Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 27 (1966)
- Issue
- 2186 (23.9.1966)
- Date
- 1966-09-23
- Page
- [Seite 5] (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Günter Ballin, mmerschlag, Nor. srz, Carlos Max, lolimann, sami Sraesto Nathan, Silbermann, Dr, 1 Schwarcz lgnnenbaum, José de Beisitzer: pt, Julio, Gutlertoldo Holziandro Katze- Starkand. u: Juan Kariel fo Maier, enrevisoren; itner und fluvilie limar inten im » S I t im Neuen chst aten iionen und Fm« Leitung der Zentralstelle Oberstaatsanwalt Erwin ßchiile hat Anfang dieses Monats die Leitung der Zentralen Stelle der Landesjustiz- Verwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Gewaltverbrechen in Lud- ■wigsburg abgegeben. Schüle leitete die Zentrale Stelle seit ihrer Gründung im Jahre 1958. Er wird nun wieder die Leitung der Staatsanwalt, echaft beim Landgericht Stuttgart übernehmen. Seine Ulm und später Erster Staatsanwalt beim Oberlandesgericht Stuttgart 1962 wurde er Leiter der Staatsanwaltschaft Stuttgart, der grössten in Baden-Württemberg. Nachdem im Jahre 1964 die Zuständigkeit der Zen. tralen Stelle erweitert worden war, konzentrierte sich Schüle ganz auf die Arbeit in Ludwigsburg. Er bat jedoch bald darum, von der Leitung der Zentralen Stelle Gegen Oberstaatsanwalt Schüle waren in den vergan-; genen Jahren von östlicher Seite wiederholt Beschuldigungen wegen angeblicher Kriegsverbrechen erhoben worden. Auch wurde Schüle wegen seiner früheren Zugehörigkeit zur SA und NSDAP angegriffen. Der Generalstaatsanwalt in j Stuttgart leitete gegen Schü- I le ein Ermittlungsverfahren , ein, nachdem das sowjetichse I AUF DER ANKLAGEBANK: Wieder einmal befanden sich Mitglieder der ,.Muselmanischen Brüderschaft" auf der Anklagebank in Kairo, weil sie eine Verschwörung gegen das Regime Nassers geplant haben sollen. Die Angek’agten hören den Richterspruch, der in einigen Fällen auf Todesstrafe lautete. Nachfolge in Ludwigsburg tritt Oberstaatsanwalt Dr. Adalbert Rückerl an. Schüle konnte als Anklagevertreter in dem grossen Ulmer Einsatzkommando-Prozess, der 1958 geführt wurde, in der Verfolgung von Gewalttätern der nationalsozia. listisehen Aéra besondere Erfahrung sammeln. An der Verwaltungs - Vereinbarung zwischen den Ländern über die Einrichtung der Zentra. len Stelle hat er massgebend mitgearbeitet. Ende 1958 wurde Schüle zum Leiter der Zentralen Stelle in Ludwigsburg bestellt. Diese Stelle hat bis jetzt über 1.000 Vorermittlungsverfahren wegen NS-Verbrechen bearbeitet. Erwin Schüle war früher Richter beim Amtsgericht Ulm, dann Staatsanwalt in; abgelöst zu werden, um sich ganz der Aufgabe' bei der Staatsanwaltschaft Stuttgart widmen zu können. Oberstaatsanwalt Dr. Rükkerl, der neue Leiter der Zentralen Stelle in Ludwigsburg, ist gebürtiger Münch, ner. Nach dem Studium der Rechtswissenschaft legte er 1949 die erste und 1953 die zweite juristische Staatsprüfung ab. 1953 trat er als Assessor in den Justizdienst des Landes Nordrhein-Westfalen ein. Vier Jahre später wurde er zum Statsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Bielefeld ernannt. Zur Zentralen Stelle in Ludwigsburg kam er im Mai 1961. Als Leiter von Ar. beitsgruppen der Zentralen Stelle unternahm Rückerl Reisen nach Warschau und nach Prag. J. P. LANDSBERG VERSICHERUNGEN JEDER ART Bme. MITRE 430 V. Of. 550 T.E.: 30-1474 Aussenministerium im Sep. tember 1965 der deutschen Botschaft in Moskau Fotokopien von Zeugenaussagen übergeben hatte, die Schüle angeblicher Kriegsverbrechen bezichtigten. Die Zeugenaussagen gipfelten in dem Vorwurf, Schüle habe als