Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 27 (1966)
- Issue
- 2187 (30.9.1966)
- Date
- 1966-09-30
- Page
- [Seite 8] (sequence 8)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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o CÛ O c FRANQUEO PAGADO Concesión 908 4> IS — *- X c TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 SEMANA Ano XXVn. BUENOS AIRES, VIERNES 36 DE SEPTIEMBRE DE 196« N’ 2187 “ |U _ en toda la República I Us PUEYRREDON 2190 1* laq. Buenos Aires T.E. 83 - 2613 Bericht aus der Bundesrepublik Klage abgewiesen Eine Klage der rechtsextremistischen „Nationaldemokratischen Partei Deutschland“ iNPD) gegen einen Redakteure des Nachrichtenmagazins ..Der Spiegel“' ist am 27. Juli von der Dritten Zivilkammer des Landgerichts in Göttingen abgewiesen worden: Die NPD hatte einen Widerruf der Behauptung verlangt, sie sei eine Nachfolge - Organisation dei NSDAP. Unterricht untersagt Der 52.iährige hannoversche Studienrat Klinger, der im vergangenen Jahr wegen seines tendenziösen Geschichtsunterrichts einen Verweis des niedersächsischen Kultusministeriums erhalten hatte bleibt zwar im Schuldienst, darf jedoch künftig weder Unterricht in Geschichte noch in Gemeinschaftskunde (Staatsbürgerkunde) geben Wie das Kultusministerium in Hannover mitteilte ist mii diesem Spruch das Disziplinarverfahren gegen den Lehrer abgeschlossen. Der Verweis des Kultusministers, gegen den der Studienrat Beschwerde eingelegt hatte, sei zu Recht erteilt worden. Dem Gymnasiallehrer war im vergangenen Jahr von seinen Schülern öffentlich vorgeworfen worden, sich im Unterricht wiederholt abfä Uig über die heutige demokratische Staatsführung geäussert und dafür die Politik in der nazistischen Zeit als gutes Beispiel hingestellt zu haben. Sportliche Ermutigung Die Exekutive der israelischen akademischen Sportorganisation (ASA) hatte sich einstimmig dafür ausgesprochen, die Sportgruppe der Universität Heidelberg zu ermutigen, ihr Basketball- Team zum Anfang August in Tel Aviv stattfindenden internationalen Universitäts. turnier zu entsenden. Die Heidelberger Studenten hatten beschlossen, nicht am Turnier teilzunehmen nachdem die Studenten der Technischen Hochschule in Haifa es kürzlich abgelehnt hatten, Beziehungen mit Studentengruppen in der Bundeshauptstadt aufzunehmen. Die ASA beschloss jedoch. Blick in die Welt von HAROLD SCHWARCZ PRAFSIDFNT JOHNSON erklärte die Bereitschaft der USA und ihrer Verbündeten zu Friedensverhandlungen über Vietnam. — DIE AMERIKANISCHEN Aussenminister traten in New York zusammen, um eine Gipfelkonferenz aller amerikanischen Präsidenten vorzubereiten. — DE GAULLE beschloss, ein Plebiszit in Somaliland durchzuführen, das über die Unabhängigkeit dieses Gebietes entscheiden soll. — NICHT WEINIGER als 1.300 Personen wurden in Südafrika aus politischen Gründen verhaftet, unter ihnen 19 vveisse Männer und 8 welsse Frauen; alle anderen sind Schwarze. — PAUL REYNAUD, ehemaliger französischer Ministerpräsident und einer der bekanntesten Politiker Frankreichs unserer Zeit verstarb 87jährig in Paris. — MARSCHALL KY, südvietnamesischer Ministerpräsident, besuchte das deutsche Hospitalschiff Helgoland, das dorthin aus „humanitären'' Gründen entsandt worden ist. JUGENDLICHE warfen in Den Haag Rauchbomben gegen den Wagen der Königin, weil sie mit der Hochzeit der Kronprinzessin Beatritz mit dem Deutschen Claus von Arnsberg nicht einverstanden sind. _ LEOPOLDO BENITBS, Botschafter Ekuadors, wurde zum Präsidenten der politischen Kommission in den UN gewählt, — DIE USA-TRUPPEN haben Santo Domingo verlasset!, WO sie bteher stationiert gewesen sind. — MEINUNGSVERSCHIEDENHEITEN bestehen zwischen Rotchina und