Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 27 (1966)
- Issue
- 2192 (4.11.1966)
- Date
- 1966-11-04
- Page
- [Seite 3] (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
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Viernes, 4 de Neviembre de 1966 LA SEMANA ISRAELITA Año XXVII. — N® 2193 Die Hauptstadt Jerusalem Der in vielen Ländern der Welt umstrittene Status Jerusalems als der Hauptstadt Israels war schon immer ein wunder Punkt israelischer Aussenpolitik. Noch achtzehn Jahre nach der Staatsgründung stellte die Frage, ob eine Glückwunsch-Depesche irgendeines ausländischen Staatsoberhauptes an den israelischen Staatspräsidenten nach Jerusalem oder nach Tel Aviv gerichtet wurde, ein ¡Politikum ersten Ranges dar. Aber alle Anzeichen deuten darauf hin, dass man sich in der Welt langsam doch damit abzufinden beginnt, der UN-Beschluss über die Internationalisierung Jerusalems wäre ebenso zu einem leblosen Archiv-Dasein verurteilt, wie schon so manche andere Beschlüsse der Völkerorganisation. Sogar die Botschafter, Gesandten und Geschäftsträger der orthodoxen Verfechter der „Internationalisierung“ Jerusalems mussten in den letzten Jahren immer öfter „in den sauren Apfel beissen“ und nach Jerusalem pilgern, wenn es gewisse Staatsgeschäfte zu verrichten hiess. Die Staatsrechtler der fremden Aussenministerien sehen sich immer seltener veranlasst, Ausflüchte zu suchen, wieso der Besuch des Botschafters X oder Y nicht als Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt des Staates verstanden werden darf. Zum Unabhängigkeitstage des Jahres 1965 hatten nur 35 ausländische Staatsoberhäupter an den israelischen Präsidenten Glückwunschdepeschen nach Jerusalem adressiert, aus gleichem Anlass des Jahres 1966 waren es schon immerhin 47 Kaiser, Könige und Präsiden- 1 ten. Selbst wenn man bei diesem Zuwachs um zwölf Depeschen nach Jerusalem die Tatsache in Rechnung zieht, dass im allgemeinen die Zahl der Glückwünsche in diesem Jahre von 56 auf 69 gestiegen ist, beweist dies nur, dass die neugegründeten Staaten, die an dem Internationahsierungs - Beschluss von 1947 keinen Anteil hatten, sich in vermindertem Masse an diesen gebunden fühlen. Wie lächerlich es auch sein mag, die Tatsache zu ignorieren, dass die Residenz des Staatspräsidenten, der Regierung und der Knesset sich in Jerusalem und nicht in Tel Aviv befindet, dennoch ist es von einigem Interesse zu sehen, welche Staaten sich mit der seit 1947 „veränderten Adresse“ des israelischen Staatsoberhauptes abgefunden haben und welche noch orthodox an der nichtexistenten Adresse in „Tel Aviv“ festhalten. Jerusalem als die Hauptstadt Israels „anerkannt“ haben — zumindest in diplomatischen Depeschen — sämtliche Staaten Afrikas mit Ausnahme Ghanas und Liberias, die meisten Staaten Westeuropas, Ungarn und Jugoslawien unter den Ostblock-Ländern, der überwiegende Teil der Staaten Lateinamerikas, einschliesslich Kuba. Nach Tel Aviv richten MOEBELHAUS WATERMANN Das Haus der 3 Geschäfte mit der grössten Auswahl SARMIENTO 1147 T. E. 35 . 7033 CABILDO ~2614 PAMPA~4979 Zahlungserleichterungen fast Ecke Triunvirato Eigene Werkstätten Zuvorkommende fachmännische Bedienung ihre Depeschen nach wie vor die Staatskanzleien der Sowjetunion, der Tschechoslowakei, Polens, Runnäniens, Grossbritanniens, Schwedens Maltas, der Philippinen, Südvietnams, Indiens, Liberias und Perus. Es gibt sogar Länder, die sich in der Frage Jerusalem einer merkwürdigen „Neutralität“ befleissigen. Finnland richtet die Depeschen stets an die „Hakirya“, ohne anzugeben, ob diejenige Jerusalems oder Tel Avivs gemeint ist. Andere Staaten ziehen es wieder vor, die Glückwunsch - Botschaften an ihre eigenen diplomatischen Vertretungen zur Weiterleitung zu richten und so die