLUETH übrigens jüdischen Kandidaten der KP, Wurmser. der zugleich täglicher Chronist der kommunistischen „L'Humanité" ist, sondern für den Kandidaten der 5. Republik, den Innenminister Frey, zu stimmen. Als Grund für seinen Eingriff in den Wahlkampf bezeichnet das Comité ,,die Symptome des Rassis mus und des Antisemitismus" in den Reihen des internationalen Kommunismus die aggressive und feindselige Haltung des Kommunismus gegenüber dem jungen jüdischer Staat Israel und das Schicksal der Juden in Osteuropa, besonders in der Sowjetunion, „wo es ihnen unmöglich gemacht werde, sich massiv und loyal zu ihrem Glauben und zu ihrem Volke zu bekennen“ Noch ein anderes j idlsches Comité das ,,Comité de Coordination des Anciens Combattants et Déportés Juifs de France“, das Hand ,n Hand mit dem ,,Comité d’Ae'lon Israélite“ handelt (e.ne Unterabteilung der oben zitierten Frontkämpfer-Organisation), hat sich gegen den jüdischen kommunistischen Kandidaten André Wurmse. gewandt und empfohlen, fiir den Kandidaten der 5 Republik zu stimmen. In diesem Wahlkreis geht der Kampf vor allem zwischen Gaullisten und Kommunisten und die jüdischen Stimmen können beträchtlich ins Gewicht fallen. Blick in die Welt von HAROLD SCHWARC2 SCHWERE STRAFEN für die Presse sind im neuen spanischen St-iafrecht vorgesehen, und das nennen si° ,,Pressefreiheit“. — JIM GARRISON, mutiger Staatsanwalt in New Orleans. will den Mordfall Kennedy aufklären, während Präsident Johnson weiterhin an die Feststellungen der Warren- Konrr.ission glaubt. _ MISCHEHEN zwischen römisch-katholischen und orthodoxen Gläubigen werden in Zukunft anerkannt werden. DIE BRITISCHEN Experten haben die Grenzen zwischen Argentinien und Chile festgelegt. — IN INDIEN konnten die Oppositionsparteien grosse Erfolge erringen, wæ zu scharfen Kritiken an Indira Gandhi Und ihrer Politik geführt hat. — RADIO PEKING teilte mit, dass in den Reihen der „Maoisten“ eine scharfe Säuberung vorgenommen werde — EINE PERONISTISCHE Kundgebung wurde in Montevideo (!) aufgelöst. — EINE PANEUROPAEISCHE Kommunistenkonferenz Wurden von den Warschaupakt-Staaten vorbereitet. — OSCAR GESTIDO, General, übernahm die Präsidentschaft in Uruguay. — DLR FRIEDEN hängt von der Stellungnahme Hanois ab, sagte cer amerikanische UN-Chef Goldberg. — UNBEDEUTEND sei ein Grenzzwischenfall zwischen Israel und Transjordanien gewesen, erklärte der offizielle Sprecher ces israelischen Aussenministeriums. — DEUTSCHE GERICHTE lehnten die Anerkennung Anna Andersons als Zarentochter Anastasia ab. — HAILE SELASSTE, Kaiser von Aethiopien. weilte zu Besuch in Moskau, wo er sich als Mittler in Vietnam anbot PARK CHING-HEE, Präsident Südkoreas, wurde von, amerikanischen UN-Botsehafter Goldberg in besonderer Mission besucht. — ZU WEITEREN Eingriffen in die politischen Rechte kam es in Brasilien, wo Castello Branco 44 polirisché und gewirksche ft liehe Führer vom weiteren politischen Leoen ausschloss. — LINCOLN GORDON, amerikanischer Staatssekretär für lateinamerikanische Fragen, hatte eine wichtige Besprechung mit dem bolivianischen Präsidenten Gen ral René Barriertos. — AUF DER GENFER Abrüstungskonferenz besebudigten die kommunistischen Länder die Regierung in Bonn sie würde duich ihre Haltung den Abschluss einer Konvention gegen Anwendung der Atomwaffen gefährden. — DIE KONFERENZ der afrikanischen Staaten in Addis Abeba verlangte von England oder den UN neue Massnahmen gegen