Nordvietnam, weil die Nordvietnamesen zu Friedensverhandlungen bereit sind, die Rotchinesen dies aber nicht zuhissen wollen. — FANATIKER der Roten Garde in Shanghai griffen cas Haus der Frau Sun Yat Sen, der Witwe des Gründers der Republik China, an. — PAPST PAUL VI. leitete allen Bischöfen eine neue Enzyklika über den Frieden zu, die ein weltweites Echo gefunden hat. — WIEDERUM waren heftige Studenten-Unruhen in Brasilien zu verzeichnen. — VON HASSEL, deutscher Bundesverteidigungsminister teilte den Rücktritt von 14 Generälen mit, erhielt aber ge. gen die Opposition der SPD ein Vertrauensvotum im Bundestag. — GROSSE MILITAERISCHE Manöver wurden aus den europäischen Ostblockstaaten gemeldet. — U TRANT, Generalsekretär der UN. erklärte erneut, nicht weiter im Amt bleiben zu wollen. — EIN ATTENTAT wurde gegen den Chef der Geheimpolizei in Venezuela verübt, für das die Kommunisten verantwortlich gemacht werden. — JOSEPH MOBOTU, Präsident des Kongo, klagte den früheren Ministerpräsidenten Moise Tschombe an, gegen die Regierung zu konspirieren. — AUFSEHEN ERREGTE in Schweden eine Niederlage der Sozialdemokraten bei Kommunalwahlen. — DER RUECKTRITT des indonesischen Präsidenten Soukarno wurde erneut in studentischen Massendemonstrationen verlangt, — den Heidelbergern mitzuteilen, dass ihre Teilnahme am Turnier „hocherwünscht“ sei. Die ASA sei eine absolut un politische Gruppe und habe ihrer Missbilligung gegenüber jenen israelischen Studentengruppen Ausdruck verliehen die Beziehungen mit deutschen Studenten abgelehnt hätten. Die ASA erklärte sich darüber hinaus bereit, Turnier-Teilnehmer aus der Bundesrepublik zu unterstützen, falls ihnen die Reisefinanzierung Schwierigkeiten bereiten sollte. „Martin-Buber-Strasse“ in Berlin Im Berliner Bezirk Zehlendorf ist anlässlich des ersten Todestages des grossen jüdischen Religionsphilosophen eine der wichtigsten Strassen im Zentrum des Bezirks, die bisherige .Kaiserstrasse“, in „Martin-Buber-Strasse“ umbenannt worden. Die Anregung hierzu war von der SPD-Fraktion der Bezirksverordneten-Versammlung ausgegangen; in der Plenarsitzung vom 24. November 1965 hatten alle Fraktionen dieser Umbenennung einer „repräsentativen“ Strasse zuge. stimmt. Dre Berliner Bausenator Schwedler hatte den Wunsch der Zehlendorfer Kommunal - Politiker unterstützt und von seinem Recht Gebrauch gemacht, „in be sonderen Fällen“ bei der Benennung von Strassen mit Eigennamen sowohl von der vorgeschriebenen Wartezeit von fünf Jahren nach dem Tode des zu Ehrenden wie auch von der Bestimmung abzusehen, keine Vornamen zu verwenden. Der israelische Botschafter in der Bundesrepublik, Asher Ben Natan, hat in einem Schreiben an die Bezirksverordneten - Versammplung seiner Genugtuung über eine Ehrung Martin Buoers Ausdruck gegeben. — Bereits 1961 war eine der grossen Zehlendorfer Strassen in „Leo-Baeck-Strasse“ umbenannt worden. Probst Griiber Königin Juliana der Nie. derlande hat den Berliner Probst D. Dr. Heinrich Gräber wegen seines Einsatzes in der Nazizei für verfolgte Niederländer zum „Commandeur in de Orde van Oranje Nassau“ ernannt. Probst Grüber hatte während der Nazi-Herr. Schaft eine Hilfsstelle für Rassenverfolgte eingerichtet und ab 1934 auch die Betreuung der niederländischen Gemeinde in Berlin übernommen. 