Mannheim
Compact Memory

Jüdische Wochenschau · 1966-10-21 · 2190 (21.10.1966) · p. [Seite 8]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
27 (1966)
Issue
2190 (21.10.1966)
Date
1966-10-21
Page
[Seite 8] (sequence 8)
Language
German, Spanish
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/9616703-9615320-9615692--4577-9615700
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

12 entity mentions

Correo Argentino Centrnl B FRANQUEO PAGADO Concesión 908 TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 Año XXVII BUENOS AIRES, VIERNES 21 DE OCTUBRE DE 196« N? 219« ISRAELITA el ejemplar 6n toda la República PUEYRREDON 2190 1* izq. Buenos Aires T.E. 83-2613 Unruhe an Israels Grenzen Tn den letzten Wochen hat i die Unruhe im ganzen Mitti leren Osten zugenommen, j Die Gegensätze zwischen den ' arabischen Ländern haben I sich zugespitzt, bis die syri-! sehe Regierung als einzigen! Ausweg aus ihren uniiber- I ■wundenen Schwierigkeiten mit permanenten und drei-; sten Ueberfällen auf Israeli-', sches Gebiet begonnen hat. Als Israel erklärte, im Falj le weiterer Attacken sich zur j Wehr zu setzen, überboten j sich die Araber in Soiidari- | tätserklärungen und nahmen , eine drohende Haltung ein. | Israel rief den Sicherheitsrat an, in welchem die weltpoiij tischen Gegensätze der Gross- | machte aufeinanderprallten. | Die Sowjetunion nahm offen gegen Israel Stellung, das im Dienst der Imperialisten versuchen würde, die syrische Linksregiehung zu stürzen Der folgende Tatsachenbericht gibt einen kuizen Ueberblick über die wichtigsten Ereignisse, ERKLABRUNG ESHKOLS | I Jerusalem. — Premierminii ster Levi Eshkol erklärte; dass Israel die Verletzungen i seiner Grenzen nicht passiv i hinnehmen werde, sondern j dass Israel die Zeit, den Ort und die Form seiner Antwort | auf diese Angriffe bestim- | men wird. Diese Erklärung gab er vor den Absolven an! eines Offizierskursus der Fallschirmspringer - Truppe In Ramat Gan ab. MIT DEM BOTSCHAFTER! DER USA l Polizisten den Tod fanden, wie der ..Daily Telegraph“ aus Beirut berichtete Die Meldung besagt ferner, dass Radio Damaskus die Angriffe der El-Fatach-Banden von Syrien aus lobend erwähnte. Des weiteren wurde aus Damaskus gemeldet, der syrische Ministerpräsident Jussof Zayien habe angekiindigt, dass seine Landsleute entschlossen seien, im Falle irgendeiner Vergeltung Israels gegen Syrien ganz Israel in Brand stecken und seinen Boden für Israel, den Imperialismus und die imperialistischen Agenten in einen SYRIEN DROHT ERNEUT London. — Generalmajor Achmed Swidani Generalstabschef der syrischen Armee. erklärte, dass ,,die Schlacht zur Befreiung Palästinas begonnen hat“ wie ,,Daily Telegraph“ aus Beirut berichtete. Der General konferierte in Damaskus mit einer ägyptischen Mil'tärmission und sol. das Versprechen einer „massiven Unterstützung“ empfangen hab^n. besonders für den Fall, dass es zu einem grossangelegten Kampf mit Israel kommt - Wie es heisst, wäre Aegypten Inspektion der UN Jerusalem. — UN-Beobachter kontrollieren die Grenzen Israels mit Syrien, um festzustellen, ob die sowjetisc'i®n und syrischen Beschuldigungen zutreffen, dass Israel Truppen an seinen Grenzen konzentriere. urr einen Angriff gegen Syrien zu lanzieren. Diese Masiiahme wurde vom General Odd Bull, dem Kommandanten der ÜN-Truppe, angeordnet, nachdem der israelische Aussenminister Abba Eban dies in der Debatte des Sicherheitsrates angeregt hatte. Die Inspektion umfasst ein Gebiet, das 10 km landeinwärts der Grenzen auf israelischem Territorium liegt. Die Grenze mit Syrien ist 72 km lang. Die gleiche Inspektion wird dann auf syrischem Gebiet vorgenommen, wenn die UN-Beboachter ihre Kontrolle in Israel abgeschlosen haben. Man nimmt an, dass General Bull die Genehmigung der syrischen Regierung bereits am vergangenen Sonnabend bei einer Besprechung in Damaskus erhalten