Rhodesien. — SCHARFE DROHUNGEN wurden gegen die Anhänger des abgesetzten indonesischen Präsidenten Achmed Sukarro ausgestossen. — SYRIEN kam mit der Irak Petroleum Kompanie zu einem Uebereinkommen über die Bezahlung von Rechten. MARSCHALL MALINOWSKY, einer der grossen Generäle im Kampf der freien Welt gegen das Nazi-Reg me beute russischer Verteidigungsminister, ist schwer ukrankt DIE KLEINE Insel Santa Lucia, bisher englische Kolonie, wurde unabhängig. — GEORGE BIDAULT, der einmal französischer Ministerpräsident gewesen ist und jetzt in Brasilien exiliert lebt. Will nach Frankreich zurückkehran, — Die Stellungnahme kompakter jüdischer Grupoen gegen den kommunistischen Kandidaten, der zudem noch, wenn auch Atheist, 1er Rasse nach Jude ist, hat in Paris beträchtliches Aufsehen erregt. Nicht nur im 12 Arrondissement, auch üi anderen pariser Wahlbezirken kann die jüdische Stimmabgabe entscheidend sein und den Kandidaten der kommunistischen Opposition schlagen. Herr Wurmser hat deshalb heftig reagiert und in seinen. Blatt einen grossen Artikel publiziert, der leider nj.it einem peinlichen antiisraelischen Faux pas beginnt. Er spricht von seinen jüdischen Gegnern als von , .Teilfranzosen, die leicht israelisch ge färbt sind". Seine Argumentation gegen seine jüdischen Gegner holt er von weither. Er spricht von den beiden Deutschland. In dem einen so sagte er, sind die jüdischen Friedhöfe immer wieder verwüstet, der Neonazismus in voller Wiederauferstehung, im anderen Deutschland machen die Gesetze seine Wiederauferstehung unmöglich und die rassistische Agitation wird schwer bestraft. Das erste Deutschland ist von Frankreich als Verbündeter anerkannt, das zweite will de Gaulle nicht anerkennen. Das zweite Argument Wurmsers ist, dass unter den gaullistischen Kandidaten zwei sind, die in der Kollaboration des Regimes von Vichy aktiv gewesen sind. Da es sich um bald 500 Kandidaten handelt, ist die Beute sehr mager Uebrigens gibt es solche Ueberbleibsel der Vergangenheit in allen politischen Formationen. Der dritte Einwand Wurm sers schliesslich ist, dass die Poujaüisten, die heute Ihre Position gewechselt haben und sich progaullistisch erklären früher einen Antise mitismus der Gosse betrieben haben. Das stimmt gewiss, aber st kein Argument Was kann de Gaulle dafür, dass sich der sehr unbeueutend gewordene Poujade aus recht durchsichtigen Gründen heu te au seine Rockschösse hängt? Von Russlands Judenpoiitik nicht ein Wort. Aber der dis krete indirekte Hinweis dar auf, dass Frankreichs Kom munisten unabhängig und nicht verantwortlich für die Politik der Sowjetunion gegenüber den Juden sind. Inzwischen erregt diese Diskussion die Leidenschaften in der jüdischen Bevölkerung. Ein Teil der jüdi sehen Wählerschaft neigt gefühlsmässig zur Linken. Da aber die gemässigte Linke die Föderation Mitterands, in den pariser Wahlkreisen nicht zum Zuge kommen und nur eine rein nominadve Rolle im ersten Wahlgang spielen wird, bleibt die Entscbei düng beim Endgang, soweit es um den Kampf zwischen dem Gaullismus und der Linken geht, zwischen den Kandidaten der KP und denen der 5. Republik. Ueber die angebliche Diskriminierung der Juden in der Sowjetunion is* in den letzten Monaten in Frankreich viel diskutiert worden und die darüber erschienenen Artikel haben die jüdische Meinung sichtlich sensibilisiert. Mehrere Bücher zu diesem schmerzlichen Thema sind im Buchhandel erschienen. Sie