Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 28 (1967)
- Issue
- 2207 (3.3.1967)
- Date
- 1967-03-03
- Page
- [Seite 7] (sequence 7)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/9616703-9615794-9615849--4732-9615856- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Viernes, 3 rie Marz» de 1967 LA SEMANA ISRAELITA 1 °er r» ,'s*t 'ktt. ”•*«»*. 'KEF ARIEL bloewoj wn Glücl diplomen bei jed it bitten »lr unt Telefon-Numma i: ira. Weinstein ira. Lubascber i’ri. Wertheimer iekretariat ER welmg i well» li ÏUrin 1.000^— It 250«- Juden in Friedberg kommentar der Tossafisten ■ hört zu den ältesten e: i altewiederholt berichtet wird | neu Protokollbüehern und ist. Aus allen Mitteilungen er | wie alle Gemeindebiicher. bis gäbt sich, dass Friedberg eine , um die Mitte des 19. Jahrgeordnete Gemeinde hat. und j hunderts mit jüdischen Letdass auch die Form der Betern, zunächst in hebräischer, Steuerung eine feste Tradition später in deutsch-jüdischer IIja Ehrenburg: „Hacftkriegsjahre 1945-1954“ besprechen von Emanuel Litvinoff Ilya Ehrenburgs Erinnerungen: .Männer. Jahre. Leoben“ sind bei ihrem sechsten Band angelangt, im Zentrum der persönlichen Tragik Ehrenburgs ist das Problem des russischen Juden. Es unterliegt keinem Zweifel, dass diese ausgedehnte Autob ographie selbst da« Schlachtfeld im Kampf eines einzigen Mannes mit «eh selbst bildet. Man möchte nicht auf einen Autor ,,schiessen“, der unter dem Feuer der Kritik von allen Seiten steht: aber dieser Band ist der schlimmste von allen. Sein Thema ist der ..Kalte Krieg“. Es wird entmutigend, zu sehen, dass Ehrenburg noch immer die hohle Rhetorik kommunistischer ,,Friedens-Kongresse“ fortsetzt: dass er die Kernfragen m schwarz und weis6 beantwortet; dass er halbe Wahrheiten erzählt und dabei vorgibt, die ganze Wahrheit zu entrollen. Der bittere Prüfstein besteht darin, zu hören, er über Stalins Antisemitismus zu sagen hat. Während dieser erschütternden, abstossenden Periode hatte Ehrenburg als Stalins Hofjude zu funktionieren, wenn auch vielleicht, ohne sich dessen bewusst zu sein. Im Ausland verbreitete er Lügen über das Geschick jüdischer Schriftsteller, die hingerichtet worden waren, und er unterdrückte die Wahrheit über die Hinrichtung seiner eigenen Kollegen vom ,,Jüdischen Anti-Faschisten-Comite“. In jenen Tagen war es Selbsterhaltung, die ihn inspirierte. Jetzt hat er eine halbe Wahrheit hier, eine Viertelwahrheit dort erzählt und er schweigt sich völlig au* über viele, viele Dinge. — Was ist es, das ihn heutzutage hierzu veranlasst0 (Aus „Manchester Guardian. 16. Februar 1967, S. 10 übers, von Dr. Walter Mieses) Das iruchtbare Geoiet der Wetterau zwischen Vogelsberg und Taunus, zwischen Main und Lahn hat wegen seiner Lage zwischen Oberrhein und Hessischer Senk» grosse Verkehrsbedeutung. In römischer Zeit war es vom Lines abgeschlossen, im Mittelalter den königlichen Landvögten unterstellt. Die vier Reichsstädte der Wetterau Frankfurt. Friedberg, Wetzlar und Gelnhausen standen seit der Zeit Kaiser Friedrichs II. in einem dauernden Bündnis. Frühzeitig habenhier schon Juden gelebt, ln der Reichs- Steuer] iste der Juden vom Jahre 1241 werden die Juden ■ der Wetterau mit einer sehr hohen Summe eingeschätzt. Die Stadt Friedberg, im Mit telpunkt der Wetterau, ist zwar urkundlich erst 121t> nachweisbar, aber sie hat zweifellos schon lange vorher bestanden. Schon die Römer hatten auf einem Basalt.fiiigel eine Burg errichtet, und in ihrem Schutz hatte sich unterhalb der Burg eine bürgerliche Siedlung entwickelt. Wann die ersten Juden hier waren, ist kaum iestzustellen, aber schon 1260 wird die Miwkeh erwähnt, und schon in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts berichtet der Vorsteher der Gemeinde, Meborah, es sei von altersher in Friedberg Brauch, dass man am Chanukka die Steuern auf die einzelnen Gemeindemitglieder verteile. Jeder gebe unter Androhung des