habe. Man ist bemüht, diese Kontroll-Aktionen bis zum nächster Dienstag mit Rücksicht auf die Dringlichkeit des Falles abzuschliessen. Jerusalem. — Levi Eshkol hatte eine Unterredung mit dem USA-Botschafter Walworth Barbour, dem er von Israels Besorgnis über die von Syrien organisierten Einfälle in israelisches Gebiet Mitteilung machte. Später konferierte Eshkol auch mit den Botschaftern der Sowjetunion, Frankreichs und Englands. In der Nähe arer Grenze Stationierte Beobachter berichteten von einer merkbaren Nervosität der Syrer Sporadiache Schüsse aus den syrischen Artillerie-Stellungen waren zu hören; syrische Geschosse fielen auf israelisches Gebiet. STATE DEPARTMENT MAHNT Washington. — Israel wurde vom State Department ersucht, grösste Vorsicht angesichts der syrischen Provokationen xu wahren und den Schutz der UN anzurufen, wie aus Regierungskre'sen verlautete, welche das Vorgehen der Syrer bedauerten hingegen befürchten, dass israelische Repressalien die Lage noch zuspitzen könnten. Man glaubt, dass diese Gesichtspunkte von Raymond Hare, dem Beratenden Staatssekretär für den Nahen Osten, dem Israel-Botschafter Abraham Harman gelegentlich einer Rücksprache nahegelegt wurden. MELDUNG AUS LONDON London. — Syrische Verstärkungen wurden längs der Grenze mit Israel aufgestellt, da die Syrer Vergeltungsmassnahmen für den Zwischenfall befürchten, bei dem vier israelische Grenz- ■ Friedhof verwandeln wer- : den. Diese Erklärung stellte i anscheinend eine Entgeg- 1 nung auf die Ankündigung I Eshkols dar, dass Israel neue j Zwischenfälle angemessen j beantworten wird.; DEMENTI AUS WASHINGTON Washington. — Staatsbeamte bezeichneten die Behauptung, dass die USA Israel auf gef ordert hätten, Syrien anzugreifen, als völlig aus der Luft gegriffen. DER SICHERHEITSRAT Vereinte Nationen. — Der Sicherheitsrat beraumte auf Ersuchen Israels eine „dringende" Sitzung an, um über die von Israel erhobene Beschwerde zu beraten. Inzwischen wurde aus Zeitungsmeldungen bekannt dass die Sowjetunion Israels Ministerpräsidenten Levi , Eshkol in Jerusalem eine energische Protestnote überreichten liess, in der frühere, in der offiziellen sowjetischen Presse erschienene Beschuldigungen wiederholt I wurden, dass Israel versuche, | die syrische Regierung zu j stürzen. I Der Sowjet-Botschafter in i Israel, Dimitri Schuwajin, hatte im Laufe von wenigen Tagen zwei Mal Eshkol aufgesucht, um Ihn über den Standpunkt Moskaus zu unterrichten. In den etzten 13 Jahren hat Sowjetrussland gegen alle Resolutionen des Sicherheitsrates sein Veto eingelegt und zwar jedesmal, wenn die arabisch-israel-.srhe Situation zur Debatte gelangte und ein Beschluss zu gunsten Israels gefasst wurde. bereit, Truppen zu diesem Zweck zur Verstärkung der syrischen Armee zu schikken. Die Zeitung informierte ferner, dass sowjetische MIG-Flugzeuge der ägyptischen Luftwaffe in syrischen Flughäfen gesehen wurden. IM SICHERHEITSRAT Vereinte Nationen. — Ein Sprecher der israelischen Delegation vor den UN erklärte in der vorwöchigen Sitzung, dass vier oder fünf Redner bei der einen Tag zuvor stattgehabten Debatte im Sicherheitsrat die israelische Klage gegen Syrien spontan und eindiueksvoll unterstützten. Er betonte, diese Redner wären sich einig gewesen, dass Israel durch die Ueberfälle der von Syrien ausgeschickten El - Fatach- Banden Schäden erlitten hat und Schutz erhalten müsse. Sie wiesen darauf hin, dass Syrien aus der UN-Charter Verpflichtungen habe, den Waffenstillstand verletzt hat und nicht von der Schuld an den Attacken der El-Fatach- Banden freigesprochen werden könne. Alle Sprecher begrüssten Israels Anrufung des Sicher heitsrates und anerkannten Israels Angebot, eine Inspektion seiner Grenzen ou gestatten. Im weiteren bezog sich der Sprecher aut die Rede des sowjetischen Delegierten deren Mangel an Exaktheit, Objektivität und konstruktiven