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Jüdische Wochenschau · 1966-11-18 · 2194 (18.11.1966) · p. [Seite 8]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
27 (1966)
Issue
2194 (18.11.1966)
Date
1966-11-18
Page
[Seite 8] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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O 5 î 5 C o O?g < o FRANQUEO PAGADO Concesión 908 TARIFA REDUCIDA Conoesión 1829 SEMANA ISRAELITA Año XXVII. BUENOS AIRES, VIERNES 1« DE NOVIEMBRE DE 1986 N* 2194 EL EJEMPLAR cm toda la República 15, PUEYRREDON 2190 1* in«. Buenos Aires T.E. 83 - 2613 STRAf-EXPEDITION GEGEN Jerusalem. — Israelische Panzerwagen führten unter dem Schutz von Düsenflugzeugen eine Vergeltungsaktion auf transjordanischem Territorium durch und besetzten eine nahe der Grenze gelegene Ortschaft. Zwei andere Orte wurden angegriffen. Es kam zu Kämpfen mit Eütetruppen der Arabischen Legion. Dieser Zusammenstoss war der schwerste zwischen Israel und seinen arabischen Nachbarn seit 1956. Damals drang Israel auf der Sinaihalbinsel vor und kämpfte gegen die Vereinigte Arabische Republik bis zur späteren Intervention Englands und Frankreichs.; Israel versicherte, die Arabische Legion habe in Samoa „schwere Verluste“ erlitten und ferner habe das Tankfeuer 15 Lastwagen zerstört die Verstärkungen bringen sollten. In der Ankündigung biess es, dass drei Transjordanier, darunter ein Major der Armee, gefangen wur- : den. Das israelische Commu-; niqué beziffert die Verluste | des Gegners mit einem Toten und 10 Verwundeten. Sowohl Israel als auch Transjordanien kündigten an, dass sie den gegnerischen Truppen zu Land „starke Verluste“ zugefiigt hätten, während Flugzeuge beider Armeen eine Luftschlacht lieferten. Beide Teile gaben zu, dass sie Verluste erlitten. Transjordanien behauptete, zwei israelische Mirage - Apparate französischer Fabrikation über transjordanischem Boden abgeschossen zu haben und dass ein drittes Flugzeug im israeischen Luftraum abstürzte. Israels Regierung gab bekannt. dass ein transjordanisches Hunter-Fiugaeug englischer Fabrikation zerstört wurde Dagegen teilte Radio Amman mit, dass die Israelis „mit starken Verlusten“ zurückgeschlagen wurden, darunter zumindest 50 Tote. Der | transjordanische Sprecher! behauptete, drei israelische i Tanks seien auf transjordaj nischem Boden und weitere j 10 Tanks und 12 Militärfahr-! zeuge auf der israelischen 1 Seite der Waffenstillstands linie beschädigt worden. Nach Aussage des Sprechers wurden sechs transjordani - sehe Soldaten getötet und elf verwundet. Er fügte hinzu, dass auch Zivilpersonen bei den Angriffen der israelischen Luftwaffe Verwundungen davontrugen. TRANSJORDANISCHE VERSION Von den sechs Verwundeten, die mit einem Hubschrauber der Armee in das Hospital von Beer Schewa gebracht wurden, sind inzwischen fünf wieder entlassen worden. STIMME AUS WASHINGTON Gleich nach diesem ernsten Zwischenfall hatte Israel aus Kreisen der USA-Regierung die Aufforderung erhalten, seine Politik der Mässigung fortzusetzen und sich weiter der Dienste der Vereinten Nationen zur Wiederherstellung einer normalen Lage an seinen Grenzen zu bedienen. ISRAELISCHES COMMUNIQUE Eine israelische Ankündigung besagt, dass die Operation zur „Selbstwehr' unternommen wurde, nachdem 14 Ueberfälle der arabischen Terroristen zu verzeichnen waren. Der letzte Sabotageakt war die Explosion einer Mine am vergangenen Wochenende, die drei israelische Soldaten tötete und andere sechs verwundete. Das Communiqué fügt hinzu, dass Panzereinheiten und Tanks um sechs Uhr früh die internationale Grenze kreuzten. Radio Amman teilte mit, die Israelis hätten eine Infanteriebrigade eingesetzt, die von einem Bataillon Tanks und zwei Artilleriebataillonen, eines hiervon schwer bestückt, begleitet waren. Eine israelische Infanteriebrigade zählt im allgemeinen 4.000 Mann Die israelischen Sprecher erklärten, dass die Kolonne den Widerstand des Gegners in der Polizeistation