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Jüdische Wochenschau · 1966-11-11 · 2193 (11.11.1966) · p. [Seite 8]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
27 (1966)
Issue
2193 (11.11.1966)
Date
1966-11-11
Page
[Seite 8] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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FRANQUEO PAGADO Concesión 908 TARIFA REOUCIDA Concesión 1629 Ano XXVII. BUENOS AIRES, VIERNES II DE NOVIEMBRE DE 1966 N* »193 EC ejemplarIC en toda la República | U, * PUEYRREDON 2190 1* l«|. Buenos Aires T.E. 83 - 2613 Sie wollen den Frieden vereiteln Zum einhundertundvierten Mal hat die Sowjetunion von dein ihr zustehenden Recht der Einlegung des Veto Gebrauch gemacht, als eine,Resolution verschiedener Länder über die israelisch-syrischen Gren2zwischenfälle gefasst werden sollte. Der. sowjetische Delegierte Nikolai T. Federenko benutzte diese Gelegenheit, um die Nordamerikaner und Engländer der Parteilichkeit in den mitteldstlichen Fragen zu zeihen, während USA-Botschafter Goldberg diese Beschuldigungen zurückwies Ein unertreuliches Schauspiel der Uneinigkeit und Unfähigkeit boten die Grossmächte, vor allem die Sowjetunion, einen Weg zur Herstellung ' des Friedens zwischen Völkern zu finden Federenko meinte, die vorgeschlagene und von der Mehrheit angenommene Resolution sei ungerecht und von parteiischen Gesichtspunkten bestimmt, wobei er sich besonders gegen die an Syrien gerichtete Aufforderung wandte, seine Kräfte zur Verhinderung von Grenzzwischenfällen und von Verletzungen des Waffenstillstandsvertrages mit Israel zu verstärken. Das sei ein Ver-! such der Westmächte, die wirkliche Lage zu verschleiern und Israels Expansionspolitik zu rechtfertigen... Goldberg wies demgegenüber darauf hin, dass auch in der von Argentinien, Ja- , pan, Holland, Neuseeland. Nigeria und Uganda vorge- | schlagenen Resolution Israel zur völligen Zusammenarbeit | in der Gemischten syrisch- , israelischen Kommission aufgefordert werde. Dem russischen Veto war eine lebhafte Debatte vorausgegangen, in deren Verlauf vor allem der argentinische Delegierte Raul Quijano einen anerkennenswerten Standpunkt einnahm und bedauerte, dass 17 Jahre nach dem Waffenstillstand noch immer Differenzen bestehen würden. Obwohl man allgemein mit der Annahme des Vorschlages der sechs genannten Länder rechnete, wurde jede Entscheidung durch die Russen unmöglich gemacht. Erst vor wenigen Wochen hat die Welt das neue Jubiläum der Vereinten Nationen feierlich begangen. Wunderbare Reden wurden gehalten, in denen die Bedeutung des Gedankens der UN und ihrer Arbeit unterstrivon B. B. Chen worden sind Menschen und Nationen zollen den edlen Prinzipien Beifall, auf denen das Gebäude der UN errichtet wurde. Aber darüber hinaus sieht die Wirklichkeit etwas anders aus Gewiss sind zwanzig oder wenig mehr Jahre für die Entwicklung keine lange Zeit, wenn man in Masstäben von Jahrhunderten zu rechnen gewöhnt ist Für unsere Eepoche, die mit dem Abschluss des Zweiten Weltkrieges begann, bedeuten aber diese 20 Jahre vielleicht mehr, als in früheren Zeiten Jahrzehnte oder Jahrhunderte bedeuteten. Als die grosse Revolution begann, haben wir in Zeiten einer ständigen Evolution gelebt, die nach dem Zusammenbrechen des Dritten Reiches zu einer rapiden Veränderung der internationalen Situation und ihrer politischen, wirtschaftlichen sowie gedanklichen Grundlagen geführt hat. Heute jedenfalls zweifelt niemand mehr daran, dass eine kriegerische Auseinandersetzung in jedem Augenblick zu einer neuen Katastrophe hin- SAMUEL überleiten kann Die Gefahr wird umso grösser, je näher der Krisenort an den europäisch-amerikanischen Lebensnerv heranrückt. Aus welchen Gründen diese eigenartige Konstellation vorhanden ist, kann hier im