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Jüdische Wochenschau · 1967-03-03 · 2207 (3.3.1967) · p. [Seite 8]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
28 (1967)
Issue
2207 (3.3.1967)
Date
1967-03-03
Page
[Seite 8] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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FRANQUEO PAGADO o °» O .5 - «t> -♦-* re C L. Concesión 908 td> -M o Ol c O L u < O TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 ISRAELITA Año XXVin. BUENOS AIRES, VIERNES 3 DE MARZO DE 1967 n* man EL EJEMP en toda la República LAR 90 - iblica £U. PUEYRREDON 2190 1o ¡zq. Sueños Aires T.E. 83 - 2613 Schattenspiele in den UN Mit Recht vertrauen viele Menschen in ihren Hoff nunj g :n und Wünschen auf ei- : ne wachsende Bedeuiung der Vereinten Nationen, von denen man Frieden und Sicher-; von B. B. SAMUEL Ursache und die Schuld mr bei den UN. bei ihrer Unsicherheit, getroffene Rnt- , sehe düngen durchzuführen, heu erwartet. In der Tat blei- , ihrer Unfähigkeit, siCh! gegen starke oder angeblich : starke Länder durchzuserzen J Dass letztenendes die Rivalität zwischen den Grossmäch-! ten die Verantwortung hieran trägt, ist unzweifelhaft.! Aber es geht nicht um tera. I gen der Schuld für ein Ver-! sagen, sondern um das Versagen selbst, das jede normaben der Menschheit kaum andere Wege für eine Verständigung offen, als durci' Verhandlungen in diesem hollen Gremium der UN einen Ausgleich der vielen sich widersprechenden Interessen zu suchen. Schon bei der Gründung den Vereinten Nationen noch während des letzten Krieges hallen sich die Erwartungen des jüdischen Volkes diesem Organismus zugewandt, von dem sich die gehetzten Juden all das ersehnten, was ihnen durch lange Jahrhunderte vorenthalten gewesen ist Tatsächlich beschlossen die UN dann auch mit Zweidrittelmehrheit die Schaf une des Staates Israel, dem man allerdings nicht mehr half als sieben arabische Ländei unter Missachtung des UN- Beschiusses Israel überfallen hatten. Wenn man yon einem Versagen der UN sprechen muss, so ist der ,,Palästinas-Konflikt das klassische Beispiel hierfür. Wenn sich der Sicherheitsrat Jahre um Jahre mit der Palästina-Frage beschäftigen musste, so liegt die lisierte Befriedung der Erde vereitelt. Wenn die Grossmächte es nur wollten, würde in kürzester Zeit die Grundlage für einen Frieden im Mittleren Osten geschaffen werden können. Hieran braucht mar. nicht zu zweifeln. Wahrscheinlich sind heute auch dyie meisten arabischen Regierungen hierzu bereit, den i sie wissen, dass dieser endlose Streit wirtschaftlich allen nicht nur Nachteile, sondern einen unübersehbaren Schaden bringt. Arbeitslosigkeit herrscht in allen mittelöstlichen Ländern, auch in Israel das von dieser Weltkrise nicht verschont b.ieb Arbeitslosigkeit schaift aber zunächst innere Probleme," die sich nicht für alle Zeiten auf ausländische Faktoren Blick in die Welt von HAROLD SCHWARCZ CHOU EN LAI, Rotchinas Premier, beschuldigte die Rote Garoe, Kohlenminister Chang Ling Chi zu Tode gehetzt zu haben. — AUFSEHEN ERREGTEN die Untersuchungen des Staatsanwalts Jim Garrison über die Ermordung Kennedys HO CHI MINH, Präsident Nordvietnams, erklärte in Paris, sein Land werde ,,bis zum Ende“ gegen die Amerikaner kämpfen. — NEUE STUDENTENUNRUHEN waren in Venezue.a zu verzeichnen, bei denen die Botschaft der USA beschossen wurde. — BEI DEN WAHLEN in Indien konnten die Oppositionsparteien einen beachtlichen Erfolg davontragen. — „JORNAL DO BRASIL“, Morgenzeitung in Rio de Janeiro“, meldete, die Regierung habe ihr wegen kritischer Bemerkungen über Regierungmassnahmen die offiziellen Anzeigen entzogen. — EIN GENERALSTREIK wurde in der vergangenen Woche in Uruguay zur Durchführung gebracht. — GENERAL SUHARTO übernahm die Amtsbetugrisse Sukarnos, der nur den Titel des Präsidenten behielt, aber