Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 28 (1967)
- Issue
- 2203 (27.1.1967)
- Date
- 1967-01-27
- Page
- [Seite 8] (sequence 8)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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c « v b i FRANQUEO PAGADO Concesión 908 TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 Año XXVIH. ISRAELITA BUENOS AIRES, VIERNES 27 »E ENERO DE 1961 N* 2293 EL EJEMPLAR Oí1 en toda la República f PUEYRREDON 2190 1» iaq. Buenos Aires T.E. 83 - 2613 Verstaendigung mit Syrien Jerusalem. — Israel und Syrien kamen überein, jede aggressive und femdliche Handlung an ihrer gemeinsamen 77 km langen Grenze 2U unterlassen. Diese Verständigung ist das Ergebiv.s stundenlanger Verhandlungen der gemeinsamen syrisch - israelischen Waffenstillstands-Kommission. die unter dem Vorsitz des UN- Schlichters. des norwegischen Generals Odd Bull, stattgefunden haben. In einer gemeinsamen Erklärung teilten Israel und Syrien mit. dass sie sich in Zukunft jeder feindlichen Aktion enthalten werden. Es bleibt nunmehr abzuwarten, ob diese Verrinba rung tatsächlich eingehalten werden wird. Interessant ist dass in diesem Abkommen ausdrücklich auf den allgemeinen Waffenstillstand aus dem Jahre 1949 Bezug genommen wird, der seinerzeit zwischen Israel und den arabischen Ländern abgeschlossen worden ist. — (Einzelheiten über die Verhandlungen werden wir noch mitteilen). — SCHREIBEN AN JOHNSON UND DE GAULLE Jerusalem. — Am vergangenen Wochenende sandte Ministerpräsident Levi Eshkol ein persönliches Schreiben an den Präsidenten Johnson und den Präsidenten de Gaulle, um sie auf die gefährliche Situation an Israels Grenze mit Syrien hinzuweisen. & betonte, dass Israels Sicherheit im Norden erschüttert sei und ,,die israelische Geduld Grenzen hat.“ Gleichzeitig verlautete, dass Israel von den Grossmächten und im besonderen von den Vereinigten Staaten die zusätzliche Lieferung von Waffen zu verlangen plant, um die einige Tage zuvor begonnenen nordamerikanischen Waffenlieferungen an König Hussein von Transjordanien auszugleichen. Israel, so hiess es, warte nur noch auf die Beendigung dieser Lieferungen, um die Aufmerksamkeit der Mächte auf die Tatsache zu lenken, dass die militärische Hilfe für Transjordanien das Gleichgewicht der Rüstungen gestört habe und wieder hergestellt werden müsse. Eshkol gab in seinem Ap- | pell an die Präsidenten dev! USA und Frankreichs hervor ' dass, sollten die Bemühur,- i gen der Vereinten Nationen! und der ausländischen Regiej ruugen, Syrien zur Einstellung seiner Angriffe auf Israel zu bewegen, erneut scheitern. Israel sich gezwungen sehen würde, den Um ständen und seinen Möglichisraelischen Quellen zufolge anberaumt, wie dies UN-Generaisekrethär U Thant vorgeschlagen hatte. Es sind zwei Sitzungen auf der Briikke von B'not Jaakow die Syrien mit Israel im Norden verbindet, vorgesehen. Das erste Treffen soll auf syrischem Gebiet, das zweite auf israelischem Boden stattfinfe f * î; Í v '7y Sâîî* •s Jp xÿ^xçviy.xv;;. ....... z s Zwei junge israelische Siedler begeben sich — bewalfnet — an ihren Arbeitsplatz in einer nördlichen Kolonie, nahe der syrischen Grenze. Die Spannung, die Gefahr und die syrischen Störungsversuche können den schöpferischen Impuls der jungen Kolonisten nicht unterdrücken. keiten entsprechend konkrete Mittel zu seiner Verteidigung anzuwenden da ,,Israels Geduld nicht grenzenlos ist.“ DER VORSCHLAG U THANTS Jerusalem. — Eine Sondersitzung der gemischten syrisch-israelischen Waffenstillstands-Kommission, die seit acht Jahren nicht mehr zusammengetreten ist, wurde Ein Kardinal in der Synagoge London. — Kardinal John Heenan, Englands katholischer Primas, erklärte vor der Gemeinde der Reformsynagoge von Manchester, dass die vatikanische Deklaration über die katholisch-jüdischen Beziehungen vom jüdischen Standpunkt aus nicht „perfekt“ sei, jedoch „in Anbetracht der christlichen Haltung zu den Juden in der Vergangenheit einen grossen Fortschritt darstelt.