Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 28 (1967)
- Issue
- 2204 (3.2.1967)
- Date
- 1967-02-03
- Page
- [Seite 8] (sequence 8)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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o“ o £ _ FRANQUEO PAGADO Concesión 908 « -M « t. C <D *-» O aC O *- <o TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 Ano XXVIII. BUENOS AIRES, VIERNES 3 DE FEBRERO DE 1961 N° 2204 ISRAELITA EL EJEMPLAR en toda la República PUEYRREDON 2190 1® izq. Buenos Aires T.E. 83 - 2613 Her Konfi Hit mit Syrien VOR DER KNESSET Jerusalem. — Bevor das Abkommen in der gemisch- Ifu israelisch-syrischen Waf fensuhstands - Kommission zum Abschluss gebracht wurde. fand am Tage zuvor eine Debatte in der Knesset übei die Politik der Regierung statt, insbesondere über ihre Haltung im Grenzkonflikt mit Syrien, die mit einem Vertrauensvotum für die Regierung abgeschlossen wurde. Vor der Abstimmung hatte Ministerpräsident Levi Eshkol über die Lage an de; Grenze Bericht erstattet. ,,Die Verhandlungen mit Syrien''. so führte er aus. ,,bieten zwar keine grosse Aussicht auf Erfolg, doch es ist wert, den Versuch zu unter, nehmen. Es kommt vor. dass au einem Ort gekämpft wird, während man an einem anderen Ort verhandelt.“ Auf die von verschiedenen Seiten erhobenen Kritiken an der ,.Weichheit“ der Regierung entgegnete Eshkol dass Israel in den .etzten zwei Jahren den Arabern soviel gegeben habe wie es von ihnen erhalten hat, ,,so dass wir niemandem etwas schuldig geblieben sind.“ DAS ABKOMMEN B'not Jaakow. — In der Er Öffnungssitzung der Sonder tagung der gemischten Waifenstillstands - Kommission, welche auf der syrischen Sei te der internationaler Brtikke von B’not Jaakow stattfand. machten die Israelis den Vorschlag, dass Syrien gemeinsam mit Israel das Versprechen le sten solle, sicn ,,getreu“ den Nichtangriffs- Klauseln des von beiden Ländern im Jahre 1949 unterfer tigten Waffenstillstands-Vertrags zu verhalten Am Ende dieser Sitzung, die vier Stunden und fünfzehn Minuten dauerte, erklärte Syrien sicn mit dieser Regelung einverstanden. Daraufhin gab der Generalstabschef der Organisation fiir die Ueberwachung der UN - Waffenstillstände, General Odd Bull, bekannt dass oeide Teile das Abkommen akzeptieren. Hierauf wurde die Sitzung auf Antrag Syriens vertagt, um vier Tage später auf der israelischen Seite der Brücke in Machanaim fortgesetzt zu werden. nm xviorgen der erst« zung um 10 Uhr 25 n sich ein israelischer M jeep. auf dem eine Fahne wehte, der Brüc der Ankiirdigung auf lisch und hebräisch, di ,,'sraelische Delegatio gemischten Waffenstilb Kommission an der Ko Station an der syt Grenze angekommen : dem Jeep fuhr Ober nant Zwi Span. Hinte folgten zwei grosse ' mit der israelischen £ tion und Beamten d ssenministerlums. S« Offiziere erwarteten raelische Gruppe und ten Befehl, den mit s zen und weissen Streif malten Schlagbaum; nen. UN-Beobachter u rische Polizisten auf rädern begleiteten die i sehen Unterhändler b syrischen Zollhaus, ii die Sitzung um 10 Uhr Gen?ral Odd Bull e wurde. Die Beratungei ten um 4 Uhr 15. Während der ganzen Zeit fand keine Pause statt; es wurden nur mehrmals erfrischende Getränke gereich!. DIE ISRAELISCHE DELEGATION Die israelische Delegation wurde von Mosche Sasson dem Direktor der Abteilung für Waffenstillstands-Fragen des israelischen Aussenministeriums. angeführt. Ihr gehörten ferner Botschafter Josef Tekoa, der frühere Chef dieser Abteilung und heute Vizedirektor des Aussenministeriums, und israelische Offiziere an. welche Mitglieder der Waffenstillstands-Kommission sind. Nach den Worten des syrischen Delega - t:onschefs. Kapitän Abdan Abdulla. der arabisch spracn und