heikle Frage „Jerusalem oder Tel Aviv“ zu umgehen. Hierzu gehören; die USA, Kanada, Frankreich, Italien, Westdeutschland, Argentinien, die Türkei und Ghana. Aber in jedem Jahr wuchs die Zahl jener Länder, die sich mit der Jerusalemer Adresse abfinden. Norwegen adressierte seine Staatspost vor zwei Jahren noch nach Tel Aviv. Im vorigen Jahre fand man in Oslo einen originellen Ausweg, indem man sie nach , .Jerusalem - Tel Aviv“ richtete. In diesem Jahre verzichtete man auf Tel Aviv und schickte sie an die richtige Adresse nach Jerusalem. Weil gerade von Glück- Eine vergessene Synagoge „Es gibt hier bei uns auf den Azoren nur noch vier Juden. Unsere Synagoge steht fast immer leer. Nur an den Feiertagen setzen wir uns auf die Plätze, auf denen unsere Väter, unsere Grossväter und unsere Urahnen Sassen. und sprechen unsere alten Gebete.“ Das waren die Worte zweier 90jähriger Frauen, die von Kopf bis Fuss in schwarz gekleidet waren. Im Hinterhof des Hauses findet man die vergessene Synagoge Sie steht auf Terceira, einer der Inseln der Azoren-Gruppe Sie gehört zu Portugal und ist der Sitz eines nordamerikanischen Flugzeugstützpunktes. Im Jahre 1497 flüchteten Juden vor der portugiesischen Inquisition nach den damals niederländischen Azoren. zu ihnen gesellten sich portugiesische Juden, die als Gefangene und Sklaven hierher verschickt wurden. Auf der Insel San Miguel erbauten sie eine Synagoge und ALFREDO STERN MALERARBEITEN NEUE ADRESSE: Vidal 1575 fast Ecke Pino Tel.: 76-9088 Teppichhaus - M. Hochberg Unerreichte Auswahl an handgeknüpften Teppichen in erstklassigen Qualitäten für Jedes gemütliche Heim. 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Jahrhundert zurückgehen. CARLTON- Kleidung ist Kleidung guten Stils sie ist meisterhaft gearbeitet und nicht teurer als gewoehnliche Kimdung. ★ Dieser Satz ist mehr als Slogan. Er ist eine 8e. hauptung, die ich taeglich beweisen muss, immer wieder mit jedem Meter zugeschnittenen Stoffes. ★ Feine MASSKLEIDUNG ★ FERTIGKLEIDUNG in SCHNEIDERTRADITION Carl ton ERNST KOPPEL Maipu 982 — TS. 31-7845 SOWJETISCHE TECHNIKER London. — Sowjetische Techniker arbeiten in Anlagen in der Nähe von Damaskus und bauen Abschussrampen für ferngelenkte Geschosse zur Luftabwehr. Dies berichtete der „Sunday Telegraph“ in einem Kabel aus Beirut. Die Meldung besagt ferner, dass weitere Abschussrampen von den Sowjets in Syrien nahe der israelischen Grenze angelegt werden sollen. (ITA) Wunschbotschaften die Rede ist; von einigem Interesse ist dabei nicht nur die Adresse, sondern auch der Inhalt. In solchen Fällen begnügen sich die meisten Staaten mit einer im diplomatischen Protokoll vorgesehenen kurzen Höflichkeitsfloskel. Auch betonte Freunde Israels lassen es dabei bewenden. Eine besondere, persönliche Note enthielten die Botschaften des Präsidenten Johnson, des Königs von Nepal und in diesem Jahre u. a. auch des deutschen Bundespräsidenten Lübke. Zur grossen Ueberraschung aber ging auch das diesjhrige Glückwunschtelegramm aus New Delhi über das Mindestmass an Höflichkeit in zwischenstaatlichen Beziehungen hinaus, und das indische Telegramm zum Unabhängigkeitstage 1966 enthielt „die besten Wünsche der Regierung und des Volkes von Indien, die sich den Glückwünschen des Staatspräsidenten Radhakrishnan an die Regierung und das Volk Israels anschliessen“.., Eigentlich scheint es, dass auch israelischerseits ein diplomatischer Vorstoss in der Jerusalemer Frage fällig ist. Der entsprechende Paragraph des U N-Besch lusses vom 29. November 1947 sah nur die Intemationalisierung Jerusalems für die Periode von zehn Jahren vor, und danach sollte eine Volksbefragung den endgültigen Status der Stadt bestimmen Wie diese Volksbefragung ausfallen dürfte, wenn sie heute stattfände, ist