Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 27 (1966)
- Issue
- 2190 (21.10.1966)
- Date
- 1966-10-21
- Page
- [Seite 5] (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Die Zionistiang kämpft nicht Ewigkeit Isra )ä idischen Lehren, it auch für sie, — Provinz Provinz La Rioja nde der yergangeng der Ereignisse Seite 5) HtMtM») Air«*', Vierne« 21 de Oa U»br*> de 1946 LA SEMANA israelita Año XXVII. — NV 2190 — 5 Verlages (( ISRAEL _ Geschichte lener Roman aus Wiener Juden in Uustriert. Halblei- HTE DER HUGO GDLD ¡Dl Rah"16111 oen Synagoge in Moskau Die Moskauer Synagoge figuriert unter den Sehenswürdigkeiten, die der Stadtplan aufführt, der ausländischen Touristen verkauft •wird. Dorthin ging ich also, noch dazu offiziell animiert. Bs war Sonnabend am Morgen. Die Türen der Svnagoge waren offen; drinnen war ein Gottesdienst im Gange; j auf den Stufen zum Eingang. von Säulen flankiert, stand eine Gruppe von Leuten. „Entschuldigen Sie“ — sagte ich zu einem der Männer auf den Stufen, indem ich so gut russisch sprach, •wie es mir irgendwie möglich ist, — „ich bin Engländer; mein Mann ist Jude und ihn interessiert die Lage der Juden in Russland.“ „Unsere Lage“ — sagte der Mann, indem er mich strahlend ansah — „ist glänzend; könnte nicht besser sein. Sie können sehen“ — er wies auf die offene Tür der Synagoge —, „dass wir völlige Freiheit gemessen, unsere Gottesdienste abzuhalten.“ Eine Menge begann, sich um mich zu sammeln. In den christlichen Kirchen in Russland und in ihrer Umgebung überwiegen Frauen; aber diese Versammlung von Juden bestand fast nur aus Männern. Sie begannen mit Fragen über mich, über meinen Mann und meine Familie; diejenigen, die nicht nah genug an mich herankommen konnten, befragten einander: „Woher sagt sie, ist sie gekommen? Aus Israel?“ „Nein, nur aus England“. Die Leute um mich herum waren sehr ärmlch gekleidet, selbst wenn man russischen Standard in Rechnung stellt Die meisten Russen tragen schwarze oder schwärzliche Wintermäntel, die ohne Fasson sind und abgetragen wirken. Aber nur hier sah ich Mäntel, die tatsächlich an den Nähten auseinandergingen. „Wie sie sehen“ — sagte der Mann —, „die Lage ist ausgezeichnet“. „Aber wissen Sie“ — sagte ein anderer Mann —, „da gibt es einen kleinen Unterschied zwischen von ALISON MACLEOD (übersetzt von Dr. Walter Mieses aus New Statesman vom 30. 9. 1966, S. 4721 uns und Ihnen, Wenn Sie ins Ausland reisen wollen, so können Sie das. Wenn wir um Erlaubnis nachsuchen, ins Ausland zu reisen, steckt man uns auf drei Jahre ins Gefängnis. Deshalb reden sie hier alle so; sie sind verängstigt.“ Seine stimme war leise, aber noch kein Flüstern. Einige Leute ausser mir mussten gehört haben, was er sagte, aber niemand kommentierte es. Sie fuhren nur fort, mich zu befragen. Wieviel hatte meine Reise gekostet? Ich erklärte, dass es die billigste organisierte Tour war, die daher 60 Pfund (168 Dollar), so viel wie 150 Rubel kostete. Sie wollten wissen, wie das so billig sein könne. Ich sagte: „Weil Eure Regierung ausländischen Tourismus finanziell unterstützt; man brachte uns im Hotel Metropol unter und verpflegt uns wie Zaren; sogar Butter bekommen wir.