prozessiert werden soll. — NOCH NICHT hinreichend wirksam sei das sowjetische Verte.digungssystem, erklärten die russischen Mil tärchefs in Moskau. — UNTER DEN BERGARBEITERN Asturiens herrscht eine gespannte Stimmung, wie aus Madrid gemeldet wird. DER CHILENISCHE Kongress nahm die vom Präsidenten Frei vorgeschlagene Agrarreform an. — ODD BULL, UN-Schlichter im „Palästina‘-Konflikt, verhandelte erneut mit der syrischen Regierung in Damaskus. — IAN SMITH, Ministerpräsident Rhodesiens bestritt, dass es dort ein« Zurücksetzung der Schwarzen gä' e. — DIE AMERIKANER melden aus Saigon, rote Angriffe erfolgreich abgewehrt zu haben.... — WILLY BRANDT, bundesdeutscher Aussenminister sprach sich für den Eintritt Englands in die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft aus — DIE GENFER Abrüstungskonferenz hat ihre Beratungen wieder einmal aufgenommen. — MOISE TSCHOMBE. Ex-Premier des Kongo soll alle Vorbereitungen zur Invasion des Landes und zum Sturz des Präsidenten Mobutu getroffen haben. — BEEILEN MUESSEN sich die Nordamerikaner, wenn sie den Wettlauf zum Mond gewinnen wollen erklärte Experte Wemher von Braun. — TANS JORDANIEN hat die diplomatischen Beziehungen mit der Deutschen Bundesrepublik ohne Fühlungnahme mit den anderen Araberstaaten aufgenommen was zum Ausschluss dieses Landes aus der Arabiscen Liga führen dürfte. — oder einea ausländischen Feind abwälzen lassen. Mit welchen Schwierigkeiten die Anwendung dieses Ablenkungsmanövers selbst in Diktaturen verbunden ist, zeigt das ägyptische Beispiel. Die Bemühungen des UN Schlichters für Palästina, des Norweger-Generals Odd Buli, wenigstens zwischen Israel und Syrien eine Verständigung herbeizuführen, zeigen den geringen Einfluss und die mangelnde Autorität der UN gegenüber zwei Ländern die nicht zu den Grossmächten der Erde gehören. Mag es sich in diesen Fällen um schwierige Verhandlungspartner handeln, die in ihrer politischen oder diplomatischen Gewandtheit dem General überlegen sein könnten, so müsste doch das Ansehen der UN ausreichen, um diese Dis krepanz zu überbrücken. Die beteiligten Länder sehen und erkennen jedoch die Schwächen des Schiedsrichters, dessen Urteil immer aus Verlegenheit, niemals aber nach irgendwelchen rechtlichen Gesichtspunkten gef ä dt wird Die Funktion der UN besteht aber darin, politische Kraft - lösungen zu vermeiden und die SLeitenden auf den Weg der Verständigung und des Rechtes zu lenken. Da die UN stattdessen jonglieren, können sie weder Ansehen noch Autorität gemessen und sind ausserstande Lösungen vorzuschlagen. die tragbar sind Es wäre durchaus verfehlt, die Verantwortung für dieses Versagen dem General Od.l Bull zuzusehieben, denn dass er bisher in seiner Mission über Augenblicks-I .osunger nicht hinwegkam, liegt nicht an ihm sondern an dem System, an der Organisation, an den UN, die er in diesem Raum präsentiert. Man kanr. bei dem Palästina-Konflikt darauf hinweisen, dass diese Frage bereits vor der Gründung des Staates Israel ak tuell, umstritten und Objekt blutiger Auseinandersetzungen gewesen ist. Man kann die objektiven Schwierigkeiten subjektiv überschätzen Man kann diese Frage für ein unlösbares Problem halten oder nicht Politische und persönliche, nationale oder religiöse Wertungen werden auf irgendeinem Umwege bei diesem Problem immer mitschwingen Deshalb wäre es vielleicht gerecht und zugleich zweckmässig die Haltung ur.d Arbeit der UN nicht auf ihre Wirksamkeit im Pa lästina-Problem abzuste'len, sondern einmal ein anderes Beispie, zu suchen, an den. wir selbst nicht beteiligt sind Es gibt genügend andere Begebenheiten in unserer an Erschütterungen reichen Gegenwart, auf die wir hier Be zug nehmen könnten: Viet nam, Korea, das geteilte Berlin, die afrikanische» ■ Proble me, Südafrika, Portugal, Rhodesien und andere mehr. Gerade in den letzten