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Jüdische Wochenschau · 1966-11-25 · 2195 (25.11.1966) · p. [Seite 4]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
27 (1966)
Issue
2195 (25.11.1966)
Date
1966-11-25
Page
[Seite 4] (sequence 4)
Language
German, Spanish
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K — Viera«*, 25 de Noviembre de 1966 JÜDISCHE WOCHENSCHAU And XXVII. — N* 2195 Ereignisse der Wichtige Besprechungen Zu wichtigen Beratungen trat die 13. Plenarversamm lung der südamerikanische''. Exekutive des Jüdischen Weltkongresses in Buenos Aires zusammen. An den Verhandlungen und Diskussionen beteiligten sich Delegierte aus Argentinien, Brasilien Chile, Uruguay, Paraguay lind Perú, die eine umfangreiche Tagesordnung zu bewältigen hatten. Nach einer Aussprache über die Bedeutung der Weltkonferenz in Brüssel wurde ein Bericht der Spezialkommission für Menschenrechte zur Kenntnis genommen und beschlossen, den Preis der Südamerikanischen Exekutive für Menschenrechte, der erstmalig zur Verteilung gelangt, dem uruguayischen Politiker Dr. Emilio Frugoni zuzusprechen. Die Mitglieder der Exekutive und die sonstigen Teilnehmer an den Besprechungen Unterzeichneten ein Dokument, auf dem die Anerkennung der Leistungen dieses bedeutenden Vorkämpfers für die Menschenrechte verzeichnet sind und die Preisverteilung an Dr. Frugoni ausgesprochen wird. Die Uebergabe des Preises und des entsprechenden Diploms erfolgt am 10. Dezember, dem „Tag der Menßchenrechte“ in einer besonderen Feierstunde. — Anschliessend wurde über das „Erste Colloquium der jüdischen Intellektuellen in Südamerika“ informiert, das dem Thema „Jüdisches Bewusstsein“ gewidmet sein wird. Referent war Dr Leon Unter den anderen Themen, die zur Besprechung kamen,' sind zu erwähnen Das Problem der Kriegsverbrecher, die Lage der Juden in der Sowjetunion Jüdisch- Arabische Probleme auf dem lateinamerikanischen Kontinent, der Besuch des Nobelpreisträgers Prof. Bloch, der bekanntlich vom Jüdischen Weltkongress auf Anregung der CENTRA nach Südamerika gekommen ist und hier starken Widerhall aösgelöst hat. Bericht Dr. Kamenszain Im weiteren Verlauf der Besprechungen wurde über das Problem der akademischen jüdischen Jugend referiert, wobei detaillierte Informationen über die steigende Erfassung der jüdischen Akademiker gegeben wurde, die in einem stärkeren Masse als bisher für unsere Probleme interessiert werden können Der am gleichen Tage aus Nordamerika zurückgekehrt» Vorsitzende der Kehilla von Buenos Aires und des Waad Hakehillot (Gemeindeverband Südamerikas), Herr Dr Tobias Kamenszain berichtete über seine Verhandlungen in New York, die der Vorbereitung einer allgemeinen Tagung der Gemeinden in Lateinamerika galt zu der soeben Dr. Nachum Goldmann sein Erscheinen zusagte. Auch über wichtige politische Aspekte unserer Arbe't und der allgemeinen jüdischen Situation berichtete Dr Kamenszain nachdem er in New York an Besprechungen zwischen den führenden Persönlichkeiten teilgenommen hatte Seine Ausführungen wurden mit besonderem Interesse aufgenommen. Die Kristallnacht Die Plenarsitzung der Weltkongress-Exekutive wurde — wie im vergangenen Jahr — einer grossen Veranstaltung in der AMIA eingeleitet, die dem Gedenken an die Begebenheiten in der „Kristall- Nacht“ im November 1938 gewidmet war, als von der; Nazis der entscheidende Schlag gegen das deutsche Judentum geführt worden Nach einleitenden Woramerikanischen Exekutive des Kongresses, des Herrn Dr. Moisés Goldman, sprach der Oberrabbiner der bonaerenser Gemeinde. Dr David Kahane, der selbst in Polen ein Opfer der Verfolgungen gewesen ist. Er gedachte der beinahe 200 Synagogen, die in Deutschland in dieser Nacht in Flammen aufgingen, geschändet und zerstört worden sind. Dr. Kahane dokumentierte, mit welcher Gleichgültigkeit die Wel; diese Schandtaten und die spätere Vernichtung von sechs Millionen Juden hingenommen hat, deren Ermordung die unmittelbare Folge jener November - Ereignisse gewesen ist. Hatten doch die ELENA STEINBERG HERIBERTO LOEWY grüssen als VERLOBTE V. Vergara 2686 Florida Juan B. Justo 385 Florida L November 1966 Nazis beobachten können, dass keine ernsthafte Reaktion gegen ihre ruchlose Tat erfolgte. — Anschliessend ergriff der israelische Botschaftsrat Dr Aba Gefen das Wort, der unterstrich, dass es eine der Aufgaben des Jüdischen Weltkongresses sei zu verhüten, dass sich jemals solche Ereignisse wie die schändliche Kristallnacht wiederholen. Für die DAIA sprach Dr. Noe Davidovich, der darauf hinwies, dass die DAIA ein untrennbarer Bestandteil des Jüdischen Weltkongresses sei. Wir müssen die Entwicklung in vielen Ländern mit grösster Aufmerksamkeit verfolgen, in denen die Nazis wieder ihr Haupt erheben Auch in Argentinien bestünde diese Gefahr, was die Vorgänge in La Rioja bewiesen haben. Bericht Turkows Mit grosser Beredtsamkeit berichtete der Delegierte des Jüdischen Weltkongresses, Herr Mark Turkow, über seine Reise durch verschiedene osteuropäische Länder. Der Jüdische Weltkongress bezieht im „kalten Krieg“ keine Position. Beweis hierfür sind die Bemühungen des Kongresses, mit den Juden heiten in den Ostblockländern enge Beziehungen zu halten oder aufzunehmen, soweit dies noch nicht geschehen ist. Turkow erinnerte in diesem Zusammenhang dass auf der Weltkonferenz in Brüssel Delegierte aus Ungarn, Rumänien und Jugoslawien teilgenommen haben während die Judenheit der CSR die Konferenz schriftlich begrüsst hatte Unter den vielen Einzelhei- -ii. uic yuaiCiACU"«-' ....... sei hervorgehoben dass es in Bukarest heute 23 Synagogen, ein staatliches jüdisches Theater und einen Verlag in jiddischer Sprache gibt Die Regierung der CSR hüte die zahlreichen Kunstschätze die in Prag aufbewahrt werden. In Budapest gäbe es u a. auch ein jüdisches Krankenhaus. Ungarn kann mit der Tätigkeit von 30 Rabbinern rechnen, von denen einige auch in anderen kommunistischen Ländern rabbinische Funktionen ausüben Die Ausführungen Turkows waren von starkem Beifall begleitet. — Tarbut-Schule Die Tarbut - Schule teilt den neuen Vorstand für das Jahr 1966/67 mit. der in seiner Zusammensetzung einige Aenderungen aufweist. Präsident ist wiederum Herr En rique Kiesel, Generalsekretär 'Herr Elias Banet. Im einzelnen oesteht der Vorstand aus den folgenden Mitgliedern; Präsident: Enrique Kiesel 1. Vize-Fräsident: Mauric-io Rozenwasser — 2. Vize-Präsident: Alfredo Weil _ Generalsekretär: Elias Banet. — 1. Pro - Sekretär: Reinaldo ..immmmmmmmiiiiiih..Himimmiimr- ^50 TA rOKfSr4 Dt Israel - Marke zur Krebs-Bekaempfung 1,1! bNlUJ11 