“ Das schien viel Eindruck zu machen. Ich fragte, wieso sie sonnabends frei seien, der doch Arbeitstag sei; sie sagten, die meisten von ihnen seien Pensionierte und der Rest sei in der Nachtschicht tätig. „Gibt es in England viele Nachtschichten?“ Als ich einige der Leute genauer betrachtete bemerkte ich, dass viele nicht nur abgeschabte Mänteln, sondern auch zerfaserte Hemdkragen trugen. Selbst die Bettler vor den christlichen Kirchen sind nicht derart ärmlich angetan. „Die Lage hier könnte garnicht besser sein“ —, wiederholte nun der erste Mann. „O, Du hast vollkommen recht“, sagte einer seiner Freunde, indem er ihm auf die Magengegend klopfte, die ganz gewiss nicht hervortrat. Die anderen fragten weiter. „Ist das wahr, dass in J. P. LANDSBERG VERSICHERUNGEN JEDER ART Bme. MURE 430 V. Of, 550 T.E.: 30-1474 CATECA S.A. Directorio 5555 Buenos Aires T. E. 68.1017/18 y 1264 SUAVAND4R el calzado legítimo de espuma de goma DEIN HOBBY DEINE SPARKASSE Israel-Briefmarken Beratung durch: STAMPS CENTER M Allenby R4. — TEL AVIV — P.O.B. 4444 Ereignisse der Woche England viele Leute am Sonnabend nicht zu arbeiten brauchen?“ „Erlaubt man jüdischen Kindern in England, Unterricht in Hebräisch zu besuchen?“ „Können englische Juden wirklich überall arbeiten, sogar in Ministerien?“ Diese letzte Frage verblüffte mich so, dass ich sie mir wiederholen liess. Kein Zweifel, sie wollten wirklich erfahren, ob englische Juden Zugang zu öffentlichen Aemtern besässen. Ich glaube nicht, dass diese Fragen naiv waren; sie zielten darauf ab. das blosszulegen, was sie offenbarten, so wie die russisische Standard - Frage; „Stimmt das, dass man in England gutes Schuhwerk trägt?“ Die Fragerei wurde unterbrochen, weil der Gottesdienst zu Ende war und die Menge sich aufteilte, um dem Rabbiner und seinen Gehilfe den Weg frei zu machen. Danach kamen die Leute sofort wieder zusammen und begannen, mich wieder so eifrig zu befragen wie zuvor. Aber zwei robust aussehende Männer kamen da aus der Synagoge; sie waren viel besser gekleidet und hatten ein autoritäres Gehaben an sich. „Wozu steht Ihr alle hier j herum?“ — schrie der eine —! „der Gottesdienst ist aus.! Geht nach Hause!“ „Da ha - j ben Sie’s“ — sagte der zwei- | te Mann, der sich mit mir! unterhalten hatte —, „ich! sagte es Ihnen ja, sie sind , erschreckt; sie können es; nicht leiden, wenn wir mit! Ausländern sprechen.“ Die Menge ging gehorsam ' heim; das taten sie aber mit! Bedacht, indem sie zuvor liebenwürdig Lebewohl sagten. Eine recht alte Frau, die an unserer Unterhaltung nicht hatte teilnehmen können, weil sie nur Jiddisch sprach, drückte mir die Hand und sagte mit gewisser Anstrengung zwei Worte auf russisch, die bedeuteten: „Seid mir gesund!“ Aber das Lebewohl war endgültig, so höflich es auch war. Um dessen sicher zu sein, blieben die beiden robusten Männer oben auf den Treppenstufen dei Synagoge stehen. (Fortsetzung der Ereignisse von Seite 4) nen Woche merkwürdige Vorgänge gemeldet, die unsere Aufmerksamkeit verdienen. Die grosse Tageszeitung „La Nación“ hat in ihrer bekannj ten sachlichen Art umfassend darüber berichtet. Rechtsextremistische Elemente, die aus anderen Pro vinzen gekommen sein sollen, haben in La Rioja