Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 28 (1967)
- Issue
- 2202 (20.1.1967)
- Date
- 1967-01-20
- Page
- [Seite 7] (sequence 7)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Viernes. 20 «Je Enero «Je 1967 LA SEMANA ISRAELITA Año XXVIII. — N* 2202 Als Bienenzüchter in Artass von S. BRAUN Nahe bei den Salomonischen Teichen air Weg Jerusalem-Hebron liegt inmitten eines engen fruchtbaren Tales das arabische Dorf Artass. Wenige Schritte von ihm entfernt leben in ihrem Klorter die Soeurs de Notre Pame du Jardin. Hier lagen angeblich die Gärten des Königs salomon, von denen im Buch Kohelet gesagt wird: „Ichj machte mir Gärten und Lustgehege und pflanzte darin allerlei Fruchte bäume“ (Kapitel 2. Vers 5). So leiteten viele den Namen Artass von dem lateinischen hörtus ab. Das Dorf bildete wegen «einer Fruchtbarkeit uni Nähe zu Jerusalem nicht selten einen Anziehungspunkt für europäische und amerikanische Christen — unter ihnen insbesondere Sektierer. Ale erster europäisch-christlicher Ansiedler in Artas6 darf der elsässer protestantische Missionar Henry Baldensperger gelten. Er kam im Auftrag der Baseler Spittler Mission 1648 ine Land. Zwei Jahre p;ater folgte ihm ein junges Mädchen, ebenfalls aus dem F-teass stammend, und wurde seine Frau. Die missionarische Tätigkeit in Jerusalem sagte Henry nicht zu. und das Paar siedelte nach Artass über;, er kaufte dort Boden, erbaute sich ein kleines Wohnhaus im Stil der übrigen dörflichen Häuser und begann mit Hilfe der Moslems sein Gut zu kultivieren. Um ein weniges spätei erschien in Artass. gefolgt von ein paar Deutschen und Amerikanern, de zum Protestantismus übergetretene Johannes Meschullam. Die Gruppe verband sich mit Henry Baldensperger zu gemeinsamer Bearbeitung yon Gemüse und Obstgärten. Bald kamen einige Adventisten aus Philadelphia unter Anführung von Mr6. Ohlorinda S. Minor hinzu, «3er Gattin eines reichen Kaufmannes. Auf ihre missionarischen Bestrebungen und ihren Konflikt mit Meschullam soll hier nicht eingegangen werden. Br endete mit der Uebersiedlung «3er Adventisten nach Jaffa, in dessen Nähe der Mount Hope errichtet wurde. (Heute jener Hügel, auf dem die Handwerkerschule Schewach steht). Auch die Deutschen blieben nicht Inge in Artass und kehrten in ihre Heimat zurück. Gegen Ende der fünfziger Jahre besuchte Prinz Alfred, ein Sohn der Königin Viktoria, Artass, kaufte dort Boden und liess unter der Leitung Meschullams Wein und Mandelpflanzungen anlegen. Im Jahre 1845 wurde der schweizer Missionar Samuel Gobat anglikanisch-preuS6ischer Bischof in Jerusalem. Br war von Fiedrich Wilhelm IV. auf Grund eines Uebereinkommen.- zwischen England und Preussen zu diesem Amt vorgeschlagen worden, na idem sein Vorgänger. der Täufling Michael Salomon Alexander aus Schoenlanke während einer Dienstreise in Aegypten vr-rstorben war. Um 1850 gründete Bischof Gobat eine Schule für arabische Waisenknaben am Zugang zum Zionsberg: sie wurde bekannt unter dem Namen Gobettschule. und wer immer hinaufsteigt zum sogenannten Davidsgrab, sieht die «tattuchen Bauten des Institutes. Das Eilepaar Baldensperger -erliess Artass. als Bischof Gobat Henry als Hausverwalter und seine Frau als Bewirtschafterin berief. 