Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 28 (1967)
- Issue
- 2204 (3.2.1967)
- Date
- 1967-02-03
- Page
- [Seite 5] (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Vier ne«, 3 de Febrei» de 3967 LA SEMANA ISRAELITA Ano XXVÎÏÏ. — N® 2204 — 5 Erste Hilfe” auf dem Arbeitsmarkt ff Gewöhnlich weiss man von Bäumen nur, dass sie das Land grün machen, Schatten spenden, Holz produzieren, feie schaffen jedoch noch etwas anderes: Arbeit. Hinter der Ankündigung, dass der Keren Kajemet sein Aufforstungsprogramm für die laufende Saison von 3.800.000 Bäumen auf 4 800.000 erweitert hat, liegt mehr als eine blosse Massnahme, Israels Berge schneller zu bewalden Als Folge der Konjunkturdämpfung ist der Kontakt zwischen dem Arbeitsministe rium und dem Keren Kaje met enger als je geworden. Nach den Entlassungen von Arbeitskräften aus Industrie, Baugewerbe und den öffentlichen Diensten hat die Regierung den Fonds ersucht. Seinerseits alles zu tun, um Arbeitslose zu beschäftigen. Das ist kein Zufall. Der Keren Kajemet hat grosse, man könnte fast sagen, historische Erfahrung auf diesem Gebiet. Vor der Staatsgründung stellten seine Projekte in zahlreichen Fällen das einzige Einkommen für junge landwirtschaftliche Siedlungen dar und halfen ihnen über die erste Zeit hinweg bevor sie von dem Erlös ih- VOIl HERBERT FREEDEN, Jerusalem rer eigenen Erträgnisse leben konnten. In der Zeit der Masseneinwanderung nach der Entstehung des Staates diente der Keren Kajemet als Schulung für Zehntausende neuer Einwanderer und brachte sie zum ersten Mal m Berührung mit dem Land und mit konstruktiver Arbeit. Es war in jenen Jahren 1951 bis 1953. dass der KKL täglich 7.000 Menschen Brot und Arbeit gab. Die darauffolgende Periode der Vollbeschäftigung änderte das Bi'd radikal: aus Mangel an Arbeitskräften musste der Fonds einen Teil seiner Projekte zurückstellen, oder wo immer möglich, Menschen durch Maschinen ersetzen. Heute, da die Zahl der in den Arbeitsmtern als erwerbslos Registrierten 30.000 beträgt, wenden sich Regierung und verschiedene Stadtverwaltungen, besonders im Norden und Süden des Landes an den Keren Kajemet mit dem dringlichen Ersuchen, einen Teil der Arbeitslosen zu absorbieren — und dies aus zweierlei Gründer. Nicht nur. dass der Fonds zahlenmüssig entscheidende DREI PROZESSE Der nach Deutschland ausgelieferte Manager der Aktion Gnadentod“, Dr. Gerhard Bohne, wurde, bevoi er selbst auf der Anklagebank Platz nehmen muss, in dem gegen drei „Euthanasie- Aerzte“ in Frankfurt stattfindenden Verfahren als Zeuge vernommen. In der Vernichtungsanstalt, so führte Dr Bohne aus, habe unter dem Personal keine niedergedrückte Stimmung geherrscht, es hätte auch keine Beschwerden nach Berlin gegeben. Die einzigen Beschwerden seien die der Pfleger und Schwestern gewesen, die ohne weisse Bettwäsche in Militärbetten hätten schlafen müssen E)er in Nürnberg zum Tod verurteilte Dr. Brack habe einiges getan, um dem (Mord)- Personal ,.möglichst viel Abwechslung“ zu bieten. Er selbst so sagte Bohne habe dafür gesorgt, dass die Angehörigen der ermordeten Patienten tatsächlich die Urnen mit