Bannes sein gesamtes Vermögen an, und danach werde er eingeschätzt So sei es mit Billigung der „grossen Gelehrten und Vorsteher, die dort wohnten“, stets gehalten worden. Von diesen „grossen Gelehrten“ wird jedoch nur ein einziger genannt: Jehuda (ben Mose?) Hakohen, ein Verwandter de-s Rabbi Meir aus Rothenburg von dem sowohl in Meirs Reeponsen wie im Talmudhat. die sogar die Stürme des späteren Mittelalters nicht beseitigten. Nun ist jetzt aus neuerer Zeit von Bernhard Drilling das Protokoilbuch der jüdischen Gemeinde Friedberg in den Wetterauer Geschichtsblättern Band 14 (1965) beschrieben worden. Dies ge- Sprache geschrieben worden. Es ist ein umfangreiches Werk von 326 Seiten und enthält Eintragungen aus den Jahren 1536—1680. Es zeugt von gründlicher Ordnung in einem geregelten Gemeindeleben. Die risch ältliche Lage der Gemeindemitglieder ist gut und bessert Wasser — Salz - Atome Kürzlich besuchte der Sonderbotschafter des Präsden- Johnson, Eisworth Bunker, Israel und führte bei dieser Gelegenheit auch Gespräche mit den israelischen Stellen, die sich mit der Frage der Wasserentsalzung durch Atomkraft befassen. Bei der Erörterung der Möglichkeit, dass Washington Israel besondere Bedingungen als Beihilfe zur Verwirklichung dieses Projekts gewähren könne, waren wichtige Fort schritte zu verzeichnen. Verschiedene grundlegende Faktoren spielen hierbei eine Rolle, die sich nicht geändert haben, seit Präsident Johnson auf einem Bankett in New York vor drei Jahren on ein« Zusammenarbeit be der Erzeugung von Trinkwasser aus Salzwasser gesprochen hat. Der erste Faktor entspricht der Tatsache, dass es nur zwei nichtkommunistische Länder in der Welt gibt, welche die technologische Fähigkeit besitzen, Israel bei diesem Vorhaben zu helfen, nämlich die USA und England. Der zweite ist, dass heute selbst eine grosse Entsalzungsanlage nicht ökonomisch arbeiten kann, wenn das Betriebskapital auf rein finanzieller Basis kalkuliert wird, d. h. wenn das erzeugte Wasser (und die Elektrizität) zu üblichen Bankzinsen zu teuer sein würden. Mit anderen Worten, es muss „billiges“ Geld zur Verfügung stehen, um den Plan durehzuführen. Nach allgemeiner Ansicht können nur die USA Israel da« „billige“ Kapital bieten und zwar nicht nur weil Amerika ein reiches Land ist und Israel fcr aditio nsgemäs* v*n EUAHli SALPETER Hilfe leistet. Amerika ist vielmehr höchst interessiert, von der israelischen Erfahrung zu lernen, die beim Bau und Betrieb einer grossen atomaren Entsalzungsanlage in Israel gesammelt werden würde. Natürlich hat Botschafter Bunker in Jerusalem nicht über die Bedingungen einer derartigen USA-Hilfe verhandelt. Vielmehr haben er und seine vier Begleiter zwei Aspekte dieser Frage geprüft. Sie wollten feststeilen, wie hoch die realen Wasser be ■ dürfnisse Israels heute sind und in naher Zukunft sein werden, und in wie weit die israelische Wirtschaft imstande ist, sich an der Finanzierung und Durchführung des Projekts zu beteili gen. Die technischen Gegebenheiten sind schon von der einschlägigen nordamerikanischen Firma Kaiser-Catalytio geprüft und im einzelnen günstig beurteilt worden. Botschafter Bunker nahm Kenntnis von den israelischen Plänen für eine restlose Ausbeute der im Lande vorhandenen Wasservorkommen, welche durch die Fertigstellung der Jordan-Wasserleitung, durch Auffamen aller unterirdischen Reserven und die Reinigung der Restbestände des für Bewässerung bestimmten Wassers vervollständigt werden sollen. Dadurch dürften in drei Jahren alle in Israel existierenden W asservorkom m en, die heute schon zu 90 Prozent genutzt werden, gänzlich erschöpft sein. Aus diesem Grunde bleibt Israel nur der Ausweg, die Entsalzung von Wasser zu planen. Allerdings behaupten einige israelische Experten, dass die Technologie gegenwärtig in einem solchen Tempo voranschreitet, das? Israel, wenn es nur noch einige Jahre wartet, eine Anlage errichten können