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Jüdische Wochenschau · 1966-11-25 · 2195 (25.11.1966) · p. [Seite 3]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
27 (1966)
Issue
2195 (25.11.1966)
Date
1966-11-25
Page
[Seite 3] (sequence 3)
Language
German, Spanish
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Viernes, 25 de Noviembre de 1966 LA S EMANA ISRAELITA Año XXVII. — N® 2195 — 3 Opfer des „Kalten Krieges Der britische Aussenminister um die Mitte des 19. Jahrhunderts, Lord Palmerston, konnte es sich noch erlauben, auf die Landesverweisung des britischen Botschafters in Madrid, Balwer. unwirsch zu reagieren, den spanischen Botschafter auszuweisen und die diplomatischen Beziehungen zu Spanien abzubrechen Denn die Tatsache, dass Botschafter Balwer vom spanischen Aussenminister ersucht worden war, seinen „geplanten, ausgedehnten Urlaub zu be schleunigen“ war der erste Pall der Bezeichnung eines ausländischen Diplomaten als „Persona non grata“ und ein ausgewachsener internationaler Skandal. Heutzutage ist man in der diplomatischen Welt weniger zimperlich und die Landesverweisung eines Diplomaten stellt noch keinen Grund für den Abbruch diplomatischer Beziehungen dar In den hundert Jahren, die seit dem Pall Balwer zurückliegen, wurden die diplomatischen Manieren zunehmend gröber, mehrten sich die Fälle der „unerwünschten“ Diplomaten und seit der Kalte Krieg nach dem Zweiten Weltkrieg begonnen hat, gehört die Landesverweisung von Diplomaten geradezu zu den diplomatischen Gepflogenheiten. Nicht in jedem Pall ist die Erklärung eines ausländischen Diplomaten als „Persona non grata“ unberechtigt. In unzähligen Fällen hat es sich bewiesen dass die zweiten und dritten Botschafts- und Gesandtschaftssekretäre, die Militär-, Kultur- und Wirtschaftsattaches MOEBELHAUS WATERMANN Das Haus der 3 Geschäfte mit der grössten Auswahl SARMIENTO M47 T. E. 35 . 7033 CABILDO 2614 PAMPA 4979 Zahlungserleichterungen fast Ecke Triunvirato Eigene Werkstätten Zuvorkommende fachmännische Bedienung von ZEEV BARTH und was es sonst noch an niedrigeren diplomatischen Rangstufen gibt, tatsächlich nur kümmerlich maskierte Kundschafter der gegnerischen Geheimdienste sind In vielen anderen Fällen aber nützt man die allgemein verbreitete Kenntnis von dem undiplomatischen Nebenberufe der diplomatischen Sekretäre und Attachés, um den einen oder anderen von ihnen, der den örtlichen Behörden unbequem wurde, durch gefälschte „Beweise“ anzuschwärzen und durch seine Landesverweisung dem gegnerischen Land einen, sei es auch nur propagandistischen, Schlag zu versetzen. In den Jahren 1947 bis 1961, also während des schärfsten Kalten Krieges, haben die Sowjets nicht weniger als 17 amerikanische Diplomaten für unerwünscht erklärt und des Landes verwiesen, während die Amerikaner sogar 23 sowjetischen Diplomaten befohlen haben, schleunigst ihre Koffer zu packen und zu verschwinden. Dabei wären wohl diese Ziffern weit höher wenn viele der Diplomaten nicht rechtzeitig Lunte gerochen hätten und statt abzuwarten bis sie als unerwünscht abgeschoben würden, lieber von sich aus schleunigst und zumeist ohne Abschied zu nehmen, auf „Heimaturlaub: fuhren, von dem sie niemals zurückkehrten. Als sich im Zuge der ostwestlichen Entspannung der Kalte Krieg etwas beruhigte, war man nicht mehr an einer grossen Publizität bei dem Abschub spionierender oder sonst unb«quemor Pi plomaten interessiert, und oft liess das eine Aussenministerium das andere einfach wissen, dass es an dem Dienst des Botschafters X oder Attachés Y. nach einem bestimmten Termin nicht mehr interessiert sei und dessen baldmöglichste Ablösung begrüssen würde Auch der israelische diplomatische Dienst blieb von der um sich greifenden Persona - non - grata-Epidemie nicht verschont. Mit einer einzigen Ausnahme — der Landesverweisung des damaligen israelischen Botschafters Levavi aus Argentinien, nach der Entführung Adolf Eichmanns — blieb es den sozialistischen Ländern Vorbehalten. israelische Diplo- 1 maten wegen eines „mit den ALFREDO STERN MALERARBEITEN NEUE ADRESSE: Vidal 1575 fast Ecke Plno Tel.: 76-9088 Teppichhaus - M. 