einzelnen nicht erörtert werden. An der Richtigkeit dieser These ist kaum zu zweifeln. Deshalb sind die Russen in den mittelöstlichen Fragen besonders empfindlich. Sie befürchten, einen schwer erkämpften Einfluss zu verlieren, den sie jedoch nur in der Unruhe, den Spannungen und dauernden Zwischenfällen aufrecht erhalten können. Obwohl die Auseinandersetzungen im Sicherheitsrat sich nur mit israelisch syrischen Grenzüberschreitungen beschäftigen, und obwohl der Sicherheitsrat selbst als internationaler Schiedsrichter angerufen wurde, geht es hier um keinen Schieds- oder Richterspruch, sondern um ein politisches Ringen der Grossmächte. Die Debatte befindet sich bereits in einem Stadium, wo es weder um Syrien noch um Israel noch um die Interessen eines der beiden Länder geht. Ob die USA oder Russland das Feld beherrschen sollen, das ist die Frage, um deren Lösung gestritten wird. Dass die Russen die Diskussion auf diese Ebene verschoben haben, geht allein schon aus ihrem Veto hervor. Unter den beantragenden Ländern könnten einige genannt werden, die gewiss keine billige Westpolitik treiben oder als amerikanische Satelliten bezeichnet werden können. Aber Ratsmitglieder wie Argentinien oder die Afrikaner, die keine eigenen Interessen im Mittelosten vertreten, die an den politischen Verstand und an das Gefühl für Gerechtigkeit appellieren, beabsichtigten mit ihrem Vorschlag nichts anderes, als den Völkern des Orients Frieden zu bringen. Hiergegen richtete sich das russische Veto. Es ist ein direkter Angriff auf den Frieden. Diese russische Tendenz wird von einem neuen ägyptisch-syrischen Versuch der Störung des Gleichgewichts der Kräfte begleitet. Wieder einmal haben Aegypter und Syrer einen gemeinsamen Verteidigungspakt geschlossen, der in Wirklichkeit nur die Angriffe und Grenzüberschreitungen syrischer und anderer arabischer Terroristen fördern soll. Jedenfalls dient auch dieses Bemühen, j; eine neue arabische Front herzustellen, nur dem Bemühen, die Unruhe zu erhalten, •* zu verlängern und zu vertie- , fen, denn nur in einer Bi- * tuation der Erschütterung der politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse ira Mittleren Osten bestehen für die Diktaturen und Kommunisten Chancen, ihre Posi< tionen zu halten oder zu erweitern. Die Westmächte aber h«- ben noch nicht begriffen, dass nur eine klare Linie das kommunistische Vordringen abfangen kann. Nasser ist schon ein fester Bundesgenosse des Kreml, die Syrer sind kommunistisch orientiert, andere werden folgen In Vietnam zeigen die Amerikaner — in einer nicht glücklichen Form — ihren "Willen zum Widerstand gegen die kommunistische Expansion. Im Mittleren Osten schwanken die westlichen Grossmächte noch immer, obwohl das letzte russische Veto eindeutig gezeigt hat. welche Interessen auf dem Spiel stehen. .Nachstehend geben wir einen chronologischen Bericht über die Entwicklung an Is raels Grenzen, die Grenzzwischenfälle, die Verhandlungen des Sicherheitsrates und die Beratungen des israelischen Kabinetts. NEUER ZWISCHENFALL Jerusalem. — Israelische Sprecher gaben bekannt, dass syrische Luftabwehr- Geschütze das Feuer auf israelische Flugzeuge richteten, die israelisches Territorium überflogen, ohne einen der Apparate zu treffen. Der Schusswechsel wird als Zeichen der übersteigerten Nervorität der Syrer betrachtet, die einen israelischen Luftangriff als Vergeltung für die wiederholten, mit syrischer Unterstützung verübten Sabotageakten arabischer Banden auf israelischem Gebiet fürchten. Inzwischen verfolgen die | hiesigen Beboachter die syrisch-ägyptischen Verhandlungen in Kairo. Dort trafen sich in der vergangenen Woche Delegierte beider Länder. um ein gemeinsames comité zu bilden, das darüber beschliessen soll, welche wirkliche Hilfe Aegypten