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Jüdische Wochenschau · 1967-03-10 · 2208 (10.3.1967) · p. [Seite 5]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
28 (1967)
Issue
2208 (10.3.1967)
Date
1967-03-10
Page
[Seite 5] (sequence 5)
Language
German, Spanish
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Viorne*. JO de M»iw die 1967 L A SEMANA ISRAELITA Aß«j XXVII!. — II" WM — Neuigkeiten aus der Vorzeit go paradox es auch klingen mag: für viele Menschen und nicht nur für Archäologen aind die Ausgrabungen und die damit zusammenhängenden Entdeckungen aus längst vergangenen Zeiten spannend interessant, oft viel interessanter als Aktualitäten der Tagespolitik. Um je mehr Jahrhunderte oder Jahrtausende solche Gegenstände in einer Höhle oder unter dem Schutt einer zerstörten oder verfallenen Stadt begraben lagen, umso freudiger werden sie von unseren Zeitgenossen als Gruss aus der Vorseit entgegengenommen. Das vergangene Jahr brachte den Berufs- und den Amateur-Archäologen — und da Archäologie in Israel ein verbreiteter .Volkssport' ist. auch einem grossen Teil der sonstigen Bevölkerung — viei Interessantes. Vor allem muss die Eröffnung des Israel-Museums auch in diesem Zusammenhang erwähnt werden, denn es gibt in diesem jerusalemer Kulturinstitut eine ansehnliche archäologische Abteilung. Aus der reichen Ernte dieser Ausgrabungen sei hier einiges besonders Interessante erwähnt: Die Ausgrabungen auf Maseada wurden Anfang April 1965 abgeschlossen, nachdem sie zu einer weltweiten Sen eation geworden waren. Prof * Dr. Jigal Jadin, der Leiter dieser Aktion, betonte besonders die Bedeutung eines 6tüc.kes einer Rolle, die die erste Originalquelle des Buches „Hajowlot“ bildet, dessen hebräischer Urtext verloren gegangen ist und vor. dem nur Uebersetzungen bekannt waren. Aehnliche Ro lenstücke wie auf Massada waren früher schon in Qumran gefunden worden. Die Sekt erer in der Judäischen Wüste scheinen das Buch „Hajowlot" sehr gut gekannt ku haben, das sich parallel Kum Pentateuch von der Schöpfungszeit bis zum Aus- «ug aus Aegypten mit der bi - Wischen Thematik befasst. Vom numismatischen Standpunkt sind Dutzende Silber¬ und Kupfermünzen interessant. Insgesamt wurden auf Massada 4.000 Münzen gefunden, die grösste Sammlung jüdischer und römischer Münzen aus der erster, Hälfte des ersten Jahrhunderts. Noch interessanter is* die Sammlung von 250 Ostraka (beschrifteten Tontäfel Chen und Scherben). Die Ge eamtzahl der Ton tafeln und Scherben mit Inschriften, die die Ausgrabungen auf Massa da geliefert haben, beläuft sich auf 700. Viele dieser Scherben scheinen den auf von MEIR F A ERBER dem Felsen von den Römern umzingelten und belagerten jüdischen Widerstandskämofem und ihren Familien als Lebensmittel-Coupons innerhalb eines Rationierungssy stems gedient zu haben. In den elf Monaten der Ausgrabungen auf Massada haben tausende freiwillige Mitarbeiter 50.000 Kubikme ter Erde, Sand und Steine sorgfältig durchsiebt und haben Mauern in einer Gesamt länge von ca. 15 km freigelegt. Manche Archäologen meinen, dass die Ausgrabun gen noch fortgesetzt werden sollten. In Tel Arad im Negew zwischen Beer-Schewa und dem Toten Meer gab es eine sehi erfolgreiche Ausgrabungssaison mit reicher Einte In ei nem grossen Tempelgebäudfaus der persischen Zeit etwa 400 v.d.g. Z. wurden 70 Ton tafeln mit aramäischer und einige mit hebräischer Inschrift gefunden. Hier gibt es aber auch vielerlei Reste, die bis ins 10. vorchristliche Jahrhundert zuriickreichen In der Oase Ein Gedi am Westufer des Toten Meeres konzentrierte sich die 4. und die 5. Ausgrabungssaison Ende 1964 und im März—April 1965 auf den Nordabhang von Tel Goren und auf das Plateau von Neve Hamidbar zwischen dem Davidsbach und dem Bach Arugot. Die Ruine eines grossen Gebäudes aus der persischen Epoche wurde freigelegt, wobei man viele Tongeräte aus dem 5. Jahrhundert v.d.g.Z. fand. Die Mauern des Gebäudes sind V.