Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 27 (1966)
- Issue
- 2200 (30.12.1966)
- Date
- 1966-12-30
- Page
- [Seite 8] (sequence 8)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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FRANQUEO PAGADO ° 03 o c “■ £ - £ c « Concesión 908 O? c <ü TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 ISRAELITA Ano XXVII BUEÍNOS AIRES, VIERNES 30 I>E DICIEMBRE DE 196« N® 2200 EL EJEMPLAR en toda la República 20.- PUEYRREDON 2190 1* izq. Buenos Aires T.E. 83 - 2613 Diskussion unter Arabern HUSSEINS NEUE REG I BR UNG London. — Das Hauptziel des neuen transjordanischen Kabinetts ist die ..Wiedergewinnung Palästinas", wie einer aus Amman übermittelten Regierungserklärung König Husseins zu entnehmen ist. Darin fordert dieser ferner das aus 13 Mitgliedern bestehende Kabinett auf, an dessen Spitze Ministerpräsident Wasfi Tel steht, um das Vertrauen der befreundeten Araberstaaten und die Festigung der arabischen Einheit bemüht zu sein. Englische Beobachter vertreten die Ansicht. es handle sich um ein Kriegskabinett, da der König unterstreicht, dass das Palästina-Problem eine Frage „von Leben und Tod und Teil der nationalen Existenz des Landes“ sei. Nach Bildung des neuen Kabinetts löste der König das transjordanische Parlament auf und versprach, dass es innerhalb von vier Monaten zu Neuwahlen kommen soll. In seinen Anweisungen an Premierminister Tel spricht Hussein von seiner Absicht, die Gegner seines Regimes weiter mit Strenge zu verfolgen. deren Bekämpfung er dem neuen Regierungschef zur- Aufgabe macht. KEINE EINIGKEIT IN KAIRO London. — Eine zweitägige Sitzung der arabischen Verteidigungs-Chefs über die Vorschläge, Transjordanien durch die Stationierung arabischer Truppen Hilfe zu leisten, schloss ohne die Herausgabe einer Entschliessung. Die Meldung stammt aus Kairo, dem Sitz dieser Konferenz. Das Fehlen eines Communiqués ist ein weiteres I London. — Die terroristische Organisation El Fatach beklagte sich, dass König Hussein von Transjordanien ihre Mitglieder durch Einsatz von Truppen von neuen Infiltrationen in Israel abhält. Die Beschuldigung gegen Hussein wurde in einer von dieser Organisation abgegebenen Erklärung erhoben, welche von syrischen Zeitungen publiziert wurde. Ihre Abfassung geschah während der Zusammenkunft, die vier arabische Länder in Kairo abhielten, wo sie darüber berieten, welche „Erleichterungen" notwendig seien, um irakische und sauditische Truppen in Transjordanien zu stationieren. An dieser Konferenz beteiligten sich Irak, Transjordanien, Saudi Arabien und Syrien. In der erwähnten Deklaration heisst es, dass schon fünf Zusammenstösse zwischen El Fatach-Gruppen und transjordanischen Truppen letzthin zu verzeichnen waren. (ITA) Anzeichen, dass König Hussein sich diesem Angebot widersetzt. Schon vorher hatte der Verteidigungsrat der Arabischen Liga Transjordanien in einer Resolution aufgefordert. der Aufstellung sauditischer und irakischer Truppen an der transjordanischen Grenze mit Israel zuzustimmen. Dies hatten israelische Sprecher mit der Warnung beantwortet, dass Israel eine solche Aktion als wesentliche Aenderung des Status quo ansehen und sich in diesem Falle seine Handlungsfreiheit Vorbehalten müsse, König Hussein hat erklärt er werde den Einmarsch von Truppen anderer arabischer Länder nur dann gestatten, wenn Transjordanien neuerlich von Israel angegriffen werden würde. ERKLAERUNG ABBA EBANS Jerusalem. — Die israelischen Amtsstellen prüfen die möglichen Auswirkungen, die das Versprechen der USA, den Transjordaniern militärische Hilfe zu leisten, auf lange Sicht haben könnte. In Soldaten als Abgeordnete von SEM FRANKENSTEIN Tn einer Fragestunde des Deutschen Bundestages hat die nun zur Opposition gehörende FDP-Abgeordnete Frau Dr. Diemer-Nicolaus dem Staatssekretär im