45 Jahre hindurch versahen beide ihre Posten. Eis wurden ihnen fün Knaben und eine Tochter geboren. Kaum waren sie der Schule entwachs in senickte die Eltern die Jungen nach Artass. damit sie dort in der Siedlung mitarbeiteten. Die beiden Aeltesten pflegten häufig auf Maultieren, als Fellachen gekleidet, kreuz und quer durch das Land zu reiten, und so lernten sie es nach allen Richtungen hin kennen und wurden namentlich mit dem Leben der Fellachen und Beduinen vertraut. Als Philip, der Zweitälteste der Brüder. 19 Jahre alt war, meldete er sich als Freiwülinger zur französischen Armee, in der nach der Besiegung im Kriege 1870 71 der Wunsch genährt wurde, Elsass-Lothring-en aus der Hand d.r Deutschen zurückzugewim en. Fünf Jahre diente Philip bei der Kavallerie. Dann kehrte er nach Palästina zurück und widmete sich fortan der Bienenzucht. Sein Vater betrieb sie als Hobby in der Weise der Araber, welche sich der aus unvordenklichen Zeiten benutzten Mörtel-Bienenstöcke bedienten, die nicht transportierbar waren, weil mit dem Erdboden fest verbunden. Das hatte den Nachteil, dass die Möglichkeiten, jeweils die verschiedenen Blütezeiten in verschiedenen Gegenden zu beachten, nicht ausgenutzt werden konnten und das Quantum des Honigs gering blieb. Erst nach dem Besuch eines englischen Bienenzüchters, welcher Henry das „British Be« Journal“ zu lesen gab, ging er mit Philip dazu über, : transportable Holzbienenkörbe zu benutzen, als erste in Palästina. In jener Zeit kam ach dei nordamerikanische Fachmann Frank Benton nach Jerusalem und Artass. Ihn begleitete Philip nach Beirut, von wo aus sie die Möglichkeiten untersuchten, orientalische Bienenköniginnei nach Europa und Amerik zu exportieren. Es waren einige nützliche Monate, die Philip in Gesellschaft Bentons in Syrien verbrachte. Als zr wieder nach Artass kam. begann er, gemeinsam mit den Brüdern, systematisch nach europäischem Muster die Bienenzucht zu betreiben. Kamele trugen hinfort die Körbe von Ort zu Ort. Nach Jaffa zur Zeit der Orangenblüte: von dort nach Ram'" zu den Opuntien (Zabres), weiter nach Bai el Wad zu den Minzen, nach dem Gazabezirk zu den Akazien und schliesslich in das judäisehe Bergland mit seinen reichen 7‘es‘ inden von Thymian, deren Honig sowohl als auch ihren Blütenstaub die Bienen nehmen. Die Ergebnisse dieser Methode des „Abgrasens“ aller kräuterreichen Gebiete waren ausgezeichnet. Die Araber sahen das mit Ueberraschung, und allmählich begannen auch sie. wenn auch nicht alle, zur Aufstellung von beweglichen Holzbienenkörben überzugehen und mit ihnen zur rechten Zeit umherzuziehen. Die Zusammenarbeit der fünf Brt.der hielt nicht lange an. Die fortgesetzten Schikanierungen durch hochfahrende türkische Steuereintreiber veranlassten zwei von ihnen, eines Tages mit einer Anzahl der Bienenkörbe nach Algerien überzusiedeln, um dort ihr Glück zu versuchen. Ein dritter Bruder ertrank beim Baden am Strand von Jaffa. Schliesslich gab auch der durch die Malaria geschw'ächte Philip die Arbeit in Artass auf und verliess nit seiner Frau, einer Amerikanerin, und ihren Kindern das Land und ging nach Nizza. Die beiden nach Algerien ausgewanderten Brüder hielt es dort nicht lange; sie kamen wieder zurück und waren glücklich, das Lan„, in dem Milch und Honig fliesst, wiederzusehen. Schwester Louise war Artass .reu geblieben. In liebevoller Hinga befasste sie sich mit dem Sammeln von Blumen und Kräutern, die sie mit geschickten Händen zu Schulherbarien