von Rüchen Madefa „zum Schweigen brachte“ und sich darauf in zwei Sturmformationen teilte, die gegen die Dörfer Samoa. Khirbet Martez und Khirbet Chima marschierten, in denen sich wie man annimmt, arabische Terroristennester befinden Das Dorf Samoa wurde von den Israelis ..besetzt“, welche die 3.000 Bewohner des Ortes evakuierten und 40 Gebäude in die Luft sprengten, während die andere Formation Khirbet Martez und Khirbet Jima stürmte. Amman. — Trans Jordanien kündigte an, dass eine israelische Brigade, deren Vormarsch von schwerer Artillerie und Düsenflugzeugen unterstützt wurde, in transjordanisches Territorium eindrang und Grenzstützpunkte angriff. „Der Kampf geht weiter“, versicherte der Spre• eher. Er fügte hinzu, dass transjordanische Streitkräfte den Vormarsch des Feindes aufgehalten hätten und sich zwischen den angreifenden israelischen und den transjordanischen Flugzeugen ein Kampf in der Luft entspann. Später teilte der Sprecher mit, dass der israelische Angriff aufgehalten werden konnte, und dass den Israelis grosse Verluste zugefügt wurden. Wie er erklärte, hätten die Israelis die Grenze gekreuzt und eine „Aggression“ gegen verschiedene befestigte Grenzposten in der Gegend von Hebron durchgeführt, die zurückgeschlagen wurde. ARABISCHE SOHDARITAET Amman. — Verschiedene arabische Länder erklärten sich nach der israelischen Straf expedition mit Trans- Jordanien solidarisch. Radio Damaskus sprach von der „imperialistischen und zionistischen Verschwörung gegen die Araber“. Radio Kairo versprach jedem arabischen Land, das von Israel oder den Imperialisten angegriffen wird, die „Hilfe der VAR und aller fortschrittlichen Nationen“. Die Organisation für die Befreiung Palästinas, die bisher nicht gewillt war, Einheiten ihres Heeres in Transjordanien zu stationieren, bot ebenfalls Hilfe zur Abwehr der israelischen ,,Aggression“ an. Die Regierung Transjordaniens beauftragte ihren ständigen Delegierten vor deu UN, dem Sicherheitsrat von dem Zwischenfall offiziell Mitteilung zu machen. AN DEN GRENZEN UN-BEOBACHTER IN AKTION RüßOKZUG DER ISRAELIS ' Beide israelische Formationen, deren Truppen Befehl erhalten hatten, Opfer unter den Zivilisten zu vermeiden, kehrten „nach Erfüllung ihrer Mission“ um 9 Uhr 45 auf isi aelischen Boden zurück. Jerusalem. — Die UN-Beobachter der gemischten transjordanisch - israelischen Waffenstillstands - Kommission sind bemüht, die Schuldigen an der Explosion einer Mine festzustellen, die sich am Tage zuvor auf einer wenig befahrener, strecke der Grenze zwischen beiden Ländern ereignete. Israelische Beamte versicherten, dass die Spuren nach der transjordanischen Grenze führten. Der israelische Intormationsminister Israel Galili forderte eine energischere Haltung gegen die Saboteure und Eindringlinge, die ihre Minen mit wachsender Kühnheit in den Grenzzonen legen. Bei der Explosion verloren drei israelische Soldaten ihr Leben und sechs wurden schwer verletzt. Einer der Toten ist der Soldat Zollmeister, der erst in# vergangenen Jahr aus Brasilien eingewandert war. Jerusalem. — 24 Stunden nach der israelischen Strafexpedition gegen Transjordanien herrschte Ruhe an allen Grenzen ausser an der Grenze mit Syrien, während sich das Volk auf den diplomatischen und politischen Kampf vorbereitete, der als Folge der Vergeltungsaktion zu erwarten steht. Der Chef der UN-Kommission für die Ueberwachung der Waffenstillstände, Generalleutnant Odd Bull sandte sofort einen vorläufigen Bericht über die Schlacht an den Generalsekretär der Vereinten Nationen U Thant, in dem er mitteilte, dass beide Parteien die Feuereinstellung respektieren. Inzwischen bereitete er eingehende Informa tionen vor, die in einigen Tagen nach New York gej schickt werden sollen Die Israelis erwarteten, dass Transjordanien eine Sitzung des Sicherheitsrates beantragen würde. Israel käme dies sehr gelegen, um von neuem sein Recht auf Sicherheit an seinen Grenzen geltend zu machen, das ihm die