waren mehr oder weniger objektiv, mehr oder weniger überzeugend aber sie *jnd alle vom Publikum, vom jüdischen natürlich in erstpr Linie, mit einem wahren Heisshunger verschlungen worden. Die Argumente Wurmsers ziehen gegen diesen Aasbruch der Sentiments und der Ressentiments nicht, zumaj sein forcierter Antizionismus die grosse Mehrheit der pariser Juden gegen ihn einnimmt. Da er allen jüdisch-religiösen Fragen mit absoluter Indifferenz gegenübereteht, wird er neben den zahllosen Freunden Israels in Frankreich auch alle gläubigen Juden gegen sich haben. Man wird wahrscheinlich das Paradoxon erleben, dass die überwiegende Majorität der Juden des 12. Arrondise sements von Paris, die weit eher dem Kleinbürgertum und dem Proletariat als den Schichten zuzuzählen sind auf die sich der Gaullismus iñ Paris zu stützen pflegt, für den Christen Frey und den Juden André Wurmser stimmen werden. Im Augenblick, da diese Zeilen geschrieben werden, spricht man übrigens von einem grossen jüdischen Meeting m Paris, in dem diese Dinge" vor der Oefr'entlichkeit klargestellt werden sollen. von SEM FRAISKFJS STEIN V In San Paolo wurde Franz Stangl festgenommen. Di® Nachbarn waren erstaunt, die Gattin überrascht, die Nazis aufgeschreckt. Ob Stangl selbst sehr iiberrasoht gewesen ist, als man ihn verhaftete, dürite zweifelhaft sein. In der breiten Oeffentlichkeit kannte natürlich niemand diesen Franz Stangl; und niemand wusste etwas von seiner biutig-roten Vergangenheit. Hatten dooh die Beamten deutscher Konsulate in Südamerika, wie sie ehren wörtlich erklärten noch niemals etwas von einem Eichmann gehört, bevor sein Namen in allen Zeitungen erschienen war. Dabei hat die Staatsanwaltschaft in Düsseldorf bereits im Jahre I960 einen Haftbefehl gegen Stangl erwirkt, von dem man wusste, dass er, sicherlich unter einem falschen Namen, in Südamerika leben würde. War doch Südamerika überhaupt der rettende Hafen und ein Idyll für Kriegsverbrecher allen Kalibers geworden, wobei ihnen sehr verschiedene Kreise gern behilflich gewesen sind. Aber das ist ein Kapitel für sich, das zu behandeln ebenso gefährlich wie verfrüht ist. Franz Stangl war an der „Endlösung der Judenfrage' stark beteiligt. Er gehörte zwar nicht zu jenem engeren Kreis der Hauptverbrecher, die an der Wannsee-Konferen« teilgenomrnen haben und den Entschluss zur Ermordung aller Juden fassten, derer sie habhaft werden konnten Zu diesen Hauptschuldigen gehörte er nicht, aber er hat doch alles an einer entscheidenden Stelle getan, um diesen Mordbefehl auszuführen, die Mordabsichten des Dritten Reiches zu erfüllen und die Juden, die in seinem , Machtbereich“ waren, zu Tode zu quälen. Denn Stangl war zeitweise der Kommandant von Treblinka und Sobibor. Haben Sie sich, verehrter Leser, einmal die Mühe gemacht, darüber nachzudenken, was sich hinter diesen beiden geographischen Bezeichnungen verbirgt? Haben Sie die Berichte über die Gerichtsverhandlungen verfolgt die sich mit den KZ-Vernichtungslagern Treblinka und Sobibor beschäftigten? Unvorstellbare Grausamkeiten wurden dort verübt, bis man die Juden erschlug, erschoss, niederknüppelte, erhängte oder in die Gaskammern trieb. Denn Gaskammern gab es in Treblinka noch vor Auschwitz, und fahrbare Gasmord-Wagen arbeiteten in Sobibor. Der Kommandant dieser Mordzentralen war der jetzt verhaftete Stangl ein ruhiger Mensch, wie seine brasilianischen Nachbarn erklären, ein fleissiger