Vorschläge bemängelt wurde Er nannte es erstaunlich, dass Israels Ersuchen um Zusammentritt des Sicherheitsrates von dem gowjet-Delegierten als ..aggressiv“ bezeichnet worden sei. Er stellte fest, dass der sowjetische Redner es unterlassen habe, bei Erwähnung der von Israel vorgenommenen Zusammen Ziehung vo.i Truppen an der Grenze kein Wort von Israels Angebot zu sagen, eine Inspektion seiner Grenzen zuzulassen. Schliesslich gab der Sprecher der Auffassung der israelischen Delegation Ausdruck, dass die sowjetische Darstellung der Lage nichts mit der. Situation im Mittelosten zu tun habe. REDE ABBA EBANS Am Vortage hatte Israel nach dreistündigen zeitraubenden Reden endiicn Gelegenheit gefunden, kurz vor Abschluss der Sitzung des Sicnevheitsrates seine Klage gegen Syrien zu begründen. Aussenminister Abba Ebaa beschuldigte Syrien der Absicht, Israel zu zerstören. Er zitierte 30 kürzlicbe Erklärungen aus offiziellen sy ischen Quellen, die sämtlicn von der „Zerstörung Israels“ handelten Die Sowjetunion, Bulgarien und Transjordanien bemühten sich gemeinsam, die Ausführungen Ebans zu verhindern oder : hinauszuzögern. Anscheinend hatte Syrien keine realen Gegenargumente vorzubringen. Eban wies die Vorwürfe Syriens und seiner Alliierten zurück, dass Israel militärische Operationen gegen Syrien voroereite. Er ersuchte um eine durch die UN durchgeführte Inspektion auf beiden Seiten der Grenze. Er verlangte ferner eine „feierliche und entschiedene Verurteilung der feindseligen Handlungen und unerlaubten Ueberfälle“, die Syrien gegen Israel unternimmt durch den Sicherheitsrat. AUS DER DEBATTE George Tomeh, der syrische Delegierte, nannte die Anklagen Ebans eine Verschleierung des israelischen Plans zu „neuen Aggressionen““, der bezwecke, die Welfmeinung durch die Behauptung irrezuführen, Syrien sei der Angreifer. Der USA-Botschafter Arthur Goldberg unterstützte Israel durch seine Bemerkung, es scheine, dass nie Einfälle in Israel „Teil eines Aktionsplans“ bilden Er fügte hinzu, der Hauptschuldige sei die El-Fatach-Oganisation. Goldberg sprach kurz vor Mitternacht am Freitag der vergangenen Woche, worauf die Debatte auf Montag vertagt wurde. ESHKOL WARNT Jerusalem. — Ministerpräsident Levi Eshkol erklärte, es könne eine Situation entstehen, in der Israel sich gezwungen sähe, „die Rechnung mit Syrien zu begleichen“ Er versprach, dass Israels Souveränität mit allen der Regierung zur Verfügung stehenden Mitteln verteidige werden wird. Mit dem Hinweis auf die gegenwärtige Debatte im Sicherheitsrat hob Eshkol hervor, dass die Verurteilung des syrischen Vorgehens durch die Mehrheit der Rats mitgtieder an sich ein wichtiges Ereignis zu Israels Argentinien mahnt zum Frieden New York. — Argentinien richtete einen Appell an die Regierungen von Israel und Syrien, eine friedliche Lösung ihres Konfliktes zu suchen und sich an die Vereinten Nationen zu wenden, um eine Regelung des Konfliktes anzustreben, der erneut vor dem Sicherheitsrat verhandelt wird. Raul Quijano, der Argentinien repräsentiert, erinnerte daran, dass die UN der Befriedung des Mittleren Ostens grosse Aufmerksamkeit geschenkt und zahlreiche Bemühungen unternommen haben, um dieses Ziel zu erreichen. Man habe eine Kontrollorganisation für den Waffenstillstand geschaffen; es bestehen Waffenstillstandskommissionen und seit 1956 eine UN-Truppe für dringende Fälle in dieser Zone. „Es ist der Wunsch der argentinischen Regierung und aller Mitgliederstaaten der UN, so betonte Quijano, dass dieser für den Frieden geschaffene Apparat Früchte trägt und von den beteiligten Ländern bis zum Aeussersten in Anspruch genommen werde. Sollten diese Massnahmen nicht ausreichen, um den Frieden zu sichern, so muss der Sicherheitsrat di« erforderlichen Schritte zur Verstärkung beschliessen, damit auf jeden Fall der Erfolg gesichert werde.