Glasman. — 2. Pro-Sekteär- José Kohn. — Tesorero: Manuel Kaplan — Pro-Tesorero: Tewel Boruszek. — Beisitzer: Enrique Brieger Herbert Brodsky Helmuth Heinemann, Marianne Lubasch, Trudi Rodrigues Pereira, Jacobo Schnaider. Mauricio Tolchinsky. — Ersatzleute: Lothar Isaak, Alberto Natapoff, Nicolás; Neumark, Nehemias Resnizky, Enrique Szejnblum. — Kassenrevisoren: Alfredo Bohm und Felipe Feinsilber Stellvertr. Kassenrevisoren: Gabriel Groszman und Beltrán Vorchheimer 90. Geburtstag Seinen 90. Geburtstag begeht der bekannte Schauspieler Josef Halpern, der lange Jahre der deutschsprechenden Bühne in Buenos Aires angehört hat und eines ihrer am meisten geschätzten Mitglieder gewesen ist. Alle, die ihn aus seiner früheren schauspielerischen Tätigkeit lieh kannten, verehren diesen Meister seines Faches, dessen hohe menschliche Qualitäten stets in unserer Erinnerung bewahrt werden. Von Stockholm nach Brüssel Eine interessante und be, lehrende Uebersicht über die umfangreiche Tätigkeit des Jüdischen Weltkongresses gibt die Broschüre „De Estocolmo a Bruselas“, in der die letzten sieben Jahre de.1 Tätigkeit des JWK geschildert werden. Die einzelnen Abschnitte des Berichtes erinnern an die von uns erlebte Zeitgeschichte unter dem Aspekt des jüdischen Lebens und der Geschehnisse, die sich auf das Schicksal der verschiedenen Judenheiten in der Welt beziehen. Besonders die einleitenden Kapitel ver dienen die Aufmerksamkeit aller an unserem Leben unu der Entwicklung der Judenheiten in der Diaspora interessierten Kreise. — THG-Kongress Eine neue Note in unser jüdisches Leben, vor allem in das des zentraleuropäi sehen Sektors, bringt dieser 1. THG-Kongress, der eine in ihrer Art erstmalige Veranstaltung ist. Nur für einen geschlossenen Kreis von Zionisten oder an der zionistischen Arbeit ’ besonders interessierten Menschen bestimmt soll der Kongress durch Referate und Debatten die Probleme unserer jüdischen Existenz und deren zionistische Lösung aufwerfen, beleuchten und erörtern. Es soll uns allen zum Bewusstsein gebracht werden, welche grosse Aufgaben auch heute in der Aera des jüdischen Staates der Bewegung zufallen, die ihn geschaffen hat. Ein hervorragender Sachkenner wie Chaim Finkeistein, auf dem Gebiet der jüdischen Erziehung eine in der ganzen Welt anerkannte (Fortsetzung der Ereignisse auf Seite 5) Zum Tode von André Spire Vor kurzem starb der französisch-jüdische Dichter André Spire. Der am 28. Juli 1868 in Nancy Geborene gehörte zu den bedeutendsten Gestalten der älteren Generation der französischen Literatur. André Spire kämpfte bereits in den Tagen der Dreyfus-Affaire für die jüdische Sache, und frühzeitig bekannte er sich zum Zionismus. Eine Reihe seiner Versbücher wie auch ein Drama und Prosaschriften zeugen von seiner jüdischen Gesinnung. Wir bringen nachstehend in der Uebersetzung von Alfred Wolfenstein ein Gedicht André Spires „An die jüdische Nation“, geschrie. ben im Juni 1918, also unter dem Eindruck der durch die Balfour-Deklaration erweckten Hoffnungen, in dem die Stimmung des Dichters zum Ausdruck kommt. André Spire nahm als Vertreter der französischen Zionisten an der Versailler Friedenskonferenz im Jahre 1918 teil. Die Zeit der Nazi Verfolgung Überstand er von 1941—1946 in den Vereinigten Staaten, wo