Unruhe hervorgerufen, sodass sich einige Körperschaften und Organisationen, unter ihnen Gewerkschaften und die örtliche DAIA-Vertretnng,, zu Protesten und Rückfragen veranlasst sahen. Worin die Tätigkeit dieser Gruppen bestanden hat, wurde im einzelnen nicht gesagt. Aus welchen Gründen die von anderen Provinzen kommenden Ruhestörer nicht festgesetzt wurden, ist nicht bekannt. Auch die Frage der Journalisten, ob und welche Funktionäre der Regierung mit diesen Gruppen in Verbindung ständen, blieb unbeantwortet. Auffallend ist ferner, dass die öffentliche Sicherheit in dieser Provinz bereits so weitgehend gefährdet erschien, dass man die Sicherheitsmassnahmen dem zuständigen Militärkommando übertragen hatte. Welche Vorgänge aber im einzelnen diesen alarmierenden Tatsachen zugrunde liegen, bleibt unbekannt. — CENTRA-Kongress Wie wir erfahren, hat das Programm des bevorstehenden CENTRA-Kongresses in Montevideo eine wesentliche Bereicherung erfahren. Am Mittwoch, den 2. November, um 9 Uhr wird der ständige Delegierte des Jüdischen Weltkongresses für Lateinamerika, Herr Mark TUR- KOW (Buenos Aires) ein Re, ferat über das wichtige Trema „Probleme des latein- NIEDERLASSUNG VON TOURISTEN Im Laufe der letzten Jahre war die Zahl der sesshaft gewordenen Touristen andauernd im Ansteigen begriffen. Bis zum Jahre 1961 belief sie sich auf ca. 1.000 pro Jahr, im Jahre 1962 stieg sie auf i.900 an und in den Jahren 1963—1965 erreichte sie durchschnittlich 2.400 pro Jahr. Einwanderer aus Südamerika Ende Juni 1966 trafen 180 Neueinwanderer aus Südamerika in Israel ein. Es ist daher am Platz, in diesem Zusammenhang einige Zahlen über die Einwanderung aus Südamerika seit Staatsgründung zu bringen: seit damals wanderten insgesamt 25.000 Juden aus Südamerika in Israel ein, hiervon 13.000 während der letzten vier Jahre. Nicht weniger als ein Drittel dieser Einwanderer wurde von den landwirtschaftlichen Siedlungen, hauptsächlich Kibbuzim, aufgenommen. Das zweite Drittel liess sich in den Entwicklungs-Gebieten, von Elat bis Karmiel nieder. Dort sind sie hauptsächlich bei verschiedenen Dienstleistungen und in den freien Berufen tätig. Die grosse Zahl der aus Südamerika eingewanderten Aerzte ermöglichte in den letzten Jahren eine Lösung des Aerztemangels im Negew Viele aus Südamerika stammende Ingenieure nehmen in wichtigen Entwicklungsbetrieben in Elat, Dimona, Sodom und anderen Orten leitende Stellungen ein. Akademiker einschliesslich Lehrer bilden 20 Prozent der südamerikanischen Einwanderung. Sie erfüllen Pionierarbeit in allen Teilen des Landes. Das letzte Drittel der Einwanderer liess sich in der Künstenebene nieder. Zum Grossteil handelt es sich um kleine Kaufleute und Handwerker, die meistens im fortgeschrittenen Alter stehen. (KKL) Jerusalem. — Im Laufe des Jahres 1965 machten sich 2.320 Touristen, davon 2.235 Juden, in Israel sesshaft. Somit erreichte die Zah1 der im Lande seit der Staatsgründung sesshaft gewordenen Touristen 23.553, davon 22.446 Juden — wie der Sprecher des Statistischen Zentralamtes der Regierung vor kurzem mitteilte, Araber und Juden Tel Aviv. — In einem Com-; munique, das nach Abschluss | des Martin-Buber-Seminars | für den