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Jüdische Wochenschau · 1966-11-25 · 2195 (25.11.1966) · p. [Seite 8]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
27 (1966)
Issue
2195 (25.11.1966)
Date
1966-11-25
Page
[Seite 8] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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, ffl < O FRANQUEO PAGADO Concesión 908 TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 SEMANA ISRAELITA Año XXVII. BUENOS AIRES, VIERNES 25 DE NOVIEMBRE DE 1966 N? 2195 EL EJEMPLAR en toda la República 15.- PUEYRREDON 2190 1* lz<|. Buenos Aires T.E. 83 - 2613 Der Streit an den Grenzen Jerusalem. — Premierminister Levi Eshkol unterrichtete das Kabinett, dass dii Berichte über die transjordanischen Verluste und Schäden. die die israelische Repressalie vom 13. November verursacht hat. übertrieben ■worden seien. Er fügte hin, zu. die Strenge der internationalen Kritik sei zum Teil auf diese Uebertreibungen zurückzuführen. Eshkol betonte, dass bei der Vergeltungsaktion keine Artillerie eingesetzt wurde und die israelischen Flugzeuge keine Bodenziele bombardiert haben. UX-BERICHT ENTHABLT UNGENAUIGKEITEN Jerusalem. — Israelische Quellen verwiesen auf verschiedene wichtige Ungenauigkeiten in dem Bericht der UN-Organisation für die Ueberwachung der Waffenstillstände, der den Vereinten Nationen über Israels Strafexpedition gegen Transjordanien zu geleitet wurde. Der Bericht erwähnt den Tod von 15 cransjord an ¡sehen Soldaten und 3 Zivilpersonen, sowie 134 Verwundete, hiervon 97 Angehörige der Zivilbevölkerung. Unrichtige Beschuldigung UN. — Israel bestritt energisch, die von Transjordanien im Sicherhietsrat aufgestellte Behauptung, dass bei der Strafexpedition gegen transjordanische Dörfer amerikanische Patton-Tanks eingesetzt worden wären. — Der transjordanische Delegierte bedauerte, dass der Sicherheitsrat keine Entscheidung gegen Israel getroffen habe. — Der nordamerikanische Delegierte. Oberrichter Arthur J. Goldberg, der den Vorsitz im Sicherheitsrat führt, wandte sich gegen die Bemühungen einiger Delegierter, zur gleichen Zeit auf zwei Pferden zu reiten, was zum Untergang führen müsse Er teilte mit, dass die afrikanischen Länder eine Resolution vorbereiteten, um Israel wegen seines Angriffs gegen Transjordanien zu verurteilen, ohne irgendwelche wirtschaftlichen Sanktionen einzuschliessen, wie dies von den Arabern verlangt worden sei. — Aus zuverlässiger Quelle erfährt man, dass diese Resolution weder von den Russen, die den arabischen Standpunkt unterstützen, noch von den Westmächten angenommen worden sei. — der UN-Generalsekretär dem Sicherheitsrat aufgrund erster Informationen des Generals Bull mitgeteilt, dass 125 Häuser und andere Gebäude im Gebiet von Samua zerstört wurden. Der offizielle Bericht erwähnt die Erklärung eines transjordanischen Obersten, der der Untersuha- Vatikan hob Bücher-Index auf Der Index der verbotenen Bücher ist in der katholischen Kirche aufgehoben worden. Dies wurde kürzlich durch eine von Kardinal Ottaviani Unterzeichnete Mitteilung im ..Osservatore Romano“ bekanntgegeben. Die mit dem Lebensgefühl de1" Neuzeit am stärksten in Wi derspruch stehende Einrichtung der katholischen Kirche ist damit verschwunden. Der Index wurde 1571 eingerichtet. Schon das päpstliche Motu Proprio (Erlass) „Integrae servandae“ vom 7 Dezember 1965, das die Reform des Heiligen Offiziums anordnete. hatte den Index nicht mehr erwähnt. Im päpstlichen Erlass und in der Mitteilung des ,,Osseivatore Romano“ wurde gesagt, dass der Index nicht botene Bücher liest, aufbewahrt und verbreitet. Damit sei nicht gesagt, dass die Kirche darauf verzichte, auch weiterhin zwischen guten und schlechten Büchern zu unterscheiden. Die Pflicht der Wachsamkeit bleibe bestehen. Die Kirche