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Im Frühjahr 1957 besuchte Schatz einen jüdischen Freund in Prag und ging direkt in die Falle Plötzlich drangen tschechische Staatssicherheits-Beamte in die Wohnung, fesselten Schatz, entleerten seine Taschen, legten deren Inhalt samt seiner persönlichen Papiere und seinem Geld auf den Tisch, zauberten eine Pistole herbei, schmückten das Ganze mit einer Pakkung amerikanischer Zigaretten und einer amerikanischen Füllfeder und holten die bereits am Eingang parat stehenden Fotografen herbei, die den Israeli samt der „Beute“ fotografierten. Dann wurde Schatz in aller Form der Spionage beschuldigt und des Landes verwiesen. In der Sowjetunion hat es zumeist genügt, wenn ein israelischer Diplomat einem ortsansässigen Juden ein Gebetbuch, einen Tallit schenkte, um gleich als „zionistischer Propagandist“ zu gelten und zur persona non grata erklärt zu werden. Ion bei der Landwirtscha i' Is - ausstellung in Moskau Broschüren mit Tatsachen über die israelische Landwirt Schaft auflagen, wie dies allgemein üblich ist, genügte dies bereits der sowjetischen Presse, um die israelische Botschaft in Moskau zu beschuldigen, die Ausstellung „für zionistische Propaganda missbraucht ‘ zu haben. Darüber hinaus aber bedienten sich die Sowjetbehörden stets der israelischen Diplomaten, wenn sie die Begeisterung der örtlichen jüdi. sehen Bevölkerung für Israel oder ihr Judentum dämpfen, die jüngeren Juden vom Besuch der Synagogen an den Feiertagen abschrecken wollten. Alljährlich um die Zeit der Hohen Feiertage kann man es in jeder sowjetischen Zeitung, die etwas von sich hält, zu lesen bekommen, dass die israelischen Diplomaten im Grunde ihren Status zu illegalem Treiben missbrauchen. Das wird unter den Juden in der Sowjetunion richtig verstanden: „Bleibt den Synagogen fern, wo auch israelische Diplomaten beten, damit ihr ja nicht in den Verdacht kommt, mit Spionen zu tun zu haben“. Wer dann noch zu hören bekommt, dass die israelischen Diplomaten, antisowjetisches staatsgefährdendes Schrifttum verbreiten, wird bald kapiert haben, dass es sich nicht lohnt, irgendeinen Israeli um einen Band der Bibel oder ein Gebetbuch zu bitten... Wie sehr es den Sowjets darum geht, die israelischen Diplomaten von den örtlichen Juden zu isolieren, dafür zeugt die eines James Bond würdige „Festnahme“ von Elijahu Chasan, eines Angehörigen der israelischen Botschaft in Moskau Chasan besuchte im September 1957 das Haus einer jüdischen Familie in Odessa, wurde dort von Mitgliedern der K.G.B. (Staatssicherheitsdienst) verhaftet und in das örtliche Büro der Behörde überführt. Dort wurde er Stunden hindurch bei einer grellen Lampe verhört, wie man sie heutzutage nur mehr als Requisit hollywooder Spionagefilme kennt, wurde freigelassen, wieder verhaftet und dann drei Tage hindurch in vulgärster Weise verhört. Seine Peiniger wollten ihn zwingen, eine Erklärung zu unterzeich I^ctuiiterf ifijnfffijjfflte, 'tifn fifti dann unter Erpressung „umzudrehen“ und zur Spionage für die Sowjetunion zu missbrauchen. Sie entzogen ihm seinen diplomatischen Pass und stellten fest, dass sie nichts von seiner diplomatischen Immunität wüssten. Falls er nicht nachgebe, werde er einfach verschwinden Vielleicht werde man nach ein paar Tagen seine Kleider irgendwo am Meeres- LA SEMANA ISRAELITA SEMANARIO INDEPENDIENTE Bs. Aires - PUEYRREDON 2190, 1» izq. - T.E. 83-2613 25. November 1966 12. Kislew 5727 Strand finden, liess man ihn unzweideutig wissen. Chasan gab nicht nach, und da er das „Arbeitsangebot“ der sowjetischen Spionagedienste nicht akzeptierte, wurde er entlassen. Die offizielle sowjetische Verlautbarung beschuldigte Chasan .antisowjetisches Schrifttum' verbreitet zu haben Daus moskauer Aussenministreium leugnete sogar, dass Chasan des Landes verwiesen wurde und stellte fest, dass er , .schleunigst das Land verliess“. Nur die moskauer „Frawda“ kommentierte den Fall Chasan: „Bei uns gibt es keine Lilienblum-Strasse für zweifelhafte Geschäfte...