die Sitzung für eröffnet erklärte, antwortete Sasson auf hebräisch. Die Ansprachen der beiden Delegationsführer wurden ins Englische übersetzt. Mit dem Hinweis, dass die Sitzung vom Generalsekretär der UN, U Thant, auf Vorschlag des Generals Odd Bull nach achtjähriger Untätigkeit informell einberufer. wurde, begrüsste Mosche Sasson ihr Zustandekommen ais ,.wichtige Errungenschaft“ Zu dem einzigen formellen Punkt des Sitzungsprogramms, nämlich die Bebauung des an der Grenze gelegenen Geländes, äusserte Sasson: „Wir erwarten einen freimütigen und aufrichtigen Meinungsaustausch, um zu praktischen Regelungen ir. der Frage der Bestellung der Felder zu gelangen, da dieses Problem in letzter Zeit zu Spannungen geführt hat.“ Sasson erinnerte die Kommission daran, dass sowohl Syrien wie Israel sich im Waffenstillstands - Vertrag vom Jahre 1949 verpflichte hatten, „gegenseitig von Angrif-fshandlungen Abstand zu nehmen“. Somit wäre es jetzt angezeigt, dass beide Delegationen ihre Arbeit damit beginnen, erneut ihre Anerken nung der Nichtangriffs-Klauseln des Abkommens vom Jahre 1949 auszusprechen „Israel verpflichtet sich sei nerseits“, erklärte Sasson. „der Feuereinstellung zuzu stimmen vorausgesetzt dass diese beiderseits eingehalten wird und gegen uns keine feindseligen Handlungen vom Gebiet des anderen Vertrags Partners aus durchgeführt werden.“ „Israels Bereitwilligkeit, über einen praktischen Ausgleich in der Frage der Be bauung des Geländes zu verhandeln“. fuhr Sasson fort, „besteht natürlich ausserhalb unserer erklärten Auffassun gen über weiter reichende politische und juridische Probleme, die hier nicht zur Diskussion gelangen. Aehnlich verhält sich unsere Bereitschaft zu Verhandlungen, in die wir ohne Berücksichtigung unserer Ansichten über den Status der entmilitarisierten Zone und die Funktionen der gemischten Waffenstillstands - Kommission eintreten. Wir werden die sy rische Delegation mit ernster Aufmerksamkeit anhören Wir würden wünschen, dass die syrische Delegation unsere Bereitschaft teilt, für die ständige Aufrechterhaltung friedlicher Bedingungen zu wirken, die Israel das Recht auf Sicherheit und die Freiheit von der Angst vor einem Angriff gewährleisten.“ PRESSE-COMMUNIQUE Die Sitzung fand unte> Ausschluss der Presse statt Allerdings wurde die Erklä rung Mosche Sassons von den Israelis den Journalisten über geben. Die Resolution, die aul Vorschlag des Generals Buh zur Annahme gelangte, wurde von einem Sprecher der UN - Waffenstillstandskommission mitgeteilt, nachdem beide Teile i'hr Einverständnis erklärt hatten was kurz vor Abschluss der Verhandlungen geschah. Die Ansprache des syrischen Delegationschefs wurde nicht bekannt gegeben. Ein UN-Sprecher teilte den wartenden Pressevertretern mit. dass er, „solange da drinnen gesprochen wird“ keine Informationen zu geben ermächtigt sei. Ein israelischer Sprecher bezeichnete die Eröffnungssitzung als ..kordial und realistisch“ SYRER DEMENTIEREN Ungefähr 24 Stunden später, nachdem bekannt gegeben worden war, dass es zu einem Abkommen zwischen Israel und Syrien Uber die Anerkennung des Waffenstillstands gekommen sei. erklärte ein offizieller Sprecher der syrischen Regierung in Damaskus, dass diese Mitteilung nicht zutreffen würde In der Erklärung heisst es u. a.: Die syrische Regierung sei dem Ersuchen des Generalsekretärs der UN nachgekom men und habe an den Verhandlungen der gemischten Kommission für den Waf fenstillstand teilgenommen Hierin sei aber keineswegs eine Aenderung des syrischen Standpunktes in der „Palästinafrage" oder in der Beurteilung der syrischen Rechte im Hinblick auf die entmilitarisierte Zone zu erblicken Durch ihre Teilnahme an der Sitzung der