Tagen ging eine Nachricht durch die allgemeine Presse, die eigentlich Aufsehen hätte erregen müssen: „Wie erst jetzt bekannt wird, waren die ägyptischen Giftgas - Bomben, die elf Bomber sowjetischen Type der ägyptischen Luftwaffe auf die Bergfestung Ket.af im Nord-Yemen abwart'en, in den vostdeutscheni sächsischen Serum-Werken herge stellt worden“. Jetzt wird also erstmalig von einer gewissen Presse zugegeben, dass die Aegypter, die so vielen früheren Nazis ein wunderschönes Asyl geboten hatten, ostdeutsche Giftgasbocnben mithilfe sowjetischer Flugzeuge über Yemen abwarfen, wo Aegypten eigene imperialistische Interessen vertritt, dasselbe Aegypten, das niemals müde wird, von den „imperialistischen Zielen der Zionisten“ zu faseln. Aber mit keinem Wort wird gegen diese unerhörte. gegen das Völkerrecht verstossende Intervention Aegyptens Stellung genommen. Auch die Tatsache wird übergangen, dass Freiwillige des Roten Kreuzes 160 durch dieses Gas getötete Menschen und mehr als 100 Schwerverletzte in sauditischen Zelt- Lazaretten „gesammelt“ haben sollen. Hier handelt es sich doch um einen klaren Fall, an dem sich weder eine Beteiligung noch eine Intervent'On von Juden behaupten lässt. Aegyptische Flieger haben Giftgase über dem Yemen atogeworfen, uud dies im Rahuvea von Kriegshandlungen, die einen Bruch internationaler Abmachungen darstellen. Die Verwendung von Giftgasen ist aber in jedem Fall verboten. Hierüber zu wachen, ist Aufgabe und Verpflichtung der UN. — Was ist von dieser Seite unternommen worden, um die Aegypter zur Ordnung zu rufen und vor aller Welt wegen dieses unglaublichen Bruchs des Völkerrechts zu tadeln? Hier liegt ein Versagen de" UN vor, durch welches zugleich das Ansehen der UN in der Welt erschüttert und das Vertrauen der Völker in die Vereinten Nationen zer stört wird. Die Zustände in der weiten Welt, in welcher die Stimme der UN immer schwächer gehört wird, sind auf solches Versagen zurückzuführen. — „Noch nicht reif ‘ Die NPD ist nach Ansicht von Bundesjustizminister Gustav Heinemann (SPD) noch nicht reif für ein Verbot durch das Bundesverfassungsgericht. Heinemann erinnerte in einem Interview am 23 Dezember jedoch daran, dass das erste Parteiverbot in der Bundesrepublik eine rechtsradikale Partei, die Sozialistische Reichspartei (SRP), getroffen habe: der Minister betont«, „dass nicht »«zögert würde, gegen eine so'che extreme Rechtsgruppe erneut) etwas zu tun.“ Cdb) Israels Bevoelkerung Tel Aviv. — Seit 1948 hat sich die Bevölkerungsdichte in Israel verdreifacht Während 1948 auf den Quadratmeter 43 Personen entfielen waren es 1965 128. Die grösste Veränderung erfolgte im Südbezirk, wo die Dichte von 1,5 Personen auf 19.4 angestiegen ist. In städtischen Bezirken leben mehr als 80 Prozent aller Israelis. Anfang 1965 waren 16,9 Prozent alter Juden in Israel ansässig. SÖW JETPOLITIK IN MITTEOST Boston. — Nach Aussage des Korrespondenten des „Christian Science Monitor“ in Libanon macht sich ein Wandel in der sowjetischen Mittelostpolitik bemerkbar. Hierzu gehören die besseren Beziehungen Moskaus mit Iran, der Türkei und Pakistan seit Verschärfung de« russisch-chinesische« Konflikts. Weitere Gründe dürften das nach lassende Interesse der Franzosen an Marokko und Tunesien sein, sowie der steigende sowjetische Eiufluss in Algerien und die wirtschaftliche Rivalität in der Sahara zwischen Marokko, Mauretanien, Algerien, Spanien und anderen westlichen Staaten. Der kürzliche Verkauf von Waffen im Werte von 100 Millionen Dollar an Iran hat Nasser empört. Mau glaubt, dass der Schah von Iran jetzt mit den Russen über den Erwerb von modernen Waffen zur Luftabwehr verhandelt, um die Städte und Petroleumanlagen seines Landes gegen mögliche ägyptische Angriffe zu verteidigen. Gegenwärtig sind die USA der wichtigste Waffenlieferant des Iran. Die neue