Mensch, ein guter Familienvater, aber der Mörder oder Gehilfe zum Mord von mehreren 100.00C unschuldigen Männern, Frauen und Kindern. Endlich wurde Treblinka-Lagerkommandant Stang! gefasst. Im fernen Brasilien wurde er aufgestöbert. Auch er arbeitete bei einer deutschen Automobilfabrik wie E'Chmann, auch er hatte das beste Leumundszeugnis ai'er, die ihn kannten oder besser gesagt, die ihn nicht kannten. Jetzt werden die Verhandlungen über seine Ausb-ferung beginnen. Wenn er vom Glück begünstigt ist, werden ihn die Brasilianer der deutschen odei vielleicht sogar der österreichischen Justiz übergeben. Der Fall Stang ist als Einzelfall vielleicht nicht sonderlich interessant. Abe» er beweist, dass noch manche Kriegsverbrecher als Biedermänner herumlaufen, hier auf diesem freien Kontinent, nur weil man sich nicht ernsthaft die Mühe macht, dies® Leute aufzuspüren. Sind die deutschen Auslandsvertretungen wirklich nicht in der Lage, ihre Landsleute, die sich schuldig gemacht haben, »ufzuspüren? Und die deutschen Weltfirmen, bei denen so viele KV's untergekommen sind, können auch keine Auswahl treffen? Und was hier von den deutschen Auslandsvertretungen gesagt wurde, gilt genau so für die österreichischen auch. Wie steht geschrieben?: .Buchet, so werdet ihr Triden!“ (Math. 7,7). Aber finden sie auch nicht. — sie suchen nicht und deswegen Keine Verjaehrung in der DDR Bonn. — Das ostdeutsche Aussenministerium hat der UN Kommission für Menschenrechte versichert, dass in Ostdeutschland keim* Verjährungsfrist für Krtegsverbrecheu und Verbrechen gegen die Menschlichkeit geplant ist, wie die ostdeutsche Nachrichten-Agentur mitteilt. Diese Versicherung wurde den UN durch den Delegierten Polens zugeleitet Es neisst darin, dass alle Kriegsverbrecher, deren man habhaft werden könne, ihre Bestrafung zu gewärtigen haben. Ostdeutschland erklärt sich gleichzeitig beriet, mit anderen Ländern bei der Suche und Verfolgung der NS- Verbrecher zusammenzaarbeiten. (ITA) Handel mit England London. — Der., Handel zwischen England und Israel stieg um insgesamt etwa 19,52 Millionen £ in den ersten elf Monaten des vergangenen Jahres im Vergleich mit dem gleichen Zeitraum im Jahre 1965. Laut kürzlich veröffentlichten Ziffern gelang es Israel, den zu seinen Ungunsten bestehenden Saldo um fast 780.000 £ zu verringern. (ITA) Jüdische Erziehung Rio de Janeiro. — Laut Informationen der zuständigen Schulbehörden besteht ein wachsendes Interesse an jüdischer Erziehung in Brasilien. Im kommenden Schuljahr, das im März beginnt, wurden in der Bar Han-Schule, die bisher von 400 Schülern besucht wurde 500 Kinder angemeldet. (ITA) Waffen für Israels Marina Tel Aviv. — Die Israelische Marine plant den Kauf neuer und modernerer Waffen, „als wir sie bisher gekannt naben“ kündigte Admiral Schlomo Ekel, Kommandant der Marine Israels in einem Artikel in der Marinezeitschrift „Maarachot Jam" an, ohne jedoch die Art dieser Waffen zu präzisieren. Admiral Erel berichtete ferner, dass die Mat ine eine neue und moderne elektronische Werkstatt baut und die Hafeneinr’Chtungen erweitert, denn so schreibt er, „wir befinden uns in einer Lage, in der schnelles Handeln geboten ist um den Frieden zu gewährleisten und ständig vorbereitet zu sein.“ (ITA) Impreso cd la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavla 831 Registro de ja Propiedad Intelectual N? 909.4M

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