behält sich also Verurteilungen für besondere Fälle vor. Das werde nui geschehen, nachdem sie mit dem Verfasser des Buches in Verbindung getreten sei und dieser eine Ueberprüfung seines Inhalts abgelehnt habe. Die letzte amtliche Ausgabe des Index ist 1948 erschienen. Sie enthielt das Verzeichnis aller nach dem Jahre 1600 verbotenen Buchtitel insgesamt etwa viertausend Berühmt geworden ist vor allem der Fall Galilei. Seine mehr den Charakter eines Werke sind erst nach 1831 kirchlichen Gesetzes trage, allmäblich wieder zugelassen mit strafen für den, der ver > worden. Arabische Protesterklaerung . London. — Die Botschafter von acht arabischen Staatei in London protestierten in einer gemeinsamen Erklärung gegen die Berichte, die in den englischen Zeitungen veröffentlicht wurden, und beschuldigten die Presse Englands der „fast einstimmigen Entschuldigung der israelischen Strafexpedition“. Die Erklärung, welche auch die Unterschrift des syrischen Geschäftsträgers und des Beraters für Angelegenheiten der Arabischen Liga trägt, klagt die Zeitungen an, den israelischen Gegenschlag gegen Transjordanien zu verteidigen obzwar „Transjordanien laut allgemeiner Feststellung nicht für die Aktivitäten der Guerillakrieger verantwortlich ist“. Eis wird ferner behauptet, dass die El-Fatach-Kommandos und andere Gueri‘.Ja-Einheiten fast ausschliesslich aus Palästinensern gebildet sind, „die keine andere Treue als die zu ihrer eigenen Sache anerkennen, die über ein verlorenes Vaterland und eine missachtete UN-Chartr hinausginge“ Daher, so fährt die Erklärung fort, „haben die araoischen Regierungen keine Kontrolle über die Guerilla-Gruppen“. Die acht unterfertigten arabischen Botschafter sind die Repräsentanten von Tunesien, Libyen, Marokko, Transjordanien, Kuwait, Sudan, Saudi Arabien und Libanon. (ITA) raelischen Sturmtruppen 80 Patton-Tanks und Panzerwagen ausser 12 Mirage-Düsenjägern gewesen seien Die israelischen Gewährsleute hoben hervor, dass die Militär - Korrespondenten, welche die israelischen Trup pen bei ihrem Sturmangriff begleiteten, betont hatten, dass keine Patton-Tanks ein- ■ - --- iVi,- rage-Flugzeuge nur in Aktion traten, um die transjordanischen Jets zurückzu schlagen, als diese die Aktion zu stören versuchten. FOTOGRAFISCHE BEWEISE Tel Aviv. — Die israelische Armee gestattete die Veröffentlichung einiger fotografischer Luftaufnahmen von dem transjordanischen Dorf Samua, die vor und nach dem israelischen Angriff auf diesen Ort gemacht wurden, um die Berichte zu widerlegen, dass die israelische Strafexpedition dort erhebliche Zerstörungen verursacht habe. Die Fotos zeigen, dass die Israelis dreissig Häuser zerstörten und nicht hundert, wie der Bericht der militärischen UN-Beobachter besagte, welcher den Vereinten Nationen zugeleitet wurde, COMAY BERICHTET Vereinte Nationen. — Transjordanien ersuchte den Sicherheitsrat, wegen Israels Repressalie vom 13. November Sanktionen zu ergreifen Der transjordanische Delegierte verlangte, dass in jede Resolution, die der Rat beschliessen werde, folgende fünf Punkte aufgenommen werden sollen: 1. Den Angriff gegen Transjordanien zu verurteilen. 2. „Schwere Besorgnis wegen Israels Weigerung, seine Verpflichtungen zu erfüllen“, auszusprechen. 3. Einen Beschluss, dass Israels Aktion „eine offensichtliche Verletzung der UN-Charter und des Waffenstillstands- Vertrages“ war. 4. Einen Beschluss, dass das israelische Vorgehen eine Aggression nach den Klauseln des Artikels 39 der Charter darstellt 5. Eine Aufforderung an die UN-Mitglieder, „die notwendigen Massnahmen zur Annahme von wirtschaftlichen Sanktionen gegen Israel zu verfügen.