-t bis 2 Meter hoch, und der feste Mörtel hat die fast 212 Jahrtausende überdauert. Es scheint ein weiträumiges, zweistöckiges Privathaus ge wesen zu sein, doch dürfte einer der Säle einer Parfumeriewerkstatt gedient haben, wie sich aus den im Fussboden gefundenen Krügen, Schalen, Kochgeräten, Fla sehen und gläsernen Tropf fläschchen phönizischen Stils ergibt. Eine 6olche Flasche hat die Form eines bärtigen Männerkopfes, eine andere stellt einen Frauenkopf mit Ohrringen dar. Ferner fand man ein Siegel neobabylonischen Musters aus dem 6 vorchristlichen Jahrhundert. Die Epoche, aus der dis Gebäude stammen, lässt sich nach den in den verschiedenen Schichten gefundenen Münzen und Geräten leicht feststellen. Besonders Interessant ist ein grosser herodianischer Leuchter in dem 141 Münzen des Aggrippas (3—42), Münzen des Stadthalten! Felix aus der Zeit des CATECA S.A. Directorio 5555 Buenos Aires T. E. 68 - 1017/18 j 1264 SUAVANDAR el calzado legítimo de espuma de goma DEIN HOBBY DEINE SPARKASSE Israel-Briefmarken Beratung durch: STAMPS CENTER 94 Allenby Rd, — TEL AVIV — P.O.B. 4444 Claudius (4—53) und Neros aus dem Jahre 59 gefunden wurden. Ein G?di wurde im Jahre 68 zerstört. In dem für die Archäologie ausserordentlich ertragreichen und interessanten Be Sehean im Jordantal fand man beim Bau eines Kinder gartens einen verschütteten Saal von 3,20 x 8.80 Meter;' Grösse und einige mit ihm zusammenhängende Z'mmer. Der Saal hat einen schöner., farbigen Mosaik-Fussboden. Das Mosaikbild stellt ein Ru derboot mit einem Mast dar. in dem sich ein Mann befindet, ferner einen Triton, den fischschwänzigen grie ebischen Meeresgott, der auf einem Muschelhorn bl:;st. während er einen Mann au' dem Rücken trägt und einen Jüngling in einem BooL der singenden Sirenen zuhört, die als Vögel mit Mäd chenknpfen dargestellt sind im Zuge einer das ganze Iand umfassenden Archäologieforschung wurden im Kustenstreifen zwischen Haifa und Newe Jam bereits 65 Ausgrabungsstätten skizzier . davon einige bisher völlig unbekannte, die meisten aus der Bronzezeit, aus der Eisenzeit und aus der persischen Epoche. In Korasin ist nun vor kurzem die vierte Ausgrabungsphase beendet worden. Die Ruinen eines grossen Gebäudes aus dem 3. bis 4. Jahr hundert wurden freigelegt, und man fand ornamental" und figurative Mosaikfussböden Die Südfront der grossen, früher bereits ausge grabenen Synagoge, deren Entdeckung Aufseher erres*. hat, wurde gereinigt. Es scheint, dass diese Synagoge nicht nur in der ersten Periode der Stadt Korasin bis Ende des 4. Jahrhunderts in Gebrauch war, sondern auch in der zweiten, die in das 5. bis 6. Jahrhundert feilt. Oestlich vom Kibbuz Jad Mordechai, zu Fiissen einer römischen Ruine, wurde eine Begräbnishöhle aus der byzantinischen Zeit entdeckt Die in den Felsen eingehaue ne Höhle besteht aus einigen grossen Grabgemächern, die sich im Laufe der Jahrhunderte mit Erde gefüllt hatten bei deren Durcbsiebung mar Ton- und Glasgefässe fand. In