ordnete und Postkarten mit ihnen schmückte oder „Andenken an das Heilige Land“ aus ihnen anfertigte. So schuf sie sich eine bescheidene Existenz. Es kam eines Tages nach Artass die englische Botanikerin Miss Grace M. Crofoot. Gemeinsam mit Louise begann sie die mühereiche Arbeit des Materialsammelns für ein Buch, welches sich mit den Brauchtum der arabischen Bevölkerung, soweit es mit der Flora des Heiligen Landes zusammenhing, befassen sollte. (Heilkräuter, Sagen, Hausbeschützer, Aberglaube u. a. m.l. Nach langer Arbeit konnte das Buch im Jahre 1932 erscheinen. Philip Baldensperger entfaltete eine reiche publizistische Tätigkeit, die sich eingehend mit der Schilderung des Lebens der Fellachen und Beduinen, dann aber auch mit fachlichen Untersuchungen der Bienenzucht befasste. Einzelstudien Philip Badenspergers erschienen in franzö6i. -hen, englischen und deutschen Zeitschriften, die erste bemerkenswerterweise auf Deutsch in des jerusalemer erblindeten Gelehrten Abraham Mosche Luncss’ ^ahrbuch „Jeruschalajim“. Es hatte damit folgende Bewandtnis: Lunczens Absicht war es, einige Beiträge auch auf Englisch und Deutsch in einem seiner 13 J. .bücher zu veröffentlichen Da es im Lande uoch keine Druckereien gab die er mit dies Aufgabe oetrauen konnte, kam er mit Perez Smolenski, der in Wien eine Druckerei besass. ü oerein, den Druck zu besorgen. Das war im Jahre 1883. —Ein kleines Lehr- und Lern buch 1' - jüdische Scnulen erschien aus Philip Baldenspergers Feder in hebräischer Sprache unter dem Titel: „Erez Israel hajom ulefanim“. Ueber das Schicksal der Angehörigen der Familie Baldensperger konnte der Schreiber dieses Aufsatzes nichts in Erfahrung bringen. Nicht unerwähnt möge es bleiben, dass von den Baldenspergers manche Anregung auch den jüdischen Siedlern gegeben wurde, wie denn auf der anderen Seite an mehreren Stellen der Schriften Philips lobend über die Erfolge der jüdischen Bienenzüchter in Palästina gesprochen wird. Zwi Kessel Preis Mexico-City. — Drei jiddische und ein hebräischer Schriftsteller wurden mit dem Zwi-Kessel-Preis für das Jahr 1966 ausgezeichnet, w'ie die Kultur-Kommission des Zentralcomites der mexikanischen Juden bekannt gab. Die Kommission verwaltet diesen Ponds, welcher vor 20 Jahren von dem in Mexiko lebenden Philanthropen Zwi Kessel gestiftet worden ist. Der erste Preis von 80.000 Dollar wurde zwischen dem berühmten jiddischen Dichter Jacob Glatstein, der in New York lebt, und dem eminenten Bibliographen Jefim Jeschurin geteilt. Die folgenden Preise von je 200 Dollar erhielten der jiddische Dichter M. Shafir und der hebräische Schriftsteller Simcha Rubinstein. Buchausstellung Zwischen dem 28. März und 5. April des laufenden Jahres wird in Jerusalem die Dritte Internationale Buchausstellung abgehalten werden, an welcher sich zahlreiche Verlagsanstalten des Auslandes beteiligen werden, unter ihnen auch Argentinien. Präsident Salman Shazar wird die Ausstellung eröffnen. mau Am 14. Januar 1967 verschied plötzlich und unerwartet im 85 Lebensjahr unsere innigst geliebte, treusorgende Mutter, Schwiegermutter und Tante, Frau WALLY SILBERBERG geb. RUSS AK In tiefer Trauer LOTTE PARADIES geb. SILBERB4ERG FRITZ PARADIES Von Beileidsbesuchen bitten wir Abstand zunehmen. Wir danken allen Verwandten und Freunden für die erwiesene Anteilnahme. Cördooa 3066, Olivos