“ — Die letzten Zwischenfälle, fügte Quijano hinzu, haben grosse Besorgnis hervorgerufen, ebenso wie die Tatsache dass Transjordanien in diesem Konflikt intervenieren wolle. —; te er hinzu, die Beraiung j über die Attacken der El-Fatach-Terroristen vor dem Po- , rum der UN schliesse nicht; aus, dass „auch hier notfalls I eine Antwort erteilt werden i kann.“ BESORGNIS IN ENGLAND j London. — In der londoner; Presse wird mit Besorgnis die! gefährliche Lage längs der syrisch - israelischen Grenze! kommentiert. Die wichtigsten Zeitungen verurteilen Syriens Unterstützung der Ein- I fälle der El-Fatach-Banden auf israelisches Gebiet. I „Sunday Telegraph“ stellt | fest, dass die Israel-Armee | und die Heere von vier ara- 1 bischen Staaten Kampfstellung bezogen haben, und! schreibt, die Hoffnungen, dass offene Feindseligkeiten! im Mittelosten vermieden : werden könnten, gründeten sich hauptsächlich auf den Umstand, dass sich Aegypten, ohne dessen militärische Stärke die Araber wenig Erfolgsaussichten gegen die israelischen Truppen haben, wegen des „unverantwortlichen syrischen Benehmens“ im Augenblick nicht in den Konflikt hineinziehen lassen wolle. Die Zeitung bemerkt allerdings, dass die syrische Regierung die Dinge durch die übereilte Verteilung von Waffen an die syrischen Arbeiter schon zu weit getrieben haben könnte. „Sunday Observer“ urteilt, dass die Gefahr eines Krieges im Mittelosten , jetzt davon abhängt, ob die syrische Regierung in Wirklichkeit noch die Möglichkeit hat, den Operationen der El-Fatach-Terroristen ein Ende zu setzen“. NEUE ERKLAERUNG LEVI ESHKOLS Jerusalem. — Premierminister Levi Eshkol erklärte die Bereitschaft Israels sofort mit Syrien einen Nichtangriffspakt zu schliessen. Er fügte allerdings hinzu, „falls unsere arabischen Nachbarn ihre terroristischen Angriffe fortsetzen, bleibt uns keine andere Alternative, als uns zu verteidigen.“ Eshkol sprach auf der Eröffnungssitzung der Knesset. Die Atmosphäre war spannungsgeladen, da immer wie- ' der neue Attacken arabischer Saboteure an den Grenzen gemeldet werden und die Führer der syrischen Linksregierung ihre Angriffe gegen Israel nicht einstellen. Eshkol erklärte; „Ich bin bereit, in diesem Augenblick einen Nichtangriffspakt mit Syrien abzuschliessen. Die Zusammensetzung der syrischen’ Regierung ist’ nicht unsere Angelegenheit“. Doch i warnte er; „Wenn die An-; griffe und die Sabotage gegen unser Land nicht aufhören. so bleibt uns nichts anderes übrig, als uns zu verteidigen.“ j Der Ministerpräsident bedauerte, dass die Sowjetunion bei ihren Behauptungen ■ bleibt dass Israel Verbinj düngen mit ausländischen Mächten unterhalte, die Plä-! ne über die Form des Regi- : mes in Damaskus haben. Er | drückte seine „tiefes Bedau-! ern“ aus. dass die Sowjefc-! Union nicht den kleinsten Beitrag zur Befriedung des ' Mittelostens geleistet habe. NICHT ISRAELS SORGE j Und Eshkol fuhr fort: ,Eä ist völlig falsch, dass wir irgendwelche Pläne gegen die Linksregierung in Damakus schmieden.“ Der israelische Spionagedienst wisse jedoch, so fügte er hinzu, dass Syi rien Sabotage-Einheiten aus- , bildet, die im Ausland zum | Einsatz gelangen sollen I Eshkol appelierte im weij teren an die Weltmächte und i an die Vereinten Nationen,; die notwendigen Massnahi men zu ergreifen, um den | Einfällen der Syrer in Israel Einhalt zu gebieten, da diese „das Gleichgewicht im; Mittelosten gefährden.“ NOBELPREIS FUER LITERATUR Wie kurz vor Redaktionsschluss bekannt wird, ist der diesjährige Nobelpreis für Literatur dem hebräischen Dichter und Schriftsteller S. J. Agnon gemeinsam mit der aus Deutschland stammenden jüdischen Dichterin Nelly Sachs, die jetzt in Schweden lebt, zugesprochen worden. (Nähere Einzelheiten werden wir noch veröffentlichen). Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rtvadavia 831

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.