Angehöriger der 215. Infanteriedivision in der von deutschen Truppen besetzten sowjetischen Stadt Tschudowo im Sommer 1942 die Hinrichtung eines Jugendlichen geleitet, der wegen Diebstahls einer' Tafel Schokolade aus ' einer deutschen Küche erhängt worden sei. Schüle sollte auch eine etwa 25 Jah- 1 re alte Frau hinter der Zi-! vilkommandantur in Tschu- , dowo erschossen haben, weil j sie ihre Unzufriedenheit über die ausgegebene Verpflegungsration geäussert habe, j Ausserdem wurde Schüle beschuldigt, er habe einen äl- CATECA S.A. Directorio 5555 Buenos Aires T. E. 68.1017/18 y 1264 SUAVAND 4R el calzado legítimo de espuma de goma DEIN HOBBY DEINE SPARKASSE (srael-Briefmarken Beratung durch: STAMPS CENTER 94 Allenby Rd — TEL AVIV — P.O.B. 4444 teren Mann in Tschudowo j ohne jeden Grund erschossen. Der Generalstaatsanwalt in 1 Stuttgart stellte am 31. März 1966 das Ermittlungsverfahi ren gegen Schüle ein. Wie das baden - württembergjsche Justizministerium damals er-; mittelte, war kein begründeter Tatverdacht vorhanden, j dass Schüle an der recbtswi- I drigen Tötung sowjetischer Zivilpersonen beteiligt war. I Die vom Generalstaatsanwalt in Stuttgart angestell-! ten umfangreichen Ermitt- | hingen hätten ergeben, dass die gegen Schüle erhobenen Vorwürfe unbegründet seien Wenige Tage später zog der Generalstaatsanwalt jedoch seine Einstellunesverfiigung im Ermittlungsverfahren zurück und ordnete die Wiederaufnahme der Ermittlungen an. Der Grund für diesen Beschluss war eine neue Note des sowjetischen Aussenministeriums. Darin wurde vorgeschlagen dass die deutschen Ermittlungsbehörden Vertreter in die Sowjetunion senden sollen, um alle Zeugen der von Schüle begangenen Untaten zu verhören. Das wiederaufgenommene Ermittlungs - Verfahren ist noch im Gange. Oberstaatsanwalt Schüle wies die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurück. Er hatte wegen dieser Beschuldigung die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens gegen sich gefordert. Das baden-württembergische Justizministerium hat die Verdienste von Oberstaatsanwalt Erwin Schüle Abraham Rubascbow gestorben Jerusalem. — Dr. Abraham Rubaschow, der Bruder des Präsidenten Salman Shazar, starb kürzlich im Alter von 74 Jahren an einem Schlaganfall. Man hatte ihn sofort in das Hospital gebracht, doch alle Versuche, sein Leben zu retten, blieben erfolglos. Der Präsident wurde im Beisein seines Leibarztes vom Ableben seines Bruders unterrichtet. Die Brüder waren einander eng verbunden, und eine der grössten Freuden Shazars war die Ankunft Dr. Rubaschows, der vor etwa zwei Jahren aus Russland nach Israel kam. Im vergangenen Jahr trafen auch die Gattin und die Tochter des Verstorbenen in Israel ein. (ITA) Meidung aus Kairo London. — Der Generalsekretär der Kommunistischen Partei der Sowjetunion, Leo- I nid Breznew, wird im nach - sten Februar zu einem offiziellen Besuch nach Aegypten kommen. Die Kairoer I Zeitung ,,A1 Ahram“, die dies ' berichtete, meldete ausserdem, dass der ägyptische Vizepräsident Marschall Amer noch in diesem Jahr und Ministerpräsident Mohieddin im! Mai 1967 in die Sowjetunion reisen werden. (AWZ) i Auszeichnung j Prag. — Dem Opernregis- | seur Karol Berman wurde der „Künstler der Republik“ j benannte Orden verliehen. Berman, einer der Ueberle-! benden aus dem Ghetto von j Terezin und dem Todeslager ' Auschwitz, ist aktives Mit-! glied des Jüdischen Gemein- I derates von Böhmen und ' Mähren. (ITA) i Sparmassnahmen in Israel Jerusalem. — Die Zollbehörden gaben bekannt, dass die Käufe von Whiskey und anderen Luxusartikeln vom Monat