“ Hierzu nahm Israels Delegierter Michael Comay Stellung und wandte ein. dass eine unilaterale Resolution nicht am Platze wäre Er verwies auf die terroristischen Angriffe gegen Israel, welche der Grund für die Spannung an den Grenzen sind, und erinnerte den Sicherheitsrat an seine Verantwortung für die Aufrechternauuiig ues r riecfens Er ersuchte die Mitglieder, die Terrorakte, die Israel zu seiner Vergeltungsaktion veranlassten, in Rechnung zu ziehen, und befürwortete die Ergreifung von Massnahmen, die den Frieden fördern könnten. Comay fügte hinzu: „Israel sucht vor allen anderen Dingen eine Möglichkeit, in Frieden zu leben und keinen Angriffen ausgesetzt zu sein.“ URUGUAY FRAGT Der uruguayische Delegierte Pedro Berro gab zu bedenken, dass dort wo kein Wunsch nach Frieden vorhanden sei, es auch unangebracht wäre, die in der UN- Charter festgelegten Prinzipien anzuführen. Er fragte den Sicherheitsrat, ob er alles ihm Mögliche getan habe, um den Mittleren Osten zu befrieden. Die Lage in Palästina sei seit langem durch Sabotageakte gekennzeichnet, die mit Repressalien beantwortet wurden. Ei stellte weiter die Frage, was man tun könne, um eme Verständigung zwichen den beiden Parteien herbeizuführen, statt von „Hass und Feindseligkeit“ zu sprechen. Berro Presserat protestiert von HORST WINCKLER Der Deutsche Presserat tagte in Bad Godesberg utid protestierte, wie es heisst unmissverständlich, gegen di« Praktiken der „Deutschen National-Zeitung und Soldaten; Zeitung“ in einer Resolution, die der Presserat einstimmig angenommen hat. Der Beschluss wurde vor der Festsitzung gefasst, die anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Presserates veranstalte! wurde. Der Wortlaut des Beschlusses ist folgender: „Der Deutsche Presserat spricht seine Empörung über die publizistischen Methoden der .Deutschen National-Zeitung und Soldaten-Zeitung“ aus, die nach seiner Auffassung volks- und völkerverhetzend’ wirken Seit einem Jahrzehnt verteidigt der Presserat die Pressefreiheit Er sieht in der Tätigkeit der genannten. Zeitung einen anhaltenden Missbrauch des Grundrechtes der Pressefreiheit“. Die Entschliessung ist klar, sie kommt r-pät, nofienthch nicht zu spät. Ob dieser Beschluss des Presserates unter dem Eindruck der Erfolge gefasst worden ist. die von der NDP errungen worden sind mag dahingestellt bleiben, obwohl man sich dieses Eindrucks nicht verwehren kann. Man muss sich die ETage vorlegen, aus welchen Gründen die demokratischen Kräfte wieder einmal so lange mit ihren Reaktionen gewartet haben, bis die zerstörenden Einflüsse ernste Formen annahmen Immerhin dürfte es noch an der Zeit sein, jetzt die erforderlichen Schritte einzuleiten, um die Demokraten vor einer neuen Sturmflut des Faschismus oder sogen. Neonazismus zu schützen. Man soll nicht in den E'ehier verfallen, die ohne Zweifel vorhandenen Negativ-Erscheinungen in der Bundesrepublik unnütz zu vergrössern. Es ist schon schlimm genug, wenn man ein Bild der Wirklichkeit entwirft ohne durch eine dunkle Brille zu sehen Die demokratischen Kräfte und Kreise sind, wie man den Eindruck gewinnt, über das Anwachsen der neonazistischen NDP erstaunt oder aufgeschreckt. Wir wollen hier nicht analysieren, ob die NDP den Titel „nazistisch“ verdient, was sie noch immer bestreitet, oder nicht. Jedenfalls ist eine auffällige Nervosität der verantwortlichen Instanzen unleugbar, die sich nach dem Bekannt geben der hessischen Wahlergebnisse erhöhte. Die Tendenz eines starken Rucks nach rechts wurde sichtbar, denn hier kam es nicht zu einem vereinzelten, isolierten Sieg der NDP, sondern zu einem neuen, zu einem weiteren Erfolg in einer Serie vorausgegangener Erfolge. Nervosität ist offensichtlich ein besonderes Kennzeichen der augenblicklichen, innenpolitischen Atmosphäre in der Bundesrepublik. Da ist ein Abgeordneter der bürgerlichen CDU, ein Rechtsanwalt, 20 Minuten bevor das neu gewählte Stadtparlament in Hameln