1940 war er verhaftet und in die Konzentrationslager Sachsenhausen und Dachau verschleppt worden. Demonstration im Landtag Der baden - württembergische Landtag hat am 20. Juli in einem Antrag die Landesregierung aufgefordert, rechtsradikale Tendenzen im Bundesland mit erhöhter Aufmerksamkeit zu beobachten und auf ihre Vereinbarkeit mit dem Grundgesetz zu überprüfen. Sprecher aller drei im Landtag vertretenen j Parteien (CDU, SPD, FDP) | brachten zum Ausdruck, dass | unnachsiehtlich allen Ten-; denzen begegnet werden I müsste, die sich gegen die Verfassung richteten. Vera Weizmaim verstorben London. — Frau Dr. Vera Weizmann, die Witwe des ersten Präsidenten Israels, Prof. Dr. Chaim Weizmann. ist im Alter von 87 Jahren in London verstorben. Sie weilte in England zu einem privaten Besuch und zog' sich einen Bruch zu, der ihre Internierung in einer privaten Klinik notwendig machte. Später erlitt sie eine Herzattacke, an der sie verstarb. Die sterblichen Uebrereste wurden Montag nach Israel zur Beisetzung überführt. In Russland geboren, studierte Frau Vera Weizmann in Genf Medizin, als sie ihren Mann kennenlernte, der s. Zt. Dozent an der Genier Universität gewesen ist. Sie heiratete im Jahre 1906. Frau Weizmann beendete ihre Studien in Genf, wo sie den Titel einer Aerztin bekam. Später war sie in Manchester am Gesundheitsamt dieser Stadt tätig. Frau Weizmann genoss grösstes Ansehen; ihr Tod wird allgemein tief betrauert. Juden in Boehmen In kurzer Zeit werden die Pforten der berühmten Prager Altneu-Synagoge für die Besucher und für die Touristen auf die Dauer von mehreren Monaten geschlossen sein, denn es werden Facharbeiter kommen und das Innere der Synagoge renovieren. Bei dieser Gelegenheit wird zum erstenmal die alte Fahne, die an die tapferen Kämpfe der Prager Juden bei der Verteidigung der i Stadt gegen die Schweden am Ende des Dreissigjährigen Krieges erinnert, heruntergenommen werden. Es wird sich dann zeigen, ob der I Stoff eine chemische Reini-! gung verträgt. Die mit der i Renovierung der Synagoge; verbundenen nicht unbeträchtlichen Kosten wird der . Magistrat der Stadt Prag I übernehmen, der auch die | Ingenieure für diese Instand- | setzungsarbeiten stellte. Bis die Arbeiten fertig sein ' werden, wird die Prager jü- I dische Kultusgemeinde den Israels neuer Wirtschaftsplan Jerusalem. — Israel hat einen neuen Wirtschaftsplan aufgestellt, der seinen Lebensstandard in den nächsten drei Jahren von Grund auf ändern wird, wie Finanzminister Pinchas Sapir ankündigte. Sapir war an der Abfassung des neuen Programms, das nach wochenlangen Verhandlungen mit allen der Koalition angehörenden Parteien und Sektoren Israels vom Kabinett angenommen wurde, massgebend beteiligt. Neun Stunden währten die Beratungen über diesen Plan, den Sapir ausgearbeitet hatte und Levi Eshkol unterstützte, bevor ihn das Kabinett mit einigen im letzten Augenblick vorgenommenen Aenderungen fast einstimmig billigte. Allerdings snthielten sich drei Minister der Stimme und zwar Mordechai Bentow, Minister für Wohnungsbau, und Israel Barzilai, Minister für Volksgesundheit, beide Mapam- Mitglieder, sowie Innenminister Mosche Shapiro namens der Religiös-Nationaler, Partei. In grossen Zügen sieht der „Richtlinien für Wirtschafts- Gebahren“ benannte Plan drei Jahre für die Stabilisierung der Löhne und Preise und eine allgemeine wirtschaftliche Zurückhaltung vor> deren Ziel es ist, die Produktivität zu erhöhen, damit die israelischen Exporte au konkurrenzfähigen Preisen auf dem Weltmarkt gesteigert werden können. In einer Pressekonferenz sagte Minister Sapir voraus, dass Israel innerhalb eines Jahres aufgrund des neuen Plans für eine Milliarde Dollar Waren zu exportieren imstande sein dürfte. Nicht nur die Gehälter und Preise sollen eingefroren werden, sondern auch die Gehaltserhöhungen für steigende Kosten der Lebenshaltung sollen eine Reduktion erfahren. Andererseits werden praktisch keine neuen Steuern erhoben. Die einzige neue Steuer, die zu entrichten ist, betrifft die Kapitalgewinne Die Kaufleuten für Ausgaben gewährten Steuererlasse werden kleiner sein und die Kommissionen der