Talpiot (Jerusalem) wurde ebenfalls eine Grabhöh le freigelegt, die aber nur sechs Schiebegräber hat, wo mar jedoch einige Kochtöpfe, Tongefässe und sonstige Keramik aus dem 2. und dem 1. Jahrhund, rt v.d.g.Z. fand. Mitten in Jerusalem stiess eine Baggermaschine bei einem Straseenbau auf eine Grabhöhle aus der Zeit des Zweiten Tempels, in der Ossuarien u. a. gefunden wurden. Bei Modiin, dem Heimatort der Makkabäer, wurde ein Mosaikfussboden ausgegraben, der aus drei Teilen besteht, die mit verschiedenen Bildern geziert sind. Es scheint sich um den Fussboden einer Kirche aus dem 4 oder 5. Jahrhundert zu handeln. Auch mit Reilefs gezierte Steinsarkophage wurden ln der Nähe der Makkabäergräber in Modiin ausgegraben. In Beer-Schewa legten Strassenbauarbeiter am Rande des alten arabischen Friedhofes Reste von Gebäuden aus der byzantinischen Epoche frei. Hier fand man auch einen Backofen, Steinstufen und mehrere Münzen. In Jaffa fanden v ereinhalb Monate lang Ausgrabungen statt, in denen u.a. Reste von Stadtmauern aus der kanaanitischen und der israelischen Zeit freigelegt wurden Auf einem anderen Ausgra bungsfeld in Jaffa entdeck te man drei Schichten, di.» oberste aus der hellenistischen Epoche, die mittlere aus der Zeit des zweite» ■ Tempels und die unterste aus der Hyksos-Bpoche, also vor fast 4 Jahrtausenden. In dieser Schicht fand sich auch ein Tonkrug, in dem ein Säugling unter Beigabe eines Parfümfläschchens beerdigt worden war. In Cholon bei Jaffa wurde ein Wohnhaus aus dem 13. oder 14. vor christlichen Jahrhundert mit teils aus Aegypten, teils aus Zor stammenden Bronzegeräten, Ohrgehängen etc. entdeckt und ausgegraben. Bei Jawniel fand man einen Grabstein mit hebräischer Aufschrift aus der Talmudzeit, 2.—3. Jahrhundert. Im galiläischen Bethlehem (nicht identisch mit dem durch das Neue Testament bekannten, auf transjordanischem Gebiet liegenden Or te) wurde bei Strassenbauteu ein Mosa kfussboden gefunden, der aus weissen. schwarzen, roten und gelben Steinwürfeln besteht und ein technisches, ornamentales Muster hat, in das eine Blume. ein Fächer u. a einge fügt sind. Dieses Mosaik war der Fussboden einer Kirche aus dem 5.-6. Jahrhundert, die abgebrannt zu sein scheint. In einem Küstengebiet, in dem man bisher nur Ruinen und Siedlungsreste aus de» persischen, hellenistischen und der röm’sch-byzantinischen Zeit gefunden hatte, entdeckte man jetzt auch Spuren einiger befestigter Gehöfte aus der Philisterzeit. In Ashdot wurde die dritte Ausgrabungs-Phase beendet Man drang von der philistäisehen Schicht in die der Bronzeepoche vor legte ein» grosse Töpferwerkstatt aus dem 7. und dem 6. Jahrhun dert v.d.g.Z. frei, die mit allerlei Geräten ausgestattet war. In Tiberias fand eine Touristin durch Zufall in einer Mauerritze einer 1961—1963 ausgegrabenen Synagoge aus dem 5. oder 6. Jahrhundert ausgezeichnet erhaltene und in ihrer Form höchst seltene goldene Ohrgehänge. In Schikmona ergaben die Ausgrabungen, über die die ersten Berichte vor einigen Monaten veröffentlicht wurden, dass sich dort in der persischen Zeit eine phönizische Stadt befunden habe. Dort wurde u. a. ein über einen Meter hoher Tonkrug aus dem 6. vorchristlichen Jahrhundert gefunden. In Timna im Negew, wo sich jetzt ein florierendes Kupferbergwerk mit ener Verhüttungsanlage für Kupfererz befindet, wurde ein Ueberführung einer Thorarolle New York. — Die Thorarolle von Ellis Island, wo Generationen jüdischer Emigranten