Bundesministerium für Verteidigung, Dr. Carstens, eine interessante Präge vorgelegt, die wie ein Schlaglicht die wirkliche Situation erhellt, in wexher sich das .demokratische' Deutschland bereits wieder befindet. Die Frage lautete- „Ist dem Bundesverteidigungsministerium bekannt, dass in einigen Kommunalparlamenten und nun auch im Bayerischen Landtag aktive Angehörige der Bundeswehr als NDP-Abgeordnete wirken, obwohl die NDP nach den Erklärungen ihrer Führer den Austritt der Bundesrepublik aus der NATO und die Bildung einer eigenen Armee mit ausschlieso ich deutschem Oberbefehl fordert?“ Die Frage ist ebenso klar formuliert wie instruktiv. Der Staatssekretär gab zu. dass es in einigen Kommunalparlamen<;en — wir würden Stadtverordnetenversammlungen sagen — einige Soldaten gibt, die Mitglieder der NDP (Nationaldemokratische Partei) sind, also jener Partei rechtsradikaler Elemente, die einen Supernationalismus predigen. Der Staatssekretär fügte hinzu, dass im Bayerischen Landtag dagegen nur ein Abgeordneter sitzt, der Soldat war, aber mit der Annahme des Mandats von der Bundeswehr in den Ruhestand versetzt worden ist. Auf ■weitere an ihn gerichtete Fragen erklärte der Staatssekretär, schriftlich antworten zu wollen, wenn ihm das entsprechende Material vorliegen würde. Dass die Bundeswehr nicht nur vereinzelte Micglieder hat. die entweder aktive NDP-Mitglieder oder Sympathiesanten dieser Partei sind, dürfte feststehen. Der Staatssekretär hat dies — wenn auch nicht mit eindeutigen Worten — zugegeben. Dass aber diejenigen, die in der Bundeswehr sitzen und die Forderungen der NDP sich zueigen machen, ihren entsprechenden Einfluss auf die jungen Soldaten ausüben, dürfte auch nicht bezweifelt werden können. Jugend, soldatische Jugend und besonders deutsche Soladten sind immer nationalchauvinistischen Parolen zugänglich gewesen. Die „Tradition“ von Jahrhunderten ist nicht in einer Generation zu überwinden, besonders dann nicht, wenn hierzu keine Absicht besteht. — einer Kabinettssitzung erklärte Aussenminister Abba Eban, dass diese Hilfe eine ernste Bedrohung des Gleichgewichts der Kräfte im Mittelosten darstellen müsse Das von den Nordamerikanern ergangene Angebot sollte anscheinend dem Zweck dienen, die Position Husseins zu stärken, der sich wegen seiner Haltung zu Israel ständig der Schwierigkeiten zu erwehren hat, welche ihm die Arabische Liga bereitet. Eban teilte mit, dass die israelischen Repräsentanten in den Vereinten Nationen angewiesen wurden, „die prinzipiellen Ein wände“ ihrer Regierung gegen irgendeinen Faktor geltend zu machen, der das Gleichgewicht im Mittelosten zu erschüttern geeignet sei. MEINUNG DER BEOBACHTER Nach Auffassung der politischen Beobachter ist die Erklärung Ebans ein Indiz für eine mögliche israelische Aktion, vielleicht durch Verstärkung der Bewaffnung oder die Konzentrierung von Truppen, um das Rüstungs- Übergewicht Transjord aniens auszugleichen. ARABISCHER REVOLUTIONSRAT Kairo. — Achmed Shukeiry, Chef der Organisation für die Befreiung Palästinas kündigte über den ägyptischen Sender ,,Die Stimme Palästinas“ die Gründung eines geheimen arabischen Revolutionsrates an, um König Hussein von Transjordanien zu stürzen. Shukeiry gab bekannt, dass die Mitglieder dieses Rates innerhalb und ausserhalb Transjordaniena leben und das Volk auf einen ,,Befreiungskampf" vorzubereiten planen. Er bezeichnete Hussein in seiner Rede als „Tyrann von Amman, der Alia, den Prophe ten und Palästina verraten hat". Shukeiry erwähnte, dass die kürzliche Konferenz in Kairo klar die Absicht Husseins erwiesen habe, die Stationierung irakischer und sauditischer Truppen „zur Verstärkung der heroischen transjordanischen Armee im Kampf gegen Israel“ nicht zu gestatten. Der neue „Revolutionsrat“ tritt an die Stelle der jetzigen Exekutiv - Kommission der Organisation für die