im Falle eines offenen Zusammenscosses mit Israel den Syrern leisten könnte. Der syrische Premierminister Jassuf Wayyen, der die syrische Delegation anführte, soll den ägyptischen Präsidenten Nasser um ein bindendes Versprechen unumschränkter militärischer Hilfe ersucht haben. Die Befürchtung, dass die Sicherheitslage Israels sich auf lange Sicht verschlechtern könnte, wurde in einem Gespräch mit der Presse in Haifa von dem ehemaligen Premierminister Davin Ben Gurion ausgesprochen Er er wähnte u. a. „die steigende Geburtenzahl und die technische kulturelle Entwicklung in den arabischen Ländern“, während die Zahl Sicherheitsrat und Sicherheit der Neugeburten in Israel im Abnehmen begriffen sei. Allerdings hob er hervor, dass dass trotz der ständig wachsenden Militärmacht der Araber Israel noch immer die militärische Uebermaeht besitzt. UEBERFALL Jerusalem. — Arabische Terroristen griffen eine israelische Patrouille auf israelischem Boden südlich des Hebron-Berges an. Keiner der Israelis wurde verwundet. Die Araber entkamen im Schutz der Nacht. ARABER DROHEN ESHKOL Jerusalem. — Morddrohungen gegen Israels Premierminister Levi Eshkol wurden von „Radio Palästina“, einer Sendestation in Kairo, ausgesprochen. Sie erfolgten anscheinend als Antwort auf eine Erklärung Eshkols, dass die arabischen Terroristen viel Mut besässen, da sie es wagen, sich über die Grenze auf israelisches Territorium einzuschleichen, um ihr Sabotagehandwerk zu treiben. „Den Marodeuren“, so erklärte der arabische Sender „steht es frei, den friedlichen israelischen Siedlungen nächtliche Besuche abzustatten, und selbst das Leben des Premierministers ist in Gefahr. Mut gehört dazu. Jerusalem zu betreten. Aber die Angriffe werden fortgesetzt, ebenso wie die Ueberfälle längs der Grenze und selbst auf Orte wie Natania.“ (Natania liegt am Mittelmeer, weit von der Grenze entfernt.) Die Drohung der „Stimme Palästinas“ bestätigte eine in israelischen Kreisen herrschende Ansicht. Diese Kreise warnten, lind ganz besonders in den letzten Wochen, als die Attacken sich mehrten, dass selbst die gemässigsten arabischen Staatsmänner nicht mehr lange imstande sein würden, die fanatischen Elemente unter den Arabern zu bremsen, falls die von Syrien angestifteten Sabotageakte weiter von den Israelis geduldet werden. — IM SICHERHEITSRAT Vereinte Nationen. — Eine von sechs Nationen verfasste Resolution wurde dem Sicherheitsrat am vergangenen Wochenende formell unterbreitet, um an die Stelle der anglo-amerikanischen Resolution in der Debatte über die israelische Beschwerde gegen Syrien zu treten. Ueber die von England und den USA vorgeschlagene Resolution hatte noch keine Abstimmung stattgefunden. In der neufen Resolution die sechs als „neutral'' erachtete Ratsmitglieder ausgearbeitet haben, werden „die Zwischenfälle bedauert“, die zu der israelischen Klage geführt haben, und „die syrische Regierung ersucht, ihre Massnahmen zur Verhinderung der Zwischenfälle zu verstärken, welche eine Verletzung der allgemeinen Waffenstillstands- Verträge darstellen.“ Die neue Fassung fordert im weiteren Israel auf „fler gemischten syrisch - israelischen Waffenstillstandskommission seine volle Mitarbeit zu leihen“. Die sechs Nationen, die diesen Entwurf einreichten, sind Argentinien Japan, Holland, Neuseeland- Nigeria und Uganda. Bei der formellen Vorlage dieses Entwurfs erklärte der Delegierte von Uganda, Botschafter Kirandi, dass diese Fassung „die bestmögliche sei, um zu einer Uebereinstimmung zu gelangen“. Der Sicherheitsrat könne nur bemüht sein, eine Verschlechterung der Lage im Mittelosten zu verhüten, und die Verurteilung einer der beiden Parteien würde keinem nützlichen Zweck dienen Er unterstrich, dass die Aufforderung an Syrien keine Verurteilung