der Asche ihrer Verwandten bekommen hätten und nicht die Asche anderer Verbrannter. Trotzdem habe sich das Krematoriu rspersonal von der SS-Verfügungsgruppe nicht rach diesen Bestimmungen gerichtet. Ueber den jetzt aus Ghana ausgelieferten SS - Arzt Dr. Horst Schumann erklärte Bohne, er habe auf ihn einen ..sehr angenehmen und gemütlichen Eindruck“ gemacht. Schumann hat dieser Tage in einem Interview erklärt, seine in Deutschland lebende Familie werde überall scheel angesehen und müsste ihren richtigen Namen verschweigen. Da hätten es die Angehörigen der Spandauer Entlassenen Baldur von Schirach und Alber*- Speer weit besser. * * * Vor dem Darmstädter Schwurgericht begann nunmehr der Prozess gegen die Mörder von Kolomea. Die Angeklagten werden beschul digt, von September 1941 bis April 1945 an Vernichtungsr.iassnahmen, wie Massenerschiessungen und Ghettogreueltaten mitgewirkt zu haben. Ihren Aktionen seien 80.000 bis 100.000 jüdische Männer, Frauen und Kinder zum Opfer gefallen. Die Anklageschrift umfasst 329 Seiten; neben den Massenmor- CATECA S.A. Directorio 5555 Buenos Aires T. E. 68.1017/18 y 1264 SUAVANDAR el calzadlo legítimo de espuma de goma DEIN HOBBY DEINE SPARKASSE Israel-Briefmarken Beratung durch: STÄMPS CENTER 94 Allenby Rd, — TEL AVIV — P.O.B, 4444 Hilfe leisten kann — die Art der Beschäftigung ist wirtschaftlich rentabel Nach wie vor vermeidet die Regierung nach Möglichkeit, Arbeitslose bei Notstandsarbeiten zu beschäftigen, die kostspielig sind, ohne die Entwicklung des Landes vorwärtszutreiben, und die nur eine getarnte Arbeitslosenunierstüzung darstellen. Aufforstung dagegen rangiert unter der Kategorie „Produktive Arbeiten“ da sie ökonomische und andere permanente Werte schafft. Im Licht dieser Situation hat der Keren Kajemet sein diesjähriges Programm geändert und 3.500 Erwerbslosen in seinen Aufforstungsprojekten Arbeit gegeben. Bis zum Jahresende dü fte die Zahl etwa 5 000 betragen. Besonders in den Entwicklungsgebieten hat diese Politik der „Ersten Hilfe“ den Druck auf dem Arbeitsmarkt gemildert. Im Norden, in einigen Städten wie Safad, Akko Shlomi, Kiriat Schmone konnten auf diese Weise über 1.100 Arbeitslose Beschäftigung finden, im südlichen Entwicklungsgebiet über 900. Be sonders fühlbar ist das Eingreifen des Keren Kajemet in Ashdot, das 200 Menschen und in Tel Jerucham im Negew, das sogar 500 Menschen für die Aufforstung gestelT hat — praktisch das ganze Arbeitspotential. Besondere Bedeuteng wird der Beschäftigung erwerbsloser Jugendlicher zwischen 15—17 Jah ren beigemessen die in geschlossenen Gruppen täglich den werden viele Einzelmorde aufgeführt. Unter den Angeklagten befindet sich der ehemalige Kreishauptmann von Kolomea, Klaus Pete; Volkmann, der Gendarmeriehauptmarin Michael Absrr.eier und der Leiter des Arbeitsamtes in Kolomea. Der ehemalige Bürgermeister von Kolomea. Dr. Markus, trit4als Nebenkläger auf. Als ein Hauptschuldiger an den Mas senerschiessungen im Walde von Scheparowcze wird der SD-Chef Peter Leiderith angesehen, der bereits in Polen hingerichtet wurde. Die juristischen Beziehungen der Bundesrepublik mit Polen