Banken und Versicherungs - Gesellschaften werden gesenkt. Minister Sapir sagte voraus, dass die grossen Exportsteigerungen Israels ökonomische Unabhängigkeit und möglicherweise ein Gleichgewicht zwischen seinem Export und Import herbeiführen könnten. „Das neue Programm“, so kündigte er an, „wird von der israelischen Bevölkerung Opfer erscheischen aber die schliessliche Verbesserung unseres Lebens- Standards erfordert ein schwieriges Vorstadium, und während dieser Zeit müssen alle Sektoren des Volkes Opfer bringen und auf einige der Bequemlichkeiten verzichten, an die wir uns gewöhnt hatten.“ „Trotz gewisser notwendiger Opfer“, so fuhr der Minister fort. „werden die Rechte der ökonomisch Schwächeren geschützt werden. Diese Gruppen mit kleinem Einkommen werden ihren Lebensstandard mit dem Ablauf des Dreijahresplans steigen sehen." Sapir gab! gleichzeitig zu dass vorüber. I gehend eine kurze Periode j der Arbeitslosigkeit eintreten! könne, und fuhr fort: „Die : Lage hätte jedoch noch viel I schlimmer sein können,; wenn der Wirtschaftsplan i nicht angenommen worden j wäre. Wir hätten mit 100.000 | Arbeitslosen rechnen müssen! und mit allen sozialen und selbst die Sicherheit betreffenden Schwierigkeiten, die eine solche Situation geschaffen hätte.“ Die kurze Periode der Arbeitslosigkeit so erläuterte der Minister, sei während der Zeit zu erwarten, in der man dazu schreiten werde, Arbeiter aus unproduktiven Betrieben in industrielle Unternehmen, d. h. in Fabriken, die für den Export arbeiten, zu überführen. Nach dieser Periode jedoch, versicherte er, wird sich alles wieder normalisieren und vielleicht ungenauen Tag bestimmt haben, an dem die Feier des 700jährigen Bestehens dieser denkwürdigen Synagoge und des 1000jährigen Aufenthaltes der Juden im Lande Böhmen begangen werden solL Die Juden Prags hoffen, dass Juden aus der ganzen Welt an dieser Feier teilnehmea werden, auch um der berühmten Oberrabbiner zu gedenken die in diesem Tempel gewirkt und daneben Hunderte von tüchtigen Rab. binern für ganz Europa herangebildet haben. Die historischen Feiern sollen würdig gestaltet werden, dennoch werden sie nicht das Gepräge haben, wie es in der Vorkriegszeit selbstverständlich gewesen wäre; der Zweite Weltkrieg hat die Gemeinden dezimiert; heute ist die Zahl der Juden, die in Prag und in Böhmen leben, gering. Eine Entschädigung für die Werte, die im Kriege geraubt wurden ist noch nicht erfolgt; so dass die Gemeinden ebenso wie die überlebenden Mitglieder nicht als wohlhabend bezeichnet werden können, sondern auch die materiellen Verluste bit- | ter spüren. I Der Rat der tschechischen j Kultusgemeinden hat hi ei-! ner Audienz den Minister für; Unterricht von den bevorstei henden jüdischen Feiern in- | formiert und die Beteiligung des Staates zugesagt. Der Rat der jüdischen Kultusgemein, den hat die Absicht, ein Gedenkwerk zu diesem Anlass herauszugeben. ter günstigeren Bedingungen als früher. Das Programm sieht die sosortige Schaffung eines Büros vor, das die Pläne für die Ueberführung der Arbeiter ausarbeiten soll, wobei die Regierung und die Histadrut dafür sorgen werden; dass die sozialen Vorteile welche die Arbeiter bisher genossen haben, gewährleitet bleiben. Laut dem neuen Programm wird das Grundgehalt in den produktiven Zweigen der israelischen Wirtschaft im kommenden Jahr bis zu 5 Prozent steigen. Minister Sapir versprach dem Land, dass die Regierung von einer Erhöhung der direkten und indirekten Steuj ern absehen, keine Zwangsanleihen auflegeri und keine 1 Erhöhungen lokaler Steuern j zulassen wird, wenn kein I Notfall eintritt. (ITA* Impreso en 1» Imprenta POLIGLOTA — Rivadavia 83 i Registro de la Propiedad Intelectual. N? W9.4M