zusammentrat, zur NDP übergelaufen. ESn derartiger Schritt ist entweder eine politische Demonstration zweifelhaften Wertes oder ein Zeichen von Nervosität oder Panik, rechtzeitig umzusatteln, um wieder dabei sein zu dürfen. In jedem Fall ist es ein Hinweis auf eine wenig entwickelte Moral im politischdemokratischen Leben und muss alle bedenklich stimmen, die hiervon erfahren. Aegyptens Wirtschaft in Not In einem Bericht aus Kairo schrieb kürzlich die londoner „Times“, dass die ägyptische Wirtschaft am Rande des Zusammenbruchs steht, die Handelsbilanz sei äusserst negativ und habe eine drastische Beschrän kung der Importe erforderlich gemacht, während weitere Massnahmen geplant werden, um jede Verschwendung von Devisen zu vermeiden. Zugleich sei die ägyptische Regierung offensichtlich ratlos und unentschlossen, welche Massnahmen ergriffen, werden können, um eine Gesundung der Wirtschaft anzubahnen. Mehrere ausländi sehe Berater würden Kairo diesbezügliche, sich oft widersprechende Ratschläge erteilen. Auf diese Weise, so folgerte die „Times“, wird Aegypten immer mehr von einer der Grassmächte abhängig. Die Zeitung berichtete weiter, dass Widersacher Nas sers ihre Ansicht ausdrükken, Kairo habe zuviele politische und militärische Verpflichtungen übernommen, denen die Wirtschaft des Landes nicht gewachsen sei Aegypten würde heute tatsächlich „von der Hand zum Mund“ leben, ohne auf längere Sicht planen zu können Gegenwärtig würde die ägyptische Regierung Bemühungen unternehmen um Zahlungsverpflichtungen gegenüber anderen Ländern aufzuschieben, ohne jedoch hierbei wirkliche Erfolge zu verzeichnen. bezog sich auf seine früheren Ausführungen bei vorhergehenden Ratssitzungen, in denen über ähnliche Vorfälle beraten wurde. Man könne nicht bestreiten, so gab er zu, dass die Repressalien nach dem internationalem Gesetz nicht geduldet werden dürfen. Sie seien vielleicht durch die herrschenden Umstände erklärlich, aber man könne sie nicht rechtfertigen. Er habe nicht für die Verurteilung und auch nicht für Sanktoinen gestimmt, sondern er habe eine „realistische, humanitäre, ja sogar hoffnungsvolle Haltung“ eingenommen, fügte er hinzu. Er habe erklärt, dass die Parteien die Bestimmungen des Waffenstillstandes respektieren müssen, denn täten sie dies, so sei kein neues Abkommen erforderlich. Nötig sei vielmehr, „ein neuer Geist, um die alten Verpflichtungen als bindend zu achten, eine Wandlung in den Seelen der Menschen“. Zum Schluss versicherte Pedro Berro, dass er bei früheren Gesprächen über diesen Fall versucht habe, für gleiches Recht auf einer logischen Grundlage und ein sauberes Spiel einzutreten Er bedauerte, dass keine Einstimmigkeit zu erzielen war und die vorgeschalgene Resolution nicht angenommen wurde. „Viel Lärm um nichts war das Resultat“, stellte er fest, und er fragte den Sicherheitsrat, ob er „wirklich seine ihm aus der UN-Charter erwachsenden Pflichten erfüllt“. Er erklärte sich besorgt über die „Unterlassungssünden“ und mahnte, dass die Weisheit niemals zur Schwäche führen dürfe, denn, wie er es ausdrückte, „die Schatten von Genf hängen über New York“. Neuer Handelsminister Tel Aviv. — Ministerpräsident Levi Eshkol kündigte die Ernennung von Zeew Scharef, früherer Regierungs-Sekretär und Administrator des Weizmann - Instituts, als Minister für Handel und Industrie an. Sein Vorgänger, Chaim Zadok, trat zurück, weil er, wie es hiess, mit einigen Punkten des neuen Sparprogramms der Regierung nicht einig ging. Frau Golda Meir, Sekretärin der Mapai, gab bekannt, dass Zadok weiterhin im Parlament die Bemühungen der Regierung aktiv zu unterstützen plane. (ITA) Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavia 831 Registro de la Propiedad Intelectual N? 909.491

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