er als Professor für französische Literatur wirkte. Dieses Gedicht hat auch im Angesicht der UN-Resolution vom 29. November 1947 seine wirklichkeitsnahe Schönheit und Wahrheit behalten. AN ME JUEMSCHE NATION Israel, Ein Volk jenseits des Meeres Hat dir zugesprochen: Israel, Du bist noch würdig zu leben, Deiner Vater Land wird dir zurückgegeben. In allen Ländern der Erde Stimmst du zu. Dennoch zögerst du aufzubrechen. Viele teueie Bande gilt es zu zerreissen! Unruhig urübelt dein Sinn: Ist dies das Ende des Exils oder sein neuer Beginn? Israel, Du kanntest Elend und Schmerz, Aber warst gross in deiner Niedrigkeit. Denn du zogst Schläge dem Vergessen vor Und die Schmach dem Verzicht. Nicht erst seit einigen kleinen Jahren, Sondern achtzehn Jahrhunderte lang Liessest du die Fahne der Erinnerung flattern. Trotz der Kerker und Scheiterhaufen und Foltern, Ja sogar trotz der Verachtung ringsum bliebst du dem Boden treu, aus dem man dich gerissen, Und seinem rauhen Gesetz. Vorwärts Israel, fasse dich, Israel! Mag es Reiche und Arme auch bei dir geben, Zeige den Völkern, die dich prüfen, Dass du noch Israel bist: Ein stolzes, ein gerechtes Volk, Das immer die verdorbenen Glieder abschmtt, r»i* durch zu grosse Erfolge flauten. Hast du rieht Irische Arme, Um auch die sandigsten Wüsten In fruchtbare Gärten zu wandeln? Hast du nicht Geist genug, Um den neuen Exodus zu führen, Deine alte Sprache zu erlernen, Deine Gedanken neu zu kneten, Dass wieder ein Volk aus dir wird? Ein heiilges und reines Volk, Mit fruchtbarem Leib, keuschem Geist, strengem Recht, Doch ein Volk, so gereift auf den Strassen der Welt, Dass es seine alte Sünde nicht mehr fürchtet, Und seine nachsichtigen Augen dürfen nun Bewegungen, Liinen, Formen geniessen, Einstmals als Greuel betrachtet. Ein Volk, darin Väter und Mütter sind, Aber auch verliebte junge Männer und tanzende Mädchen, Feste Stirne, tapfere Hände, Aber zärtliche Hände auch Und Hände, die Seide und Wolle verweben, Farben rs.ben, Ton kneten Und die in Marmor verherrlichen werden Deine Schönheit, Israel! LUACH—(KALENDER) Freitag, den 25. November Sonnabend den 26 November 12. Kislew 13 Kislew Schabbat WAJISCHLACH — Haftara: OBADJA Sonntag, den 27 November Montag, den 28. November Dienstag, den 29. November 14. Kislew 15 Kislew 16 Kislew 1947: UN-Beschluss über die Errichtung des Staates Israel 17 Kislew 18. Kislew 19 Kislew 20. Kislew Haftara AMOS 2 Mittwoch, den 30. November Donnerstag, den 1. Dezember Freitag, den 2. Dezember Sonnabend, den 3. Dezember Schabbat WAJBSCHEW Sonntag, den 4. Dezember Montag, den 5. Dezember Dienstag, den 6. Dezember Mittwoch, den 7. Dezember Brew Chanukka Donnerstag, den 8. Dezember 1. Tag Chanukka Freitag, den 9. Dezember 2. Tag Chanukka Sonnabend, den 10. Dezember Schabbat MIKETS (Gen. 41, 1 u. Num. 7, 24) Haftara: Zacharias Rosch Chodesch-Benschen Sonntag, den 11. Dezember 4. Tag Chanukka Montag, den 12. Dezember 5. Tag Chanukka Dienstag, den 13. Dezember 6. Tag Chanukka Mittwoch, den 14. Dezember 7. Tag Chanukka Donnerstag, den 15. Dezember 8. Tag Chanukka Freitag, den 16. Dezember 21. Kislew 22. Kislew 23. Kislew 24. Kislew 25. Kislew 26. Kislew 27. Kislew 28. Kislew 29. Kislew 30. Kislew 1. Tevet 2. Tevet 3. 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