freundschaftliche Politik Moskaus gegenüber Iran, die durch die Lieferung von Waffen ihren Ausdruck findet, wird als ein. Fehlschlag der nasserschen Politik betrachtet. (ITA) Appell der USA - Gewerkschaften Bay Harbour, Florida. — Das Bxekufciv-Comite der beiden grossen nordamerikanischen Arbeitergewerkschaften, AFL und CIO, nahm eine aus 5 Punkten bestellende Erklärung an, in der auf die wachsende Bedrohung des Friedens im Mittelosten ver wiesen wird. Die Erklärung lautet folgende™ assen: 1. Der Exekutiv-Ausschuse De Gaulle dankt Jaakow Tsur Paris. — Präsident Charles de Gaulle sprach dem früheren Israel-Botschaften In Paris, Jaakow Tsur, Dank für die Uebersendung seines Buches „Morgengebet“ aus, welches kürzlich im Verlag Pion erschienen ist. Der Präsident schrieb, er sei besonders von dem Kapitel beeindruckt ge wesen, in dem Tsur von den Schwierigkeiten der ersten Pioniere in Israel berichtet und versicherte, er sechätze die schriftstellerische Begabung des Verfassers. Am Schluss seines Briefes er wähnte de Gaulle, dass er sich gern der Zeit erinnere, in der Jaakow Tsur Botschafter seines Landes in Paris war. Tsur hatte dem Präsidenten das erste Exemplar seines Buches eingesandc. — (ITA) ' sieht mit tiefer Besorgnis die systematische Verschärfung der sowjetischen Einflussnahme im Mittelosten während des letzten Jahres, im besonderen in Aegypten und Syrien. 2. Er stellt die wiederholten Angriffe der syrischen Regierung gegen Israel fest, we.che die Sicherheit und Stabilität im ganzen Mittelosten gefährden. 3. Er bedauert die von Nasser unternommene Bombardierung mit Gasen des Dorfes Ktaf zwischen Jemen und Saudi Arabien und die provokativen Aggressionen Syriens gegen Transjordanien, um die dortige Regierung zu stürzen und sie durch eine Diktatur zu ersetzen, die dem kriegerischen Kurs des von Kairo angestifteten Regimes von Damaskus folgen soll 4. Er lenkt im besonderen die Aufmerksamkeit auf die Ruhestörung und kriegerische Bedrohung an Israels Gren zen, auf die Infiltrationen, die Legung von Minen und andere Gewalttaten. 5. Er fordert die Regierung der USA auf, gegen d ese Aggressionen eine fest Stellung zu beziehen und jedwede ökonomische und technische Hilfe den Ländern zu versagen, welche eine Politik der Er munterung zum Grc nzkrieg verfolgen und die Ausrottung ihrer Nachbarn planen. NS-Kriegsverbrecher in Kanada Montreal. — Der Kanadische Jüdische Kongress besitzt dokumentarische Beweise, dass zumindest sechs grosse Nazi Verbrecher in Kanada leben, wie dei Vizepräsident der Exekutive dieser Organisation Saul Haves, mitteilte. Diese Erklärung machte Hayes als Zeugevor einer Sitzung des gemischten Bundescomités in Montreal, welche das Weissbuch der Regierung über die Einwanderung prüft. Er sagte vor dem Comité aus, dass „wir wenigstens sechs Fälle kennen, in denen Leut«, die zu den Hauptkriegsverbrechern der Nazis gehören, in Kanada eingewandert sind. Wenn sie einmal Bürger sind so sind sie unschuldig, ohne dass die Ungeheuerlichkeit ihrer Verbrechen eine Rolle spielt.“ Mit einem gewissen Paragraphen des Weissbuches, der zwischen Einwanderern und Bürgern unterscheidet, erklärte sich Haves einverstanden, denn „irgendwann in Zukunft muss Kanada sich gegen die Möglichkeit schützen, dass gewisse Menschen in das Land kommen, die die nazistische Moidmaschine bedient hauen.“ Hayes erklärte ferner dass seit dem Krieg 76 090 Juden nach Kanada kamen, von denen 90 Prozent in Montreal und :n Toronto leben. Er fügte hinzu in letzter Zeit sei eine grössere Zahl jüdischer Einwandererfranzösischer Zunge eingetrofen die jedoch jetzt ihre Kinder in englischsprachigen Schulen erziehen müssen. (ITA) Impreso «d la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavia 831 Registro de la Propiedad Intelectual N? 909.401

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