“ Vier Jahre später beschäftigte sich die sowjetische Presse wieder mit Chasan. Diesmal wurde er beschuldigt, mit den „leningrader Spionen“ Kontakte gepflegt zu haben. Die „leningrader Spione“ waren einige greise Juden, die wegen „Spionage zu Gunsten Israels“ zu langjährigen Gefängnisstrafen verurteilt wurden. Und damit die sowjetischen Juden die Lektion kapieren, wurden bald auch zwei moskauer Synagogen - Funktionäre unter ähnlicher Anklage verhaftet. Ein anderer israelischer Diplomat, der wegen „Reisen durch die Sowjetunion zwecks Anknüpfung von Spionagebeziehungen und Verbreitung zionistischen Schrifttums“ des Landes verwiesen wurde, war Jaakow Sharett. der Sohn von Mosche Sharett. Er sei, so hiess es dann,, auf frischer Tat erwischt worgeheime Dokumente an sich zu nehmen“. Sharett und seine Frau wussten nach ihrer Abreise aus der Sowjetunion zu erzählen, dass sie von den dortigen Untersuchungsbehörden nicht besonders zart behandelt wurden. Ein kleines Land wie Israel kann es sich kaum leisten gegenüber der Sowjetunion Repressalien zu ergreifen. So blieb die Landes- Jüdisches Leben in Jugoslawien Belgrad. — Vertreter jüdischer Gemeinden aus der Welt beteiligten sich an den Feiern, die unter dem Motto „400 Jahre jüdisches Leben in Jugoslawien“ veranstaltet wurden. In der Synagoge von Sarajewo fand ein Festgottesdienst statt, und eine neue Synagoge und ein Jüdisches Historisches Museum wurden eingeweiht. Der Bürgermeister von Sarajewo erschien zur Einweihung des Museums und hielt eine Rede, in der er den Beitrag der Juden zum wirtschaftlichen, kulturellen und sozi lien Fortschritt des Landes würdigte. (JWK) ORTSchulen in Israel Tel Aviv. — Kürzlich wurden 62 afrikanischen Studenten bei Abschluss ihret Ausbildung in israelischen Berufsschulen der ORT Diplome als Mechaniker, Elektriker und Möbeltischler überreicht. Es handelte sich um junge Leute aus Brazzaville, Leopoldville, Dahomey Gabon, Basutoland, Aethiopien, Gambia, Kenja, Libérien, Malawi und Nigérien. Für die Ausbildung afrikanischer Handwerker in Israel wurde vor 5 Jahren ein Programm von der ORT ausgearbeitet, das mit Unterstützung des Aussenministeriums durchgeführt wird. Verweisung von Chasan und Sharett und nun wohl auch diejenige von David Gawisch. Ettas ÿàaâs£a.eii~vgfafif «.d&r ’ata» des sowjetischen Werbens um arabische Gunst ohne entsprechende israelische Gegenmassnahmen. An diesen Dingen dürfte sich kaum viel ändern- Israels Diplomaten, die in den Ostblockstaaten dienen werden, dürften auch künftighin unter anderen Fähigkeiten auch diejenige besitzen, innerhalb von 48 Stunden c’’') Koffer zu packen. CÄRLTON- Kleidung ist Kleidung guten Stils sie ist meisterhaft gearbeitet und nicht teurer als gewoehnliche Kleidung. ★ Dieser Satz ist mehr als Slogan. Er ist eine Be. hauptung, die ich taeg lieh beweisen muss, immer wieder mit ledern Meter zugeschr.it tenen Stoffes. ★ Feine MASSKLEIDUNG ★ FERTIGKLEIDUNG in SCHNEIDERTRADITION Carl ton ERNST KOPPEL Maipü 982 — T.E. 31-7845 ESTUDIO JURIDICO INTERNACIONAL Dr. Hardi Swarsensky ASUNTOS EUROPEOS EXCLUSIVAMENTE ALLE ENTSCHAEDIGUNGSFRAGEN Wiedergutmachung Lastenausgleich Rückerstattung BUER0STUNDEN: DIENSTAG. MITTWOCH und FREITAG von 16—18 Uhr T. 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