Verteidigung seines Territoriums und seiner Bürger mit allen gesetzlichen und moralischen Mitteln als Pflicht a uferlegt. Die israelischen Politiker stellten mit Genugtuung fest, dass zwar die arabischen Länder mit energischen Erklärungen zur Unterstützung Transjordaniens auftraten, doch kein Land einen Finger rührte, um den Transjordaniern zu helfen. Die israelischen Behörden übergaben Transjordanien die Leiche eines Majors der transjordanischen Armee, der in einem israelischen Hospital trotz aller ärztlichen Bemühungen seinen Wunden erlag. Dieser Major wurde beim Rückzug der israelischen Truppen schwer verletzt auf dem Schlachtfeld gefunden. Man brachte ihn sofort mit einem Helikopter in ein israelisches Hospital, wo er auf dem Operationstisch starb. Israelische Beamte schafften die Leiche an das Mandelbaumtor, wo sie Beamte der UN in Empfang nahmen und sie den transjordanischen Behörden übergaben. Gleichzeitig händigte Israel den UN-Beamten einen ärztlichen Befund aus in dem die Verletzungen des Toten und die an ihm versuchte Operation im einzelj nen geschildert waren. SYRISCHES FEUER Tel Aviv. — Syrische Ar tillerie belegte die bebauten F’elder von Aschmura an der syrischen Grenze mit sporadischem Kanonenfeuer. Zuerst benutzten die Syrer leichte Waffen, dann gingen sie zu Maschinengewehren über, bis schliesslich die Geschütze in Aktion traten. Zeitweise war der Beschuss so intensiv, dass die Israelis sich gezwungen sahen, das Feuer zu erwidern Doch waren keine Verluste zu beklagen. Israel erhob verschiedene Beschwerden vor der gemischten syrisch-israelischen Waffenstillstands - Kommission. Warnung an die Araber Jerusalem. — Die israelische Strafexpedition gegen transjordanisches Territorium gehorchte dem Zweck, die Bewohner dieses Landes und seine Regierung von dem Ernst der Lage zu überzeugen, erklärte Premierminister Levi EShkol vor dem Kabinett. Die Vergeltungsmassnahme sollte beweisen, dass die Ruhe auf beiden Seiten der Waffenstillstandslinie und längs der ganzen Grenzen herrschen muss. Er bezog sich im besonderen auf die letzten Ueberfälle von Terroristen, die sich aus Transjordanien auf israelischen Boden eingesohlichen haben. Bshkol betonte, dass die Operation gegen Transjordanien in Uebereinstimmung mit der von ihm vor einem Monat in der Knesset abgegebenen Erklärung verfügt wurde. Bei dieser Gelegenheit hatte der Ministerpräsident erklärt, dass Israel die Länder für verantwortlich hält aus deren Gebiet die Eindringlinge kommen, und hinzugefügt, dies sei Israels Auffassung ausser von der Schuld Syriens, das die Angreifer unterstützt und sie zu ihren Terrorakten ermuntert. Am Schluss der Sitzung erschien der Generalstabachef, General Jizehak Rabin, um das Kabinett über Einzelheiten der Aktion zu informieren. (ITA) big zum „Sturz des verräterischen Königs“ dauern. Er berichtete ferner von einem königlichen Verbot, das den Bewohnern der an Israel grenzenden Gegenden der Besitz von Waffen untersagt, so dass die israelischen Sturmtruppen ein leichteres Spiel gehabt hätten. „Wenn es Hussein wagen würde, sein Volk zu bewaffnen“, fügte er hinzu, „dann könnten die verbrecherischen Angreifer nicht mehr die Grenze überschreiten, um die tr&nsjordanisohen Dörfer zu zerstören.“ WACHSENDE NERVOSITAET DIE ARABER SIND GEWARNT Tel Aviv. — Bei der Eröffnung der Weltkonvention der WIZO erklärte Premierminister Levi Eshkol, dass Israel Strafmassnahmen gegen Transjordanien durchgeführt habe, um die Araber zu warnen, dass sie sich ihrer Verantwortung für die Sabotageakte in Israel nicht entziehen können. Er betonte, dass Israel lange Zeit Geduld übte, bevor es zuschlug, und appellierte an die Araber, den Frieden aufrecht zu erhalten, der jetzt von ihnen abhänge. Eshkol erwähnte auch das sowjetische Veto im Sicherheitsrat und fügte hinzu, Syrien müse trotzdem dem Wunsch der Mehrheit der Rutsmitglieder Rechnung tragen und dem Treiben der Terroristen ein Ende machen. Er hoffe, so unterstrich