früher den Boden der Vereinigten Staaten betraten, wurde vom United Hias Service in die internationale Synagoge im Kennedy-Flughafen überführt. Der Präsident dieser Organisation, die seit ihrer Gründung vor 83 Jahren die Wellen der jüdischen Einwanderung empfing, vollzog die feierliche Uebergabe. (ITA) Kühlschiffe Jerusalem. — Die Gründung einer israelisch-norwegischen Scbiffahrts - Gesellschaft mit einem Kapital von 20 Millionen Dollar wurdp angekündigt. Eine aus acht norwegischen Funkt:onü ren der Handelsmarine bestehende Delegation kam zur Unterfertigung des Vertrags nach Israel. Das neue Unternehmer wird vorerst zwei Künlschiffe von je 10.000 Tonnen einsetzen und später weitere Schiffe in Betrieb nehmen. (ITA) Verhüttungsofen aus dem 4 vorchristlichen Jahrtausend entdeckt. Bei den Ausgrabungen von Tel Sror wurden u. a. eine Stadtmauer und eine Werkstätte, in ihren Ausmassen fast schon eine Fabrik, aus dem 20. bis zum 11. Jahrhundert v.d.g.Z. von einer Expedition der Universität Tokio zusammen mit der Hebräischen Universität Jerusalem freigelegt. Die Ergebnisse dieser Ausgrabungen werden sowohl von den Japanern unter Leitung von Prof. Kioshi Ohata wie auch von ihren israelischen Partnern unter Leitung von Prof. Mo sehe Kochawi ausgewertet. Ueberhaupt gibt es auf den* Gebiet der archäologischen Forschung viel Zusammenarbeit mit ausländischen Expeditionen, vor allem auch mit nordamerikanischen Experten. In Elat beginnt die Archäologie in die Tiefen des Roten Meeres einzudringen. Nachdem es einem Amateurtaucher gelungen war, einen grossen, etwa zwei Jahrtausende alten unversehrten Tonkrug vom Meeresboden, wo ihn Korallen teilweise bedeckt hatten, ans Tageslicht und an den Strand zu bringen, verbündete sich die Archäologie mit dem Tauchsport, und es wurden auch die organisatorischen Massnahmen getroffen, um den Klub der Taucher von Elat in die archäologischen Bemühungen einzuspannen. Für die Klub’ mitglieder wird nun ein Spezialkurs in Archäologie abgehalten, damit sie lernen, wie man suchen muss und wie die glückich gefundenen Objekte zu behandelr sind. Bisher wurden vom Boden des Roten Meeres drei antike Tonkrüge gehoben. Die im Golf von Elat gehobenen Schätze der Vorzeit werden im städtischen Museum dieser Stadt ausgestellt. Auch an der Nordküste des Landes gab es ein archäologisches Ereignis, allerdings jenseits der Staatsgrenze. Der uralte Hafen von Arwad der im 1. Buche Moses (10 18) erwähnt ist, wurde auf einer Syrien vorgelagerten Insel in 3 km Entfernung vom Festland im phönizischen Küstengebiet von Tauchern der syrischen Archäologie-Abteilung, völlig vom Meere überschwemmt, aufgefunden. Die Leute von Arwad waren in der Vorzeit bekannte Schiffs, bauer. Bei allen archäologischen Ausgrabungen und Forschungen muss man unwillkürlich immer wieder an den Sat# denken, der der Name eines Bestsellers geworden ist: „Die Bibel hat doch recht*. So verknüpfen sich zwei Liebhabereien des Volkes in Israel organisch mit einander: Bibelstudium und Archäologie. HEINZ und MARIO ARNSDORF Maler- und Tischlerarbeiten QUINTANA 1334 — FLORIDA — T.E. 797-43C5 MALERARBEITEN JUAN JULIUSBUR6 73 I 148 BLANCO ENCALADA 1646 cían««! ESTUDIO PASTEUR 2Í4 J) y 5? pisos nt «í»? » «9 . «371 C ffUENQS AÍRES contadores públicos nacionales consultores de'empresmM ESPECIALISTAS EN SOCIEDADES Fiambres Finos - FRIG UINCIA ” MARCA QUE DISTINGUE LA CALIDAD FRIGUINCIA

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