darstelle, ebenso wenig wie dies bei dem an Israel gerichteten Appell der Fall sei. Die anderen fünf Nationen, die diesen Resolutionsentwurf unterstützten gaben ausnahmslos der Hoffnung Ausdruck, dass das Projekt zur Verhinderung einer weiteren Zuspitzung der Lage beitragen würde. Der Sicherheitsrat verschob die Abstimmung über den neuen Vorschlag, doch wurde allgemein mit seiner Annahme in der späteren Debatte gerechnet. Die israelische Delegation begrüsste die Initiative der sechs Nationen und vertrat den Standpunkt, dass Syrien in der neuen Resolution verwarnt und für den Terror der EJ- Fatach-Banden verantwortlich gemacht wird. Der argentinische Delegierte Raul Quijano erklärte, dass die auf diesen Fall verwandte Zeit und Mühe durch den Ernst der Situation gerechtfertigt sind. Es sei traurig zu sehen, so führte er aus, dass 17 Jahre nach Unterzeichnung der Waffenstillstände noch immer Divergenzen bestehen und keine zum Frieden führenden Massnahmen getroffen worden seien. Selbst ein geringfügiger Zwischenfall könne der Funken sein, der einen Krieg in dieser Zone entfacht Er gab der Hoffnung Ausdruck, dass die betroffenen Regierungen eine versöhnliche Haltung einnehmen und ihre Bereitschaft erklären würden, die Bestimmungen der Waffenstillstands-Verträge zu erfüllen. Angesichts der Schwierigkeiten, mit denen sich die Mitglieder des Sicherheitsrates konfrontiert sahen, und um eine Uebereinstimmung zu erzielen, so schloss er, könne seine Delegation die neue Resolution nur befürworten. RUSSISCHES VETO Vereinte Nationen. — Bei der Abstimmung über die abgeänderte Resolution stimmten zehn der fünfzehn Mitglieder des Sicherheitsrates für ihre Annahme. Mit Russland stimmten Bulgarien, Transjordanien und Mali dagegen. China enthielt sich der Stimme. USA - Botschafter Arthur Goldberg bedauerte im Namen seiner Regierung das russische Veto. Im gleichen Sinne äusserte sich Israel- Botschafter Michael Comay, der hinzufügte, die Ratsmehrheit habe trotz der vorsichtigen Fassung der Resolution die Verantworc'’chkeit Syriens für die terroristischen Ueberfälle anerkannt. AN DER SYRISCHEN GRENZE Jerusalem. — Syrien verstärkt die Bewegung seiner Truppen längs der Nordgrenze mit Israel. Auch verstärkte Manöver syrischer Flugzeuge an dieser Grenze waren zu beobachten. Des weiteren begann Syrien vor einigen Tagen das Gelände vor seinen Befestigungen von Bäumen und Sträuchem zu säubern. Gegenüber der Siedlung Dan wurden aufgeschichtete Zweige ■ verbrannt und gegenüber Almagor Bäume gefällt. Diese beiden israelischen Kolonien bildeten häufig das Ziel arabischer Angriffe. (ITA) Ende der Militaerregierung Jerusalem. — Das israelische Parlament stimmte mit grosser Mehrheit für den von Ministerpräsident Eshkol gemachten Vorschlag, die Militärregierung in den von Arabern bewohnten Gebieten Israels abzuschaffen. Nur die Kommunisten opponierten mit dem Einwand, es handle sich um eine fiktive Massnahme, „da sich in Wirklichkeit nichts geändert hat“. Die arabischen Abgeordneten wohnten der Debatte nicht bei. Wie mitgeteilt wurde, werden Polizei und Zivilbehörden die bisher von der Militärregierung ausgeübten Funktionen übernehmen. Die für die Militärregierung verbindlichen Bestimmungen bleiben unverändert bestehen, nur werden die f ür das Betreten arabischer Ortschaften erforderlichen Passierscheine von der Polizei ausgestellt werden. In den letzten drei Jahren hatte die Militärregierung schon langsam die Zügel gelockert. In seiner Ankündigung der Uebergabe der Kontrolle versicherte Eshkol der Knesset, dass diese die Sicherheit Und Verteidigungsstärke Israels nicht schwächen werde. (ITA) Impreso en la Imprenta POLIGLOTA - Rávadavla 831 Registro de la Propiedad Intelectual W 909.491

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