er, dass Syrien die Strafexpedition gegen Transjorda nien als Lektion betrachte und jetzt verstanden habe, dass Israel nicht passiv zu bleiben beabsichtigt, wenn seine Bürger angegriffen werden. SYRIEN BESCHULDIGT HUSSEIN Jerusalem. — Syrien be schuldigte den König von Transjordanien, dem israelischen Angriff gegen transjordanische Positionen Vorschub geleistet zu haben. Hussein, so behauptete Radio Damaskus, habe sein Volk „bewusst einschüchtern wollen, um zu verhindern, dass Kommandos in das von Israel besetzte Palästina geschickt werden“. Der syrische Radiosprecher lobte das Volk und die Armee Trans- Jordaniens und sagte voraus, es werde nicht mehr lange Jerusalem. — Unter den syrischen und transjordanischen Truppen an den israelischen Grenzen herrschte nach Aussage israelischer Beobachter starke Nervosität. Die syrischen Soldaten setzten auch am folgenden Tag das sporadische Feuer gegen israelische Kolonien und gelegentliche Fhissgänger an der Grenze fort, ohne dass Menschenleben zu beklagen waren. Die jerusalemer Polizei errichtete Barrieren in der Nähe der Demarkationslinie mit Transjordanien, um zu verhüten, dass neugierige Israelis sich der Grenze näherten und möglicherweise von den Kugeln getroffen werden könnten. Die israelische Presse meldete aus ausländischen Quellen, dass Aegypten den Syrern mehr Jetflugzeuge sosowjetischer Fabrikation zukommen liess und sowjetische Experten bei der Anlage von Basen für Luftabwehrgeschosse rund um Daj maskus und im Grenzgebiet; helfen. ISRAEL WILL KEIN BLUT VERGIESSEN Jerusalem. — Premierminister Levi Eshkol beteuerte in der Knesset: „Gott sei mein Zeuge, dass wir kein Blut vergiessen wollen. Wir wollen dies auf keiner Seite der Grenze, doch israelisches Blut ist ebenso teuer wie irgendein anderes.“ Er | sprach in einer Sitzung, in der die Strafexpedition gegen Transjordanien behandelt wurde, und verwies auf die Zunahme der terroristischen Ueberfälle, die ihren Ausgangspunkt in Transjor- I danien haben. Er brachte den Abgeordneten auch in Erinnerung, dass Radio Damaskus gedroht hatte, Syrien werde „jedes Haus in Israel zerstören und in ein Grab verwandeln“. Ihm läge daran klarzustellen, fügte Eshkol hinzu, dass die'Operation gegen Transjordanien „auch eine an Syrien gerichtete Warnung bildet.“ „Das russische Veto im Sicherheitsrat gegen die Resolution, die Syrien aufforderte, Massnahmen gegen die Saboteure zu ergreifen, die sich in Israel einschleiohen, hat die Lage zugespitztf‘, fuhr der Ministerpräsident fort, „denn jetzt glauben die Araber, sie könnten ungestraft irgendein Verbrechen, einschliesslich organisierten Mord verüben“. Er hob hervor, dass Israel wiederholt Geduld geübt hat, doch „auch die längste Geduld nimmt einmal ein Ende“. Die Deputierten aller Parteien, ausser den Kommunisten und der Fraktion Haolatn Haze sprachen der Regierung ihr Vertrauen aus. SITZUNG DES SICHERHEITSRATS Vereinte Natoinen. — Der Sicherheitsrat berief eine dringende Sitzung, um über die von Transjordanien gegen Israel erhobene Klag« wegen der Straf expedition vom 13. November zu verhandeln. Arthur Goldberg, USA-Botschafter und Ratspräsident für den laufenden Monat, beraumte die Sitzung auf Ersuchen des transjordanischen Delegierten Mohammed El Farra an. Dieser hatte in einem Schreiben sein Recht geltend gemacht, eine solche Sitzung zu verlangen und das israelische Vorgehen als „verbrecherische Tat“ bezeichnet. In d#n UN Der Sicherheitsrat diskutierte den Antrag Transjordaniens, Israel als Angreifer zu verurteilen. Die Vertreter der USA und Grossbritanniens erklärten, dass es sich zweifellos um eine Verletzung des Waffenstillstandes handelte, als Israel seinen Angriff ausführte. (Bei Redaktionsschluss stand noch nicht fest, ob eine Verurteilung Israels als Angreifer erfolgen wird). — Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavia 831 Registro de ia Propiedad Intelectual N? 909.491

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