April bis Juni 1966 im Vergleich mit dem gleichen Zeitraum des Vorjahres um 50 Prozent abgenommen haben. Dieses Absinken wird j den ökonomischen Schwierig | keiten Israels zugeschrieben. Die Ziffern ergeben, dass gewürdigt. In einer Mittei. lung des Justizministeriums heisst es, der Oberstaatsanwalt habe durch den Aufbau und die Leistungen der Zentralen Stelle in fast acht Jahren die Voraussetzungen für eine gründliche und rechtsstaatlich einwandfreie strafrechtliche Bewältigung der NS-Gewaltverbrechen geschaffen. Blick in die Welt von HAROLD SCHWARCZ B. J. VORSTER, Nachfolger des ermordeten Verwoerd als südafrikanischer Premier, wird die unglückselige ,Apartheid‘-Politik fortsetzen. — DIE SOWJETUNION trat dafür ein, dass U Thant sein Amt als Generalsekretär der United Nations beibehält — JURACY MAGALHAES, der brasilianische Aussenmi. r.ister, wurde vom Papst empfangen mit dem er über die Spannungen in Nordbrasilien gesprochen hat. — SEINE POPULARITAET will der indonesische Präsident Sukarno durch Ausschreibung von Wahlen unter Beweis stellen. — LIN PIAO, Chef der rotchinesischen Terrororganisation, erhielt durch die Reorganisation des Polit-Büros eine stärkere Machtposition. — AUS SAIGON wird gemeldet, dass nicht weniger als 500 nordamerikanische Flugzeuge Stellungen in Nordvietnam angegriffen haben. — DREISSIG DOERFER im Norden Persiens wurden durch gewaltige Ueberschwemmungen weggerissen. — ALLE WBLTRAUM-Rekorde wurden durch die Kapsel „Geminis XI“ gebrochen. — CEMAL GLRSEL, General, Expräsident der Türkei, ist nach langer Krankheit, 71 Jahre alt in Ankara gestorben. — , . CHARLES DE GAULLE ist von seiner Weltreise nach Paris zurückgenehrt. — FRANZOESISCH-Somaliland forderte seine Unabhängigkeit. — COSTA RICA griff die Südafrikanische Union we?en ihrer Rassenpoiitik mit schärfsten Worten in den UN an, IN JAPAN waren wiederum schwere Erdbeben zu ver. zeichnen. — SUBANDP.IO, früherer indonesischer Aussenminister, wurde wegen Hochverrats unter Anklage gestellt. — STUDENTEN-Demonstrationen in Rio de Janeiro führten zu schweren Unruhen. — RAMON CASTlLLO, Innenminister der dominikanischen Republik, erklärte, die Regierung werde den Terrorismus energisch bekämpfen. — AUCH AUS CHILE werden Studenten-Unruhen gemeldet. — KRISFNSTIMMUNG in Bonn: Nach einigen Generäten trat Erhards persönlicher Ratgeber Minister Westrick zurück. — ARTHUR GOLDBERG, USA-Botschafter vor den UN, trat ebenfalls dafür ein, dass U Thant iveiter in seinem Amt bleibe. — DER CHEF der venezolanischen Geheimpolizei wurde durch ein Attentat schwer verletzt. — nur 28.000 Flaschen Whiskey verglichen mit 60.000 Fla sehen in der gleichen Zeitspanne des vergangenen Jahres bezogen wurden. Die Wirtschaftler vermeinen, in diesem Abfall eine generelle Tendenz zu erkennen. Auch dei Verkauf von elektrischen Luxusartikeln ging in derselben Zeit erheblich zurück. Laut vorliegenden Statisti ken haben sich die Arbeiten im Baugewerbe um fast 50 Prozent verringert. (ITA) | Juden in Daenemark Kopenhagen. — In Dänemark leben gegenwärtig 6.000! Juden. 95 Prozent davon in | Kopenhagen, der Rest ver-; streut sich in zehn weiteren | Städten. Es gibt nur eine jü- | dische Schule, und zwar in j der Hauptstadt, an der zur Zeit 150 Kinder lernen. Ko- 1 penhagen hat die älteste jü- ' disohp Gemeinde Skandinaviens Sie konnte vor kurzem den 300. Jahrestag ihrer i Gründung feiern. (ITA) JUAN JULIUSBURG 73-1148 BLANOO ENSALADA I64C ESTUDIO PASTEUR 254 . 2' » 5^ pisos TEL 48-7168 1372 . ffUENOS AIRES Fiambres Finos - “FRIGUINCIA ” MARCA QUE DISTINGUE LA CALIDAD RIGUINCIA ^16176^739