kaum LA SEMANA ISRAELITA SEMANARIO INDEPENDIENTE Bs. Aires - PUEYRREDON 2190, 1» Izq. - T.E. 83-2613 21. Marcheschwan 5727 4. November 1966 RECHTE DER RUSSISCHEN JUDEN Vereinte Nationen. — Israel appellierte in der UN-Generalversammlung an die Sowjetunion, damit diese ihrer jüdischen Minderheit die gleichen kulturellen und religiösen Rechte gewähre, welche die anderen Minoritäten in diesem Land gemessen. Dieses Ersuchen wurde im UN-Comite für Kultur, Wohlfahrt und Menschenrechte von Gerschon Awner, Israels Botschafter in Kanada, vorgetragen, welcher in diesem Jahr Mitglied der israelischen Delegation vor der Generalversammlung ist. Im Gegensatz zu den in füheren Jahren von Israel in den UN abgegebenen Erklärungen, die Sowjetrussland wegen seiner antijüdischen Politik angriffen, ohne dieses Land bei seinem Namen zu nennen, unterstrich Botschafter Awner die „grossen Bemühungen Moskaus, um die kulturelle und religiöse Eigenart seiner mehr als hundert offiziell anerkannten Nationalitäten zu bewahren.“ Hier allerdings lenkte er die Aufmerksamkeit auf die Tatsache, dass die Juden eine der von der USSR anerkannten Nationalitäten waren, weil sie „aus historischer Sicht eher eine ethnische als eine rein religiöse Gemeinschaft bilden. „Wir möchten vor diesem Forum in dieser Aera der Toleranz gegenüber den Minderheiten und ihren Rechten die inbrünstige Hoffnung diskutabel, sodass sogar vom Standpunkt des internationalen Rechtes das Adressenspiel mit Tel Aviv kaum mehr haltbar ist. Vielleicht wäre es an der Zeit, die vergesslichen Staatskanzleien auf diese „Verjährungsfrist“ hinzuweisen, wenn man schon darauf verzichten will, Briefe und Telegramme nach Tel Aviv mit dem Vermerk „Adressat verzogen“ zurückzuschioken. aussprechen“, führte er aus, „dass der Judenheit in Russland erlaubt wird, ihr kulturelles und religiöses Leben zu führen und zu entwikkeln.“ AiPPBLL AUS CHILE Santiago de Chile. — Das Jüdische Zentralcomité Chiles überreichte einer zu Besuch im Lande weilenden sowjetischen Delegation ein in russischer Sprache verfasstes Ersuchen, die Lage der russischen Judenheit zu erleichtern. Das Schreiben war an Nikolai Grigoriewich, den Vizepräsidenten des Obersten Sowjet, gerichtet und trug die Unterschriften von 35.000 chilenischen Juden. In diesem Schreiben wurde der sowjetische Delegierte begrüsst und der Hoffnung Ausdruck gegeben, dass sein Besuch zur Stärkung der Bande zwischen seinem Land und Chile beitragen möge, zu dem die chilenischen Juden gehören. Ferner wird darin auf den Anteil Russlands an der Niederlage Hitlerdeutschlands hingewiesen, an die Befreiung „tausender unserer überlebenden Brüder aus den nazistischen Ausrottungslagern“ und Russlands Beitrag zur Gründung Israels. Später heisst es. da^s „Gründe zur Besorgnis um die Lage von Millionen Juden in Sowjetrussland bestehen, die leiden, weil ihr Status als kulturelle und religiöse Gemeinschaft nicht geregelt wurde und sie kein Recht haben, sich mit ihren Familien in anderen Ländern zu vereinigen. Die russischen Juden gemessen nicht die elementaren Rechte, deren sich andere Nationalitäten erfreuen, sie können keine Zeitungen publizieren und keine Theaterstücke in jiddischer Sprache aufführen. Ebenso dringend ist es, die Religionsfreiheit für die Juden wieder herzustellen.“ ESTUDIO JURIDICO INTERNACIONAL r0tnM9M9M«Í9M9tttM99MMN9M99MM9N999999MMMM Dr. Hardi Swarsensky ASUNTOS EUROPEOS EXCLUSIVAMENTE ALLE ENTSCHAEDIGUNGSFRAGEN Wiedergutmachung Lastenausgleich Rückerstattung BUER0STUNDEN: DIENSTAG» MITTWOCH und FREITAG von 16—18 Uhr T. E.: 83 - 2613 ★ Dr. Günter Frey ASUNTOS ARGENTINOS Y SUDAMERICANOS Erbschaftssachen - Vertraege - V„rwaltiingen - Miets-, Zivil- und Handelssachen T E.; 80 - 6*30 PUEYRREDON 2190 esq. A». LAS HERAS