Be freiung Palästinas. Er besteht aus 11 Mitgliedern, deren Namen geheim gehalten werden. Nach Shukeirys Aussage sollen auch die Sitzungsberichte des Revolutionsrates geheim sein und nur aus-1 zugsweise veröffentlicht werden. soweit sie von allgemeinem Interesse sind. GEGEN FAISAL UND HUSSEIN Eine einflussreiche kairoer Zeitung beschuldigte die Könige von Saudi Arabien und Trans jordanien. ein militärisches Geheimbündnis abgeschlossen zu haben, das Waffenkäufe für Millionen von Dollar in England beinhaltet Die Zeitung schreibt. Faisai und Hussein hätten sich am 23. Dezember heimlich in der transjordanischen Stadt Akaba getroffen, um diesen Pakt auszuarbeiten. Ihre Ab sicht sei, ihren Thron zu festigen und sich des wachsenden Druckes zu erwehren, den die linksgerichteten Elemente in der Arabischen Liga auf sie ausüben. Ebenso wären die Könige üt>ereingekommen, sich dem Einmarsch fremder Truppen zu widersetzen, damit diese bei der Verteidigung der transjordanischen und sauditischen Grenzen mit Israel helfen. Im weiteren berichtet diese Zeitung von der Schaffung eines bilateralen Arrneekommandos, das dem transjordanischen Generalstabs - Clief, General Habis El Magali, unterstellt wurde. SICHERHEIT UNID SOUVERAENITAET Jersalem. — Premierminister Levi Eshkol gab in einer öffentlichen Versammlung, der 70 Universitätspro fessoren beiwohnten, eine Erklärung über die Sicherheit und Souveränität des Staates Israel ab. Er brachte klar und deutlich die israelische Position zum Ausdruck und stellte fest, dass Israe nicht die Meinung anderer Länder akzeptiert tin diesem Falle Nordamerika), soweit diese sich auf Sicherheitsprobleme bezieht. Eshkol führte aus dass die von Israel im November durchgeführte Strafexpedition zwar in Washington einen ungünstigen Eindruck hervorgerufen habe doch hat seit jener Zeit die israelische Sicherheitslage eine erhebliche Besserung erfahren. Seither haben sich die terroristischen Ueberfälle, die vordem an der Tagesordnung waren, nicht mehr wiederholt.. An anderer Stelle seiner Seit 1930 zum ersten Mal von HORST WINCKLER Seit 1930 ist es das erste Mal, dass die SPD. die Sozialdemokratische Partei Deutschlands, wieder an einer deut*;-ohen Reichs-, jetzt Bundesregierung beteiligt ist. Als damals, in den fernen Zeiten der Weimarer Republik, die SPD mitwirkte, war sie die führende Partei einer grossen Koalition gewesen, die u. a. auch den Reichskanzler gestellt hatte, Müller-Franken, einen alten und bewährten Politiker, der manche Regierung angeführt und vergeblich versucht batte, gegen den Boykott der Rechten und den Hass der Unbelehrbaren das Deutsche Reich zu demokratisieren. Neben ihm sassen damals Severing, Robert Schmidt und der Gewerkschaftler Wissel in der Regierung, die am Problem der Arbeitslosenfrage scheiterte, für die zwar eine Kompromisslösung gefunden werden konnte, nur nicht innerhalb der SPD. Denn Wissel war gegen den Vorschlag, der mit Sicherheit die Regierungskrise vermieden hätte. Die Frankfurter Zeitung fragte: „Hat die Sozialdemokratie bedacht, was für unsere ganze innerpolitische Entwicklung daraus erwachsen kann? Jetzt ist alles dunkel und ins Ungewisse gerückt!...“ Was ist alles seit dem 27. März 1930 geschehen, an dem Reichskanzler Müller (SPD) über den Fuss gestolpert ist, den ihm SPD-Minister Wessel gestellt hatte Gana Deutschland stolperte langsam aber sicher in jenen Abgrund, in welchen es vom Nazismus gestürzt und aus dem es von den Amerikanern herausgeholt worden ist. Jetzt ist das alte Reich geteilt, in der Bundesrepublik kamen sozialdemokratische Minister in die Regierung, wenn auch der Kanzler noch nicht von ihnen gestellt werden konnte. Aber unter welchen Bedingungen haben sich die SPD-Ftifoler zu dieser Koalition bereit gefunden? Waren sie bereit, die wenigen Prinzipien, die ihnen geblieben sind, auch noch