“ Es geschah zum ersten Mal, dass ein hoher kirchlicher Würdenträger in einer Synagoge erschien. Der Kardinal sagte selbst, ©s möge vielen ,.seltsam erscheinen, dass ein Kardinal der Katholischen Kirche an einem jüdischen Sabbat in die Synagoge?eht“. Er bestritt, dass dies in Wirklichkeit seltsam sei, da „wir alle an Gott glauben“. Er fügte hinzu, sein Besuch sei für ihn nicht etwa »in „gesellschaftliches Ereignis“, sondern er betrachte ihn als eine religiöse Aktien, als „eitle geistige Wallfahrt, zu dem Volk, das die alte Religion repräsentiert, der mein Glauben entsprossen ist.“ (ITA) den. Die UN-Beobachter sind mit den Vorbereitungen für diese Zusammenkunft beschäftigt, die erste offizielle Sitzung nach 12 Jahren, die von Generalleutnant Odd Bull in seiner Eigenschaft als Chef des Generalstabs der UN-Organisation für die Ueberwachung der Waffenstillstände präsidiert werden soll Aus informierten Quellen verlautete, daßs Syrien, Israel und die UN-Organisation sich über ein fest umrissenes Programm einigten, das sich auf die Diskussion der zwischen Syrien und Israel durch die Bebauung der Felder in der entmilitar.sierten Zone entstandenen Streitigkeiten bezieht. Keine Abstimmung ist vorgesehen welche darauf hinweisen könnte, dass es sich um informelle syrisch-israelische Verhandlungen unter den Auspizien der UN anstatt einer ge wohnlichen Sitzung der gemischten Waffenstillstands- Kommission handelt Das Programm stützt sich hauptsächlich auf die sogen „Von Horn-Linie“ vom Jahr 1961, durch die der seinerzeitige Chef der Ueberwachui'".s-Kommission für die Waffenstillstände, General von Horn, die Anbauzone zwischen beiden Ländern festlegte. Die syrische Artille rie feuert regelmässig auf die israelischen Siedler, die in dieser Zone die Felder be ■ arbeiten. Die israelis<he Position, so heisst es, besteht in der Bereitschaft syrischen Feldarbeitern den Zutritt zu gewissen Abschnitten dieses Landstriches zu gestatten, falls Syrien. Israels volle Souveränität in der Zone aner kennt. Syrien weigerte sich bisher, dies zu tun. weil es nach seiner Meinung der Anerkennung Israels gleichkäme. Informationen aus Israe' besagen dass die israelischen Teilnehmer an den Sitzungen die Erwartung hegen, die Waffenstillstands - Kommission werde eine vernünftige Abgrenzung der Anbauflä chen vornehmen, damit die ständigen Reibungen aus der Welt geschafft werden und zumindestdie hierauf bezüglichen Streitigkeiten auf hören. Wie es scheint werden bei dieser Zusammenkunft die israelischen Beschwerden über die Unterstützung, die die Syrer durch Bereitstellung von Basen den arabischen Saboteuren leihen, nicht zur Sprache gelangen. Inzwischen, so wurde gemeldet, sind die israelischen Sicherheitstruppen bemüht, neue Zwischenfälle durch höchste Geduld und Diplomatie zu vermeiden, welche durch den Eintritt syrischer Hirten und Landarbeiter in die Zone entstehen können. Verschiedene Versuche dieser Art waren in den letzten Tagen in der Nähe vol Almagor und Tel Kazir zu ver zeichnen. Hussein klagt an Hussein, der König von Transjordanien, beschuldigte die Vereinigte Arabische Republik ( Aegypten) und Syrien, sie würden seit dem Jahr 1956 gegen sein Land konspi ■ rieren. Der König, der eine Reise in verschiedene Emirate am Persischen Golf antritt, erklärte, er werde die Emirate um finanzielle Unterstützung bitten, um die Verteidigung seines Landes zu ver stärken, jedenfalls werde er alle Schritte gegen diejenigen unternehmen, die einen Konflikt zwichen den beiden Teilen seines Landes dies- und jenseits des Jordon herbei führen wollen. Konferenz der Presidenten London. — Hier fand eine dreitägige Tagung der Kon ferenz der Präsidenten der grossen jüdischen Organisationen (COJO) statt, die wichtige Beschlüsse fassten, um noch enger Zusammenarbeiten zu können. Die Beschlüsse wurden vom Präsidenten der B’ne Brith Dr William Wexler bekannt gegeben. Dr. Nachurn Goldmann präsidierte diese Konferenz, (ITA) Impieso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavia 831 Registro de la Propiedad Intelectual N? 909.491 Blick in die Welt von HAROLD SCHWARCZ LIU TSCHAO TSCHI, der Präsdient des Roten China, soll „praktisch“ der Gefangene Mao Tse Tung s sein. — JOAQUIN BALAGUER, der Präsident San Domingoa, bildete sein Kabinett um. — DER CHILENISCHE Senat versagte sein Einverständnis mit der geplanten Reise des Präsidenten Frei nach N USA. — , DER VATIKAN sprach sich gegen eine Geburtenkontrolle aus. — ADAM MALIK. der Aussenminister Indonesiens, forderte den Rücktritt des Präsidenten Sukarno da andernfalls äusserst schwierige