Kommission wollte die syrische Regierung die wiederholten israelischen Angriffe auf die entmilitarisierte Zone enthüllen sowie die Rechte der syrischer, Bauern sicherstellen, die dort ihre Böden bearbeiten. _ Allgemein wird die Auffassung vertreten, dass diese Stellungnahme der Regie rung in Damaskus den fehlenden Willen Syriens deutlich macht, zu einem Frieden zu gelangen. Dieser Mange; an gutem Willen auf Seiten der Syrer hatte Israel vor 12 Jahren veranlasst, sich von dieser Kommission zurückzuziehen, an deren Sitzungen sich Israel jetzt zum ersten Mal wieder beteiligt hatte. | SCHWERE BEDENKEN Jerusalem. — Israel betrachtete den Zwischenfall, j bei dem auf einer israelischen : Landstrasse neuerlich eine Mine explodierte, als äusserst ernst. Des weiteren erfuhr die Regierung von einer Erklärung, welche der syrische Informations-Minister zwei Tage nach der ersten Sitzung der gemischten Waffenstillstands-Kommission in Damaskus abgab. Darin wurden die UN-Streitkräfte aufgefordert, die -Israelis mit Gewalt aus den entmilitarisierten Zonen hinauszuwerfen, weil Israel diese Gebiete „illegal besetzt“ habe. Israelische Kreise sehen ir. diesen Ereignissen einen recht bedenklichen Bruch der bei Beginn der jetzigen Sondersitzung der gemischten Waffenstillstands - Kommission von Syrien eingegangenen Verpflichtung, der als so ernst angesehen wird, dass er möglicherweise das Resultat der zweiten Unterhaltung, die für vergangenen Sonntag anberaumt war, gefährden könnte. Israel befand sich in einem Dilemma, ob seine Teilnahme an diesen Besprechungen als Zustimmung zu der syrischen Behauptung, Damaskus könne und dürfe die antiisraelischen Grenzverletzungen nicht verhindern, ausgelegt werden kann, oder ob durch die Weigerung, auf der Sitzung zu erscheinen, Israel die Verantwor tung für den Abbruch der Verhandlungen zugeschoben werden würde. DIE ZWEITE SITZUNG Machanaim. — Die syrisch- Israelische Waffenstillstands Kommission traf sieh zu ihrer zweiten Sitzung in dieser An unsere Leser Wegen der offiziellen Feier- und Ferientagen der nächsten Woche erscheint die nächste Ausgabe der Jüdischen Wochenschau erst am Freitag, den 17. Februar. Wir bitten unsere Leser, hiervon freundlichst Kenntnis nehmen zu wollen. Dieses Bild, das an der istaelisch-syrischen Grenze aufgenontuen wurde, zeigt eine israelische Grenzpatrouille in Aktion. mm ¥ mm* rilfcs. ATOMFORSCHER IN RECHOWOt Jerusalem, — Wissenschaftler aus 20 Ländern, einschliesslich 10 Forschern aus der Sowjetunion und 44 aus den Vereinigten Staaten, werden dem Internationalen Kongress für Kernphysik beiwohnen, welcher im Februar in Rechowot stattfinden wird. Es werden 200 Wissenschaftler zu diesem Kongress erwartet, der das wichtigste, jemals in Israel veranstaltete Ereignis dieser Art ist. Die Tagung steht unter den Auspizien des Wissenschaftlichen Weizmauu,Instituts und des Europäischen Zentrums für Kernforschung mit Sitz in Genf. Die russische Delegation wird von Professor Kaldish, dem Präsidenten der Wissenschaftlichen Akademie Russlands, angeführt. (ITA) israelischen Grenzsiedlung f Generalleutnant Odd Bull i der Chef des Generalstabs der UN-Organisation für die Ueberwachung der Waffenstillstände, erklärte die Sit zung tür beendet, als er erfuhr, dass Syrien keine spezifischen Vorschläge zu machen hatte und die syrischen ' Delegierten sich nicht die j Mühe nahmen, auf die von Israel bei der ersten Sitzung vorgeschlagene Regelung zu antworten. Bull vertagte die Beratungen um weitere zwei Tage. Er forderte die Syrer auf, das nächste Mal konkrete Vorschläge zu präsentieren. Bei Eröffnung der Sitzung beklagte General Bull, dass wieder eine Mine auf israelischem Gebiet gelegt worden sei. Er