aufzugeben? Haben nicht sehr erhebliche Teile der SPD der neuen Koalition die Stimme verweigert? Wird nicht noch einmal eine Spaltung oder Meinungsverschiedenheit innerhalb der SPD „den anderen“ den Weg zur Macht erleichtern? Das alles sind Fragen, die sich in diesem Augenblick aufdrängen. Bilder der. Vergangenheit werden wach Eh mag sein, dass es immer unrichtig ist. historisch« Vergleiche zu ziehen, weil eine neue Zeit andere Entscheiiungen erfordert. Aber immer wird es zweckmässig bleiben, aus den Irrtümern früherer Tage zu lernen, zumal die Bedingungen und Voraussetzungen für viele Entscheidungen trotz der vergangenen Jahre die gleichen bleiben: di« geographischen Bedingungen und die Voraussetzungen, die im Volksenarakter gelegen sind. Fritz Ebert, der erste Präsident der Weimarer Republik, hatte seinen Parteigenossen von der S'PD zugerufen, als sie Stresemann gestürzt hatten: „Was Euch veranlasste, den Kanzler zu stürzen, ist in sehs Wochen vergessen. Aber die Folgen Eurer Dummheit werdet Ihr noch zehn Jahre lang spüren“. Das ist ein wahres Wort. Nur haben die SPD wie alle anderen die Folgen der Dummheit bi« heute zu spüren bekommen. Ausführungen bemerkte Eshkol, dass den kiirzlichen Erklärungen der Sowjetunion | über ihre Stellungnahme zur Lage im Miteiosten Glauben geschenkt werden dürfe. Moskau hatte verlauten lassen, dass die sowjetische Regierung auf einige Araberstaa ten Einfluss zu nehmen sucht, damit der Konflikt sich nicht weiter zuspitzt. Hierzu teilte Eshkol mit, dass Israels Bemühungen, seine Beziehungen mit Sowjetrussland zu verbessern, sich bisher günstig entwickeln Offenes Tor in Jerusalem Jerusalem. — Wie alljähr- | den lieh zur Zeit des Weihnachtsfestes öffnete sich auch in diesem Jahr das Tor, welches die Altstadt und die Neustadt von Jerusalem miteinander verbindet, um den auf israelischem Boden lebenden Christen die Möglichkeit zum Besuch der ihnen heiligen Stätten zu geben. Bei diesem Unterfangen arbeiteten trotz der herrschenden Spannung an der transjordanisch-israelischen Grenze die Behörden beider Länder eng zusammen. Normalerweise ist die Grenze gesperrt, und nur Diplomaten, Angestellte der UN und Touristen dürfen sie überqueren. Kein Israeli oder Araber darf das Mandelbaum-Tor, den einzigen für Verkehr dienenden Weg durch das „Niemandsland“ benutzen, um von einer Seite der Stadt in die andere zu gelangen, deren Grenzlinien ständig von bewaffneten Wachen geschützt werden. Aufgrund eines durch die UN-Behörden erzielten Uebereinkommens gingen am Abend des 24. Dezembers die rot-weiss bemalten Schranken des Mandelbaum - Tors hoch und gestatteten den Durchgang von 5.276 Pilgern, in Israel wohnhaften Arabern und Touristen, die sich vorher in eine Liste eingetragen hatteh. Kinder nach Israel Rom. — Kinder aus Fan* lien, die von den Ueberschwemmungen in Florenz und Venedig betroffen wurden, verbringen zwei bis drei Wochen zur Erholung in Israel, wo sie auf verschiedene Kibbuzim verteilt wurden. Die Initiative zu diesem Plan ging von dem Rotary Club in. Israel aus. Der Rotary Club in Italien, Israel-Botschafter Avriel in Rom und Frau Emma Cantoni von der italienischen Alija unterstützten seine Durchführung. Unter den 102 Kindern aus den vorgenannten Städten befinden sich 22 jüdische Kinder aus Florenz im Alter von 13 bis 16 Jahren. Die unentgeltliche Beförderung der Kinder wurde von den Fluggesellschaften Alitalia und El Al übernommen. (ITA) An unsere Leser Infolge der technischen Schwierigkeiten, die durch die offiziellen F'eiert-age und auch im Zeitungswesen in der folgenden Woche bestehen, erscheint die nächste Ausgabe der Jüdischen Wochenschau erst am 13. Januar wieder. Wir bitten unsere Leser höflichst, hiervon Kenntnis zu nehmen. Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavia 831 Registro de 1» Propiedad Intelectual N» 909.491