Probleme auftreten würden. — ALDO MORO. Italiens Ministerpräsident, versprach seinem britischen Kollegen Harold Wilson, Englands Beitritt zur FWG zu unterstützen. — BOTSCHAFTER Cabot Lodge setzte dem Papst die Motive Amerikas für den Vietnam-Krieg auseinander. — DIE TUERKEI wird die Türken in Cypern mit Waffen versorgen, wenn die tschechischen Waffen, die der griechischen Menrheit geliefert wurden, nicht der Frieden»* kommissien der UN übergeben werden. — NKRLMAH, der abgesetzte prokommunistische Diktat tortsGhanas, soll ein unerhört grosses Vermögen besitzen. " KANZLER KIESINGER hatte lange Besprechungen mit de Gaulle, um das „alte“ Vertrauensverhältnis wiederherzustelien. — "NIKARAGUA feierte den 100. Geburstag des grossen Dichters Rüben Dario. — * NEUWAHLEN versprach Miütärchef Oberstleutnant Etienne Evaöema nach seinem Staatsstreich in Togo. — ALEXEI KOSYGIN, Russlands Premier, und Parteichef Brezhnew wurden zu einem Besuch von Pakistan eingeladen. — RAUCHBOMBEN wurden von Antifaschisten in Stuttgart bei einer Versammlung der NPD geworfen. — HAROLD WILSON, Englands aktiver Premier, leitete eine neue Aktion für einen Frieden in Vietnam ein. — ROT-CHINA ist nach Meldungen, die aus Tokio kommen, vom Bürgerkrieg bedroht. — URUGUAY schuf ein Oberstes Sicherheitskommando, um gegen die Terroristen erfolgreich kämpfen zu können. Sensation in Holland Alles können die Holländer sein — Konservative oder Liberale, Sozialisten, dissidentische Sozialisten und dogmatische Pazifisten rechtsorientierte und sogar ausgesprochen Rechtsradikale, wenn das Barometer der Volksstimmung auf Unzufriedenheit steht, oder sogar Kommunisten — aber ehemaliger Nazi, Kollaborateur in den Kriegsjahren und Komplize der Jäger der kleinen Anne Frank, das will in Holland niemand gewesen sein. Und so ist es denn fest zwangsläufig, dass die „Bauernpartei“, die übrigens am wenigsten Bauern in ihren Reihen hatte sondern vor allem Städter und sehr viel Mitläufer und die in den letzten Monaten in geradezu alarmierender Weise nach oben kam, durch die jüngsten Enthüllungen über ihr wirkliches Gesicht einen Stoss erhalten hat. von den» sie sich wahrscheinlich nicht . mehr erholen wird. Die „Bauernpartei“, im Eiltempo zu einer Massenpartei geworden, sinkt im gleichen Eilschritt wieder ab und gleicht einem Luftballon, aus dem man die Luft herausgelassen hat. Jedenfalls melden sich die Mitglieder in Mengen ab, weil sie sich getäuscht fühlen. Es begann vor einigen Wochen. In der ersten Kammer erklärte der liberale Senator Baas, dass der vor kurzem gewählte Bauernparteiler Adams in den Kriegsjahren aktives Mitglied der holländischen Nationalsozialistischen Partei Musserts gewesen ist, der bekanntlich nach der Befreiung des Landes zum Tode verurteilt und füsiliert wurde. Und was weit schwerer wiegt: Alt - Nazi Adams hat anlässlich einer privaten Auseinandersetzung dem Senator Baas mit der Polizei gedroht. Schneeweiss und bebend vor Wut, sagt® er im Plenum kein Wort der Erwiderung, versuchte jedoch später am Buffet des Parlaments tätlich gegen den liberalen Senator vorzugehen. Kollegen gaben ihm handfest z« verstehen, dass im heutigen Holland kein Platz mehr für Nazi-Methoden sei Die Demaskierung von Adams löste eine wahre Lawine von Enthüllungen aus. Ueberall in den Ortsgruppen der „Bauernpartei“ entdeckte man, in der Hauptstadt und in den Provinzen, ehemalige Mussert-Leute und notorische Kollaborateure auf verantwortlichen Posten der neuen Partei. Aus der Enthüllung in der Kammer ist eine Welle geworden, die die „Bauernpartei“ hinwegzuspülen droht. Der Präsident der „Bauernpartei“, tatsächlich ein I Bauer namens Koekoek, hat Reportern erklärt: „Das sind alles schofle Manöver der alten Parteien, die ihre Fundamente beben sehen. Mit Hitler lockt man keinen Hund mehr hinter den Ofen vor. Noch vier, fünf Jahre und wir werden den grossen Besen für die Generalreinigung in der Hand haben.1* Sagte es und wandte sich wieder seinen Schweinen zu, die er in dem Augenblick gerade fütterte, als die Reporter kamen. Der schöne Optimismus des Herrn Koekoek in allen Ehren — aber vorerst marschieren einmal die Anhänger ab. In Massen. Die Krise ist ernsthaft. Und wenn es so weiter geht, wird Herr Koekoek mit seinem Besen bald allein bleiben. Ktfrt Kaiser-BIuetK