Unsere Chamischa Asar b’Schwat-Feier Wir benachrichtigen unsere Freunde, dass wir am Sonntag, den 29. Januar, die traditionelle Feier des 15. Schwat — das Fest der Bäume auf den Weekendplätzen von- ACIBA in Olivos und Batifield, von „Bet Israel“ in Los Polvorines, von „Bar Kochba“ in Moreno und der Nueva Comunidad Israelita in Olivos, mit der Erlaubnis der betreffenden Vorstände, wie alljährlich, durchführen werden. Wir bitten um zahlreiches Erscheinen der betreffenoen Mitglieder, insbesondere von Jugendlichen. Gleichzeitig ersuchen wir um die wohlwollende Unterstützung unserer freiwilliger. Mitarbeiter, die für den KKL anwesend sein werden. Aus unserer Arbeit Frau Erna Friesem spendete S 5.000.— für die Pflanzung . Heuen K^yemer Ce.tSlt.AEC PP COilllE CENTROtliKOFISJ Corrientes 2294 — VI. Stock — T. E. 48-3695. 48-5683 Levi Eshkol recorre las zonas fronterizas El Primer Ministro de Israel, Sr. Levi Eshkol. acompañado por el Jefe de Armas del Estado Mayor, recorrió recientemente Las zonas fronterizas de la parte central / sur de Israel, teniendo así la oportunidad de inspeccionar los nuevos experimentos que se utilizan en ia reclamación del suelo, en la forestación ¿ el avance que el trabajo de. KKL proporciona a las zonas de desarrollo. El Primer Ministro comenzó su viaje desde Modiím. puesto fronterizo que se eslá desarrollando en la histórica región de los Maca heos y en el cual se lleva a cabo un , von 25 Bäumen im „Bosque | Independencia Argentina“ | zum Andenken an ihren Gatj ten, Herrn Car,os Friesem, s I A., anlässlich seines 3. Jahrzeitstages am 25. Januar. Blumenabloesung in Form von Glückwunsch- sowie Trauer-Telegrammen und Baumdiplomen bei jeder Gelegenheit bitten wir unter folgenden Telefon-Nummern aufzugeben: 73-9026 Sra. Weinstein 64-2966 Sra. Lubaseher 54-3209 Frl. Wertheimer 48-5683 Sekretariat 48-3695 — :o:— PFLANZT BAETJME IM „BOSQUE INDEPENDEN¬ CIA ARGENTINA* ALS UNSEREN BEITRAG AN. LAESSLICH DES „SES - QUICENTENARIO“. DER 150-JAHRFEIER DER UN. ABHAENGIGKEITSER- KLAERUNG ARGENTI. NIENS — 1816—1966. plan de forestación que comprende 200.000 árboles. El Sr Eshkol prosiguió a lo largo de la frontera, alcanzando el área de Devir, al sudeste de Quiriat Gat donde se aprovecha e] agua de lluvia acumulada ¡jara nuevas plantaciones. El Primer Ministro dedicó profunda atención a latir, sobre la frontera jordana al norte de Arad. Antes de su retorno a Jerusalén, prometió el Primer Ministro la ayuda del Gobierno para impulsar el desarrollo de dichas regiones — zonas de vital importancia para la seguridad del país. Hotel-Restaurant M. FLAMM CHASCOMUS — T. E. 2910 — Córdoba 38 unter Aufsicht s. Ehrw., Rabb. Dr. I. Oppenheimer Telef. Auskünfte in Bs. Aires: 781-1312 u. 70-5805 HOTEL LAGO RIO CEBALLOS SIERRAS DE CORDOBA CASILLA CORREO 34 i&D SAISONEROEFFNUNG: 15. DEZEMBER NEU: EIGENE PIILETA NACHRUF Der ehemalige Vizepräsident unserer Organisation, Herr WALTER JOSEPH hat uns plötzlich für immer verlassen. Wir verlieren in dem Dahingeschiedenen den treuen Freund, den stets hilfsbereiten Menschen, der sich in unermüdlicher Weise in den Dienst unserer Organisation stellte. F Wir werden ihn nie vergessen! Asociación Cultural Israelita de Bs. As. Der Vorstand VOR DEM IIRLAUB: Einheitskampagne COMITE CENTROEUROPEO DE LA CAMPAÑA UNIDA 1 Reren HajessotU SARMIENTO 2376 BL-I.E 47-3820