beschuldigte die Syre* zwar nur indirekt, die Schuld diesen Vorfall zu tragen, { und stellte nicht ausdrück- | lieh fest, dass dieser Zwi-! schenfall Im Gegensatz zv den Abmachungen steht, die beide Teile 48 Stunden vorhör zur Erhaltung des Friedens getroffen batten. Israel vertrat den Standpunkt, dass die Verhandlungen als abgebrochen betrachtet werden müssen falls du Syrer nicht mit praktischer Vorschlägen erscheinen sollten. Auf dieser zweiten Sitzung sah sich General Bull gehabten, den Anführer der syrischen Delegation mehrmals zu unterbrechen, weil er immer wieder davon zu sprechen anfing, dass Israel kein Recht habe, in den entmilitarisierten Zonen auf seinem eigenen Territorium das Land zu bebauen. Bull ersuchte den Vertreter Syriens, nicht Dinge aufs Tapet zu bringen, die nicht auf der Tagesordnung stehen. Schon als die Sitzung begann, herrschte eine pessimistische Stimmung, die ihre Ursache in der Explosion der Mine und der Erklärung des syrischen Informationsmini sters in Damaskus hatte, Israel hatte sich zwar entschlossen, seine Delegierten zu dieser Sitzung zu senden um den von den Syrern aufgestellten Behauptungen durch seine Abwesenheit j nicht stillschweigendes Einverständnis zu leisten. Die Eröffnung der Sitzung fand um 10 Uhr so in Machanaim statt, wo mehrere Zelte aufgestellt worden waren, um 1 die Delegationen und die UN Beobachter zu beherbergen. GENERAL BULL I BEI ABBA EB.AN Jerusalem. — General Odd Bull, der in seiner Eigen schaff als UN-Sehlici ter die Verhandlungen zwischen Israel und Syrien im Rahmeider gemischten Waffenstillstands - Kommission leitet Gegen arabischen Boykott London. — Sir Donald Stock, Vorsitzender der Au towerke Leyland, hat die britischen Industriellen auf gerufen, seinem Beispiel zu folgen und als Partner israelischer Unternehmungen trotz der Gefahr des arabischen Boykotts zu investieren. „Medaille der Gerechten“ Belgrad. — In der Botschaft Israels in Belgrad übergab kürzlich Botschafter Avigdor Dayan Frau Dragica Bartuiovic aus Split und Dr. Miloslav Stojadinovio aus Belgrad die „Medaille der Gerechten“. Diese zwei Jugoslawien wurden mit dieser Medaille von der Kommission der Gerechten des Jad Waschern für ihre Tapferkeit und menschliche Solidarität ausgezeichnet, die sie während der nazistischen Besetzung Jugoslawiens verschiedenartig bekundeten. Beide haben Juden geholfen, das Leben zu retten und dabei ihr eigenes der Gefahr ausgesetzt. Früher schon hatten einige Jugoslawen die gleiche Medaille in Israel persönlich ausgehändigt bekommen. Israel-Woche in New Orleans New Orleans. — Die in dem grossen Modgeschäft „Maison Blanche“ während einer „Is. rael-Woche“ ausgestellten israelischen Waren wurden von den Kunden buchstäblich aus den Auslagen gerissen. Die am meisten gefragten Artikel waren Stricksachen, Lederwaren und Kinderkleider, die schon am ersten Tage fast ausverkauft, wurden. i Angesichts der starken Nachfrage nach israelischen i Produkten wurde beschlosj sen. alsbald eine aus elf Geschäftsleuten bestehende Eäni kaufskommission nach Israel zu entsenden. versicherte Israel, dass die nächste Sitzung dieser Kommission sich auf die im Pro gramm vorgesehenen Punkte beschränken und keine Gegenstände behandeln wird, die Syrien möglicherweise in' Vorschlag zu bringen plant General Bull gab diese Versicherung dem israelischen Aussenminister Abba Eban ab, den er in seinen Amfesräumen aufsuchte Eban brachte energisch Israels Widerspruch gegen den Versuch der Syrer zum Ausdruck, bei der letzten Sitzung Probleme wie die Besetzung der entmilitarisierten Zonen zur Sprache zu bringen. Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavia 831 Registro de ia Propiedad Intelectual N? 909.491