wird, die mit heute noch unbekannten Mitteln viel billigeres Wasser produzieren kann. Andere dagegen sind der Ansicht, das* Israels Bedürfnis nach Wasser so dringlich ist, dass es sich den Luxus, noch einige Jahre abzuwarten, nicht gestatten kann. Viele glauben auch, dass die Verwirklichung de« jetzigen Projekt* der Wisenschaft und Wirtschaft einen derartigen dramatischen Auftrieb ve> leihen wird, dass die günstigen Auswirkung«! bei weitem di« höchsten Kosten für Wasser und Strom übersteigen rrhimten. Man nimmt an, dass sowohl Washington wie Jerusalem das Projekt zu realisieren geneigt sind. Daher wird man wahrscheinlich bald über das konkrete Ausmass einer USA-Anleihe in Zahlen sprechen. Wahrscheinlich dürfte eine solche Anlage 200 Millionen Dollar kosten. Laut inoffiziellen Daten wünscht Israel, von den Vereinigten Staaten einen langfristigen Kredit, z. B. für 5 Jahre, von 100 Millionen Dollar zu einem Zinsfuss von 1,5 Prozent zu erhalten. Die andere Hälfte de« Kapitals würde aus anderen Hilfsleistungen der USA und dem israelische« Entwicklungsbudget aufgebracht werden. 2?07 An« XXVIII. Zukunft ■•v.-y-x-rv i - : * * •bteee« 'SieoÄfi* J «xfct *.***««. MM. wm y9üt Eine intensive Wahlpropaganda entfallet die NPD (Nationale Partei Deutschlnads). die an dieser Wand mit Plakaten die ganze untere Reihe belegt hat# waehrend in der oberen die Plakate der SPD und der Christlichen I Demokraten zu sehen sind.! sich ständig. Ihre Zahl steigt von 1536—1609 von 16 auf 107 Die Zugewanderten stammen sämlich aus kleinen westdeutschen Gemeinden, unter denen Karlbach in dei Pfalz erwähnt sei. Schon früher ist von mir die Vermutung geäussert worden, dass die bekannte Rabbinerfamihe Carlebach au« diesem Ort stammt. Da sich d’e wirtschaftliche Situation der Gemeindemitglieder ständig bessert, wachsen auch die Abgaben an die Behörden. Deshalb bemüht sich die Gemeinde, nur wohlhabende Juden aufzunehmen, und bekommt dadurch den Charakter einer exklusiven fast asozialen Gesellschaft. Sogar gegen die Aufnahme von Flüchtlingen wehrt man sich. Die Gemeinde hat mehrere Beamte: Rabbiner. Kantor, Schochet, Synagogendiener, die trotz des Wohlstands der Gemeinde schlecht bezahlt werden. Sämtliche Rabbiner stammen aus Westdeutschland. Der erste Rabbiner aus dem Osten ist Josef ben Mosche Hacohen, der vor den Pogromen in der Ukraine nach 1650 geflüchtet war und seit 1658 Rabbiner in Friedberg ist. Auch hieraus ersehen wir, dass die Verfolgungen unter dem Kosaken he tman Bogdan Ghmelivrki die Juden des Ostens in weitentfernte kleine Ortschaften des Westens getrieben haben. Nicht nur schon 1649 an die östliche Grenze von Oberschlesien, nach Zuelz sondern wenige Jahre nachher nach Brake (Westfalen), nach Rexingen (Schwarzwa’d) und jetzt auch nach Friedberg. Von besonderem Interesse ist der ausführliche Bericht über die Ermordung des Rabbiners ESeasor Lippmann im Herbst 1562 in der JiK^engu;- se durch einen anscheinend einflussreichen Offizier Kunz Finsel. Die Angehörigen des Mörders wenden sich an mehrere Kurfürsten und Heizöge, die gerade in Frankfurt versammelt waren. Trotz der Fürsprache dieser Fürsten wurde aber der Mörder vor dem Tore in der Juaengasse enthauptet. Warum die Vermittlung der Fürsten nichts nutzte, wird nicht berichtet Schwerwiegend dürhe wohl die Verletzung des Burgfriedens gew’esen sein. Aber auch die aussergewöhnliche Stellung des Friedberger Rabbiners dürfte mitgesprochen haben, dessen Einfluss damals und noch zweihundert Jahre später sich weit über die engere Umgebung erstreckte. Rabb. Dr. Neufeld C0MITE CENTR0EUR0PE0 DE LA CAMPANA UNIDA (KEREN HAJESSOD) Generalversammlung und Proklamierung der Aktion 1967 am MONTAG, DEN 27. MAERZ, 20.30 UHR IM SALON ACIBA, Araez 2854 | ALLE ZAHLER FÜR DIE EINHEITSKAMPAGNE UND IHRE DAMEN SEND ZU DIESER GESELLSCHAFTLICHEN VERANSTALTUNG EINGELADEN. E* i/iid gebeten, die Quittung der Kampagne 1968 vorzuzeigen.