w:rden augenscheinlich dadurch oelastet dass . die Staatsanwaltschaft in Flensburg das seit vielen Jahren laufende Verfahren gegen den 63jährigen S3-GruppEiifiihrer und Generalleutnant der Polizei in Polen Heinz Reinefarth nicht zur Durchführung bringt. Es geht um die Frage der Verantwortlichkeit Reinefarths für Greueltaten beim Warschauer Aufstand des Jahres 1944. Viele hundert deutsche, österreichische und polnische Zeugen wurden vernommen. Dr. Hanns von Krannhals, Dozent an der Ostdeutschen Akademie, hat in mühevoller Arbeit ausserordentlich belastendes Material zusammen ■ getragen. Trotzdem kommt die Staatsanwaltschaft in einem Antrag von 361 Seiten zur Ausserverfolgungssetzung, weil der Verdacht gegen Reinefarth zwar nicht restlos beseitigt werden konnte, aber angeblich zu einem Gerichtsverfahren nicht ausreicht. Die polnische Kommission für die Untersuchung von NS-Verbrechen hat sich jetzt in einem Protestschreiben an die Staatsanwaltschaft in Flensburg und an die Ludwigsburger Zentrale zur Aufklärung von NS-Verbrechen gegen die Ste lungnabme der Staatsanwaltschaft gewandt und den Flensburger Behörden vorgeworfen sie schützten einen der Hruptbeteilieten an den NS-MordtatPn anlässlich des Warschauer Aufstandes im Jahre 1944 Robert M. W. Kempner 7 Stunden arbeiten und deren Zahl in allernächster Zeit auf 400 steigen wird Das Was und Wie richtet sich nach Landschaft und Bodenbeschaffenheit. Im Norden steht die Restaurierung alter Naturwälder im Vordergrund. Diese Wälder, Ueberbleibsel der grossen Waldgebiete, von denen die Bibel spricht, sind im Laufe der Zeit verwildert und verkümmert. Um die dort noch überlebenden Bäume zu retten und zu regenerieren — in der Mehrzahl Eichen — muss die Erde von Unkraut und Dor neu gereinigt, Unter;-olz beseitigt, Buschwerk entwurzelt werden. Nach dem Prinzip, dass es immer billiger ist einem Waldbrand zuvorzukommen, als ihn zu löschen, geht man an die Anlage von „Feuerlinien-1. Anderswo versucht man, neue Weidegebiete zu schaffen. Auch hier ist der erste Schritt, den Boden zu säu bern, ihn von Wildpflanzen zu befreien und mit Chemikalien zu bespritzen, damit das Unkraut nicht wieder Wurzel fassen kann. Man schätzt, dass allein dieses Projekt, Weide zu schaffen, in den kommenden zwei Jahren 1100 bis 1500 Menschen beschäftigen wird. Hand in Hand daneben — sowohl im Norden wie im Süden — geht die Vorbereitung für neue Waldpflanzungen. Die meisten der Vorarbeiter und Instruktoren sind Veteranen, die langjährige Erfahrung mit Böden, Bäumen und Arbeitern haben und wissen, wie wichtig die Arbeitsmoral einer Werkgruppe ist. Im ganzen Land sind heute 650.000 Dunam bewaldet davon 350 000 Dunam Ueberreste alter Naturwälder und der Rest während der letzten 40 Jahre von Menschenhand angelegt — etwa 80 Millionen gepflanzte Bäume. Mit Hauen und Kieuzhaken brechen die Pflanzer die harte Erde, be seitigen Steine und Geröll, werfen Bodenhaufen auf und heben schliesslich in Abständen von je zwei Metern. die 30 cm tiefen Pflanzlöcher aus. Bei Dimona im Negew werden 400 Dunam bereitgestellt für die Pflanzung des in diesem Jahr grössten Waldes — des „Ben-Gurion- Wcldes“. Andere Erw^rbs'oss arbeiten in den Baumschulen des Keren Kajemet sowie in der Anlage neuer Picknik- und Campingplätze Diese Projekte werden 3111 Millionen Arbeitstage schaffen. Der Plan für das ko.n- Paedagogische Zentren Mehr als 20.000 Besucher zählten in den Monaten Juli, August und September die vom Erziehungs- und Kulturministerium in 22 Orten ein gerichteten pädagogischen Zentren, an die sich die Lehrer mit Anfragen, Beschwerden und Vorschlägen wenden. Diese Zentren stellen mende Jahr sieht vor, die Zahl der Neupflanzungen au:. 5’4 Millionen zu erhöhen, von ihnen 1 Million im Negew, 1.600.000 im Zentrum und den Rest im Norden. Der Lohn der ungelernten Arbeiter beträgt, je nach Leistung, zwischen 13,50 und 20 IL pro Tag, wozu noch Zulagen für Väter von Kindern unter 18 Jahren kommen. Die Arbeitszcteilung schwankt zwischen 15 und 24 Arbeitstagen pro Monat. Die Beschäftigung von Tausenden von Erwerbslosen bedeutet für den Keren Kaye met eine zusätzliche finanzielle Belastung, auch wenn ein grosser Teil ihres Lohn vom Arbeitsministerium und den Stadtverwaltungen aufgebracht wird. Um dieses Heer von Arbeitern richtig einzusetzen, bedarf es neuer Materialien, neuer Vorarbeiter und Instruktoren. Die Zahl der in der Forstabteilung ständig angestellten Kräfte betrug bisher 650, uno es ist anzunehmen, dass ihre Zahl erhöht werden muss, um den Ansturm ungelernter Arbeiter in die richtigen Bahnen zu lenken. den Lehrern auch Hilfsmaterial für den Unterricht zur Verfügung, z. B. Kurzfilme, Diapositive, Sc'hal'platten und Tonbänder, aber auch Anleitungen für den Unterricht in einer Reihe von Gegenständen. In den drei Berichtsmonaten wurden von den Schulen 8.400 Kurzfilme, 6.000 Spe- , zialbücher. 1.300 Tonbänder und 700 Schallplatten ausge- I liehen. Etwa 6.500 Lehrer be. [ suchten die diversen Son- | derausstellungen, die von der pädagogischen Landeszentrale veranstaltet wurden, in denen moderne Unterrichtshilfen für Rechnen, Geographie, Lesen etc. gezeigt wurden. Die pädagogischen Spezialbibliotheken der „Zentren“ wurden von 5.000 Lehrern in Anspruch genommen. Nach Beginn des Schuljahres intensivierte die pädagogische Landeszentrale ihre Aufklärungskampagne unter den Lehrern im ganzen Lande, um sie dafür zu gewinnen, die ihnen durch diese Einrichtungen gebotenen Möglichkeiten in grösserem Masse auszunutzen. Spanische Juden Madrid. — Religiöse Freiheit für Nichtkatholiken in Spanien wird in einem neuen Gesetz proklamiert. Den Juden und Protestanten soll die Freiheit der Religionsausübung zuerkannt werden; bisher waren sie nur toleriert. HEINZ und MARIO ARNSDORF Maler- und Tischlerarbeiten QUINTANA 1334 — FLORIDA — T.E. 797-43C5 J. P. LANDSBERG VERSICHERUNGEN JEDER ART Bme. MITRE 430 V. Of. 550 T. E.: 3 0 1 4 7 4 MALERARBEITEN JUAN JULIUSBURG 73 1148 BLANCO ENCALADA 1646 PASTEUR 254 « TEL. 49-7168 . 137J 2Ç y 5? pisos * ffUENQS £ÎRE$ ciencias^'; económicas contadores publicos nacionales consultâtes de 'empresas ESPECIALISTAS EN SOCIEDADES J ANONIMAS Æ IM ü IU 11U UVUHlUl 11 ns Fiambres Finos ~ “FRIG UINCIA MARCA QUE DISTINGUE LA CALIDAD ft