arabisch-israelischen 1 Frieden herausgegeben wurj de, wird festgestellt, dass „in ■; letzter Zeit in intellektuellen | arabischen Kreisen die Be- ■ reitschaft zu einem Dialog besteht“. Das Seminar, bei dem die Beziehungen zwischen Arabern und Juden in Israel kommentiert wurden, fand kürzlich in Giwat Awiwa statt. Israelische Araber und jüdische Schriftsteller aus Israel und dem Ausland nahmen an dem Seminar teil. Erzbischof George Hakim von Nazaret war Ehrengast bei der Schlussitzung. (ITA) Israelische Studenten Tel Aviv. — Die Zahl der im Ausland studierenden Israelis beträgt z. Zt. 5.500, davon 4.000 in den Vereinigten Staaten und 1.500 in Europa. Verglichen mit Neueinwanderern war der Prozentsatz älterer Leute unter den Touristen etwas grösser. 15 Prozent der Touristen waren im Alter bis zu 14 Jahren, 68 Prozent waren zwischen 15 und 64 Jahre alt und 17 Prozent überstiegen das 65. Lebensjahr. Die Durchschnittszahl der Familienangehörigen war kleiner und die Zahl von Personen mit freien Berufen grösser als bei Neueinwanderern. 65 Prozent der sesshaft gewordenen Touristen stammen aus Europa. Von den im Jahre 1965 eingewanderten Touristen nahmen etwas mehr als die Hälfte die israelische Staatsbürgerschaft an. amerikanischen Judentums“ halten. Die Bedeutung der hier angeschnittenen Fragen werden das Leben und die Arbeit unserer eigenen Gemeinden und Organisationen in einen grösseren Zusammenhang stellen und die Situation schildern, in der sich unsere Tätigkeit heute vollzieht. Turkow ist ein Kenner dieser Materie, der es ausserdem versteht, in einer spannenden Form die Dramatik unseres Zeitgeschehens zur Darstellung zu bringen, sodass man mit besonderer Erwartung diesen Ausführungen entgegensehen darf. Wie wir weiter erfahren, haben die bonaerenser Gemeinden und Organisationen, die der CENTRa angeschlossen sind, die Anregung gegeben, dass sich Centra als kontinentaler Organismus dem Jüdischen Weltkongress anschliesst, worüber der Kongress in Montevideo die Entscheidung fällen wird. — Befremdendes Vorgehen Die in Buenos Aires erscheinende Zeitschrift „La Luz*, die in letzter Zeit durch verschiedene Polemiken von sich reden machte, hat in ihrer Ausgabe Nr. 914 einen befremdend wirkenden und ungerechten Angriff gegen die DAIA lanziert, der mit den Privilegien der Pressefreiheit nicht verteidigt werden kann. Ebenso wenig wie Sanktionen wirtschaftlicher Natur bei Meinungsverschiedenheiten im öffentlichen, jüdischen Leben gerechtfertigt werden können, ebenso wenig sind derartige Attakken gegen die einzige und höchste Instanz unseres organisierten Lebens zu tolerieren. Zur Sache selbst werden wir uns ausführlicher in der nächsten Ausgabe der Jüdischen Wochenschau äussern, da dies heute aus technischen Gründen nicht möglich ist. In jedem Fall dürften wir Juden andere Sorgen und Probleme zu lösen haben, als auf diese Weise, diesem Niveau und in diesem Ton untereinander zu streiten. JUAN JULIUSBURG 73-1148 BLANCO ENCALADA 1646 P" . I PASTEUR 254 - 2° y 5° piso» «L 48-71BB 1372 BUENOS AIRES .■■■' jblkos, consul totes deemprmsmi ESPECIALISTAS EN^ SOCIEDADES ANONIMAS Fiambres Finos -- “FRIG UINCIA MARCA QUE DISTINGUE LA CALIDAD » FRIGUINCIA